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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-12-25 · 52 (25.12.1903) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
52 (25.12.1903)
Date
1903-12-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 52 Dr. Blocb’s MocbenscbrM. «Sette 841 Eindruck und rief lebhaften Beifall hervor. Dem Feste wohnten an: Frau Präsidentin Klinger, Frau Wertheimb, Frau Dr. Güdemann, die Herren Baurath Ritter von Goldschmidt, Vicepräses der israelitischen Cultusgemeinde Dr. Gustav Kohn, Rabbiner Dr. Gelbhaus, die Jnspectoren Professor Kanitz und Dr. Langfelder, Oberlehrer Friedl, Dr. Adler, Dr. Breuer, Dr. Mittler u. v. A. Alles war von den Leistungen der Zöglinge und deren Vorträgen höchst befriedigt. <1. F. Wien. (Ein erhebendes Kinderbetheilungsfest.) Sonntag den 13. December d. I. wurde in Bondi's Restaurant, Zelinkagasse 10, gelegentlich der Bekleidung von 30 Schulkindern ohne Unterschied der Confession ein wahrhaft erfreuliches und erhebendes Fest gefeiert, bei welchem sämmtliche Localitäten überfüllt waren. Im elektrisch beleuchteten Festsaale marschirten die Kinder gegen 3 Uhr Nachmittags auf und wurden von einer Tischgesellschaft, an deren Spitze Herr Bondi steht, empfangen, worauf namens dieser Gesellschaft Herr Leibi ng er zuerst an die Festgäste und dann an die Kinderschaar eine ungemein herzliche und rührende Ansprache hielt, in welcher er die seltene Eintracht der ohne Unterschied des Standes und Glaubens erschienenen Festtheilnehmer hervorhob und allen Spendern, darunter die Firmen Löwenfeld, Rosenzweig & Söhne, H. Stiaßny & Söhne, Moritz Färber & Söhne, Carl Bräuer, S. Doktor, Brüder Enderlin, Gerson Spitzer u. A. m., wärmstens dankte. Die Kinder traten dann ab und erschienen bald vom Fuß bis zum Kopf neugekleidet wieder, um noch andere Gaben, als Wäsche, Braten, Stritzl rc. entgegenzunehmen. Nachdem sie mehrere Gedichte vorgetragen und mit einer vom Cafetier Reisenleithner zur Verfügung gestellten Jause bewirthet worden waren, entfernten sich freudestrahlend — dreißig an diesem Tage glückliche Kinder! Wien. In dem Berichte über die Generalversammlung das „Hilfsvereines für die nothleidende jüdische Bevölkerung in Galizien" ist ein Lapsus vorgekommen. Es wurde Herr Doctor Gustav L a n g st e i n als gewählt angeführt, während Herr Wilhelm Knöpfmacher, Advocat in Wien, gewählt wurde. Wien. Der Besitzer des Cafe Rembrandt, II., Unt. Augartenstraße 11, Herr Neumann, veranstaltete am 1. Chanukatage für 60 Kinder, je 30 aus der Knabenschule Untere Augartenstraße und aus der Mädchenschule Leopoldsgasse, einen wahrhaften Festabend. An einer langen Tafel wurden die armen Kinder mit Chocolade, Kuchen und anderem Gebäck, Obst u. s. w. bewirthet. Das Mahl war nicht nur reichlich, jedes Kind bekam überdies einen großen Papiersack voll Eßwaaren mit nach Hause. Herr Lehrer Rosenfeld brachte den Kindern die Bedeutung des Festes zum Verständniß und dankte im Namen der beiden Lehrkörper und der Schuljugend dem Spender für die opulente Jause. Wien. (Bernart Felsenburg.) Am 14. d. M. ist Bernart Felsenburg aus Nagy-Tapolcsany seinem kurzen und schmerzhaften Leiden im 72. Jahre erlegen. Streng religiös war sein ganzer Lebenslauf, als Jude und Mensch seine Pflicht zu erfüllen, war sein Streben und diese bestand, Gefallene zu erheben, Schwache zu stützen, Wankende aufzurichten, Kranke zu trösten und Hungerige zu sättigen. Es sind wohl Tausende Menschen zu ihm gekommen mit den verschiedensten Anliegen, aber keiner wird ihm verlassen haben, ohne überzeugt zu sein, daß er mit einem grundbraven Menschen verkehrt hat. Still und bescheiden, wenn es sich um seine eigenen Agenden, behutsam und pflichttreu, wenn es fich um die, die ihm seine zahlreichen Ehrenämter auferlegten, handelte. Einen Beweis seiner Beliebtheit bot sein Leichenbegängniß, welches am 16. d. M. unter colossaler Betheiligung aller Kreise stattfand, und der tiefen Trauer seiner 6 Kinder schließt sich jene große Zahl an, denen sein elftes Gebot galt. Mit ihn: ist einer der Besten in's Jenseits gegangen und darum sei ihm in achtungsvoller Pietät dieses Blatt auf's Grab gelebt. Er ruhe sanft! Siegm. Feßler. Bielih.