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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-11-13 · 46 (13.11.1903) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
46 (13.11.1903)
Date
1903-11-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 46 Dr. Wlocb's TWlocbenscbrtft Seite 735 der eifrigsten Vorstandsmitglieder der Tempelgemeinde am Bollert, wo segensbringende Schöpfungen unter seiner Initiative entstanden. Die Leiche wurde vom Trauerhause bis zum Bethaus am Volkert getragen, wobei das Chorpersonal unter Leitung des Obercantors Abrahamowitz Psalmen sang. Die massenhafte Betheiligung am Leichenbegängnisse bewies, welcher Popularität sich der Verstorbene erfreute. An der Bahre hielt Herr Rabbiner Dr. Daniel Fink einen ergreifenden Nachruf. Der Obmann des Bethausvereines am Volkert, Herr Adolf Schrämet, beklagte mit tiefgefühlten Worten den Verlust, welchen der Bethausverein erlitten und daß der Verein für den Verblichenen einen Ersatz gesucht, aber nicht gesunden, denn seine Aufopferungsowohl in peeuniärer als in physischer Hinsicht sei beispiellos gewesen. Am offenen Grabe sang noch Herr Obercantor M. Seiffert aus Baden ein LI in ul 6 Rachamin, womit die Trauerseierlichkeit geschlossen war. Wien. (Cäcilie Adler.) Sonntag Nachmittags fand im Musiksaal des Blindeninstituts auf der Hohen Warte die Enthüllung eines vom akademischen Maler Ad. A l b e r t i hergestellten Bildnisses der vor vier Monaten verstorbenen Curatvrin desselben, Frau Cäcilie Adler, statt. Das Bild zeichnet sich durch das warme, schöne Colorit und durch sprechende Ähnlichkeit aus. Die Feier, der eine große Anzahl von persönlichen Freunden und Freundinnen der verdienstreichen Wohlthäterin der Blinden und das gesammte Curatorium des Instituts beiwohnten, nahm einen sehr würdigen und stimmungsvollen Verlauf. Die cantorale Function versah in Vertretung des verhinderten Herrn Obercantors Singer Herr Obercantor Bela Guttmann in überaus würdiger und stimmungsvoller Weise. Nach dem einleitenden Gebet sang der wohlgeschulte Chor von blinden Mädchen und Knaben mehrere Choräle, und der derzeitige Obmann des Curatoriums, Herr Kuffner, hielt eine wanne Ansprache an die Anwesenden, in der er Frau Adler als die „unvergeßliche Mutter" der-blinden.Pfleglinge dm.Hohen Warte feierte, und die Versicherung abgab, daß das Curatorium in ihrem Geiste für die Blinden weiter zu sorgen bemüht bleiben werde. Wien. (Bekleidungsfeier.) Sonntag den 15. d. M., halb 6 Uhr Abends, findet im Saale der Börse für landwirthschaftliche Producte, II., Taborstraße 10, die Bekleidungsfeier des „Vereines zur Bekleidung armer alter Männer israelitischer Confession" statt. Es werden 60 arme Greise mit vollständigen neuen Winterkleidern betheilt. Gäste sind willkommen. Wien. (Vortrag.) Der literarische Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „Moria" veranstaltet Samstag den 14. d. M., halb 8 Uhr Abends, im Congreßsaale IX., Türkenstraße 9, eine Versammlung sämmtlicher zionistischer Mädchen- und Franenvereine. Referentin: Frau Rosa Feigenbaum, die über den VI. Congreß und die daraus resultirende Ausgabe der jüdischen Frau sprechen wird. Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten.) Der enorme Andrang von Knaben, welche sich aus allen Ländern der österr.