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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-04-01 · 14 (1.4.1904) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
14 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 226 Dr. Dlocb's MocbenscbrM. Nr. 14 verkauf hat bereits bei Herrn Armenrat Adolf H u P k a, Rothenthurmstraße 14, sonne an den Kassen des Deutschen Volkstheaters begonnen. ÄVieir. (Privat-Religionsschule der „.4. ä L 8 8 Jisroel“, Schiffsynagoge, II., Negerlegasse 2.) Die Prüfung an dieser Schule findet am Sonntag den 10. April um halb 9 Uhr vormittags statt. Gäste willkommen. Wien. Der Verband der israelitischen Religionslehrcr an den österreichischen Mittelschulen hielt am 20. März l. I. unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang eine Ausschußsitzung ab, bei welchem auch Herr Rabbiner Dr. Kisch aus Prag anwesend war. Nach Begrüßung desselben berichtet der Obmann, daß den am Verbandstage zu Ehrenmitgliedern ernannten Herren Vizepräsidenten Dr. Gustav Ko hu und Professor Dr. Adolf Weiß die Ehrendiplome überreicht wurden. Herr Vizepräsident Dr. Gustav K o h n hat in einem an den Obmann gerichteten Schreiben dem Verbände den besten Dank ausgesprochen und zugleich in warm empfundenen Worten der hohen Aufgaben und Ziele gedacht, welche der Religionslehrerstand an Mittelschulen zu erstreben hat. Hierauf gelangten die weitere Einläufe zur Verlesung, darunter ein Schreiben der Rabbiner Dr. H i l l e l aus Lcipnik, worin derselbe die Fertigstellung eines allgemeinen Lehrplanes für Mittelschulen dringend wünscht. Vizerabbiner Dr. Brettholz aus Triest meldet feinen Beitritt zum Verbände an. Rabbiner Dr. Kisch beantragt neuerlich die Herausgabe einer Vierteljahreszeitschrift und betont die Notwendigkeit einer solchen. Der Ausschluß beschließt, diesem Anträge Folge zu leisten, wenn die hiefür nötigen Mittel genügend vorhanden sein werden. Zum Schlüsse verliest Professor Dr. Weiß einen Entwurf der an das hohe Ministerium zu richtenden Petition; dieser Entwurf soll an alle Ausschußmitglieder versendet werden, damit sie zu demselben ihre Amendements machen, über welche dann der Ausschuß zu beraten und zu beschließen haben wird. Der Vorsitzende dankt dem Referenten herzlich für das gründliche und schöne Referat und schließt hierauf die Sitzung. Wien. „Dr. Mandl, der ehemalige Demokrat, wurde Taufjude." Unter vorstehendem Schlagwort meldet das „Deutsche Volksblatt": „Der Demokrat Dr. Mandl, der seinerzeit in Wien eine prononzierte politische Rolle spielte, hat den Hebräer im Alter von 70 Jahren abgestreift und ließ sich am 29. März in der Karlskirche taufen. Wien. (Oberst Goldsmid.) In Paris ist am 28. März der bekannteste jüdische Offizier der englischen Armee, Oberst G o l d s m i d, an den Folgen einer Operation verschieden. Goldsmid, der dem Generalstabe angehörte und den südafrikanischen Feldzug mitmachte, beteiligte sich energisch an dem argentinischen Kolonisationsprojekt des Baron Hirsch. Oberst Goldsmid war ein begeisterter Bekenner des Judentums und hat sich stets vor allen Großen und Mächtigen seiner jüdischen Abstammung gerühmt. Sein Tod wird das englische Judentum mit Trauer erfüllen. Wien. Vor wenigen Tagen fand im Tempel der Bngittenau die Trauung des Fräulein Therese Wüns ch, Tochter des verdienstvollen Armenrates und Obmannes des „Brigittenauerisraelitis ch e n U n t e r st ütz un g s v c r e i n e s" Herrn Josef W ü n s ch, mit Herrn Josef Gemeiner statt Ein distinguiertes Publikum füllte die blumengeschmückten Räume des Gotteshauses; den Trauungsakt vollzogen Rabbiner Dr. Bach und Oberkantor Oesterre icher Beim Hochzeltsmahle gedachte der Brautvater des unter seiner Leitung steheuden Unterstützungsvereines und eröffnete die Sammlung für denselben mit 100 Kronen, nahezu ein gleiches Ergebnis hatte die Kollekte erzielt. — Die herrschende Armut unter den Glaubensgenossen dieses Bezirkes nimmt die Fonds des Vereines in unglaublicher Weise in Anspruch, besonders vor den jüdischen Festtagen, so daß die bisherige Quote an Unterstützungen an 1400 Kronen bereits erreichte. Im Interesse der Humanität wäre ein tatkräftiger Anschluß an diesen eminent humanitären Verein und ein Appell an alle warmfühlenden jüdischen Herzen dringend geboten. Reichenberg. Die durch den Tod des Obmannes des Tempelchorvereines verschobene Purim-Unterhaltung hat am 24. v. M. in den Sälen des Reichenberger Hofes stattgefunden, und war der Besuch, gleich den früheren Unterhaltungen, ein sehr guter. Die Leistungen der einzelnen Mitglieder waren auch geradezu bewunderungswürdig, es waren dies die Damen : S t e r n s ch u ß. Soudek, Lederer, Kraus, M a n d e l i k, Schnabel, und der Beifall war ein wohlverdienter. In liebenswürdigster Weise haben die Damen Deutsch und Lauer