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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-03-04 · 10 (4.3.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
10 (4.3.1904)
Date
1904-03-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 156 Dr. Mocb's Mocbenscbrttt. Nr. 10 Rom. (Klerikale Erziehung.) In Verona wurde auf Anordnung des Präfekten die klerikale Erziehungsanstalt Seghetti geschloffen, weil in der von Nonnen geleiteten Mädchenschule anläßlich der Karnevalstage ein Theaterstück aufgeführt worden war, in dem ein österlicher Ritualmord vorkommt. Es handelt sich um eine literarisch ganz wertlose Komödie von Garagliano, die den Titel „Die falsche Bettlerin" trägt. Dieses Vorkommnis erregt, wie man der „Voss. Ztg." schreibt, um so größeres Aufsehen, weil auch an staatlichen Mittelschulen angestellte Professoren in dem genannten Institut Unterricht erteilen und man es diesen mit Recht vorwirft, nicht schon früher gegen die Wahl eines solchen Theaterstückes protestiert zu haben. Es verlautet, daß eine Interpellation in der italienischen Deputiertcnkammer über den Vorfall eingebracht werden wird. Vermischtes. «rauzablösungSspenden zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wien I.» Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Moriz Toch: Von Isidor Schwarz K 10.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Fanni Ne ff: Von Josef Sittig K 20.-, Rudolf Neff K 10.—, Grete Neff K 10.—, I. N. L 10; zusammen K 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Dr. Moriz Münzer: Von Adolf JMnek K 10.—, I. M. K. L 20.—, E. M K 10.—, Dr. L. Kohn K 10.—; zusammen K 50.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Gustav Grünholz; Von M. Haßberg K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel Herrn Rudolf Berger: Von Josef Sittig K 10.—, Karl Lang K 50.—, Jacques Feitler K 20.—, Felix Kuranda K 20.—, Otto und Adele Taußig K 40.—, Henriette Ornstein K 10.—, Richard Popper K 10.—, Gombrich K 10 —, Dr. Alexander Hirsch K 20.—, Dr. E. Wachtl K 20.; zusammen K 210.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Klara Fei gl: Von Eduard Feigl K 1.—; I. Neumann, Budapest K 5.—; Ernestine Weiner Kl.—; zusammen K 7.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Simon Kohn: Von Heinrich Kohn K 2.—, Rosa Schiller K 2.—, Amalia Biach K 4.-, Herrn. Singer K 2.—, Kati Kohn K 2.- . Zusammen K 12.-. Anläßlich des Ablebens der sel Frau Ernestine G i n g o l d: Von Ignaz Gingold K 5.—, Sigi Diamond K 3.—, Carl Schoban K 2.—, B. Moschkowitz K 10.—, Rosa Schwarz K 4.—. Zusammen K 24.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Karl Lemberger: Von Herm. und Siegfr. Lemberger K 20. , Moriz Lemberger K10.—, Ennl Fürth, Pilsen K 10.—. Zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Jg. Singer: Von H. Löwenbein K 10.—. Wien. (Vorträge aus jüdischerGeschichte.) Montag den 7. März, präzise 7 Uhr abends, im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse Nr. 11, Herr Dr. Max Grunwald: „Geschichte der Juden in Deutschland und Oesterreich" (Fortsetzung). Mit Vorführung von Lichtbildern. Der Eintritt ist frei. Wien. (Mädchen- und Frauen-Verein „Bikur Chaulim".) Am Sonntag den 7. März, nachmittags V24 Uhr, findet im Schulzimmer der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, ein Vortrag des Herrn Dr. Isidor Fischer über Frauenkleidung (nur für Frauen und Mädchen) statt. Gäste, Damen, sind herzlichst willkommen. Wie». Infolge des Aufrufes in Nummer 3 unseres Blattes, betreffend zwei alleinstehende Mädchen (Schwestern), die sich in bitterer Notlage befinden, sind von Herrn Dr. Marmorek in Wien K 6.—, unter Th. H. Altlengbach K 5eingegangen. Weitere Spenden beliebe man direkt an die bedauernswerten Mädchen Sophie und Louise Axelrad, Wien, 11/3, Herminengasse 8, zu senden. Wien. (Belobte jüdische Lehrkräfte.) Der Bezirksschulrat der Stadt Wien hat folgenden jüdischen Lehrkräften die belobende Anerkennung ausgesprochen: Oberlehrer Jgn. Weber, dem provisorischen Schulleiter Benjamin Planer, den Lehrern David Löwit und Adolf Rosenfeld. Wien. (Kranken-, Witwen - und Waisen-Unterstützungs-Verein „Chesed schel emes“.) Der Verein „Chesed schel emes“ hat Anlaß genommen, Herrn Wilhelm Fantl, welcher Sonntag den 28. Februar seinen 70. Geburtstag feierte, auf das Wärmste zu beglückwünschen und demselben ein künstlerisch ausgeführtes Gruppenbild des Gesamtvorstandes zum Andenken zu überreichen. Der Jubilar gehört seit mehr als 25 Jahre dem Vereine als Ausschuß- und Ehrenmitglied an. — Die 36. ordentliche Generalversammlung des Vereines „Chesed schel emes“ findet am 13. März 1904 im Saale des Restaurant Guth statt. Wien. In der Lese- und Redehalle jüdischer H o ch s ch ü l e r, Wien, IX., Grüne Thorgasse 34, findet am Montag den 7 März, 73/4 Uhr abends, ein Vortrag des Herrn Dr. Paul Weise n g r ü n über „Haben wir Kultur?" statt. Wien. Zur Erhaltung des Tempels in Atzgersdorf-Liesing sind uns ferner K 8.