-ungar. Monarchie um Ausnahme an den Verein wenden, und die bedeutenden Auslagen, welche die Bekleidung und Versorgung des dermaligen Standes von über 800 Zöglingen erfordern, haben den Vorstand des genannten Vereines zu dem Beschlüsse genöthigt, die Ausnahme von Knaben während der Monate December und Jänner zu sistiren. Wien. (Ü o li ft i t lt i r u « fl des Vereines „M a e sike hadat h“.) Die dem überlieferten Judenthume anhängenden k reise aus polnischen Landen, welche am hiesigen Platze auf viele Tausende zu beziffern sind, haben es längst als einen bedauerlichenMangelempfundcn. Otter einheitlichen Organisation zu entbehren, die berufen wäre, ihre religiösen Interessen zu vertreten und die Einrichtungen zu schaffen, die für ihren Fortbestand unerläßlich sind. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, tritt über Anregung weitester Kreise eine Anzahl für das Judenthum begeisterter Männer zusammen, um unter dem Namen „Llaedailro hadath“ einen hierauf bezüglichen Verein ins Leben zu rufen. Derselbe stellt sich zur Aufgabe: die Erweckung und Förderung jüdischen Lebens, die Pflege jüdischer Lehre, die Kräftigung jüdischen Bewußtseins und Stärkung des Gefühles jüdischer Zusammengehörigkeit im Sinne des überlieferten Rcligionsgesetzes. Zu diesem Behufe beabsichtigt der Verein unter, anderen mehr Humanitären Bestrebungen eine Lehrstätte zur Pflege des jüdischen Wissens zu gründen, welche gleichzeitig ortsfremden, würdigen Personen einen geistigen Semmelpunlt bieten iol! Am Sonntag den 25. October 1903, Nachmittags 4 Uhr, hielt der gedachte Verein eine constituirende Versammlung im Restaurant Schwetzer, II., Leopoldsgasse 49 ab Es wurden folgende Herren gewählt : S. Meisels, Obmann, Dr. Daniel Fink, Obmannstellvertreter und Schriftführer, Sporer, Cassier, Josias Goldschmied, Cassierstell-' Vertreter, I. M. Belf und A. Kahane, Controlore, Osias März. Schriftführerstellvertreter; ferner in den Vorstand die Herren: Jacob März, Marcus Kronfeld, Meier Kriß, I. Mosberg, S. Komet, Kläger, I. Gänger und S. Frommer. Anmeldungen für den Beitritt nimmt der Obmann Herr S. Meiseis, HI.. Radetzkystraße 3, II, entgegen. Jährlicher Beitrag beträgt sechs Kronen. Wien. (S t e r b e f a l l.) Am 27. October l. I. starb hier im 41. Lebensjahre der städtische Lehrer Sigmund Kodier. Der Verblichene, un dessen frühen Heimgang eine Witwe und 4 unmi'mdife Kinder trauern, wirkte durch 23 Jahre als Jugendbildner in ersprießlicher Weise und erfreute sich allseits ob seiner vornehmen Gesinnung und seines reinen Charakters großer Beliebtheit. An dem Leichenbegängnisse betheiligten sich die Lehrer der städtischen Volksschule II. , Obere Augartenstraße 68, der Lehrerverein im II. Bezirke und zahlreiche Freunde und Bekannte des Verewigten. Nachdem der Cant or Herr Blatt in ergreifender Werse den Trauerpsalm vorgetragen hatte, hielt Rabbiner Dr. Schmied! in gewohnt geistreicher Weise eine warme Leichenrede Die Herren Lehrer Josef Weiß, Direktor Padirsky und Oberlehrer Friedl, dessen Schwager er gewesen ist, widmeten dein Verewigten tief empfundene Nachrufe. Wien. (2 p e n d e.) Für die arme Frau, die der Verein Moschab Sekenim in Jerusalem aus seine Kosten von dort hieher schickte, damit sie sich durch den Besuch eines Hebammeneurses einen Erwerbszweig schaffe, um ihren völlig erblindeten Mann (eilten ehemals gutsituirten Mannsactnrwarenhändler) und 7 kleine Kinder ernähren zu können, wirksam zu unterstützen, sind uns anonym aus Neudek K. 3.