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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-12-25 · 52 (25.12.1903) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
52 (25.12.1903)
Date
1903-12-25
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 840 Dr. Mocb's iMocvenscbrltt. Nr. 52 mit einem Gottesdienste eingeleitet, bei welchem Herr Obercantor Guttmann die üblichen Gebete in meisterhafter Weise vortrug. Herr k k. Professor Dr. Heinrich Pollak hielt hierauf eine auf das Fest bezügliche sehr sinnige Ansprache, in welcher er die Fürsorge des Cultusvorstandes, des Ehrendamencomitßs und der Verwaltung, den Insassen den Lebensabend so behaglich als möglich zu gestalten, hervorhob. Bei diesem Anlasse gedachte Redner des am 1. Oktober 1003 verstorbenen Vertreters Oberingenieurs Arthur Edlen v. Mises, dessen Name in der Geschichte der Anstalt ewig erhalten bleiben werde. Mit dem Anzünden der Chanukalichter schloß die Feier. Hierauf begaben sich die Gäste in die Parterre-Räume, wo allen Insassen eine Festjause verabreicht wurde. Die Kosten dieser Feier spendete, wie alljährlich, der rtn die Anstalt hochverdiente Obmann Herr Salo Cohn. Außerdem spendeten hiezu: Herr Max Hiller K 50.-, M. Brammer 50 Liter Milch und Obers, Peter Boschan und Söhne 52 Liter Wein. Frau Brunauer 10 Kilogramm Chocolade, G. Singer 5 Kilogramm Chocolade, Jg. Kantor 280 Stück Bäckereien, Jacob Kann 150 Cigarren, Bernhard Kohn leihweis: 1 Harmonium, I. Fischer leihweise 15 Tische. Wien-Mariahilf.j Die alljährliche Kinderbekleidung seitens des israelitischen Frauen-Wohlthätigkeits-Vereines für Mariahilf und Neubau fand diesmal am 16. d. M. im Vereinslocale statt und wurden hiebei 60 arme Schulmädchen mit completer Winterkleidung und Backiverk betheilt. Um das Zartgefühl der betheilten Kinder zu schonen, wurde von einer öffentlichen Vertheilung abgesehen und dieselbe nur bei Anwesenheit der Vorstandsdamen vorgenommen, nachdem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner >Dr. Taglicht eine herzliche Ansprache an die Kinder gehalten hatte. Um das Zustandekommen dieser Becheilung hat sich die Vicepräsidentin des so segensreich wirkenden Vereines große Verdienste erworben. Wien-Mariahilf. Die 30. ordentliche Generalversammlung des israelitischen Tempelvereines für Mariahilf und Neubau findet Dienstag den 29. December, 7 Uhr Abends, im Saale des „Hotel Savoy", VI., Mariahilferstraße 89, statt.: Wien. (Thora-Spende.) Sonntag den 20. d. M. fand im Tempel II., Leopoldsgasse 29, um 4 Uhr Nachmittags die feierliche Einweihung der von Herrn I. W. Rosenthal aus Bombay gespendeten Thorarollc, in Anwesenheit des Gesammtvorstandes und eines sehr distinguirten Publicums statt, welches sowohl von der Festrede Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Maiersohn, als auch von der cantoralen Leistung des Herrn Obercantors M. Scharr außerordentlich befriedigt war. Wien. (Todesfall.)Universitäts-ProfessorDr.L. Königstein hat einen schweren Verlust erlitten. Freitag den 18. d. M. starb in Prag seine Gattin Frau Henriette Königstein. Das Leichenbegängniß fand Dienstag Vormittags unter zahlreicher Betheiliguug der besten Kreise der Residenz auf dem Centralfriedhofe statt. Wien. (Leichenbegängniß.) Am 20. d. M. wurde Herr Josef H. Mittler, Inspektor der Affecuranzgesellschaft „Generali" unter großer Betheiligung seitens der Hochfinanz und Groß-Kaufmannschaft in Wien zu Grabe getragen. Man bemerkte den Schwager des Verblichenen Herrn Cultusvertreter Wilhelm Stiaßny, die Familie Regierungsrath