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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-11-13 · 46 (13.11.1903) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
46 (13.11.1903)
Date
1903-11-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 734 Nr. 46 Dr. Bloch's Wochenfchrifk 13, 14, Sonntag den 15. November d. I., 10 Uhr Vormittags, in Diamant's Restaurations-Saal, V., Margarethenplatz 7, statt. Im Falle die für 10 Uhr Vormittags einberufene Generalversammlung nicht beschlußfähig sein sollte, wird um halb 11 Uhr Vormtttags an demselben Tage und an demselben Orte im Sinne des § 13 der Statuten eine neuerliche Generalversammlung mit der gleichen Tagesordnung abgehalten. Wien-Ottakrmg. Sonntag den 8. d. M. veranstaltete im Gemeindetempel des XVI. Bezirkes, Hubergasse 8, der Verein „Chcwra-Kadischa" für den Präsidenten weiland Herrn Med.-Dr. Anton Löwy eine solenne Trauerfeier. Unter den Anwesenden erblickte man außer den Mitgliedern der trauernden Familie Dr. Löwy's die Cultusvorsteher Herren: Prof. Doctor Salom. Ehrmann, Emanuel Hoffmann, Sigmund Kauders, Sal. Rosner; die Bethausvorsteher Herren: kais. Rath Wilhelm und Wasservogel, ferner die Herren Jur.-Dr. Leopold Kohn, Schramek, Hoffmann und May. Als Delegirter der Chewra-Kadischa: Herrn Leopold Landeis mtt seiner Gemahlin, Präsidentin des Ausspeisungsvereines der Bezirke XII—XV, Sigmund Weiler, Leopold Trebitsch, Jur.-Dr. Alfons Cohn, Frau Saly Bach, Präsidenttn des Frauen-Wohlthättgketts-Vereines des XVI. und X VII. Bezirkes mtt den Vorstandsdamen, Herrn Heinrich Kornmehl, Herm Samuel Fischer; Vertreter sämmtlicher Bezirkscommiffionen und Bethausvorstände; ferner die Ehrwürden Herren Rabbiner Dr. Bauer (XII. Bez.) und Dr. Mandl (X. Bez.), Herrn Religionsprofessor Dr. Moritz Kanitz. Nach Beendigung des Minchagebetes wurde durch den Ersten Cantor Herrn Don Fuchs der von weil. Prof. Sal. Sulzer componirte Psalm 49 mit verstärktem Chore exact und stimmungsvoll zur Aufführung gebracht. In höchst erhebender Weise wurde für den Verewigten das Seelenlicht von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Bach angezündet, worauf derselbe die schwarzdecorirte Kanzel bestteg und eine wahrhaft formvollendete Trauerrede hielt, in der Se. Ehrwürden die eminenten Vorzüge des Verblichenen in einzelnen Details glänzend hervorhob. ^icn (Volksküchenverein nach israelitischem Ritus im II. Bezirk, Krummbaumgasse 8.) Schon lange war der Verein von der sehr wichtigen und dringenden Nochwendigkeit der Errichtung einer Volksküche im XX. Bezirke (Brigittenau) durchdrungen, konnte aber dieses Project beim besten Willen nicht aussühren, weil ihm die nöthigen Mittel hiezu fehlten. Durch eine namhafte, hochherzige Spende der vor Einiger Zeit verewigten Frau Rosa Hildesheimer, geb. Brodsky wurde es dem Vereine möglich gemacht, eine den Bedürfnissen des genannten Bezirkes entsprechende jüdische Volksküche zu erbauen, welche für die vielen nach Tausenden zählenden armen Juden dieses Bezirkes eine große Wohlthat und ein Segen sein wird. Die neuerbaute Volksküche wird am 24. November ihrer heiligen Bestimmung zugeführt und an dem genannten Tage feierlich eröffnet werden. Der Vorstand des Volksküchenvereines wendet sich hiemit an den stets bewährten jüdischen Wohlthätigkettssinn edler Menschenfreunde, diesem Vereine als Mitglieder beizutreten, ihn mtt Spenden zu unterstützen und sein Emporblühen nach Kräften zu fördern. Nachdem die Gründung einer solchen Küche für den eingangs genannten Bezirk eine unabweisliche Nothwendigkeit war und deren Erhattung nicht geringe Geldmittel fordert, glauben wir bestimmt hoffen zu können, daß unser Appell, den wir hiemit wärmstens an alle unsere Glaubensbrüder richten, nicht wirkungslos verhallen, sondern von dem gewünschten Erfolge begleitet sein wird. Der Vorstand des Volksküchenvereines nach israelitischem Ritus. Wien. (Waisen-Angelegenheiten.) Es mehren sich die Fälle, daß für jüdische Kinder Pflegeparteien gesucht werden müssen. Um diesem Bedürfnisse begegnen zu können, wäre die Anmeldung oder Empfehlung von v e r l ä ßlichen Familien an den Unterzeichneten erwünscht, von Familien, die für diese chre Aufgabe Sinn und Eignung haben. Nicht minder nöthig wäre die f r c i w i l l i g e C o n s c r i pt i o n von B o r m ü n d e r n für die verwaisten Kinder. Die armen jüdischen Witwen sind in peinlicher Verlegenheit, sollen sie zu Gerichtshanden