die Klavierbegleitung besorgt, das Einstudieren oblag den bewährten Händen unseres Dirigenten Herrn Julius Fischer, währenddem sich die Herren Dr. Alfred S o u d e k und Viktor Lederer um das Arrangement große Verdienste erworben haben — Ein nachfolgender Tanz hielt die Gesellschaft bis zum frühen Morgen beisammen. —l— Olrnütz. Am letzten Freitag Abend fand eine würdige und erhebende Feier zum Andenken S u l z e r's statt. Herr Oberkantor Schlefing.er sang des Meisters herrliche Weisen mit feiner wohlklingenden Stimme, während Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Oppenheim in feiner Predigt die Bedeutung und Verdienste Sulzer's für unseren Gottesdienst hervorhob und würdigte. Ung. -Hradisch. (T e m p e l w e i h e.) Der 20. März, der Tag der Weihe des neuerbauten Tempels, war ein Festtag für unsere Gemeinde. Erfüllt von hoher Freudesstimmung, hatten sich alle Gemeindemitglieder eingcfunden, die Cultusgemeinden der Umgebung (Bisenz, Göding, Kremsier, Leipnik, Napagedl, Olmütz, Prerau, Ung.-Brod. Ung.-Ostra und Wessely a. d. March) hatten ihre Vertreter entsendet, die Spitzen der Behörden, der Bürgermeister mit den Gemeinderäten der königl. Stadt Ung.-Hradisch, eine Deputation des Offizierskorps waren erschienen. Um 3 Uhr, dem Beginn der Feier, wurde die Festlichkeit durch ein stimmungsvolles Orgelpräludium eingeleitet, sodann folgte ein von dem gemischten Chore vorgetragener Cyorgesang, wobei die Tüchtigkeit und schöne Vortragsweise des Herrn Oberkantor Wilhelm Lustig allgemein anerkannt wurde. Nachdem von den Vorstandsmitgliedern die Thorarollen in feierlichem Zuge in die Bundeslade getragen wurden, betrat Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Josef Burstyn die Kanzel und hielt, bei Entzündung des ewigen Lichtes, eine schwungvolle Festpredigt, in welcher er die Bedeutung dieses Freudentages hervorhob. Die Rede gipfelte in der Aufforderung au die Gemeinde, immer einträchtig für den Glauben ihrer Väter einzutreten und so das Gotteshaus erst zu einem wirklichen zu gestalten. Mit der Abstngung der Volkshymne schloß die erhebende Feier. Besonderes Verdienst um die Vollendung des Baues hat sich der Vorsteher der Gemeinde, Herr Josef Braun, Brauereibesitzer in Jaroschau, durch seine aufopferungsvolle Tätigkeit erworben. Schließlich sei erwähnt, daß die bewährten Tempelvorstände Herr Heinrich Gansel und Herr Adolf Schindler sich um die Aufrechthaltung der Ordnung während des Festes bemüht und verdient gemacht. Einen entsprechenden Abschluß fand die Feier durch ein Tanzkränzchen, welches der hiesige stramme jüdische Turnverein veranstaltete und bis in die Morgenstunden währte. Pisek. Im ersten Jahre meiner Wirksamkeit als Seelsorger der israelitischen Cultnsgenleinde in Jägerndorf hatte der gottbegnadete hochverdiente Meistersänger S. Sulzer, mit dem ich schon während meiner Studienzeit in Wien sehr befreundet war, folgendes Schreiben an den Jägerndorfer Cultusvorstand gerichtet: „Löblicher israelitischer Cultusvorstand in Jägerndorf! Veranlaßt durch Herrn Prediger Dr. Friedländer erlaube ich mir, Ihnen zwölf Exemplare „Dudaim" zur' Förderung der gottesdienstlichen Bestrebungen achtungsvoll zu übersenden. Wien, am 6. April 1864." S. Sulzer. In Folge dessen erhielt Sulzer, der nicht nur ein großer Meister, sondern auch ein biederer Charakter, ein edler Menschenfreund war, der sich durch Seelengröße, Biedersinn und Herzensgüte ausgezeichnet hatte, vom Jägerndorfer Cultusvorstande folgendes Dankschreiben: Nr. q?3. Sr. Wohlgeboren Herrn Professor Salomon Sulzer, Oberkantor in Wien. Wir sind dieser Tage in den Besitz von zwölf Exemplaren „Dudaim", mit welchen Sie unsere Schuljugend freundlichst bedachten, gelangt. Veilchen, zum Früylingsfeste „Dudaim", dem Garten Meister Salamons entsprossen, können nur lieb, können nur erquickend sein. Hadudaim uosra keach. Wollen daher Euer Wohlgeboren für diese Ihre unserer Jugend zugedachte Aufmunterung unseren innigsten Dank, im Gefühle der besonderen Hochachtung dargebracht, geneigtest entgegennehmen. Cultusvorstand Jägerndorf am 17. April 1864. Spitzer. Bemerkt muß werden, daß im Jahre 1864 in Jägerndorf der Choralgesang beim Gottesdienste eingeführt wurde. Der als hebräischer Dichter bekannte Samuel Spitzer s. A. bekleidete damals das Vorsteheramt in Jägerndorf. Er war in des Wortes edelster Bedeutung ein „maukir rabbouiu" „Schätzer der Rabbinen", dessen sich wohl nicht jeder L-osek kakokol rühmen kann. Er unternahm nicht das Geringste in Gemeindeangelegenheiten, ohne sich mit mir zuvor beraten zu haben. Auch mein Jugendfreund, der sehr gelehrte und fromme Rabbiner Herr Samuel Hahn in Damboritz, der mein Vorgänger in Jägerndorf war, wurde von ihm hochgeschätzt und verehrt. b'r.

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