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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-04-15 · 16 (15.4.1904) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
16 (15.4.1904)
Date
1904-04-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 16 Dr. Llocb's MocbenscbrM. Sette 257 Löwy X 200.—, von Herrn Heinrich Herzfeld X 20.—, von Herrn David Hochsinger X 40.—, von Herrn Jacques Feitler X 200.—, von Herrn Dr. Alexander Hirsch X 12 , von Herrn Sali Moor X 100. von Herrn Dr. Camillo Kraus X 125.—. Im Gemein debethause II., Tempelgasse 3: Von Herrn David Braun X 20.—, von Herrn Ferdinand Zobel X 30.—, von Herrn Rudolf Kohn K81-, von Herrn Hermann Subak X 20.—, von Herrn Rabbiner Dr. Adolf Schmiedl X 20.—, von Herrn Josef Bernhard Böhm X 00.—, von Herrn Zacharias Korner X 60.—, von Herrn Friedrich Kohn X 144.—, von Herrn Wilhelm Herzog X 30.—, von Herrn Adolf Fein X 40.—, von Herrn Emanuel Podiebrad X 30.—, von Herrn Rektor Dr. Adolf Schwarz X 80.—, von Herrn k. k. Baurat Max Fleischer X 10.—, von Herrn N. Schniirmacher X 20.—, von Herrn Leopold Klein X 5').-, von Herrn Leopold Otto X 20.—. Kaiser Franz Josephs-Ferienheim. (Zur letzten Generalversammlung.) In unserer vorletzten Nummer haben wir über den Verlauf der jüngst stattgehabtcn Generalversammlung des „Ferienheim" berichtet und behielten uns vor, auf den vom Vereinsvorstande erstatteten Tätigkeitsbericht noch zurückzukommen. Ein Werk, das sich in einem verhältnismäßig kurzen Zeiträume zu solch hervorragenden Leistungen emporschwingen konnte, wie das „Ferienheim", ist wahrlich einer besonderen Würdigung wert. Es war im März des Jahres 1892, als in einer Versammlung der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" in Anbetracht des gerade damals in unserem lieben Wien hell auflodernden Judenhasses Tages- und Wohlfahrtsfragen aller Art diskutiert wurden. Der greise Rabbiner Wilhelm Soor wies nun auf die Notwendigkeit hin, armen, erholungsbedürftigen, jüdischen Kindern einen Landaufenthalt zu bieten, sie in frischer Landlust, ohne daß sie etwa ihrer Religion wegen verspottet würden, und bei ritueller Verköstigung der Gesundung zuzusühren. Die in jener Versammlung anwesende Frau Sofie G r ü n f e l d wurde über Antrag des Herrn Dr. Bloch eingeladen, die Gründung einer solchen jüdischen Ferienkolonie ins Werk zu setzen. Die Dame übernahm gerne diese Aufgabe und löste sie auch! Mit welchem Erfolge — lehren uns die Berichte über die nun abgelausenen zwölf Vereinsjahre. Der Verein blieb nicht das, als was er begründet war, nicht nur ein „Ferienheim", sondern er entwickelte sich zu einem Kinderfürsorge - Institute allerersten Ranges. Mit der Entsendung von 45 erholungsbedürftigen Kindern in eine Sommerfrische hat er seine Tätigkeit begonnen. Im letzten Vereinsjahre waren 520 Kinder vom Vereine „Ferienheim" in Kolonien, Kurorten und Heilbädern untergebracht. Wir finden in dem Berichte eine Sonderkolonie für Herzkranke, eine Kolonie in Bad Hall für skrophulose Kinder, eine Kolonie rekonvaleszenter Kinder und schließlich die Erholungskolonien ausgewiesen. Auf 4461 Kinder hat sich die Wirksamkeit des „Ferienheim" in den zwölf Jahren seines Bestandes erstreckt und die ansehnliche Summe von X 390.712°18 wurde für Vereinszwecke verausgabt. Es ist dem „Ferienheim" gelungen, ein eigenes Heim, ein Kinderparadies zu schaffen: es ist dies das aus Anlaß des 50jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers in Tischnowitz bei Brünn errichtete „Kaiser Franz Josephs-Ferienheim". Ein Aufsatz^ der dem Jahresberichte beiliegt, aus der Feder der Bürgerschullehrerin Malvine Friedmann, schildert uns das Leben und Treiben in diesem Heime. Die Lektüre dieser Arbeit wird für jeden Kindersreund von Interesse sein. Das große Budget des Vereines wird vornehmlich aus Spenden bei verschiedenen Anlässen bestritten, wie: Legate, Kranzablösungs-, Tempel-, Hochzeits-Spenden rc. Ein ansehnliches Kontingent stellen jene Edlen, die durch Zuwendung von Naturalspenden für die in eigener Regie geführten Kolonien den Verein fördern. An Keinem, der den Mangel an Kinderspitälern überhaupt, insbesondere aber den an einen jüdischen in Betracht zieht und aus den Berichten des „Ferienheim" die vorzüglichen gesundheitlichen und erziehlichen Resultate dieserJnstitution kennen lernt, wird der Appell, in welchen der Schlußpassus des Jahresberichtes ausklingt, wirkungslos vorübergehen. Es