Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-11-06 · 45 (6.11.1903) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
45 (6.11.1903)
Date
1903-11-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3021493-3021539--13112-3037745
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 45 Dr. jßlocbö Mocdenscdnrr Seite 717 mit dem Hauptgebäude verbunden. Der Operationssaal ist 16 Fuß breit, 24 Fuß lang und 15 Fuß hoch. Er ist achteckig, und der Operationstisch erhält auf diese Weise nicht nur reichlich Licht durch die Fenster, sondern auch durch ein großes Oberlicht. Das Gebäude ist mit den modernsten Einrichtungen ausgestattet. Durch die Errichtung dieser drei Neubauten ist die Zrhl der einzelnen Gebäude auf dem 22 Acres großen Hospital-Grundstücke jetzt auf vierzehn augewachsen, eine kleine Stadt für sich, welche gänzlich dem Dienste der Humanität gewidmet ist. Eine weitere Bereicherung und Verschönerung hat das Jüdische Hospital kürzlich dadurch erhalten, daß die Marmorsäulen, welch? früher die Fatzade des alten Münzgebäudes an Juniper und Ciestnut Str. zierten, dem Hospital geschenkt wurden und, mit B.orc- Löwen gekrönt, am Eingänge zum Hospitalgrundstück; Aufstellung landen. Vermischtes. Kt-uttinblösttnqsspeuven z» Gunsten derChewra-Äadischain Wien Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glanbeusgenoffen. Anläßlich des Ablebens des >el Herrn Jacques G o l d b e r g erde Bud a: Von Th. Fl., IV., Schwindgasse 11, L 20.-. Anläßlich des Ablebens des sei. Herrn Emil R o s e n b a u ui: Von Herrn Heinrich Schwarz in Brünn K 10.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn David Langer: Von Herrn Wilhelm Gallia in Budapest X 10.—. Wien Herr Rabbiner Dr. D. David wird im Leopoldstädter Tempel am Freitag den 13. November 1903 bei dem Abendgottesdienste, der um 4 Uhr 30 Min. beginnt, die Antrittspredigt halten. Wien. Freitag den 6. November d. I. findet im Tempel der türkisch-israel. Gemeinde zu Wien (II. Circusgasse 22), um halb 12 Uhr Vormittags anläßlich des Geburtstages Se. Majestät des Sultans ein Festgottesdienst statt. Wien. (Requiem.) Der Vorstand der Chewra-Kadischa im XVI. und X VII. Bezirk veranstaltet Sonntag den 8. d. M., Abends 3/ih Uhr, im Gemeindetempel, XVI., Hubergasse 8, für seinen verewigten Präsidenten weil. Herrn Dr. Anton Lön y einen Trauergottesdienst. Die Gedenkrede wird Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Jul. Max Bach halten. Wien. (Todesfall.) Der Obercantor der türkischisraelitischen Gemeinde Herr Jakob Baue r, Bicepräses des österreichisch-ungarischen Cantorenvereines, hat einen schweren Verlust durch das Ableben seiner Mutter, Frau Anna Bauer, erlitten. Wien. (Mädchen-Unterstützungs-Verein.) An der von diesem humanitären Verein unterhaltenen Fachschule für Weißnähen, Schnittzeichnen, Wäschezuschneiden, Hand- und Maschinnähen sind noch einige Plätze zu vergeben. D e r Unterricht w i r d unentgeltlich e r t h e i l t. Wien. Das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht hat den israelitischen Religionslehrer an den Mittelschulen Dr. Goldhamme r zum k. k. Professor und Aron K v l l e k peräollarn zum wirklichen Lehrer an Mittelschulen ermannt. Wien. Der Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien hält am Sonntag den 8. d. M., präcise halb 8 Uhr- Abends, im Festsaale des Niederösterreichischen Ge.verbevereines, I., Eschenbachgasse 11, die erste Plenarversammlung der Saison ab. Tagesordnung: 1. Bericht des Präsidenten. 2. Vortrag Ihrer Excellenz Freifrau Leopotdine von Morawetz-Dierkes über „Interessantes aus Corsika, die Perle des Mittelmeeres" mit Scioptikon-Lichtbildern. Damen und Gäste willkommen. Wien. Der „Verband der jüdisch-akademischen Verbindungen Wiens" veranstaltet am Samstag den 7. November 1903, im Festsaale des Etablissements Ronacher, I., Schellinggasse 4, einen Eröffnungs-Commers. Beginn 8 Uhr Abends. Soiree-Toilette. Der Verband der jüdischakademischen Verbindungen Wiens: Ivria, Kailimali, Libanonia. Maccabaea. 35? icn. (Theologischer V e r e i n der Hörer an der isr -theol Lehranstalt in W i e n ) Tie am Donnerstag den 20 Octobec stattgehabte Wahl hrtte folgendes Ergebnis;: Her, Gustav Sicher, Präsident; Herr Victor Kurrein, Viceprüsideut; Hrri Heinrich .'Nperin, Cassier; Herr Arnold Frankfurter. I. Schriftführer; Herr Heinrich Schwenger, ll Schriftführer-, Herr Samuel Orje, Herr Jsak Alkalay, Herr Johann Stößlcr, Ausschußmitglicder. Floridsdorf. Der israel.