einen Vormund angeben, und müssen sich bestenfalls mit einem vom Gerichte, beziehungsweise vom Zufall bestimmten, oft ungeeigneten, mitunter voreingenommenen oder verdrossenen Organe bescheiden, das . seiner Mission gänzlich fremd bleibt. „Anwalt der Witwen, Vater der Waisen" sind Tttel, mtt denen Gott sich schmückt. I. Mautner, I., Seitenstettengasse 4. Wien. („Verein der Kind er freunde für den XVI. und XVII. B e z i r k.") Dank der reichlichen Förderung, welche diesem auf dem Gebiete der Humanität über zwanüg Jahre wirkenden Vereine aus allen Kreisen der Bevölkerung zu Theil wird, ist es auch Heuer möglich, bei der am 19. d. M. in Hernals, Gschwandner's Saallocalitäten, stattfindenden Bekleidung nahezu 160 arme jüdische Schulkinder mit Winterkleidern zu betheilen. An diese Bekleidung schließt sich ein Vortragsabend an, für den es gelungen ist, erste künstlerische Kräfte zu acquiriren, so daß mit Zuversicht auf ein namhaftes Reimrträgniß gerechnet werden kann. Wer die socialen Verhältnisse kennt, wer gehört, um wie viel härter die Gegensätze der heutigen gesellschaftlichen Strömung in den westlichen Bezirken. aneinanderprallen und wodurch die Noth unter unseren Glaubensbrüdern eine umso größere ist, der wird mithelfen, daa it die kleinen, noch unschuldigen Kinder von den rauhen Unbilden des Winters wenigstens bewahrt bleiben, er wird sein Scherflein beitragen, um den Fonds des „Vereines der Kinderfreunde für den XVI. und XVII. Bezirk" zu stärken. - Karten sind zu haben bei dem Obmanne des Vereines Sigm. Weiler, XVlI., Hauptst r a ß e 72. Wien. Am 10. November fand das Leichenbegängniß des wackeren Glaubensgenossen Josef Czerwenka, VIII., Alserstraße 55, statt, welcher als Mitglied vieler großer Vereine bekannt war und sich der jüdischen Sache stets mit warmen Herzen angenommen hatte. Zahlreiche Freunde betheiligten sich an dem Leichenbegängnisse und Herr Gottlieb D r a b widmete ihm am offenen Grabe einen warmen Nachruf. Wie». (M ä d ch e n - U n t e r st ü tz u n g s - V e r e i n.) An der von diesem humanitären Verein unterhaltenen Fachschule für Weißnahen, Schnittzeichnen, Wäschezuschneiden, Hand- und Maschinnähen sind noch einige Plätze zu vergeben. Der Unterricht-wird-unentgeltlich ertheilt. Zur Aufnahme zulässig sind mittellose israelitische Mädchen, welche der Schulpflicht entsprochen haben. Anmeldungen in der Schulkanzlei, II., Kaiser Josefstraße 32. Wien. (S u l t a n f e i e r.) Freitag den 6. d. M., Halb 12 Uhr Mittag, fand im türkischen Tempel aus Anlaß des Geburtstages Sr. Majestät des Sultans Abdul Hamid ein feierlicher Gottesdienst statt. Zu dieser Feier erschienen: der kais. ottomanische Botschafter Mahmud Neddim Bey, der erste Botschaftssecretär Assim Bey, die Herren der Mission Salih Bey, Cukry Bey, der General Chukri Pascha, Militär-Attache, der General Consul Ladislaus von Dirstai, der türkische Handels- Attache Lyonel Bondi Bey, der Vorstand der griechischen Gemeinde G. A. Koimziolu und Georg Chilaiditi, in Vertretung der isr. Cultusgemcinde Herr Baurath Theodor v. Göldschmidt und kais. Rath Herr Dr. Lieben, der Polizeibezirksleiter der Leopoldstadt Herr Polizeirath v. Ken de, der Bezirksvorsteher Herr Georg Niebauer, die Herren Rabbiner Dr. David und Dr. Feuchtwang und viele andere Persönlichkeiten. Nachdem der Botschafter sammt Begleitung von dem Präsidenten der türkischen Gemeinde Herrn Marcus Russo und dessen Stellvertreter Herrn Licco Adutt empfangen und auf seinen Ehrenplatz geleitet wurde, begann die Festfeier mit dem Na towu. Sodann hielt Rabbiner M. Pap o die Festrede, worauf der Festpsalm zur Aufführung gelangte. Nach dem Kaisergebet wurde die türkische Hymne gesungen. Die gesangliche Function versah in wirkungsvoller Weise Herr Obercantor Bauer. Der Chor stand unter der trefflichen Leitung des Chordirigenten Herm Isidor Löwit, die Harfenbegleitung führten Herr Professor Fr. Moser und Frau in künstlerisch vollendeter Weise aus. Der herrliche Tempel präsentirte sich als Schmuckkästchen. Der Botschafter sprach dem Vorstande und den Functionären seine besondere Anerkennung für die prachtvolle Feier aus. a&k«. Am 31. Oktober b: I. verstarb Herr Max Krauß, Privatier, nach kurzem Leiden im 66. Lebensjahre, tiefbetrauert von seinen Kindern. Der Verstorbene war ein Mensch von seltenem Charakter und Herzensgüte und viele Jahre hindurch eines

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