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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-11-13 · 46 (13.11.1903) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
46 (13.11.1903)
Date
1903-11-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 46 Dr. Llocb's Mocdenscdrrrr. Seue 733 --erfreuen. Am 29. October stattete Herr Wolf dem Staatsdepartement einen Besuch ab und hatte eine Besprechung mit Secretär Hay. Es wurde verabredet, daß am 31. October die Mschenew-Petition überreicht werden soll, welche fertiggestellt und gebunden ist und den Acten des Staatsdepartements einverleibt werden soll. Die Petition ist von 50.000 Israeliten unterzeichnet. Die Eisenbahn am See Genezareth. Das Pfeifen der Äocomotive wird man, wie dem „American“ aus Jerusalem geschrieben wird, jetzt bald zum ersten Mal in Nazareth und anderen galiläischen Städten hören. Von Haifa, einem kleinen Küstcnort unterhalb des Berges Karmel, wird eine Eisenbahn nach dem See ^Genezareth gebaut. Diese Eisenbahn soll das Mittelländische Meer mit der schon bestehenden Eisenbahn verbinden, die nördlich vom Lee Genezareth nach Damascns und Mekka geht. Nominell sind l>iese Eisenbahnen von dem Sultan der Türken gebaut worden; in Wirklichkeit aber sind sie deutsch. Alle Ingenieure und Angestellten der leitenden Stellungen sind Deutsche. In Palästina. Syrien und den angrenzenden Besitzungen des Sultans leben Deutsche zu Hundertlausenden und der Handel liegt thalsächlich in ihren Händen. Die neue Eisenbahn wird quer durch die Provinz Galiläa in Nordpalästina gehen und die aus dem Neuen Testament bekannten Orte Äapernaum, Kana, Berg Tabor, Saron, Bethscida und Magdala berühren. Die Eis nbahn war bis jetzt wegen der Rauhheit und Armuth Galiläas nicht gebaut worden, aber die Deutschen erwarten, daß die neue Linie sehr werthvoll für sie sein wird, da sie in das große Gebiet jenseits des Jordanflusses dringt. Dadurch können itre Waaren auf kurzem Wege vom oder zum Mittelmeer gebracht werden. Zu den wichtigsten Industrien dieser Gegend gehört die Fabrication von weißer Oelseife. Die kleine Stadt Haifa am Mittelmeer kann zu einem schöneir Hafen ausgebaut werden und in Kurzem werden sich auf dem Berg Karmel große Waarenhäuser erheben. Die gerade Entfernung vom Mittelmeer zum See Genezareth b trägt nur 35 englische Meilen. Dann wird die Eisenbahn den See entlang gehen, weil dadurch das Gebirge vermieden wird; die Schifffahrt auf dem See, die jetzt noch in ganz primitiven Booten betrieben Ivird, soll dann durch Dampfer betrieben werden, was die Bedeutung der Eisenbahn auch erhöht. Die Hauptstation wird Nazareth sein, eine blühende Stadt von 10 000 Einwohnern, die der Mehrzahl nach -Christen sind. Dre wichtigste Station am See von Genezareth wird Kapernaum. das heute unter dem Namen Tel Hum nur eüi Trümmerhaufen rst, aber trotzdem wegen seiner Lage gewählt wird In der Mähe liegen mehrere Dörfer. Die Vollendung dieser Eisenbahn wird nicht nur dazu beitragen, diese Besitzungen des Sultans zu civilifiren, sondern den Reisenden auch in den Stand setzen, eine bis dahin ffchwer zugängliche Gegend, die ein großes religiöses Interesse hat, zu besuchen. In Zukunft wird es für Leute, die einen Winter am Mittelmeer verbringen, leicht und bequem sein, einen