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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-10-30 · 44 (30.10.1903) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
44 (30.10.1903)
Date
1903-10-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 44 Dr. Dlocb's UElocbenscbrtft Sette 703 stolz, um das Erröthen, das sie nicht beherrschen konnte, zu verbergen. „Dann waren Sie nicht glücklichV fragte er. Ediths letzte Zweifel waren vor der Sympathie in Herrn Josephs Stimme geschwunden. Von einer eigenartigen Gefühlsregung überwältigt, ging sie rasch zum Kamin und ihr Gesicht bedeckend, wurde sie von einem nicht zu unterdrückenden Schluchzen geschüttelt. Ohne einen Versuch zu machen, sie abzuhallen, saß er schreibend am Tische, ging dann zu ihr und sprach so zart, daß sie sich unwiderstehlich beruhigt und getröstet fühlte. »Wenn sie sich aus der Thatsache an sich nichts machen, liebes Kind, so ist nichts Anderes zu befürchten. Sie stammen aus einer ehrenhaften Familie. Wer weiß? Eines Tages können Sie dahin gelangen, zu fühlen wie ich. Wenn ich nochmals geboren würde, müßte ich wieder wählen, ein Jude zu sein, weil in keiner andern Race die Stimme des Blutes so mächtig, so befriedigend ist. Edith wandte ihre gerötheten, verweinten Augen nach ihm. „Ich weß. ich weiß!' flüsterte sie athemlos, »die Stimme des Blutes! Das ist's! Ich habe es gefühlt!" , Der Glanz von Herrn Josephs Lächeln versprach Beistand und Berständniß. »Und das Aussehen der Race auch, liebes Kind. Sie haben es in seinem schönsten, seltensten Typus. Aber wir können nicht jetzt, nicht hier sprechen. Wenn Sie Lust haben, mich zu sehen, kommen Sie morgen um Mittag." Ec legte die Hand leicht auf ihre Schulter und war gegangen, bevor sie Worte der Erwiderung fand. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten. S. Die Ehe des Baron Hermann KönigSwarter mit seiner Gattin Melanie geb. von Blaskowitz wurde gerichtlich geschieden. Dieser Ehe wegen trat die Edle v. Blaskowitz zum Judenthum über, dann übertrat der Gatte zum Christenthum und schließlich wurde die Ehe aufgelöst. Das Scheiduugsurtheil sprach der Großwardeiner Gerichtshof und die königliche Curie in Budapest hat dieser Tage das Urtheil bestätigt. K. Nev. Dr. Jsaac Leucht in New-Orleans beabsichtigt eine Reise nach Rußland, um die Verhältnisse der Juden zu studiren. Die russische Botschaft in Berlin hat ihm für diesen Zweck den Paß bereits visirt. N. S. Adolf v. Sonuenthal erhielt vom deutschen Kaiser den Kronen-Orden III. Classe. Sonnenthal Hot das von Mitgliedern des Burgtheaters anläßlich der Anwesenheit des deutschen Kaisers im Schönbrunner Schloßtheater aufgeführte Luspiel „Der zündende Funke" inscenirt. „Alter Abonnent." Die Firma Everth u. Comp., Wien, sucht tüchtige Agenten — ausschließlich Christen; Kunden sind ihr dagegen willkommen, wenn sie auch — ausschließlich Juden sind. „Ein eifriger Leser". Der hebräische Gottesname an der Eingangsthüre der Michaeler-Kirche wundert Sie mit Unrecht. Aehnliche Inschriften finden sich in verschiedenen katholischen Gotteshäusern. Harnak schreibt an einer Stelle: „Eine solche Ungerechtigkeit wie die der Heidenkirche gegenüber dem Judenthum, ist in der Geschichte fast unerhört. Die Heidenkirche streitet ihm alles ab, nimmt ihm sein heiliges Buch, und während sie selbst nichts anderes ist, als transformirtes Judenthum, durchschneidet sie jeden Zusammenhang mit demselben: die Tochter verstößt die Mutter, nachdem sie sie ausgeplündert!" I. B. K. Zweifellos haben die Mitglieder des Landtages mit dem erwähnten Beschlüsse ihr Gelöbniß der Beobachtung der Staatsgrundgesetze gröblich verletzt. Der Beschluß müßte schon darum durch die Negierung caffirt werden. H. tu Berlin. Herr Dr. Theodor Herzl ist neuerdings vom Minister v. Plehwe nach Petersburg berufen worden. Aufruf! An edle Glaubensgenossen und Menschenfreunde geht die dringende Bitte, eine arme Frau, die der Verein Moschab Sekenim in Jerusalem auf seine Kosten von dort hieher schickte, damit sie sich durch den Besuch eines Hebammencurses einen Erwerbszweig schaffe, um ihren völlig erblindeten Mann (einen ehemals gutsituirten Manufacturwarenhändler) und 7 kleine Kinder ernähren zu können, wirksam zu unterstützen. Soll es der bedauernswerthen, aller Mittel entblößten Frau, der ihr Studium durch ihre mangelhafte Kenntniß des Deutschlesens und Schreibens ohnehin riesig erschwert ist, durch Nahrungssorgen unmöglich gemacht werden, den Zweck ihres Hierseins zu erreichen?! Gütige Spenden übernimmt die Redaction dieses Blattes. Auskunft ertheilt Ilona L ö w y, Wien, III., Krieglergaffe 8,1/o. Ofias H. Schorr-Stiftung. Von dem Vorstande der israelitischen Cultusgemeinde in Wien als Curatorium der obigen Stiftung sind die Jahreserträgniffe im Gesammtbetrage von gegenwärtig circa K 11 200.