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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-01-22 · 4 (22.1.1904) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
4 (22.1.1904)
Date
1904-01-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Rr. 4 Dr. Blocb's MocbenscbrM. Sette 51 der jüdischen Pflegekinder durch Organe der Cultusgemeinde kaum behindern. Allerdings wäre mit einer Nachschau nur der erste Schritt gethan; es käme sodann auf die zur Aufbesserung der Verhältnisse zu ergreifenden Maßnahmen an. Da es sich aber um das Leben so vieler unglücklichen Geschöpfe, sowie darum handelt, dieselben dem angestammten Glauben zu erhalten, so sollte nicht gezögert, sondern muthig an's Werk gegangen werden. Der ganz außerordentliche Erfolg des Cultusvorstandes vor 40 Jahren sollte den Nachfolgern in unseren kritischen Zeiten den rechten Weg weisen. Statistik der Taufen in Wien. Nach dem Gesetze vom 25. Mai 1868, R.-G.-Bl. Nr. 49, hat: „Jedermann ohne Unterschied des Geschlechtes nach vollendetem 14. Lebensjahre die freie Wahl des Religionsbekenntnisses nach seiner eigenen Ueber^eugung und ist in dieser freien Wahl nötigenfalls von der Behörde zu schützen. Im Falle eines Religionswechsels eines oder beider Elterntheile, bezw. der unehelichen Mutter sind die vorhandenen Kinder, welche das siebente Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in Betreff des Religionsbekenntnisses ohne Rücksicht auf einen vor dem Religionswechsel abgeschlossenen Vertrag so zu behandeln, als wären sie erst nach dem Religionswechsel der Eltern geboren worden." Aus diesen gesetzlichen Bestimmungen ergibt sich, daß in der nachstehenden Darstellung der Confessionsänderung blos Personen im Alter von über 14 Jahren verzeichnet sind. Kinder bis 7 Jahren entgehen der Evidenz, da die Aenderung ihrer Confession ipso jure mit jener ihrer Eltern eintritt und nicht erst angemeldet zu werden braucht. Es ergibt sich aber auch das traurige Resultat, daß die Zahl-der 551 verzeichnten Conyertiten im Jahre 1901 durch die Kinder unter 7 Jahren weit überschritten wird. Conversion der Juden in W Im Jahre 1897 Gesammtzahl 453 männlich 265 ien. weiblich 188 „ „ 1898 „ 434 „ 252 „ 182 „ „ 1899 „ 482 „ 280 202 „ „ 1900 „ 559 „ 315 244 „ 1901 „ 551 „ 313 „ 238 Co n Version nach dem Geschlechte und Berufe i m I a h r e 1901. männweib- Oeffentliche Beamte') .. Oeffentliche Diener').. lich lich — Lehrpersonen"). 7 Sonstige freie Berufe*). . 64 20 Gewerbe: Selbstständige Personen. . 13 6 „ Höhere Angestellte. . 11 2 „ Niedere Angestellte. .. 8 „ Ohne nähere Bezeichnung. 2 28 Handel:') Selbstständige Personen. . 23 9 „ , Höhere Angestellte. . 53 8 „ Niedere Angestellte.. . 19 12 „ Ohne nähere Bezeichnung. 2 — Verkehr:") Selbstständige Personen. . — — „ Höhere Angestellte. 3 „ Niedere Angestellte. .. . 4 1 „ Ohne nähere Bezeichnung. 2 — Transport. 242 104 ') Einschließlich der Officiere und Beamten, jedoch ohne die Post-, Telegraphen-, Telephon- und Eisenbahnbeamten des Staates. 0 Einschließlich der Militärpersonen des Mannschaftsstandes. Ohne Hofmeister, Erzieherinnen, die unter „Persönlicher Dienst" eingetragen sind. 0 Darunter Advocaten, Notare, Aerzte, Ingenieure, Architekten, akad. Maler und Bildhauer, Redacteure, Journalisten, Schriftsteller. Musiker, Sänger, Schauspieler. 