Ausflug nach Nazareth und dem See Genezareth zu machen. Ern Judenstaat auf Madagaskar? Neben Rußland, wo sich Stimmen erhoben haben, den Juden eine autonome Heimstätte auf russischem Machtgebiet anzubieten, erscheinen nunmehr auch Franzosen auf dem Plane, um darauf .hinzuweisen, daß Frankreich eigentlich in dieser Sache die Initiative ergreifen müßte. So äußert sich in dem O^gan Georg Tlemenceau's „L'Anrore* der bekannte Journalist und Politiker Maurice Le Blond folgendermaßen: „Es ist wahr, daß die Restauration Palästinas uns etwas mystisch erscheint, aber andererseits ist die Lage der Juden in Rußland unerträglich geworden. Wir dürfen uns nicht mehr mit platonischen Protesten begnügen, es muß eine Lösung herbeigesührt werden. Die englische Regierung erklärt sich bereit, ein ostafrikanisches Gebiet den Juden zur Verfügung zu stellen. Wären wir noch die erste Nation der Welt, so wäre es an Frankreich, der ,vroits äe l'tiomws" (Ges. z. Wahrung der Menschenrechte), diese Initiative zu ergreifen. In unseren Cvlonien, zum Beispiel in Madagaskar, müßten wir die Opfer der russischen „Toleranz" beherbergen." Vermischtes. Kranzablösnngsspeudenzu Gunsten derEhewra-Kadischain Wnn 1.» Seitenstettengasse 4 fnr arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Jaques Goldberger de Buda: von Herrn Sandor Göti, I., Wipplingerstraße 38, X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Samuel K o l l i n e r: von Herrn Adolf Stern in London K 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Dr. Albrecht B a r s i s: 7von Herrn Professor Ehrmann, IX., Kolingaffe 9, K 10.—; Doctor Sam. Sachs, I., Gonzagagaffe 12, K 10.—; Dr. Leopold Koh», 1., Gonzagagasse 12, K 10.- . Zusammen X 30.— . Anläßlich des Ablebens der sel. Tran Ernestine Weiß: von Herrn Wilhelm Stern, IX., Porzellangaffe 27, X 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Max Kraus: von Herrn Josef Schiller, II., Kleine Stadtgutgasse II, K 1. -; Julius Weig, II., Kleine Stadtgutgasse 11, K 1.— . Zusammen K 2—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Sofie Braun: von Berthold und Alice Weiß, II., Stefaniestraße 20, X 20.—; Michael Back und Frau, II, Kaiser Josefstraße 4. X 20 —; Kleebinder und Deixner, II., Handelsquai 92, X 20.—. Zusammen X «>0.— Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Leopold Hilfreich: von Julius Hilfreich, II., Novaragasse 37, X 2.-; Otto Hilfreich, 11., Castellezgasse 12. X 2.-; Samuel Hilfreich, Ik., Große Sperlgasse 34, X 2 —; Sigmund Hilfreich, II., Aloisgasse 2, X 4. -; Herman Mandl, II., Novaragasse 23, X 2.—; Eduard Ellm.nm, VII., Kandlgasse 16, X 2. -; D. Ellmann, XVII., Hauptstraße 132, X 2,; Adolf Ellmann, XVII., Hauptstraße 132, X 2. -; S. Finkel» stein, XX., Wasnergaffe 23, X 2.- : D. Bettelheim in Bergstadt (Mähren) X 2.—; I. Bettelheim, III., Custozzagasse 12, X 2.-; Adolf Fürst. II., Castellezgasse 20, X 4.—. Zusammen X 28.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Anna Bauer: von Obercantor Jacob Bauer, II., Novaragasse 27, X 4.—; Frau Rabbiner Dr. Kahan in Znaim, X 2.-; Victor Kaufmann in Budapest, X 2.—; I. Kaufmann. II., Mathildenvlatz 3, X 2.—; Adolf Bauer, III., Hauptstraße 109, X 5.-; Sigmund Lazarus, II., Große Sperlgasse 37 a, X 2.—; Sal. Bauer, II., Glockengüsse 2; X 10.