Piesling, Hoflieferanten Josef Quittner, Fabrikanten Moser, Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Alfied Mittler, Fabrikanten S. Heit u. A. In der Ceremonienhalle des Döblinger Friedhofes recitirte Herr Obercantor Kläger unter Chorbegleitung wirkungsvoll die vorgeschriebene Trauerpiece, worauf Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus eine in die Herzen dringende Rede hielt, in welcher er die leuchtenden Eigenschaften des Verewigten schilderte. Die Trauerrede machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Am Grabe sang der Tempelchor des IX Bezirkes einen Psalm für das Seelenheil des Verblichenen. Wien. (Auszeichnungen anläßlich der Vollendung des Hauses der Kaufmannschaft.) Der Kaiser hat dem Präsidenten des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft Leopold Pollak den Adelsstand verliehen. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein jüdische rMädchen „M o r i a".) Sonntag den 27. d. M. wird der Vortrag des Herrn Dr. S. Krenberger, Präsidenten des Landescomites, über das * Thema „Mädchenbildung" mit anschließender Discuffion, stattfinden: Gäste herzlich willkommen. Wien. Einen hebräischen Vortragsabend veranstaltet der jüngst in Wien gegründete hebräische Sprech-Club „Jvria" am Samstag den 26. December, 7 Uhr Abends, im Restaurant des „Hotel Romanie", II., Kleine Sperlgasse, zu dem alle Freunde der hebräischen Sprache höfischst eingeladen werden. Herr Schriftsteller Rubin B r a i n i n aus Berlin wird über das Thema: „Die Hauptströmungen in der hebräischen Literatur" referiren. ,,Zu wohtthätigem Zwecke.«* Wenn die Wintersaison herannaht, beginnt für die bumanitären Vereine aller Arten ein hartes Stück Arbeit. Akademien, Concerte, Bälle rc. müssen veranstaltet werden, um den bezüglichen Zwecken Geldmittel zuzuführen. Damen und Herren der Gesellschaft erhalten von zahllosen Seiten Aufforderungen in die verschiedenen ComitSs, die Künstlerinnen und Künstler müssen einen ansehnlichen Theil des Tages den Empfängen widmen, welche den Bittstellern namens des N. N.- Comitßs uni freundliche Mitwirkung bei diesem oder jenem Wohlthätigkeitsfeste gelten. Wohlthäter und alle Jene, die man dazu machen will, werden nicht nur mit Einladungen, sondern auch mit Karten zu all' diesen Veranstaltungen überschwemmt und — Gott sei dank! — die Bilanz all' dessen ist, daß nicht nur für die Zerstreuung des Publicums, sondern auch wirklich für viele schöne und edle Zwecke auf diese Weise gesorgt wird. Mit einer höchst originellen und interessanten Veranstaltung stellt sich — wie immer — auch in dieser Saison das „Kaiser Franz Josephs-Ferienheim" ein. Der Verein hat während seines zwölfjährigen Bestandes durch die Entsendung von fast 4000 Kindern in Feriencolonien und Heilbäder eine Wirksamkeit entfaltet, welche die Förderung und die thatkräftige Unterstützung aller wahren Menschenfreunde in vollstem Maße verdient. Am 2. Jänner 1904 findet der heurige Ferienheiniabend untE der Devise „Märchen von heute". in den Sophiensälen, statt' und soeben sind die Einladungen für diese Veranstaltung ergangen. Ein Prolog, gesprochen von Fräulein Wallenstein vom Deutschen Volkstheater, leitet den Abend ein. Diesem folgen „Lebende Bilder", darstellend die echten Märchen „Dornröschen", „Schneewittchen" und „Rothkäppchen". arrangirt vom Hofmimiker Godlewski. Und nun kommt der Clou des Abends. Drei Märchenparodien, betitelt: „Dornröschen und der Bruder Sträubt n ge r", „S ch n e e w i t t ch e n das s ü ß e M ä d e l" und „R othkäppchen oder der