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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-04-29 · 18 (29.4.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
18 (29.4.1904)
Date
1904-04-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 292 Dr. Klocb's Mocbenscbrltt. Nr. 18 eines sanften Todes verschieden. Uebcr die Heimgegangene, welche die Gattin des Rabbiners in Nikolsburg war, sich durch ihre hervorragende Geistesbildung, Frömmigkeit und Hcrzenstugenden auszeichnete, bringen wir Näheres in nächster Nummer. LLicn Mittwoch den 20. d. M. fand auf dem Döblinger Ortsft'iedhose die Beerdigung des Herrn Abraham Adler statt. Der Verstorbene zeichnete sich durch besondere Frömmigkeit und Gelehrsamkeit namentlich aus biblisch-talmudischem Gebiete aus. Er war viele Jahre hindurch Vorsteher des Josefftädter Tempelvereines und gründete den Tempelbauverein im VIII. Bezirke, der nun den prächtigen Bau in der Neudeggergasse aufführte. Die Bibelschule wie auch der ^Imuss-Verein in diesem Bezirke sind Schöpfungen des Verblichenen, denen er seine ganze Sorgfalt widmete, wie er auch im neuen Tempel als Vorsteher eine segensreiche Tätigkeft entfaltete. Von der allgemeinen Beliebtheit, deren er sich erfreute, zeugte fein Leichenbegängnis, das zu einer solennen Trauerkundgebung sich gestaltete. Außer den zahlreichen Freunden und Verehrern des Toten erblickten wir den Gesamtvorstand des Tempelbau- und Tempelvereines VIII., in deren Namen Herr Präses Hermann Beck der Familie kondolierte, ferner die Vertreter der Bibelschule, des Hmu82-Vereines, der Chewra-Kadifcha, u.z. die Herren Dr.Markus Spitzer, Rosenbaum, Kann, sowie die Herren Baurat Fleischer, Dr. Zins u. v. A. Dem Leichenwagen folgte zu Fuß die Familie bis in die Neudeggergasse vor dem Tempel, dann setzte sich der imposante Zug in Bewegung. Am Friedhofe hielt Herr Rabbiner Dr. M. Bauer dem Verewigten einen tiefempfundenen Nachruf. Namens der Tempelbau- und des ^1mus2-Vereines und der Bibelschule sprachen die Herren Dr. Goldberger und Vorsteher Pollak warme Worte des Dankes und des Abschiedes. Die kantoralen Funktionen versahen die Herren Oberkantor Kwartin und Kantor Edelmann. Wien. An der städtischen Volksu. Bürgerschule für Knaben und Mädchen in Purkersdorf findet ab 1. Mai d. I. ein regelmäßiger öffentlicher Religionsunterricht statt. Auskunft bei der Direktion der Schule. Wien« Sonntag den 17. d. M. fand im Sitznngssaale des Synagogenvereines „Beth Israel“ II., Leopoldsgasse 29, die feierliche Enthüllung des vom Vorstande dieses Vereines durch den akademischen Maler Herrn L. Krestin hergestellten Bildnisses des gewesenen Präsidenten dieses Tempels Herrn Oberingenieurs Arthur Edlen v. Mises s. A. statt. Zu dieser Feier war der genannte Vorstand vollzählig erschienen mit Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner M. Mayersohn, als auch die Familie des Verstorbenen, wie auch eine große Anzahl von Gästen, unter Anderem das Ehrenmitglied dieses Vereines Herr k. k. Baurat Wilhelm Stiaßny samt Gemahlin, die Vorstandsdamen des „Frauen- Wohltätigkeitsvercines für Hausarme", die Präsidentin Frau Jda Diamant, Herr Oberkantor Scharr mit seinem Ehorpersonale. Herr S. Deiches, der Obmann dieses Vereines, hielt eine in empfindungsvollen Worten gehaltene Ansprache an die Versammelten, m welcher er der edlen Eigenschaften des Verblichenen gedachte und unter Anderem hervorhob, wie einst der Prophet Josua zwölf Denkmäler als Zeichen der Zusammengehörigkeit der zwölf Stämme Israels errichten ließ, so möge auch dieses heute dem verdienstvollen gewesenen Obmann Herrn Arthur