—; Bernhard Herzog. XIII., Winckelmonngasse, K4.-; Julius Wolf und Familie, IX., Schwarzspanierstraße ll, X 10.—; Lazar Roth. XX., Karajangasse 23, X , zusammen X 42.-. Wien. (Jüdische Fortbildungscurfe des Talmud-Thora-Vereines für die Bezirke XU—XV.) Seit dem 25. October d. I. werden von dem Unterzeichneten jeden Sonntag von 9 bis halb 11 Uhr in unserem Unterrichtsraum, Turnergasse 22, neben dem Tempelgebäude unentgeltlich Fortbildungscurse in jüdischer Geschichte und Literatur abgehalten, wovon wir allen Gönnern und Freunden unseres Vereines, sowie allen jenen, welche an diesem Curs theilzunehmen beabsichtigen, hiermit die Mittheilung machen. Gleichzeitig bitten wir um Zuwendung von Büchern für unsere Vereinsbibliothek. Sowohl wissenschaftliche Werke als auch Erzählungsliteratur und abgeschlossene Jahrgänge jüdischer Zeitschriften werden mit Dank entgegengenommen. Die Leitung des Talmud- Thora-Vereines sür die Bezirke Xll7 XIII, XIV und XV. Der Obmann: Dr. M. Grunwald. Wien. (Vortrag.) Sonntag den 15. November d. I., 10 Uhr Vormittags, findet im Sitzungssaale, X V., Turnergasse 22, ein Vortrag des Herrn Directors Alexander Hecht über das Elberfelder System in der Armenpflege mit anschließender Discussion statt. Wien. (Verein; u r H e b u n g d e r G e w e r b e.) Im Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines fand die I. P l e n a r- Versa m m l n n g des Vereines in dieser Saison statt. Lange vor Eröffnung war kein Plätzchen leer, Kopf an Kopf standen die Zuhörer und folgten dem Voi trage mit größter Aufmerksamkeit. Vertreter der verschiedenen Körperschaften, wie der C o l o n i a l g e s e l l s ch a f t, k a u f m ä n n i s ch e r Vereine, Obmänner mehrerer Tempel- Vereine, Vertreterinnen vieler Franen-Wohlthätigkeitsvereine, Professoren und Staatsbeamte, Industrielle und Gewerbetreibende fanden sich hier im gemüthlichen Kreise zusammen. Präsident B r o d eröffnete die Versammlung und stellte die Vortragende. Ihre Excellenz Freifrau von Morawetz-Dierkes vor, welche einen Vortrag über „Korsika, die Seele des Mittel meeres" hielt. Vorerst jedoch berichtete der Präsident über die Thätigkeit des Vereines während der Sommermonate Auch machte er Mittheilung von dein zahlreichen Beitritt neuer Mitglieder und der Schaffung einer Scction im Vereine, die auch kaufmännische —und Handelsinteressen zu vertreten die Aufgabe haben wird. Es wäre zu wünschen, daß Jedermann, ohne Unterschied des Standes, die wirthschastlichen Ziele ernstlich fördern wolle, oder dem das wirthschaftliche Gedeihen unserer Mitbürger am Herzen liege, unserem Gewerbevereine als Mitglied beilrete. Die Vortragende erzielte mit ihren geradem brillanten Ansführungeii an der Hand von Lichtbildern einen glänzenden Erfolg Nachdem der Präsident die Vortragende unter wiederholtem Beifalle als die Vorläuferin derFranenemancipation auf dem Gebiete der Länder- und d e r B ö l ker kn n d e bezeichnete. dankte er derselben für den überans genußreichen Abend und tiefbefriedigt verließen die Theilnehmer den Vortragssnal. Wie». (Israelitischer Tempelverein für den IV. und V. Bezirk.) Die 30. ordentliche Generalversammlung unseres Vereines findet im Sinne der Statuten, 88 12

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