Rastelbinder" werden von den Damen: Biedermann, Glöckner, Pohl-Meiser, Theren und Türk-Leuthold und von den Herren: Becker, Greisenegger, Hesch, Maran, Marx, Pagin und Russek dargestellt. Der Schriftsteller Alfred Deutsch-German hat den Text, die Componisten Eisler, Lehar und Reinhart haben die Musik für diese im Operetten-Style gehaltenen Sathren auf Ereignisse der letzten Zeit beigestellt. Kapellmeister Bertram Sänger vom Carltheater hat den musikalischen Theil, Oberinspicient Heinrich Fried von der Hofoper die Regie und Hofmimiker Godlewski den choreographischen Theil übernommen. Der Vorstellung folgt ein Ballfest Im großen Saale, während im kleinen Saale eine gemüthliche Unterhaltung mit zahlreichen künstlerischen Darbietungen das nichttanzende Publicum vereinigen wird. Der Kartenverkauf für diesen Abend, der sehr genußreich zu werden verspricht, hat bereits begonnen. Derselbe findet statt: Im Bureau des „Ferienheim" IX., Türkenstraße 17, in der Musikalienhandlung Knepler, I., Habsburgergasse 2 und in der Papierhandlung Deutsch, I., Kärntnerring 2. Es ist zu erwarten, daß Zweck und Art des Gebotenen einen starken Besuch des Abends bewirken werden, was dem „Ferienheim" aus vollem Herzen zu wünschen ist. Wien. (Die Chanukafeier im Königsberg'schen M ä d ch e n - E r z i e h u n g s i n st i t u t e.) Zum 34. Male seit seinem Bestände wurde im Königsberg'schen Mädchen-Erziehungsinstitute die Chanukafeier in solenner Weise begangen. Anfangs auf 12 Zöglinge beschränkt, wuchs deren Zahl durch den Rückfall des Zinsengennsses der verstorbenen Witwe des Stifters auf 20. Seit seinem Bestände sind daselbst mehr als 300 Mädchen ausgebildet und nach ihren Fähigkeiten irgend einem Berufe zugeführt worden, wovon sich noch viele in gesicherter Stellung befinden. Es ist sehr bedauerlich, daß das Curatorium, welches von den besten Jntensionen beseelt ist und die Interessen des Institutes im Sinne des edlen Stifters erfolgreich wahrt, nicht in der angenehmen Lage ist, den vielen Bewerbern um Aufnahme in diese segensreiche Humanitätsstätte gerecht zu werden. Es wäre daher sehr wünschenswert^ wenn sich edle Menschenfreunde fänden, die ein ähnliches Institut gründen oder durch reiche Spenden es ermöglichen würden, die Anzahl der Stiftsplätze zu vermehren. Die genannte Anstalt, welche ihresgleichen sucht, erfreut sich eines gerechtfertigten ausgezeichneten Rufes. Hier erhielten Kinder, vom elften bis achtzehnten Lebensjahre angefangen, durch volle 6 Jahre eine vorzügliche Erziehung, eine gründliche Vorbildung und eine fachmäßige Ausbildung, so daß dieselben ob ihrer tüchtigen Schulung überall gerne in Stellung genommen werden. Nachdem Obercantor Kläger das Chanukagebet vorgetragen hatte, producirten sich die Zöglinge unter dessen Leitung in Vorträgen von einigen wohlgewähtten Liedern. Die Clavierpiöcen der Schülerin Adele Neuberger fanden gerechten Beifall. Am Schluffe dankte der Zögling Camillo Stein im Namen der Mitschwestern dem Curatorium, der Directorin und allen Lehrern für die ihnen zutheil gewordenen Wohlthaten. Der Obmann des Curatoriums, Baurath Ritter von Goldschmidt, hielt eine, von Herzlichkeit fließende, von Geist sprudelnde Ansprache an die Zöglinge, worin er deren Fleiß und vorzügliche sittliche Aufführung lobte, spendete volles Lob und warmen Dank den Damen und Herren vom Curatorium, sowie dem Fräulein Directorin und allen hier wirkenden Lehrkräften. Die improvisirte Rede machte auf die zahlreichen Anwesenden einen tiefen

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