Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 52 (25.12.1903)
- Date
- 1903-12-25
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 52 Dr. Blocb’s Wocbensebrift Seite 839 Intelligenz ein Proceß hervorgerufen, welcher kürzlich in Moskau gegen den Polizeichef von Roßlawlj durchgeführt wurde. In diesem Proceß entrollte sich ein schauerliches Bild der Rechtlosigkeit der Juden in Rußland und der Drangsalirung derselben durch die Polizei. Der Polizeichef von Roßlawlj, Sasypkin, ließ den in Roßlawlj weilenden Juden Gold in bei Nacht nach dem Polizeiamt bringen und mißhandelte ihn dort mit den Fäusten, den Stiefelabsätzen und nachher mit dickem Draht, bis er sein Gehör verlor und halbtodt liegen blieb. Das that er deshalb, weil Goldin ihm nur einen Rubel gab, nicht fünf, wie er verlangt hatte. Die Hilferufe des Unglücklichen lockten zwar Passanten herbei, sie vermochten aber nicht, den Gepeinigten zu retten, weil die Wachleute drohten, jeden niederzusäbeln, welcher ins Amt eindringen wollte. Das Gericht verurtheilte Sasypkin zu einem Monate Arrests; aber der Eindruck, welchen der Proceß gemacht, ist groß. Die „Petersburgskija Wjedomosti" publicirten einen scharfen Artikel gegen die schreckliche Beamtenwillkür wie gegen das unmoralische Vorgehen der Polizei gegen Goldin. Petersburg. (Ein reicher Freund des Antisemiten Kruschewan.) Ueber den frliheren Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes „Bessarabetz" in Kischenew und jetzigen Redacteurs der in Petersburg erscheinenden, ebenfalls antisemitischen „Snamja" bemerkt die „Peterburgskija Wjedomosti" Folgendes: Die untergehende „Snanija" schreckt vor sensationellen Enthüllungen nicht zurück. Es erweist sich, daß sie in der letzten Zeit von dem Gelde existirt hat, das ihr von Ssuworin selbst (unter liebenswürdiger Vermittlung des Herolds der liberalen Wahrheit und Liebe . . . M. O. Menschikow!!) ausgeworfen worden!?! Zu welchem Zweck es geschehen, ist wohl klar. „Große Erkenntlichkeit sei den Ssuworin für jene guten und ermuthigenden Gefühle, die ich dank ihnen durchlebt habe!" — ruft Kruschewan heute aus. Das ist von ihnen im Geheimen gethan worden, seltsamerweise kommt es aber jetzt ans Tageslicht. Ist der Credit vielleicht erschöpft? Herr Ssulvorin ist bekanntlich der Herausgeber der „Nowoje Wrenrja", welche häufig so thut, als ob sie in nahen Beziehungen zur russischen Regierung stehe. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Betty Reif: Von den Kindern, I., Reichsrathsstraße 31, K 100.—; Otto Strakosch, VII., Kaiserstraße 4>, X 25 — : Berhard Strakosch, VII., Kaiserstraße 41, X 25.—; Dr. E. Reif, I., Operngasse 4, X 40.—; Josef Wertheimer, I., Marc Aurelstraße 8. X 20.— . Zusammen K 210.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Heinrich N. N i e r e nstein: Von Herrn W. Rechnitzer, X 10.—. Anläßlich des Ablebens der seligen FrauJosefine B o n v e n i s s i: Von Herrn Dr. Heinrich und Rosa Graf, IX., Berggasse 19, X 25 —. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Betty Krall: Von Herrn Dr. Hugo Lichtenstern, Hof- und Gerichtsadvocat. I, Wipplingerstraße 6, X 10.