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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-01-08 · 2 (8.1.1904) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
2 (8.1.1904)
Date
1904-01-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 24 Dr. Klocb s MlocbenscbrM. *. 2 Discuffion darüber, ob nicht eine engere Wahl erforderlich wäre, nachdem auch Herr Salo Cohn die absolute Majorität erhielt. Es sprechen die Herren Vicepräsident Dr. Alfr. Ster n, T e l t s ch e r, Theodor Ritter v. T a u s s i g. Im Sinne des Statutes tverden die ersten acht als gewählt erklärt. Die Zusammensetzung der Commissionen erfuhr keine wesentliche Verschiebung. In das Ehrendamen-Comits für die Versorgungsanstalt wurden berufen: Frau Jenny Adler, Frau Nanni David, Frau Jda Diamant, Frau Jda Eisenschütz, Frau Anna Feinberg, Frau Jeanette Feuchtwang, Frau Johanna Fröhlich, Frau Therese Geisenheimer, Frau Sophie Grünfcld, Frau Margarethe Grunwald, Frau Jda Güdemann, Frau W. Kadisch, Frau Hermine Kolisch, Frau Adele v. Mises, Frau Linda Sternlicht, Frau Martha Stiaßny, Frau Marie Teleky, Frau Netti Vogel, Frau Rosa Zifferer. Dr. G. Kohn amtsmüde. Aus Vorstaudskreisen dringt die Mitthciluug in die Ocffentlichkeit, daß auch der Vicepräsident der israelitischen Cultusgemeiude und bisheriges Mitglied des k. k. niederösterreichischen Laudesschulrathes Dr. Gustav Kohn sich mit dem Gedanken trage, auf sein Vorstau dsmaudat zu verzichten. Wie es heißt, habe er blos den jetzigen Moment, in welchem die Wahl eines Nachfolgers für den Präsidenten Kling er auf der Tagesordnung steht und noch nicht gelöst erscheint, für ungeeignet gehalten, seine Absicht auszuführen und seine Resignation zu überreichen; er behält sich indeß vor, sobald die Gemeindeverwaltung nur einigermaßen wieder in regelmäßigem Gange sich befindet, seinen Amtsverzicht auzuzeigen. Dr. G. Kohn trägt auf seinen Schultern nahezu allein die gesammte Last der Schul- und Cultusverwaltuug, er ist die Seele und der Nerv für den wichtigsten Theil des Gemeiuderegimes, dessen Agenden sich von Tag zu Tag steigern. Er muß täglich viele Stunden inder Kanzlei der Cultusgemeinde verbringen behufs Erledigung zahlreicher Acten; ihrem Studium widmet er die häuslichen Mußestunden. Allein die Pflichten und Aufgaben dieses seines Amtes steigerten sich in den letzten Jahren dermaßen, daß er seinen beruflichen Aufgaben nahezu vollständig entzogen war. Würde aber Herr Dr. Kohn seine Absicht ausführen und auf das Mandat als Cultusvorsteher verzichten, so wäre das eine Katastrophe für viele der wichtigsten Zweige der Cultusverwaltung. Kein angestellter Beamter vermag die Arbeitslast zu bewältigen, die Herr Dr. Kohn täglich in den Burcaux der Cultusgemeiude erledigt, und wo fände sich in Vorstandskreisen ein entsprechender Ersatz? Hoffen wir, daß Herr Dr. Kohn die Sache sich nochmals reiflich überlegt und seine Absicht lieber nicht ausführt. Aus der Plenarsitzung des Cultusvorstandes vom 30. De cember 1903, unter dem Vorsitze des Präsidenten kais Rath H. Klinger. Beginn halb 6 Uhr Abends. Im Einlaufe befindet sich eine Zuschrift des Cultus- Ministers Dr. Härtel mit dem Danke für die ihm seitens des Cullusvorstandes bekundete Theilnahme anläßlich seiner Erkrankung. An Spenden werden bekanntgegeben: Bon Herrn L. Brettauer für besonders bedürftige Arme, aus Anlaß des Todestages seines Vaters K 300.— Sammelspende des Herrn Dr. Berger für die Schulküche in der Brigittenau.„ 69.— Von Herrn Max Hiller für die Chanukafeier im Versorgungshause.„ 50.— Von Frau Sofie Propper für die Schulküche in der Brigittenau.„ 6.— Sammelbüchse im Stadttempel.„173.63 Sammelbüchse im Tempel XV.„ 338.48 Tempelspende, I. Bezirk, am 24. December 1903 von 4 Personen.„ 170.— Tempelspende, XV. Bezirk, am 26. December 1903 von 6 Personen.„ 69.