— zugekommen. .Holleschau. (D i e A b r a h a m H e r z's ch e B e t h am 1 d rü 3 e d - S t i f t u n g i n H o l l e s ch a u.) Vor circa 100 Jahren gründete hier der weit über die Grenzen Mährens berühmt geivesene mährische Roach medina Herr Abraham Herz, genannt Rabbi Herz .Holleschau s. A. ein Bet-damidraaed, eine wahre Stätte zur Pflege der Thora in Holleschau, welches noch heute in seiner ursprünglichen Gestaltung und Einrichtung besteht. Das Bet-hamidraach ist complet a(-5 Lebr- und Bethaus eingerichtet, besitzt eine reichhaltige jüdische Bibliothek, fünf Stück Thorarollen mit kostbaren Llskodoaed und koranedoa, darunter eines, eine Sehenswürdigkeit alter Goldstickereikunst, welches einen namhaften Geldwerth (14.000 Kr.) repräsentirt, und ist überdies mck einem Kapitale von 25.000 fl. ö. 26. fundirt. Von den Zinsen des Capitales werden drei Gelehrte erhalten, die die Verpflichtung haben, in dem Lat damidi aaed dem Studium der heiligen Thora zu obliegen. Viele hervorragende Männer, sowie Rabbi Salomo Haas, Verfasser des Xerem 8ed1onw, später Rabbiner in Straßnitz u. v. A. haben in diesem Bet-damidraaed segensreich gewirkt. Seit dem Bestände des Bet-hamidraach wird daselbst alltäglich ein Vortrag im Talmud von den Mitgliedern der seit niehr als t50 Jahren bestehenden Schaß- Chewra abgehalten. Unser hochverehrter Cnltusvorsteher Herr Earl Beer, zugleich Vorsteher dieser Chewra, wird trotz seiner vielseitigen Beschäftigung — er ist Chef der großen Kleiderfabriksfirma L. Beer's Witwe und Söhne — nur selten einen Vortrag verabsäumen. Diese Stiftung wird von den Nachkommen des Gründers, dermalen von den Herren Bernhard Ehrlich, Adolf Skrainka und Jacob König in musterhafter Weise verwaltet. Anläßlich des Jahrzeittages des Stifters hielt der Stiftsrabbiner Herr Salomon Hirsch eine ergreifende Gedenkrede, die auf alle Zuhörer einen nachhaltigen Eindruck ausübte. Der Redner schilderte in trefflichen Worten die unvergänglichen Verdienste, die sich Rabbi Abraham Herz um das Judenthum, insbesondere aber um unsere altehrwiirdige Gemeinde erworben und schloß mit den Worten, wie einst dem Patriarchen Abraham zugesichert wurde: „Fürchte nicht, Abraham, dein Lohn ist sehr größt" Die gediegene Rede fand allgemeinen Beifall. Bei der am 1. November 1903 stattgehabten Cultusvorstandswahl wurden folgende Herren wiedergewählt: Carl Beer, Cnltusvorsteher, Abraham Grätzer, I. Cultusrath, Leopold Lustig, ll. Cultusrarh. Marcus Meisel, Tempelvorsteher, Philipp Weinberger, Talmud-Thoravorsteher. Eisenstadt (Ungarn). Unsere Gemeinde und an ihrer Spitze unser verehrter Oberrabbiner Kutna haben einen unersetzlichen Verlust erlitten. Vorige Woche verschied nämlich die ob ihrer Herzensgüre, ihres Seelenadels und ihrer Selbstlosigkeit in den weitesten Kreisen hochgeachtete Rabbinerin Frau Katharina Kutna s. A. Satoratja-Njhely. Der hierortige Schulstuhl versendet einen Aufruf zur Gründung einer Schülerstistung aus den Namen ihres jubilirenden Lehrers Israel Singer. Derselbe wirkte 2lnfangS an der Hauptschule in Szegedin, nachher als Religionsprofessor an der k.?. Mufterhauptschule und in* den letzten 35 Jahren als Lehrer an der Käftenbaumffchen Volksschule und als Religionsprofessor des Obergynmafiums in

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