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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-04-01 · 14 (1.4.1904) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
14 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 14 Dr. Vloch's Wochenschrift Seite 231 Des Abends, beim Ostermahl, da ich, als der älteste Sohn, meinem Vater die traditionellen „vier Fragen" vorlegen sollte, wollte ich denselben eine fünfte Frage beifügen. Indessen tat ich es nicht. Wußte ich doch im Vorhinein, daß die Antwort aus alle möglichen Fragen immer die gleichlautende bleiben wird. Es ist das alte, aber wahre: „Awodim hoienu . . (Knechte waren wir . . .) Ende. Kteratur. Professor Ladenburg und der Unsterblichkcitegcdanke im Judentum. Von G u st a v L e w i n st e i n, Berlin, W, Februar 190 u Wenn die Aufgabe eines Referates über gediegene literarische Neuerscheinungen buchstäblich indem Referieren ihrer markantesten Stellen behufs Jnteressierung weiterer Leserkreise besteht, dann verursacht die Anzeige der vorliegenden Schrift einige Verlegenheit. Denn in diesem Sinne heißt ein Referat über dieselbe nichts anderes als das Torso eines Meisterwerkes, die Beeinträchtigung eines ästhetischen Hauptgennsses. Wir können nicht umhin, die Lektüre dieser Schrift einen hervorragenden geistigen Kunstgenuß zu nennen. Der Name des Antors ist von seinen vortrefflichen Monographien jüdischpopulärer Materien: „D i e Taufe", „Ueber die Erlösung des Judentums" u. a. längst einer der bestbekannten. Die geradezu klassisch schöne Form des Vortrages, der warnifühlende Ton für die Wahrheiten unserer Religion und, last not least, die unbestechliche Logik der Argumente, welche alle Schriften Lewinstein'S charakterisieren, sie sind es, die auch die gegenwärtige Arbeit durchgangs erfüllen. Dieselbe dient der ernsten Auseinandersetzung mit Professor Laden burg's Angriffen auf den biblischen Glauben, die der letztere gelegentlich des Kasseler Naturforscher-Kongresses vorgebracht. In einer Zeit, wo mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln unsere biblischen Wahrheiten bekämpft werden, da tut es jedem redlichen Freunde derselben wahrhaft wobl, Aussprüchen, wie dem folgenden zu begegnen, der hier, selbst auf die Gefahr hin, einen literarischen Genuß vorwcgznnehmen, zur Illustrierung des Ganzen angeführt sei: „. . . Die Schöpfungsgeschichte bildet das wundervollste Werk, das der religiöse Genius Israel oder rer Genius irgend eines anderen Volkes je geschaffen. Es ist, als erklingen hier alle Saiten einer Seele, die, unmittelbar aus der Hand des Schöpfers stammend, den ganzen Himmel noch in sich trägt. Der kindliche Glaube findet in der be0oubernbeit Sprache und der Unschuld des Herzens, durch das der Frühling des Paradieses zu wehen scheint, einen so ergreifenden Ausdruck, daß dieses Schöpfnngsidyll, ganz unabhängig von seinem kosmogonischen oder geschichtlichen Wert, durch allen Wechsel religiöser Anschauungen und Systeme zu den unvergänglichsten Gütern der Menschheit gerechnet werden wird. . . ." Tatsächlich aber darf sich unser Autor auch auf kosmogon i s ch e m und metaphysischem Gebete ein Urteil zumuten. Hiefür ist nebst Seite 16 und 20 auch folgende Stelle seiner Schrift maßgebend: „Das All ist die Offenbarung Gottes. Sie dringt zu uns aus unbebegreifbaren Fernen von Sonne zu Sonne, von Welt zu Welt . . ., immanent in der Erscheinung, transcendent als schöpferisches Prinzip. In den Dichtungen Homer's lebte der Geist Homer's; aber Homer ist etwas anderes und mehr als seine Dichtungen. So dringt der Hauch des lebenden Gottes durch alle Wunder seiner Schöpfung, und in uns, in der menschlichen Freiheit offenbart er sich wieder als schöpferisches Prinzip." (S. 17.) Es ist nur eine naturgemäße Folge, daß diese streng logischen Argumente in dem höchsten seelischen Schwung sich auslösen. Die eigene Begeisterung wirkt begeisternd. Diese unerläßliche Forderung, welche John Locke gleichsam auf erkenntnis-theoretischem Gebiete in dem bekannten Satze aufgestellt: Nihil est in iutelleetu, quod non ante fnerit in sensu, sie ist es, deren mcthaphysische Bestätigung die vorliegende Schrift bietet. Denn die Argumente des Verstandes für die seelischen Ansprüche, die in derselben in vollendeter Plastik hervortreten, sie finden in dem psychologischen Appell am Ende derselben ihr natürliches Relief, dessen Mangel man mir ungern vermissen möchte und das andeutungsweise seine Stelle finden möge: »Daß Israel berufen war und berufen ist. die Einheit und das Wesen des Ewigen zu verkünden, das ist keine Glaubens-, sondern eine Tatsache. Immer mehr senkt sich seine Sonne über die Länder der Erde, immer mehr neigen sich die Herzen der Völker seinem verkündeten Gotte zu, immer reiner erscheint sein Licht