— Im Präsidialberichte gibt der Vorsitzende den Cassastaud der Gemeinde u.nd die Einnahmen derselben aus den verschiedenen Titeln in der Zeit vom 1. Jänner 1903 bis 29. December 1903 bekannt unter Vergleich mit den diesbezüglichen Daten des Vorjahres und läßt sodann eine Zusammenstellung statistischer Daten, betreffend die Administration der Cultusgemeinde in dem zu Ende gehenden Kalenderjahre, unter den Vorstehern circuliren. Aus dieser statistischen Zusammenstellung sei hervorgehoben: Im Jahre 1903 fanden 25 Plenar-, 88 Vertreter- und 92 Commissions- und Comitesitzungen, sowie 19 Sitzungen der Schätznngscommission und der Steuerbezirkscollegicn statt. Im Eintaufe befanden .sich rund 16.500 Stücke gegen 13.000 im Jahre 1902 und 12.000 im Jahre 1901. Religionsunterricht wurde ertheilt an 148 Volks- und Bürgerschulen von 75 Lehrern, an 29 Mittelschulen von 15 Lehren:; ferner Privat-Religionsunterricht an 5 Bibelschulen der Cultusgemeinde, 7 Privatbibelschulen, 1 Talmudschule und 7 Leseübungsschulen der Cultusgemeinde. Der Jugendgottesdienst wurde abgehalten in 5 Gemeinde- und 8 Vereinsbethäusern für Volks- und Bürgerschüler, ferner in 5 Gemeindebethüusern für Mittelschüler. Der Prüfung für das Religionslehreramt an Volks- und Bürgerschulen unterzogen sich 20 Candidaten, an Mittelschulen 2 Candidaten. — Beerdigungen fanden bis 28. December 1903 statt: 827 gegen Entgelt und 1316 unentgeltlich. Weiters gibt der Präsident bekannt, daß er vor einigen Tagen einer Sitzung des Curatoriums der Pollak v. Rudin'schen Familienstiftung beigewohnt habe, da im Sinne der stiftbrieflichen Bestimnmngen diesem Curatorium der jeweilige Präsident der israel. Cultusgemeinde angehöre. Die ihm stiftbriefgemäß zustehende Präsenzgebühr per K 200 widme er zu wohlthätigen Zwecken, und zwar K 120 der Armenanstalt und K 80 dem Wöchnerinnenverbande. Vorsteher Salo Cohn berichtet über den Verlauf der Generalversammlung des Mariahilfer Tempelvereines, welcher er als Delegirter des Cultusvorstandes beigewohnt hat. Der Bericht, welcher sich über die Leitung des Tempelvereines unter dem Präsidium des Herrn Max Fleischer in besonders anerkennender Weise ausspricht, dient zur befriedigenden Kenntniß. Kais. Rath Dr. Lieben referirt über die M. L. Biedermann-Waisenstiftung. Der vorgelegte Rechnungsabschluß für das Jahr 1903 wird genehmigt und der Bericht des Curatoriums, sowie die Anträge desselben, betreffend die Verleihung der Zinsen für das Jahr 1904, angenommen. Die Jonas Königswarter'sche Theologenstiftung wird entsprechend den Anträgen des Curatoriums der Israelitisch- Theologischen Lehranstalt verliehen. Hierauf werden Personalien in Berathung gezogen. — Im Laufe der Sitzung hat Herr Vicepräsident Dr. Stern an Stelle des Herrn Präsidenten kais. Rath H. Kling er, welcher durch Unwohlsein verhindert war, dem weiteren Verlaufe der Sitzung anzwvohnen, den Vorsitz übernommen. Schluß der Sitzung 9?, Abends. In der Plenarsitzung des Cultusvorstandes vom 3. Jänner 1904 unter Vorsitz des I. Bicepräsidcnten Dr. Alfred Stern wurde das vorgelegte Project des Tempelbauvereines für den XIX. Bezirk in eingehende Berathung gezogen. Bei voller Anerkennung der Verdienste des Tempelvereines, dessen eifrigstes Bemühen dahin gerichtet ist, in: XIX. Bezirke ein würdiges Gotteshaus zu errichten, war der Vorstand zu seinem Bedauern nicht in der Lage, dein vorgelegten Projecte seine Zustimmung zu ertheilcn, da es nach einstimmiger Ansicht des Vorstandes sowohl hinsichtlich des Baues, wie auch hinsichtlich der Erhaltung des Tempels nicht entsprechend fundirt erscheint. Unter Einem hat der Vorstand beschlossen, die Errichtung eines den Bedürfnissen des XIX. Bezirkes entsprechenden Bethauses bei redncirten Bau- und Erhaltungskosten durch eine entsprechende Mithilfe zu fördern.

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