—, das Ergebnis einer Sammlung, veranstaltet von Herrn M. K. in Horazdiowitz, von Gustav Hofbauer in Wien K 5 —; von Jaques Rubinstein in Wien K 10.—; Isidor Weiß K 5.—; Bernhard Wolkenberg K 1.—; Malwine Bachrich K 1.-; Adolf Black K 1.—; Heinrich Birnbaum K 1.—; Heinrich Szemere Ki.—; Leo Gold K 1.—; Gustav Kohn K 1.—; Heinrich Guttmann K 1.—; Fritz Guttmann K 1.—; Leopold Praus K 3.—; Robert Deutsch K 3.—; . Ernst Steckerl K 1.—; Jaques Max Kl.—; Friedrich Bellak K 1.— zugekommen. Wien. (Israelitische K u l t u s g e m e i n d e.) Gegenüber der weitverbreiteten Ansicht, daß im Stadttempel keine Betplätze frei sind, wird darauf aufmerksam gemacht, daß in Folge von Ueberstedlungen einzelner Parteien derzeit in diesem Tempel zirka 30 Sitzplätze, und zwar Herren- und Frauensitze in der Preislage von K 40.— und höher noch erhältlich sind. Ein antisemitischer Interviewer. Am 9. Februar brachte Vergani's „Deutsches Volksblatt" einen Bericht über einen Besuch bei Felix Dahn, der von A. Hafner unterzeichnet war und sehr scharfe Urteile Dahn's über bekannte jüngere Schriftsteller enthielt. Nun erklärt Felix Dahn in der „Schlesischen Zeitung" diesen Artikel als das „Muster frecher Verlogenheit". Insbesondere seien die abfälligen Urteile über Bierbaum, Wedekind und einen ungenannten, sehr bedeutenden Berliner Schriftsteller, den er angeblich des Plagiats beschuldigt habe, erfunden. Ebenso die Belobigungen Hans Oswald's, dessen Schriften ihm bisher 'völlig unbekannt geblieben wären. Kremsier. Der Tod des Abiturienten Zwillinger aus Holleschau hat in der ganzen Stadt große Bestürzung hervorgerufen. Im Sterbehause versammelte sich der ganze Lehrkörper und alle Schüler des Gymnasiums, welche dem Verstorbenen bis über die Grenzen der Stadt hinaus das Geleite gaben. Im Nachrufe betonte der Rabbiner Dr. Frankl die Unparteilichkeit der Professoren, welche Zwillinger als dem besten Deutschen der Anstalt den Hebbelpreis zuerkannten. Chrudim. Am 25. Februar wurde unser langjähriger Kantor und Religionslehrer Herr M. Goldschmied zu Grabe getragen. Das Begräbnis gab von der allgemeinen Beliebtheit des Verstorbenen ein beredtes Zeugnis, da sich an demselben die breitesten Schichten der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung beteiligten. Unter den vielen Trauergästen sah man den Erzdechant Herrn P. Dr. Mrstik den Katecheten Herrn P. Liebich, den evaugel Pfarrer Herr Nespor, den Statthaltereirat Herrn v. Rebensteiger mit mehreren Beamten der k. k. Bezirkshauptmannschaft, den Schulinspektor Herrn Veprek, die Vertreter der hiesigen Schulen, die Vertreter der isr. Kultusgemeinden von Hekmanmestec und Pardubitz, viele Lehrer und Lehrerinnen u. a. Pozega. Am 7. Adar, anläßlich des Todestages unseres Lehrers Moses, versammelten sich auf Veranlassung unseres geschätzten Tempelvorstehers Herrn David Freud sämmtliche Gemeiudemitglieder im Saale des Hotel Lamm, worauf Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. M. Marge! eine der Bedeutung dieses Tages gedankenreiche Rede hielt. Bei dieser Gelegenheit wurde von Herrn Freud der Antrag gestellt, den schon lange gehegten Wunsch in Erfüllung zu bringen, eine Chewra-Kadischa zu gründen. Der Antrag wurde mit Akklamation freudig begrüßt, und gleich ein fünfgliedriges Komitee behufs Ausarbeitung der Statuten gewählt. . . . . r. Virovitica (Slavonien). Bei der am 23. Februar stattgehabten Generalversammlung der hiesigen Chewra-Kadischa wurde Herr Jakob Weißmann, der seinerzeit als Präses der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde dieses Amt mit viel Würde und Takt versehen hat, zuni Präses der Chewra-Kadischa gewählt, was allgemeine Befriedigung hervorruft, da man sich von ihm eine ersprießliche und gedeihliche Tätigkeit für den obgenannten humanitären und religiösen Verein verspricht. Ferner wurden als Vorstandsmitglieder einstimmig die Herren Isidor König und Max Pfeiffer gewählt. Budapest. Die Pester israelitische Religionsgemeinde hat auf die in Folge Ablebens des zweiten Kantors Albert Lazarus erledigte Stelle einen Konkurs ausgeschrieben. Bisher haben fünf von der Religionsgemeinde hierzu berufene Bewerber Probegesangvorträge ge-

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