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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-04-29 · 18 (29.4.1904) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
18 (29.4.1904)
Date
1904-04-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 18 Dr. JBlocb s Wochenschrift. Seite 293 kundigen Behandlung der Lehrgegenstände seitens des Schulleiters und Religionslehrers dieser Schule, Herrn D. H. O e st e r r e i ch e r, zuzuschreiben und wurde demselben arrch allseitig Lob und Anerkennung gezollt. Zmn Schlüsse nahm der Inspektor für den israelitischen Religionsunterricht, Herr Professor M. Kanitz, Veranlassung, um seine Anerkennung für den Vereinsvorstand und besonders dem Schulleiter Herrn Religionslehrer D. H. O e st e rreicher Ausdruck zu verleihen und gleichzeitig die Schüler zu weiterem Fleiße anzuspornen. In warmen Worten appellierte er dann an die Gäste und an alle Glaubensgenossen, diesen Verein nach Möglichkeit zu fördern. Es sprachen noch die Herren Wolf Pappenheim und Religionslehrer Oesterreicher Worte des Dankes. Schließlich dankte ein Mitglied des Vereinsvorstandes sowohl dem löblichen Vorstande der israelitischen Knltusgemeinde für seine werktätige Unterstützung der Vereinszwecke, sowie Herrn Professor Kcmitz für sein besonderes Interesse, das er für diese Schule an den Tag legt, und Herrn Religionslehrer Oesterreicher für seine besondere Mühewaltung und endlich den anwesenden Gästen für ihr Erscheinen. Wien. Zufolge unseres Aufrufes „Elend" sind uns für den ehemaligen Gastwirt vom Herrn Dr. Jakob O r n st e i n, Hof- und Gerichtsadvokat in Wien, K 10.— zugekommen. Brünn Sonntag den 8. Mai 1904 findet im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeiude (Basteignsse 1, 11. St.) eine Generalversammlung und Sülze r-G edenkf e i e r des Mährischen K a n t o r e n v e r e i n e s statt. Tagesordnung: halb 3 Uhr Sitzung des Vereinsvorstandes; 3 Uhr, Generalversammlung; 5 Uhr nachmittags, Festsitzung zu Ehren weiland Oberkantor Professor Salomon S u l z e r anläßlich dessen 100. Geburtstages. 1. Fest- und Gedenkrede, gehalten vom Oberkantor Josef Heller. 2. Festchor: Psalm 111, gesungen von sämtlichen Kantoren. 7 Uhr abends: Gesellige Zusammenkunft in dem neuen Restaurant „Donath", Ferdinandsgasse 16, J. St. 8 Uhr abends: Festkonzert. Jglau. (I n t i m e r T e m p e l-G esangverein s-A b e » d.) So oft unsere Vereinsgenossen von der Hochschule auf Ferien heimkehren, gaben sie den Hierweilenden die Anregung zur gesellschaftlichen Verbindung und ziehen dieselben in ihren lebensfrohen Bannkreis. Der Vereinsansschuß hat in kürzeuer Zeit sein Programm aufgestellt, so daß sich schon am 9. d. M. in Speil's Mnriensaal sämtliche Damen und Herren vom Vereine und deren Angehörige versammelten, um sich durch Spiel itiib Gesang der Mitwirkenden zu erheitern. Zu allererst führte der Vereinsdirigent I. Kohn den erstarkten Mannerchor mit zwei Chören: „Hüte Dich!" uno ..Immer mehr" von Girschner und Seifert ins Treffen und wurden die ausgezeichneten Darbietungen desselben mit lautem Beifall ausgenommen. Frl. Anna H e l l m a n n und Herr Berthold Keller spielten vierhändig die Ouvertüre von „Tannhäuser" mit verstä wnisvoller Sicherheit und Klarheit und wurde beiden reicher Applaus zuteil. Zwei Deklamationen heiteren Inhaltes, von denen die eine „das Salzfaß der Ehe" betitelt war, wurden von den jungen Damen Elise Schulz und Elsa Schwarz in sehr wirkungsvoller Weise vorgetragen. Die erste Sängerin unseres Vereines, Frau Rosa Epstein, sang zwei Lieder: „Des Glockentürmers Töchterlein" von Löwe und „Die Prinzessin" von Grieg, wie immer mit ihrer schön ausgeglichenen Sopranstimme, mit vollen lullen Tönen und ern'ete durch ihre Vortragsweise wahre Beifallsstürme. — Ein Schüler des Ehormeffters Kohn, Hans Rosenberg, spielte Henry Lahee's Romanze nnd ein Mennett für das Violoncello mit Geläufigkeit und Präzision, wofür der Cellist mit Beifall überschüttet wurde. Auch unser Lieblingssänger Oberkantor D. W e i ß hat nebst einem Schubert'schen Liede noch ein von unserem Chormeister komponiertes „Scheidelied" meisterhaft vorgetragen. In Hellem Jubel erschollen die Beifallsbezeugungen, welche er für seine Darbietungen einheimste. — Als ein sehr gewandter Klavierspieler trat noch einmal an diesem Abend Herr Berthold Keller auf und absolvierte die Piecen la bien aime" von Eduard Schutt und die „Flirt-Gavotte" von Alfred Grünfeld, mit besonderer Meisterschaft. Unter der musikalischen Leitung unseres Chormeisters wurde die Operette in einem Aufzug „Verkannte Genies" von Louis Konymann, von den Vereinsmitgliedern Armin Spielmann (Sänger Tremolini), Karl Weiner (Komponist Notenquetscher), Ernst Pollak (Dichter Blumentau). Hugo Müller (Maler