—; Philipp Kohn, I.. Franz Josefs-Quai 3, X 10.- : Richard und Jda Krall, I., Franz Josefs-Quai 13, X 20; Karoline Lichtenstern, I., Börsegasse 14, X 10.—; I. Feuereisen und Frau in Budapest, X 20.—; Jda Glas, I., Schottenring 17, K 10.—; Herr und Frau Sig. Meider, I., Schottenring 23, X 5.; Alfred Steffy, Cantor, II., Stefaniestraße 2, X 20.—; Ludwig Wiener, Gemeinderath der Stadt Poszony, X 15.-. Zusammen X 120. . Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Rosalia Goldenzweig: Von Herrn Adolf Goldenzweig. II, Rembrandtstraße 1, X 20.—; Fritz Golwig, IX, Schlickgasse 2, X 10.—; Richard Golwig, II., Obere Donaustraße 35, X 10.—. Zusammen X M\—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Rosalia Großmann: Von Eduard und Jacob Großmann, II., Praterstraße 7, X 10.— : I. Z. Polaczek, II., Novaragasse 28. X 20.—; Sigmund Singer in Neuhaus, Böhmen, X10.—; Leopold Skutetzky, Ober-Hollabrunn, X10.—. Zusammen X 50. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Jetty G r u b e r: Von Israel Gruber, I., Lazzenhof 1, X 5.—; Salom. Gruber, XIV., Sechshauserstraße 5, X 5.—; Daniel Ennoch, VII., Neustiftgasse 105, X 5.—; Max Gottfried, I., Hoher Markt 12, X 5.—; Sigmund Selka, X., Keplerplatz 12, X 6.—; Alois Gruber, II., Große Mohrengasie 4, X 2.—; Ignaz Kohn, V., Wimmergasse 10. X 5.—; Dr. Himmel, XV., Mariahilferstraße 41, X 3.—; Alois Gruber, VII.. Kaiserstraße 33, X 3.—; Leopold Kreilisheim, Währingerstraße 10j, X 2.-. Zusammen X 41.—. Wien. Donnerstag den 17. d. M. feierte der Präses des Josefstädter Tempelbauvereines Herr Michael Straßer seinen 80. Geburtstag, aus welchem Anlasse Samstag den 19. d. M. im Tempel, VIII., Neudeggergasse 12, eine Feier stattfand. Zu derselben haben sich u. A. eingefunden: Der Gesammtvorstand des Josefstädter Tempelvereines, an der Spitze der Präses Herr Hermann Beck. Herr Cultusvorsteher Salo Cohn, die Herren k. k. Polizeirath Stuckart, Alfred Straßer, Gustav Straßer. Josef Gerbel, Berstl, die Herren Bethausvorsteher A. Winterberg. Gottlieb Bettelheim und H. Liebermann u v. A. Eingeleitet wurde die Feier durch die Einweihung der von Herrn Cultusvorsteher Salo Cohn, einem warmen Förderer des Tempels, zu Ehren des Jubilars gespendeten Thorarolle. Den gesanglichen Theil der Feier besorgte in ganz vortrefflicher Weise Obercantor Kwartin. unter Assistenz des unter der Leitung des Herrn Cantor Edelmann stehenden Chores Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Bauer, welcher in derselben die hohen Verdienste des Jubilars hervorhob. Bezugnehmend auf die durch Herrn Salo Cohn gespendete Thorarolle beleuchtete Redner auch die segensreiche Thätigkeit dieses Mannes, der sich in wahrhaft munificenter Weise an jedem Wohlthätigkeitsacte betheiligt. Nach der Feier wurde im Sitznugssaale das Bilv dcs Jubilars - eine Spende des Gesammtvorstandes — enthüllt. Wien. (Spende.) Für die arme Frau, die der Verei n Moschab Sekenim in Jerusalem auf seine Kosten von dort hierher schickte, damit sie sich durch den Besuch eines Hebammencurses einen Erwerbszweig schaffe, um ihren völlig erblindeten Mann (einen ehemals gutsituirten Manufacturwaarenhändler) und 7 kleine Kinder ernähren zu können, sind unter „Ergebniß einer Collecte beim Großpapa" X 12.