— a) an Seminaristen, die sich an der Wiener israelitisch-theologischen Lehranstalt zu Rabbinern ausbilden, in Stipendien per je st. 300. K 600.—, b) an Seminaristen, die sich an der genannten Lehranstalt zu Lehrern ausbilden, in Stipendien per je fl 200. K. 400.—, für das laufende Schuljahr 1903/1904 zu verleihen. Diese Stipendien können nur solche Seminaristen mit Beginn des zweiten Jahrganges ihrer Studienepoche erhalten, welche guten Fortgang und sittliches Verhalten aus dem ersten Studienjahre urkundlich erweisen. Bei Verleihung des Stipendiums gebührt jenen nach einer galizischen Gemeinde zuständigen Seminaristen der Vorzug, welche sich mittelst schriftlicher Erklärung verpflichten, nach Beendigung ihrer Studien in galizischen Gemeind n wirksam zu sein. Die mit Studienzeugnissen, der Bestätigung des Rectorates der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien über das sittliche Verhalten de? einschreitenden Seminaristen und mit dem Nachweise der Dürftigkeit, sowie der Heimatsangehörigkeit versehenen Gesuche sind bis 10. November 1903 in Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, 1., Seitenstettengasse 4. I. Stock, zu überreichen, woselbst auch Gesuchsblanguette unentgeltlich ausgefolgt werden. Ignaz und Rosalie Wolf-Krankennnterstütznngs- Stiflung. Am 11. Thebet d. I., das ist am 30. December 1903 gelangen die halbjährigen Interessen der obigen Stiftung, zusammen per Kronen 200.—, an arme hilfsbedürftige Kranke der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde zur Verthcilung. Die Bewerber haben ihre mit dem Armuths- und Krankheitszeugnisse belegten Gesuche im Einreichungsprotokolle der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch während der Amtsstunden von 9—!2 Uhr Vormittags Gesuchsblanguette unentgeltlich zu beheben sind, bis längstens 10. November 1903 zu überreichen. Gesuchsteller, welche ihre Verwandtschaft mit den Stiftern nachzuweisen in der Lage sind, genießen unter gleichen Verhältnisse» vor anderen Bewerbern den Vorzug. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der israelitischen Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Stiftung der aufgelöste« Abendbörse für Lehramts-Candidaten. Vom Vor stände der israelitischen Cultusgemeinde Wien wird bekanntgegeben, daß aus den Zinsen der obgenannten Stiftung eilt Betrag von Krone» 100.— an einen israelitischen Lehramts- C a n d i d a t e n zur Verleihung gelangt. Die mit Geburts-, Armuths- und Moralitätszeugnisse, sowie mit Schulzeugnissen belegten Gesuche, in welchem auch ein eventueller Stipendienbezug anzuführen ist, können bis 10. November 1903 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblanguette unentgeltlich zu erhalten sind, überreicht werden. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der israelitischen Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege n i ch t erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Dr. Adolf Sacks fche Stiftung für Techniker. Der Unterzeichnete Vorstand verlautbart hiemit, daß ans den Erträgnissen des Stifrungscapitals 14 Stipendien, jedes im Betrage von K 600.— jährlich, an Studierende der technischen Hochschulen der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder zur Vertheilung gelangen. Competenzberechtigt sind ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses solche Studierende der Technik, welche ihre Vermögenslosigkeit und die Armuth ihrer Eltern nachzuweisen vermögen. Die ungestempelten Gesuche sind bis 10. November 1903 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, I., Seitenstettengaffe 4, I. Stock, während der Amtsstunden von 9 bis l2 Uhr Vormittags zu überreichen und müssen mit folgenden Beilagen versehen sein: 1. mit Geburts- und Zuständigkeitsdocumenten; 2. mit einem glaubhaften Nachweis der Armuth der Eltern und der Vermögenslosigkeit des Bewerbers, hiebei ist auch der etwaige Genuß eines Stipendiums anzuführen; 3. mit einem Frequentations - Zeugnisse und den Studienzeugnissen. In dem Gesuche ist ferner anzugeben, ob der Bewerber sich im Genüsse eines Stipendiums befindet, beziehungsweise auf welchen Betrag dieses Stipendium sich beläuft. Bewerber, welche bereits im Genüsse dicker Stiftung stehen, haben der i n R egel denVorzug. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der israelitischen Cultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt.

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