Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 44 (30.10.1903)
- Date
- 1903-10-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette 700 Dr. Blocks Mocbenscbrttt Nr. 44 Aehnlich haben sich 36 andere Zeugen, deren Aussagen vorliegen, ausgesprochen. Wie weit diese Aussagen richtig sind, wird die Gerichtsverhandlung ergeben, aber man darf wohl j'tzt schon dem Wunsche Ausdruck geben, daß auch etwaige Uebergriffe der Polizei und des Militärs nicht unbestraft bleiben mögen. Der ruffische Justizminister Graf Murawjew selbst hat vor einigen Tagen unserem Haager Cvrrespondenten erklärt, daß die Voruntersuchung wegen der Ruhestörungen in Kischenew mit größter Sorgfalt und Unparteilichkeit geführt werden — das Gleiche kann man wohl auch mit Bezug auf die Unruhen in Homel erwarten. Cincinnatti. O. Rev. David Philipson, der Rabbiner des Tempels in der hiesigen Mound Straße, befürwortet die Bildung eines jüdischen Weltkongresses als das einzige Mittel, um die Judenfrage in Rußland zu ordnen. Bezüglich der jüngsten Ausschreitungen in Home! sagte er: Die Empörung des amerikanischen Volkes nach den Schreckenstagen in Kischenew war einer der bemerkenswerthrsten Ausbrüche spontaner Entrüstung und Sympathie, welche je in der Welt vorgekommen sind. Aus der Aufnahme der Botschaft unseres Staatsdepartements zum Proteste gegen den Uebergriff seitens der russischen Regierung hat sich ergeben, daß Rußland Line fremde Einmischung in seine sogenannten inneren Angelegenheiten dulden will. Ich glaube daher nicht, daß. selbst wenn die Nachrichten wahr find, daß Polizei und Militär in Homel die Aufrührer noch begünstigt haben, irgend ein Schritt von Seiten uuserer Regierung wahrscheinlich ist, wenn sich unter den Getödteten und Verwundeten nicht etwa amerikanische Bürger befinden. Dieser neue judenfeindliche Ausbruch in Rußland beweist von N-uem, wie precär die Situation dort ist. Da Rußland sich aber kerne Einmischung von Außen gefallen laffen will, so muß die ruffische Judenfrage von Rußland und in Rußland selbst gelöst werden, und meines Erachtens sollten zu der Lösung der Judenfrage in den verschiedenen europäischen Ländern die Juden sevbst einen jüdischen Weltkongreß bilden, welcher mit den Regierungen solcher Länder, wie Rußland, Rumänien, Marokko und andern, in deren Ländern die Juden einer unmenschlichen Behandlung unterworfen werden, verhandeln könnte. Die Sympathien und die Unterstützung aller civilisirten Regierungen würden einer solchen internationalen jüdischen Organisation gewiß sein. Vermischtes. Wie«. (Neuerliche Spende für die „Union".) Ein hervorragendes Mitglied der Wiener Cultusgemeinde hat für das Rechtsschutzbureau der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" zu Händen des Vorstandsmitgliedes Herrn B. Kanitz den Betrag von z w e itausend Kronen gespendet. Wie». Der Vorstand der „Oesterreichisch-Jsradlitischen Union" hat Herrn Rabbiner Dr. G e l b h a u s aus Anlaß der dem seligen Herrn Sigmund N e u st a d t l bei der Veranstaltung der Todtenfeier gehaltenen Gedenkrede in einem Dankschreiben die besondere Anerkennung ausgesprochen. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau CharlotteGläßner aus Prag: Von Frau Rosa Pollak, K 20.—; Emmy Mayer, K10.—: A. K. K 10.—. Zusammen K 40.—. Anläßlich des Ablebens des fei. Herrn Eduard Bauer: Von Herrn Isidor Bauer in Brünn, Zeile 16, HO.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Fran Julie Hirschl: Von Herren Siegfried und Isidor Hirschl, VII., Zieglergässe 16, K 30. -; Earl Heller, I., Rudolfsplatz 10, K 10.—. Zusammen K 40.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn David Langer: Von Familie Josef Kende K 50.—. Anläßlich des Ablebens der selig.Frau Marie Schaffer: Von Herrn Hugo Engel. II, Gr. Mohrengaffe 14, K 5.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn G u t m a n n Fischer: Von Herrn A. Freund, L, Deutschmeisterplatz2, X10.—. Anläßlich des Ablebens des selig. Herrn Heinrich Wilhelm Winternitz: Von Frau Anna Wiaternitz, VII., Kaiserstraße 14, K 20.-. Anläßlich des Ablebens des selig. Herrn Daniel Kauder: Von Herrn Hugo Schick, IX., Glasergaffe 20, K 4.