-polir. Verein „G l e i ch b e i t" hielt am 3. d. M. unter Vorsitz des Herrn D r. R u ß eine Versammlung ab, in welcher Herr Siegfried F l e i s ch e r von der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" einen Vortrag über „R e m t s s ch u tz" hielt. Der Vortragende skizzirte den Kampf um's Recht in seiner historischen Entrvicklung in der Vergangenheit und in seinem sittlichen Werth für die Gegenwart. In diesem Kampfe um die wichtigsten Rcchtsgüter ist Consequenz, Unerschrockenheit und Ausdauer erforderlich. Redner zeigte an einzelnen Beispielen, mit welchem Erfolge Eingriffe in die staatsbürgerliche Rechtssphäre der Juden znrückgewiefen und umvirksam gemacht werden können. Tie'en Eindruck machte insbesondere die Llnsührung einer Entscheidung des Obersten Gerichtsals Cassationshofes, durch welche der 8 2 des Strafgesetzes anläßlich eines eonerecen Falles in geradezu classischer Weise interpretirt wurde. In dieser Entscheidung heißt es: „Die Interessen eines gesunden, wirthschaftlichen und socialen Verkehrs erfordern ge'.viß nicht die gegenseitige Abschließung ganzer Volksgruppen; dieselbe! nder'pricht dem durch die Gesetze jedem Staatsbürger, allen Classen der Bevölkerung, allen Volksftümmen und Confessionen im Staate gewährten gleichen Schutz. Es liegt ans der Hand, daß durch die in der Flugschrift angestrebte Scheidung der Confessionen auf Oiebieten, die mit ihren religiösen Anschauungen und Interessen gar nichts zu thun haben, der Zwiespalt zwischen Christen und Juden verschärft, vertieft und zu feindseligen Parteiungen zwischen diesen Eimvohnern des Staates Anlaß geboten würde. Eben dieser Zwiespalt führt zu gegenseitiger Verbitterung, erzeugt das Oiefühl der Rechtsnnsicherheir, läßt wirkliche Gewaltthätigkeiten oder sonstige Rechtsverletzungen besorgen und ge sährdet dadurch den Frieden im Staate." Nachdem der Redner unter stürmischem Beifall geschlossen, dankte der Vorsitzende demselben für seine lichtvollen Ausführungen. Prag Bei den Wahlen in den Ausschuß der Cnltnsgemeinde in E g e r lvurden geivählt: Leopold G v t t l i e b «Vorsteher), Jakob Zuckermann «Stellvertreter), Elias Kohn «Cassier), M. W inte r n i tz! Rechnungsführer), Hermann W e ß l und Edmund K o h n «Tempelvorsteher), Heinrich L a n g und '3ernard Kohn «Aussckußmitglieder'. Kattowitz. Am 1. Novemver sauo hier das 20jährige Stistungsfeffc der Concordia-Loge zu Kattowitz statt, an weichem nebst den Mitgliedern der hiesigen Loge, der Delegat der Berliner G-oßloge. Herr Berget sowie die Vertreter ans Breslau, Würzburg, Neiße, Glclwitz, Königshütte, Bielitz, Troppau ec. theilnahmeu. Zur Hebung der solenen Veranstaltung trugen insbesondere die aufgeführten Festgesänge bei und unter diesen der Festchoral und die Bne-Britd-Hymne, die beide, von unserem verehrten Obercantor Simon Singer componirt und iustrumentlrt, unter seiner Leitung von den durch ihn gegründeten trefflichen Logenchor mit Instrumentalbegleitung der Gleiwwer Infanterie-Capelle zur Aufführung gelangten. Ter Text der Bue-Brith-jOuiime stammt aus der Feder des Herrn Professor Antscherl ans Wien. Der Eindruck der gebotenen musikalischen Aufführungen war ein überwältigender und allgemein wurde sowohl die glänzende Instrumentation der beiden Piecen wie die orchestrirte Beherrschung des Dirigenten bewundert. Ter Delegat der Großloge, sonne der Präsident der hiesigen Loge sprachen Herrn Obercantor S. Singer Tank und Anerkennung aus und am nächsten Tage wurde Letzterer in einem Schreiben des Chefredactenrs Deutsch vom Oberschlesischen Tagblatt zum Mnsikreferenlen dieses Blattes ernannt. Poreqa. Am 2s und 24: October l. I. weilte hier der berühmte Künstler und gefeierte Declamator Prof. Alexander Strakosch. -Im Vortrage des „Uriel Acosta“ entfaltete dieser Künstler n chl nur seine großartige Kunst, sondern auch seine wannen Gefühle für das Jndeiithnrii kamen zum hellsten Ansdrucke. P os. Strakaich hat ein ninsangreiches Wissen in der hebräischen und talnmdischenLiteratur und die heiße Liebe, die er eulst mit der Muttermilch für das bedrängte Jndenthum eingesogen, wiederspiegelt sich deutlich in seinen Vorträgen. Ec ist sehr häufig der Dolmetsch jüdischer Gesr'ch e und Empfindungen gewesen und wird es noch lange sein.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.