durch alle Nebel und alle Wolken des Aberglaubens und des Mystizismus am blauen Himmel der Unendlichkeit. . (S. 22 f.) Im Interesse der argverlästerten Ethik uuserer religiösen Wahrheiten wünschen wir dieser Schrift, wie überhaupt allen trefflichen Enunziationeu L e w i n st e i n' s die denkbar weiteste Verbreitung. Nentitschein, im März 1904. D r. Simon Mandl, Rabbiner. Deutsch-hebräisches Wörterbuch. Heft 2. Von Rabbiner Doktor Marge!, Pozega (Slavonien). Verlag: Leopold Klein, Pozega 1004. lieber die Unentbehrlichkeit des Margel'schen deutsch-hebräischen Wörterbuches ist unsere Ansicht in diesen Blättern bereits vernommen worden (Siehe „Oesterreichische Wochenschrift" Nr. 46 1903). Ein Einblick in das zweite Heft dieses großangelegten Wörterbuches bestätigt zur Gänze unsere frühere Anschauung. Das vorliegende Heft, das mit „Altertum" beginnt und mit „Baronesse" (hebräisch: Rösna) schließt, reiht sich dem ersten würdig an. Man ersieht daraus, daß der Verfasser nicht nur den philologischen Resultaten der modernen Sprachwissenschaften Rechnung trägt, sondern daß er auch mit dem vollen und sittlichen Ernst eines Gelehrten das psychologisch-historische Moment, sowohl der deutschen wie der hebräischen Sprache berücksichtigt. Unter den modernen hebräischen Schriftstellern herrscht bekanuilich große Meinungsverschiedenheit ob der Zulässigkeit der Anwendung talmudischer und aramäischer Redeformen in hebräischen Geistesprodukten. Ben-Jebuda wird getadelt, daß er die hebräische Sprache durch die zuweitgehende Anwendung talmudikch-aramäischer Satzformen und Redewendungen geradezu verunstalte. Doch er st, ht nicht vereinzelt da, und ist es die Meinung gar mancher Autorität, die in die Wagschale fällt uns welche sich zu Gunsten einer Erweiterung und Bereicherung des hebräischen Wort- und Sprachschatzes durch Anwendung talmudischaramäischer Redeformen ausspricht. Der Verfasser eines Wörterbuches würde sein Ziel verfehlen, wollte er nur der einen oder der anderen Richtung einseitig Rechnung tragen. Dessen ist sich Dr. Margel wohl bewußt, indem er in Wirklichkeit Alles berücksichtigt, was vom Entstehen der hebräischen Sprache bis zu ihrer heutigen Entwicklung in ihr geschrieben wurde. Da wir uns eine ausführliche Kritik des vorliegenden Wörterbuches, bis es vollständig erschienen sein wird, Vorbehalten, unterlassen wir es für jetzt, Beispiele aus demselben anzuführen. Die Korrektur läßt allerdings viel zu wünschen übrig. Wie wir hören, wird von nun ab das Erscheinen der Hefte des Wörterbuches rasch aufeinander folgen, da die Hindernisse, welche die Verzögerung des II. Heftes verursachten, bereits beseitigt sind. Hoffentlich wird dem Verfasser auch der materielle Erfolg nicht ausbleiben, was umso eher zu wünschen wäre, als er mit mehreren wissenschaftlichen Arbeiten und Unternehmungen beschäftigt ist, deren Veröffentlichung viele Ausgaben erfordern. Birovitica. Rabbiner Dr. Kaufmann. Nene Bücher. Jahrbuch der Wiener k. k. Kranken- Anstalt e n. Herausgegeben von der k. k. niederösterreichischen Statthalterei. lX. Jahrgang, 1900. Wilhelm Braumüller, k. u. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien und Leipzig. 1903. Dr. I. &, Landau. Nachman Krochmal. Verlag von S. Calvary u. Co. Berlin, NW. 7. 1904. Dr. A Hoffrnann. B i b e l—B a b e l—F a b e l. Herausgegeben von der Federation „Zionista Argentina". In Kommission bei Jacobo Peuser. — Buenos-Aires. 1903. Dr. Alfred Nosfig. Das jüdische Kolonisations-Programm. Separatabdruck aus der Zeitschrift „Palästina". Berlin 1904. In Kommission: Jüdischer Verlag. Berlin S.W. 47. Dr. F. Codlenz, Rabbiner der Synagogengemeinde Bielefeld. Predigten, gehalten in der Synagoge zu Bielefeld. Verlag von S. Calvary L Co. Berlin N.W. 7. Dr. M. Margel. Deutsch-hebräisches Wörterbuch. Vollständig in etwa 40 Heften. Heft 2. Preis 50 Heller. Subskriptionspreis 15 Kronen 15 Mark. Preis des vollständigen Werkes nach Erscheinen 20 Kronen 20 Mark. Kommissionsverlag von Leopold Klein, Pozega 1904. Rivista israelitica. Periodico Bimestrale, per la scienza e la vita del Giudaismo. Anno I, N. 1. Gennaio-Febbraio 1904. Direzione e Amministrazione presso la ditta proprietaria editrice Galletti & Cassuto. Yia dei Pilastri N. 51. Firenze. Krieskaste«. K. Die Meldung stand im czechisch-klerikalen Organ „Czech" und lautete nach der Wiedergabe des „Czas" folgendermaßen: „Die letzte Bischofskonferenz in Wien beschäftigte sich unter anderen Dingen auch mit der Frage der Judentaufen, mit der sogenannten „Los zu Rom"-Bewegung der Juden. Allgemein wurde der Standpunkt eingenommen, daß der größte Teil der jüdischen Uebertretenden deshalb die Taufe annehme, weil er dadurch zu Aemtern gelange. Die Taufever-

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