—; unter „Anonym" X 4.—; unter „Malvine und Jlka" X 2.— zugekommen. Wien. (Vortragscqklus aus jüdischer Geschichte und Volkskunde.) Dienstag den 29. December, präcise halb 8 Uhr Abends, im Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, I. Eschenbachgasse 9, Herr Dr. E. David: „Aus dem inneren Leben der deutschen Juden im Mittelalter". Der Eintritt ist frei. Wien. « K l e i d e r s p e n d e.) Herr Commercialrath Ludw. Zwieback, Kärntnerstraße 11, hat für die verwaisten und verlassenen Kinder, externe Schützlinge des israelitischen Waisenvereines, eine namhafte Spende von allen Gattungen der Kinderbekleidung zur Verfügung gestellt und ist damit angesichts des nahenden Winters einem großen Bedürfnisse begegnet. Es sei dem gütigen Spender hiemit der verbindlichste Dank ausgesprochen! 21. Wien Der Theologenverein des Seminars richtet an Herrn Obercantor Don Fuchs folgendes Dankschreiben: Sehr geehrter Herr Obercantor! Der begeisterte Beifall und der Enthusiasmus des Publicums, der die Folge Ihrer herrlichen Vorträge war, enthebt uns, Sie zu versichern, welch' genußreichen Abend Sie uns verschafften Wir fühlen uns umso mehr gedrängt. Ihnen auf's Wärmste zu danken für Ihre Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit, mit der Sie sich uns in letzter Stunde zur Verfügung gestellt haben. Wir danken Ihnen aber auch für den großen Genuß, den Sie uns boten und wodurch Sie unseren Abend verschönerten. Seien Sie also unserer größten Dankbarkeit versichert. Nicht nur in unserem Namen, sondern im Namen des ganzen Publicums, das den Saal füllte, sprechen wir Ihnen den wärmsten Dank aus Mögen Sie auch unser gedenken, die wir Sie und Ihre herrliche Kunst nicht vergessen werden. Mit den besten Empfehlungen Für den Theologenverein: Gustav Sicher, V. Kurrein, Arnold Frankfurter. Wie». Am 19. December 1903 (Sabbath-Chanuka) Abends wurde, wie alljährlich, in der Versorgungsanstalt der israelitischen Cultusgemeinde Wien eine Chanukafeier abgehalten. Das Anstaltsgebäude war aus diesem Anlasse in allen Räumen festlich beleuchtet und fanden die Einrichtungen dieser Musteranstalt den ungetheilten Beifall der erschienenen Gäste. Als Gäste waren erschienen: die Vicepräsidenten der israelitischen Cultusgemeinde Dr. Alfred Stern und Dr. G >stav Kohn, die Cultusvorsteher Baurath Theodor Ritter von Goldschmidt, k. k. Ober-Finanzrath Dr. Benjamin Rappaport und Salo Cohn. Secretär Dr. Emil Adler. Rabbiner Dr David, Primarius Dr. Josef M. Löbl, Max Hiller. Benno Rothziegel, Adolf Stiaßny, Jacob Kann. Vorstandsmitglieder des Bethauses »Leib-Israel«; die Ehrendamen: Präsidentin Jda Diamant, Marie Telekh, Jda Güdemann. Fanny David, Martha Stiaßny, Jda Eisenschitz, Hermine Kolisch, Therese Geisenheimer, Hermine Kadisch, Vorstandsdamen des Vereines „Providentia" Frau Dr. Kornfeld, Pauline Stransky, Vorstandsdamen des Hausarmenvereines; Charlotte Samuely.Elly Weiner, Therese Fränkel. Frau Taster, Rosa Beer. Frl. Dr. Pollak, Verwalter Koditschek, Dr. Julius Frisch, Anstaltsbeamter Brösler u. v. A. Die Feier wurde