—. Wien. (Spende.) Für die armen Juden in Kischenew sind uns von Herrn Leopold K o h n aus P e t s ch a u bei Karlsbad X 60 zugekommen. Wien. (Verlobung.) Herr Fritz Landau, Inhaber der Verlagsbuchhandlung und Buchdruckerei Leonhard Simion Nchf. in Berlin, Sohn des Bankiers Herrn Salo Landau in Wien, hat sich mit Fräulein Lueie Karewski, Tochter des berühmten Klinikers Herrn Dr. Ferdinand Karewski in Berlin, verlobt. Wien. Der Mädchen- und Frauenverein„Bikur Ehaulim" gibt hiermit bekannt, daß seine Präsidentin Gisela K o h n wegen Ueberbürdung einen vorläufig unbeschränkten Urlaub angetreten hat, und ersucht, sämmtliche Zuschriften für den Verein an die Adresse der Frau Rosa Stranski, II., Krumbaumgaffe 10, zu richten. Ferner ersucht er um gefl. Kenntnißnahme, daß die ehemaligen Vorstandsmitglieder Fräulein Regine Raufteil und Malwine Korall dem Vereine nicht mehr angehören und ihnen daher kein Recht zusteht, namens des Vereines zu interveniren. Die Vereinsleitung. Wien. (Jüdische To h n be eh all e, XX., Karajangasse 20.) Die feierliche Eröffnung des vierten Vortragsjahres findet Samstag, den 31. Oktober, Abends 7 Uhr, statt. Wieru (Berichtigung.) In dem in der vorigen Nummer enthaltenen Bericht über die Plenarsitzung des Cultusvorstandes vom 18. Oktober 1903 hat sich bei der Anführung der von Herrn k. k. Bergrath Max Ritter von Gutmann gewidmeten Spende ein Jrrthum eingeschlichen. Herr von Guttmann hat nicht, wie angegeben, X 3600, sondern X 4000 gespendet, welche in folgender Weise aufgetheilt wurden. Verein zur Versorgung hilfsbedürftiger Waisen der Israel. Cultusgemeinde 2000, Armenanstalt 1000, Handwerkerverein 400, Israel. Allianz zu Wien 400, Verein „Frauenhort" 200 Kronen. Zalaegerszeg. Am 17. d. M. fand im hiesigen Tempel die Deakfeier statt. Dem Gottesdienste wohnte die gesammte Vorstehung der Gemeinde bei. Oberrabbiner Englsmann hielt eine von patriotischem Geist durchwehte, begeisterte Predigt, in der er die Verdienste des Weisen der Nation würdigte; den gesanglichen Theil der Feier besorgte unser Herr Obercantor Jenö W e i s z. Nagy-Körös. Herr Franz Braunfeld aus Miskolcz, Bruder des Herrn Adolf Braunfeld, Cantor und Secretär in Holleschau, der hier in den hohen Feiertagen unter allgemeinen Beifall vorgebetet hat. wurde in der am 20. Oktober stattgefundenen Generalversammlung mit Akklamation zum Obercantor der hiesigen Cultusgemeinde erwählt. Herr Braunfeld verfügt über eine sympathische Tenorstimme und hat uns mit seinem, gediegenen Vortrage zur Andacht gestimmt und erbaut. Kuttenberg. Der langjährige Cultusvorsteher unserer Gemeinde, Herr B e r a n, hat im vorigen Monate auf sein Amt resignirt. Bei der vorgenommenen Neuwahl wurde der bisherige Stellvertreter, Herr Julius Rosenzweig zum Vorsteher gewählt, ein Mann, der für das Judenthum Herz und Sinn hat und auch allgemein beliebt ist. Hoffentlich gelingt es ihm, etwaige Meinungsverschiedenheiten in der Gemeinde zu bannen. Prag. Sonntag den 26. Oktober a. c. um 9 Uhr Vormittags fand hier im Saale der Produktenbörse eine ordentliche Sitzung der Repräsentanz der Landesjudenschaft des Königreiches Böhmen unter dem Vorsitze des Präsidenten Herrn I. U. Dr. Moritz Lichtenstern, Advocat in Prag, statt. Unter Anderem wurden dem deutschen und dem czechischen Unterstützungsvereine für mittellose israelitische Universitäts- Hörer in Prag Subventionen im Betrage von je fünfzig Kronen gewährt. M. Klattau. (BesondereEhrung.) Am 21. Oktober erschienen die Herren I. U. Dr. Isidor Fleischer, Cultusvorsteher und deffen Stellvertreter Josef Feig! in der Wohnung des Oberlehrers M. Berka, der eben aus der Schule heimgekehrt war. Herr Cultusvorsteher 1.17. Dr Fleischer erklärte den Grund des Erscheinens und richtete eine herzliche Ansprache an ihn. Nachdem auch Herr Feig! einige recht freundliche Worte hinzugefügt und Herr Berka tiefgerührt gedankt, überreichte Herr Dr. Fleischer eine Adresse und Herr Feig! ein Ehrengeschenk. Die Adreffe hat folgenden Wortlaut: Euer Wohlgeboren! In einigen Tagen werden es 25 Jahre sein, seitdem Euer Wohlgeboren als Lehrer, beziehungsweise Schulleiter an unserer israelitischen Volksschule in Klattau wirken. Sie haben während dieses langen Zeitraumes stets musterhaft Ihre Pflichten erfüllt und mit dem Ausdrucke der höchsten Befriedigung über Ihre vorzüglichen Dienstleistungen hat der gefertigte Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Klattau in seiner Sitzung am 27. September 1903 den einstimmigen Beschluß gefaßt, Ihnen zu diesem 26jährigen Jubiläum unter gleichzeitiger Ueberreichung eines Ehrengeschenkes die besten Glückwünsche darzubringen und dabei hie Hoffnung auszusprechen, daß es Ihnen vergönnt sein möge, noch viele Jahre hindurch Ihrem Amte wie bisher in ungeschwachter Gesundheit und Liebe zu Ihrem Berufe vorzustehen. In vollster Hochachtung, der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde: Dr. Isidor Fleischer, derzeit Vorsteher; Josef Feigl,