5) Darunter auch Versicherungsgesellschaften. °) Vergleiche Anmerkung 1. Transport. 242 104 Persönlicher Dienst").1 7 Haus- und Rentenbesitzer.— 2 Sonstiger Beruf.1 2 Beruflose: Unbestimmter Beruf") ..4 2 „ Studenten und Schüler.49 2 „ Mädchen bis 30 Jahren.— 71 „ Sonstige Beruflose").16 48 Totale. ~313 238" Zu welchem Glauben: männweiblich lrch Zur römisch-katholischen Kirche.144 121 „ griechisch-katholischen Kirche. 1 — „ griechisch-orientalischen Kirche ...... — 3 „ evangelisch (Augsburger Kirche). 73 58 „ „ (Helvetische Kirche). 5 13 „ Methodistengemeinde.— 3 Confessionslosigkeits-Erklärungen. 77 37 Ohne Angabe.... •.13_3 Totale. 313 238 Nach dem Alter: Im Alter von über 14—20 Jahren . . . . . 71 Personen „ „ „ „ 20—30 „ . . . . . 278 „ „ „ „ 30—40 „ . . . „ „ „ „ 40—50 „ . . . . . 47 „ „ „ „ 50—60 „ . . , . 15 „ „ „ „ 60—70 „ . . . . . 2 „ 10—80 „ . . . . . 1 Totale. 551 Personen Vom Zabrmarkt des Lebens. Glossen zur Tagesgeschrchte. (Die drei welthistorische» Thatsachen des Abgeordneten Schneider. — Eine vierte historische T Hatsache.) Der Abgeordnete Schneider ist eine Autorität in Sachen des Judenhasses. Der Mann, dessen Sehnsucht auf die Einführung eines Schußgeldes auf Juden gerichtet ist, erscheint wohl berufen, den Juden ein Sündenregister vorzuhalten, und man kann sicher sein, daß er dabei nicht zu glimpflich verfahren wird. Hören wir, was er den Juden vorzuwerfen hat. In einer antisemitischen Versammlung in Rudolfsheim hat er sich vor einigen Tagen mit der ihm eigenen Klarheit und Präcifion über sein Lieblingsthema geäußert. Den unmittelbaren Anlaß zu seinen tieffinnigen Betrachtungen hatte ihm der von der päpstlichen Curie in Rom der christlich-socialen Partei ertheilte Wink, die Vetosrage vorläufig nicht zum Gegenstände politischer Discuffionen zu machen, geboten. Der steifnackige Präcifionsmechaniker wollte sich aber nicht laudabiliter unterwerfen, es lag ihm vielmehr daran, seinen Mannesstolz auch vor dem päpstlichen Stuhle zu bekunden, und mit freiem Mannesmuthe bekannte er, nicht päpstlicher sein zu wollen, als der Papst. Es ist nicht seine Schuld, wenn er schließlich doch vielleicht beträchtlich päpstlicher gewesen ist. Das liegt in der Sache, deren Panier er schwingt. Er legte also los — justament und nun erst recht. Er ist anderer Anficht, er steht auf anderem Standpunkt als die päpstliche Curie, und sein Auditorium, bestehend aus katholischen Antisemiten, untermischt mit antisemitischen Katholiken, jubelt ihm zu, ihm, dem Häretiker. Drei markante Ereigniffe hebt er aus der Geschichte der letzten zehn Jahre hervor, historische Ereigniffe, welche zugleich geschichtliche und denkwürdige Dokumente find für die ungeheure Macht des Judenthums und seinen verderblichen, verheerenden Einfluß. Das erste Ereigniß: Als Dr. Lueger zuui Bürgermeister erwählt wurde, ward ihm 7) Darunter auch Hausbesorger. 0 Auch Beamte ohne Angabe ob öffentliche oder Privatbeamte. °) Darunter Private, dann Personen die den Beruf einst bekannt geben D. N.

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