heißt dort: Wer einmal einen solchen Tag in Tischnowitz miterlebt, wer einmal mit den Kindern gesungen und gescherzt, geweint und gelacht hat, wer einmal im Schlafsaal den ruhigen, gleichmäßigen Atemzügen der müden Schläfer gelauscht, den läßt der Gedanke nicht mehr los, daß es um unsere ganze hochgelobte Kultur schlecht steht, solange ein solches Werk nur von der Freigebigkeit einzelner weniger sein Leben fristet, solange nicht jeder einzelne es als Pflicht, als selbstverständliches Muß betrachtet, zu diesem „Sommer der Armen" beizusteuern. Ihr alle, die Ihr im April und Mai euch schon die Frage stellt: wohin gehe ich heuer? die Ihr euch sehnt nach Strand und See, nach Wald und Berg, bedenkt: auf ein einzig kleines Luxusstück für den Reisekorb verzichtet — und Ihr bereitet einem Kinde mehr ein paar glückliche Wochen, und Ihr schenkt einem kleinen Leidenden Luft, Nahrung, Genesung! (4. F. ..Frauen Hort." Unter den vielen Wohltätigkeitsvereinen der Residenz nimmt der „Frauenhort" im IX. Bezirke einen hervorragenden Platz ein, nicht nur wegen der umfassenden Tätigkeit, die er entwickelt, sondern vornehmlich wegen des zielbewußten Vorgehens seines Vorstandes, der hauptsächlich der Erhaltung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit sein Augenmerk zuwendet. Sein soeben veröffentlichter Rechenschaftsbericht läßt dies sehr deutlich erkennen. Es wurden 1470 X für Pensionäre verwendet, 1063 X für Wöchnerinnen, 12.445 X für Kranke und Arme, 3015 X für Kurkosten an 125 Bedürftige, 2226 X für die Versorgung von 40 Arbeiterinnen im Erholungsheim, das dieser Verein ins Leben gerufen hat, 3494 X für Kinderbekleidung, 493 X für Kohlen zur Verteilung an Arme, 836 X für Anschaffung von Nähmaschinen für Arme, 1802 X als Beitrag an den Verband zur Unterstützung israelitischer Wöchnerinnen, überdies noch 985 X zur Unterstützung in der Osterzeit. Man erkennt aus dieser Verteilung der dem Vereine zur Verfügung gestellten Beträge, wie systematisch zu Werke gegangen wird, und somit haben die Spender die vollste Beruhigung, daß die von ihnen den Armen zugedachten Gelder auch an die richtige Adresse gelangen und daß nicht blos die Not des Augenblickes gestillt wird, sondern daß man sich bemüht, die Armen der Not für die Dauer zu entreißen. Der Vereinsvorstand sagt in der Einleitung zu seinem Berichte, daß er ein Jahr des Kampfes um die Existenz von mehreren hundert Familien durchgemacht hat. Die Ausweise geben davon Zeugnis. Da sie aber auch von den Bemühungen der Bereinsleitung, dieser Not zu steuern, Beweise liefern, wird wohl auch die Bitte des Vorstandes, ihm durch kräftige Unterstützung diese schwierige Ausgabe zu erleichtern, nicht ungehört verhallen. Am sympathischesten berührt wohl die Gründung und Erhaltung des Arbeiterinnen-Erholungsheims. In anerkennenswerter Weise hat Dr. Jakob Singer dem Vereine einen Baugrund gewidmet, damit ein eigenes Gebäude für diese Zwecke errichtet werden könne, aber die Mittel reichen noch nicht hin, um den Bau und die Erhaltung zu bestreiten. Hoffentlich wird aber der schöne, menschenfreundliche und soziale Gedanke, der dem Arbeiterinnen-Erholungsheim, das zur Erinnerung an das Regierungsjubiläum des Kaisers gegründet wurde, zugrunde liegt, ihm immer mehr Freunde verschaffen, so daß in absehbarer Zeit die Arbeiterinnen im eigenen Heim des Vereines ihre Erholung werden genießen können. Man kann der unermüdlichen Präsidentin Frau Rosa Z i f s e r e r und ihren treuen Mitarbeiterinnen, den Frauen Regine K o p p st e i n, Johanna Fröhlich, Klotilde Benedikt, Emma Pappenheim, Regine Bettelheim und Emilie Quittner, sowie den anderen Damen und Herren des Vorstandes nur den allerbesten Erfolg wünschen. Wien. (Installierung des Bürgerschuldirektors Holzer.) Samstag vormittags fand in der Bürgerschule in der Schwarzingerstraße die feierliche Installierung des neu ernannten Direktors Holzer statt. An dieser Feier nahmen Stadtrat Oppenberger, Bezirksschulinspektor Hofer, die Ortsschulräte Josef Fuchs und Baurat Miserovsky, sowie der gesamte Lehrkörper und die Schüler der Anstalt teil. Bezirrsschnlinspekter Hofer begrüßte Herrn Direktor Holzer namens des Bezirksschulrates, Stadtrat Oppenberger namens des Stadtrates. Letzterer legte dem neuernannten Direktor, unter Berufung aus das Reichsvolksschulgesetz, die religiöse Erziehung der Kinder ans

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