Edlen v. Mises in den Räumen dieses Gotteshauses errichtete Denkmal späteren Geschlechtern Zeugnis von der Vortrefflichkcit des Heimgegangenen ablegen. Als die Hülle des Bildes fiel, rezitierte Herr Obercantor Scharr mit seinem Chor in weihevoller Weise einen Psalm, womit die Feier ihren Abschluß fand. E. B. Wien. (Trauerfeier.) Der „Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" veranstaltete Sonntag den 2 t. d. M. im Tempel des IX. Bezirkes eine würdige Trauerfeier für den verstorbenen Gönner und Förderer des verdienstvoll wirkenden Vereines weiland Herrn Moritz S ch w ar z in Bozen, der in wahrhaft munifizenter Weise den Verein zum Universalerben seines ungefähr 300.000 Kronen betragenden Vermögens testamentarisch eingesetzt hat. Der Trauerandacht wohnten bei: der Vereinsvorstand mit dem Vereins-Vizepräsidenten Herrn kais. Rat Moritz Hirsch. Vizepräsidenten der Wiener isr. Kultus gemeinde, der Vereinssekretär Herr H a r t m a n n der Vereinsinspektor Herr Sam. A l l i n a und die Vereinszöglinge. Der Religionsprofessor Herr Moritz A n s ch e r l hielt eine nachhaltig wirkende Anrede, während Herr Kantor P e k a r n i k den kantoralen Teil des Gottesdienstes sehr stimmungsvoll besorgte. Möge das hochherzige Beispiel des verewigten Mäcen Nachahmung finden. Wien. (Ferienheim.) Der Vorstand des Mädchenkomitees veranstaltet Samstag den 7. Mai, halb 3 Uhr nachmittags, im Urania-Theater. I., Wollzeile 34, eine Vorstellung. „Die Reisen und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen", dann eine muntere Bilderbogengeschichte: „Des Elefanten Rache" (Text gesprochen von unserem lieben Vereinsmitglied Lisl Pollak) und endlich eine Reihe interessanter lebender Bilder. Karten sind zu haben: Bei sämmtlichen Mitgliedern des Mädchenkomitees, in der Papier- und Kunsthandlung W. Deutsch, I., Kärntnerring 2, und in der Musikalienhandlung H. Knepler, I., Habsburgergasse 2. Die Sommerkuvse in dev Wiener Jüdischen Toynbee- Halle, XX. Karajangasse 20. Die Kurse beginnen mit dem Buchhaltungskurs Sonntag den 1. Mai um 8 Uhr vormittags. Die übrigen Kurse sind bis auf weiteres wie folgt verteilt: Jeden Montag Beginn 2. Mai 7 Uhr abends Englisch. Jeden Dienstag Beginn 3. Mai 7 Uhr abends Französisch und Deutsch (Elementarunterricht). Jeden Mittwoch Beginn 4. Mai 7 Uhr abends Deutsche Literaturgeschichte und Schnittzeichnen. Jeden Donnerstag Beginn 5. Mai 7 Uhr abends Französisch. Jeden Samstag Beginn 7. Mai 7 Uhr abends Deutsch (Elementarkurs) eventuell Schnittzeichnen. Der Stenographiekurs findet ab 8. Mai jeden Sonntag von 3/410 bis 3/412 Uhr vormittags statt. Die Vortragenden sind: Für Englisch Fr. Berliner, für Französisch Frl. Rosa Spielmann, für Deutsch (Literatur) Frl. M. Friedmann, für Deutsch (Elementarkurs) Dr. Sieg. Werner, für Stenographie Herr S. Wertheim, für Buchhaltung Herr H. Berliner, für Schnittzeichnen Frl. I. Kohn und eventuell Frl. B. Hermann. Wie». (Verein „Machsike hadath“, II., Nestroygas s e 4.) Trotzdem erst kurze Zeit verstrichen, seitdem der gedachte Verein seine Tätigkeit ausgenommen hat, hat derselbe bereits, dank der zielbewußten Führung seines Obmannes, des Herrn Salamon Meisels, bedeutende Erfolge zu verzeichnen. In dem Hause II., Nestroygasse 4 ist das Vereinslokal unt<rgebracht, das bestimmt ist, einen neuen Mittelpunkt echt jüdischen Lebens in der Großgemeinde Wien zu bilden. An den Wochentagen versammelu sich während der schulfreien Zeit jüdische Kinder, um einen gründlichen Unterricht in der hebräischen Sprache zu empfangen, derselbe wird nach den Grundsätzen der modernen Methodik erteilt. Die