Schmierccke), Fritz Jolesch (Restaurateur Pantschke) aufgeführt. Die gesanglichen Leistungen und das mimische Spiel waren durchwegs vortrefflich und erzielten die Darsteller durch Extemporieren und Zusatzkonplets auf den Gesangsvereiu und gewisse Zustände im Vereinsleben großartige Lacherfolge. Dem Drängen der Tanzlustigen nachgrbend, beschloß man den Abend mit einem regelrechten Kränzchen. — Den geehrten Vereinsgenossen danken wir für ihre Mitwirkung; gleichwertigen Dank sprechen wir unseren allverehrten Herrn Obmännern Gustav H e l l m a n n und Albert P o k o r n y, welche sämtliche Kosten für diesen Abend allein bestritten, im Namen Aller aus. E. B. Proßnitz (Todesfall.) Vorige Woche verschied hier Frau Netty Zweig im patriarchalischen Alter von 93 Jahren. Die Verblichene, die Witwe nach dem weiland Altbürgermeister Herrn Markus Zweig und Mutter des derzeit amtierenden Bürgermeisters der israelitischen Gemeinde Herrn Dr. Gustav Z w e i g, war eine gottergebene Frau, die Befriedigung suchte und fand, wohltätige Werke zu üben und sich allen und jedem gütig und nützlich zu erweisen. Von der allgemeinen Beliebtheit, deren sich die Verstorbene erfreute, gab das Leichenbegängnis Zeugnis, an welchem sich alle Kreise der hiesigen Bevölkerung, die Spitzen der staatlichen und autonomen Behörden beteiligten. Der leidtragenden Familie gingen von Nah und Fern sehr zahlreiche Beileidskundgebungen zu. E. B. Biscnz. (Rabbiner Dr. Hof f.) Unser ehrwürdiger Rabbiner Dr. Joses Hoff hat sich mit Fräulein Leontine A b e l e s aus Nikolsburg verlobt. Dem Vernehmen nach findet die Trauung Pfingstmontag in Nikolsburg statt. Eibenschih. Bei der jüngst vorgenommenen Kultuswahl wurde Herr Gustav Samek-Neubauer als Vorsteher, Herr Jsaias Steiner, Herr Isidor M. Sinaiberger als Kultusräte: in den Ausschuß die Herren David Weiß, David S i n a i b e r g e r, Alois S ch o l l i n g e r, Alois G r an i tz e r, Moriz 3 am et und Wilhelm Jellinek gewählt. Eibenschitz. Herr Ludwig L ö w e n s o h n, Sohn des hiesigen Oberkantors, hat sich mit dem Frl. Paula Weis verlobt. Rzcszow. Durch Intervention des Herrn Rabbiner Dr. N. H. Bau, derzeit Rabbiner-Stellvertreter in Rzeszow, bei Sr. Exzellenz Exhvnvedminister Koloszvary, hiesiger Statiouskonlmandant, wurden sämmtliche hiesige jüdische Soldaten beauftragt, sich zu jeder Einsegnung des Neumondes in der Synagoge einzufinden. Der erste Gottesdienst, der am 16. d. M um 3 Uhr nachmittags stattfand, bei dem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bau eine sehr schöne Predigt hielt, fand beim hiesigen jüdischen Publikum großen Anklang. X. X. Preßburg. Der ungarische israelitische Handwerker- und Ackerbauverein bietet jüdischen Knaben im Alter von 14 bis 17 Jahren, welche die 4. Klasse einer Bürger- oder Mittelschule mit Erfolg absolvirt haben und Neigung für die Landwirtschaft besitzen, Gelegenheit, sich für dieses Fach auszubilden. Die gehörig instruierten Gesuche — Geburts-, Schul-, Armuts- und Jmpfzeugnis — sind je eher bei dem vorgenannten Verein (Damanich-utcza Nr. 48) einzureichen. Graz. (Vierzigjähriges Dvktorjubiläum.) Der Rabbiner der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, Herr Doktor M ü h s a m, feierte dieser Tage im engsten Familienkreise die vierzigste Wiederkehr des Jahrestages seiner Promotion. Er wurde am 16. April 1864 an der Universität zu Leipzig zum Doktor der Philosophie promoviert. Hokepnik Dienstag den 19. d. M. haben wir den langjährigen Vorsteher unserer Gemeinde, der Jahrzehnte hindurch an hohen Feiertagen vorg betet und allgemein beliebt war, zu Grabe getragen. Herr Kantor Pick hielt dem Verblichenen im Trauerhaus in böhmischer Sprache einen Nachruf. Im Tempel, wohin der Sarg gebracht wurde, hielt Herr Rabbiner W e i sl o w i tz die Gedenkrede. Budapest. Am 1. Mai d. I. begeht Herr Albert Löw sein 25jähriges Dienstjubiläum bei der hiesigen Gschwindt'schen Aktiengesellschaft und werden es gleichzeitig an diesem Tage 50 Jahre, während welcher Zeit Herr Löw durch ununterbrochene Tätigkeit auf dem Gebiete der Destillation und Rektifikation als diplomierter Destillateur wirkt. Herr Löw war auch in Schrift und Tat tätig und ist auch unseren Lesern durch seine Beiträge in guter Erinnerung. Berlin. (Die Verhaftung des Grafen Pückler.) Der antisemitische Hetzredner Graf Pückler, der auf Anordnung des Landgerichtes in Glogau in Berlin verhaftet worden ist, weil er einen Termin in einem gegen ihn angestrengten Beleidigungsprozeß zum drittenmal versäumt hatte, hat noch von Berlin aus an das Landgericht in Glogau telegraphisch den dringlichen Antrag gestellt, den Haftbefehl sofort aufzuheben und noch einen neuen Termin anzuberaumen, weil er in Berlin

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