(Israelitischer Handw erkerverein.) In Anwesenheit eines kleinen Publicums fand unlängst im israel. Schulhause die Vertheilung von Kleidern und Beschuhung an die 30 Lehrlinge des israelitischen Handwerkervereines durch Herrn Obmann Rudolf Kestel statt. Vom Cultusvorstande wohnten dem Acte die Herren L. Sachs und S. Rittermann bei: der an dem Erscheinen verhinderte Cültuspräses S. Pollak ließ seine Abwesenheit durch Herrn Dr. Aronsohn entschuldigen. Herr R. Kestel eröffnete die Vertheilung mit einer entsprechenden Anrede an die Schüler, worin auf den Werth einer guten Kleidung für die Beurtheilung des äußeren Menschen, auf die Hebung des Selbstgefühls durch entsprechende Kleidung unter Heranziehung von Citaten aus der Schrift hingewiesen wurde. Einem soeben freigesprochenen Lehrlinge wurden fteundliche Ermahnungen mit auf den weiteren Lebensweg gegeben. Mit Ausdrücken der Trauer gedachte Herr Kestel der in der letzten Zeit mit dem Tode abgegangenen Vorstandsmitglieder Herren Dr. S. Markusfeld, Adolf Schrenk und Leop. Freund und verwies auf die Nothwendigkeit einer Completirung des Vorstandes. Auf seine Aufforderung ehrten die Anwesenden das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Besonderen Dank widmete Herr Kestel dem Cultusvorstande für eine Spende von 50 X, Herrn Theodor Pollak für eine solche von 40 X und einem Ungenannten von 100 K und empfahl den Verein der weiteren Gunst wohlthätiger Heiden. Herr S. Rittermann erörterte den im biblischen Urtexte synonymen Ausdruck für körperliche und geistige Nacktheit (Unkenntniß in religiösen Dingen) und lobte, daß Herr Kestel nicht blos für die Bedeckung der leiblichen Blöße durch Kleider, sondern auch durch Unterweisung in den Grundbegriffen der Religion und Moral für die Bedeckung der geistigen Blöße der jungen Menschen Sorge zu tragen keine Mühe scheut, trotz der Schicksalschläge, die ihm beschieden waren nach dem Schriftworte „Wen der Herr liebt, den züchtigt er". Der Sprecher schloß unter lebhafter Zustimmung der Anwesenden mit dem heimlichen Wunsche, den unersetzlichen Mann noch lange an der Spitze des Vereines zu sehen. Herr Dr. Haas bedauerte die geringe Betheiligung bei dem Acte, welcher dem würdigsten der in Bielitz-Biala bestehenden jüdischen Vereine gelte, der es sich zur Aufgabe stellt, jungen Menschen eine Versorgung, einen Halt im Leben zu geben und ihre Zukunft sicher zu begründen. Das ist ein Charakteristikum, das den Handwerkerverein an die Spitze aller humanitären Vereine für die Jugend stellt. Herr Dr. Aronsohn entschuldigte die Abwesenheit des Herrn Pollak, überbrachte den Ausdruck der Sympathien des Cultusvorstandes, dessen Versicherung, den Verein auch materiell zu unterstützen, und wünschte ihm bestes Wachsen und Gedeihen. Witkowitz (Mähren). Anläßlich des Ehannkafestes fand am Sonntag den 13. d. M. in dem — von dem durch den Realitätenbesitzer Herrn Leopold R n f e i s e n mit seltener Hingebung geleiteten „JsraelitischenTempelverein" — neu adaptirtenDethause um 4 Uhr Nachmittags nn schöner Gottesdienst statt, zu welchem fich sehr viele Männer, Frauen und Kinder eingefunden hatten und welcher einen sehr würdigen Verlauf nahm. Der vom Herrn Obercantor Markus Zempliner gut geschulte Chor besorgte den gesanglichen Theil sehr präcise mit Harmoniumbegleitung und der Vortrag des Herrn Obercantors Zempliner selbst entzückte die zahlreiche Zuhörerschaft. Nach dem Anzünden des Chanukalichtleins bestieg der Religionslehrer und Rabbinatscandidat Herr Dr. Rubin F a e r b e r die Kanzel und hielt eine die Bedeutung des Chanukasestes in sehr treffender Weise beschreibende Festpredigt, die einen tiefen Eindruck auf die andächtigen Zuhörer machte. Mit dem „Olenu"-Gebete endete diese Tempelfeier, um Abends in einem großangelegten Wohlthätigkeitsfeste, unter dem Titel „Chan u k a-F amilien-Soiree", eine gemüthliche Fortsetzung zu finden, welche in den Saallocalitäten des Herrn Mathias Haberfeld in Oberfranzensthal abgehalten wurde. Alle Darbietungen des gewählten Programms warendurchwegs brillantund wurden sehr beifällig ausgenommen. Die Feier wurde mit einem vom Herrn Bernhard Z e l i n k a verfaßten, von Frl. Alice Adler sehr wirkungsvoll gesprochenen Prolog eingeleitet, welcher sehr sympathisch berührte und gefiel namentlich das dazu gehörige lebende Bild: „Der Kinder Engel", dessen schöne und sinnige Gruppirung allgemein überraschte. Die hierauf in flotter Abwechslung folgenden, von Dilettanten recht brav aufgeführten drei Theaterstücke fanden gleichfalls beifällige Aufnahme. Eine Glanznummer des Abends bildete die große Arie „Ja d u w a r st, dermirdasHerzentwendet" ausVerdi's „Maskenball", welche vom Obercantor Herrn Markus Zempliner gesungen wurde und begeisterten Applaus hervorrief. Diesem folgte das Lustspiel „Wir gründen einen Verein", welches von sieben Mädchen und—einem Mann gutzurDar-

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