Leitung dieses Unterrichtes hat in dankenswerter Weise Herr Rabbiner Dr. Daniel Fink übernommen, daneben hat die Vereinsleitung die Gründung eines Beth Hamidrasch in Vorbereitung genommen. Es soll damit eine Pflegestätte für jüdisches Wissen geschaffen werden, deren es am hiesigen Platze verhältnismäßig nur wenige gibt. Ein ganz anderes Bild zeigt das Vereinslokal an Sabbat und Feiertagen. Betreten wir es um die Mittags- oder Abendzeit, so sehen wir rings um die langen weißgedeckten Tische eine bunt zusammengesetzte Gesellschaft geschart, die neben ihrer jüdischen Abstammung auch noch die schwere Last irdischen Elends einigt. Wer jüdische Typen studieren will, der findet hier ein reiches Feld. Wie.traumverloreir sitzen.glicht selten die vergrämten Gestalten da, von deren Gesicht kein Schimmer der Freude leuchtet, die das Lächeln überhaupt nicht zu kennen scheinen, und dennoch wirbt auch hier das werktätige jüdische Erbarmen nicht vergeblich um Anerkennung. Den von Sorgen gepreßten und verfinsterten Gemütern wird es bald heller und die gehobene sabbatliche Stimmung macht sich allmählich in den hellen Trillern der angestimmten Semiroth geltend. Außer den beiden Sederabeuden hat der Verein an allen 8 Tagen des verflossenen Pessachfestes täglich zwischen 30—40 Personen einen festlichen Tisch ein traulich-gastliches Heim geboten. Welch eine Unsumme menschlichen Elends wurde auf diese Weise gelindert und mit dem bitteren Geschick der Erde wieder versöhnt! Daß der Verein eine so schwierige Aufgabe übernehmen konnte, ist auf die tatkräftige Hingabe seiner Vorsteher zurückzuführen, unter denen sich die Herren Osias März, Jacob März, Osias Goldschmidt und S. Komet am vergangenen Pessachfeste besondere Verdienste erworben haben. Wenn auch dieser Verein in seiner Tätigkeit der Anerkennung weitester Kreise sich bereits erfreut, so sollte doch keiner es unterlassen, demselben als Mitglied beizutreten. Wien. (Prüfung im .Jüdischen Schulverein".) Sonntag den 17. d. M. fand an der Religionsschule des „Jüdischen Schulvereines", IX., Pramergasse 5, in Anwesenheit eines ebenso zahlreichen als distinguirten Publikums die diesjährige Semestralprüfung statt. Es waren erschienen in Vertretung der löblichen israelitischen Kultusgemeinde Knltusvorsteher Herr Professor Dr Ehrmann, ferner der Inspektor für den israelitischen Religionsunterricht Herr Professor M. K a n i tz, für den Tempelverein im IX. Bezirk Herr Vorsteher Ouittner. für das Beth Hamidrasch IX. Bezirk, Auhel Awrohom, S. B r ü n n e r, für den Roßauer Kinderbeteilungsverein Herr I. Steiner, Adaß Jisroel II. Bezirk Herr Wolf Pappenheim, wie der gesammte Vorstand des „Jüdischen Schulvereines" im IX. Bezirk. Nachdem der Obmann des Schulvereines Herr Primarius Dr. S. Kornfeld die Zwecke und Ziele des für den IX. Bezirk so notwendigen Vereines auseinandersetzte, und die anwesenden Gäste wärmstens begrüßte, wurde zur Prüfung geschritten. Das zahlreich anwesende Publikum folgte mit lebhaftestem Interesse den Leistungen dieser Schule. Die präzisen und exakten Antworten auf manche, auch für Schüler höherer Kategorie schwierige Fragen in Bibel und hebräischer Grammatik, die Herr Schulinspektor Professor Kanitz an dieselben richtete, erregten allgemeine Anerkennung. Bei der obersten Abteilung steigerte sich noch die Anerkennung und der Beifall für die schönen Leistungen dieser Schule. Diese schönen Erfolge sind jedenfalls außer der Lust und Liebe zum Gegenstände, welche die Kinder bereits in die Schule bringen, hauptsächlich der liebevollen und sach-

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