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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-07-31 · 31 (31.7.1903) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
31 (31.7.1903)
Date
1903-07-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 31 Dr. Mocb's Mocbenscbrikt, Sette 499 worden, das Andenken des großen Künstlers durch eine Stiftung zu ehren. Dieses Pcoject wird demnächst zur Ausführung gelangen. die dafür gesammelten Gelder haben bereits eine ansehnliche Summe ergeben. Man sucht nach einem passenden Plctz für das Antokolski-Jnstitut, das in der Vaterstadt des Künstlers, in Wilna, errichtet werden soll. Dieses Institut soll in mehreren Abtheilungen gegliedert werden. Es wird zunächst eine Kunst- und Gewerbeschule enthalten, ein Museum für angewandte Kunst, in dem ein besonderer Raum speciell dem Andenken Antokolski's gewidmet werden, d. h. in dem Alles zusammengetragen werden soll, was von den Werken des Verstorbenen, seinen Skizzen und Studien zu erlangen ist. Die Bibliothek soll eine reiche Sammlung von Zeichnungen und Mustern für alle Industriezweige enthalten; eure große Halle ist für Vorträge bestimmt, die alle Zweige der Kunst und des Handwerks betreffen und den in der Kunstschule ertheilten Fachunterricht durch umfassendere wissenschaftliche und theoretische Eiterungen vervollständigen. Paris. (Wie in RußlandGeographie gelehrt wird.) Das ausgezeichnete hiesige Wochenblatt „L'Eurvpeer," enthält einen Artikel, in dem des Längeren ausgesührt und bewiesen wird, wie in Rußland unter obrigkeitlicher Genehmigung das Gift des Antisemitismus den Kindern schon in der Schute eingeimpft wird. Die vom Censor für den Unterricht freigegebenen Lehrbücher für Geschichte und Geographie wimmeln von hetzerischen Ausfällen gegen die Juden. In der Schulgeographie von Lebedcff findet sich folgende Stelle: „Eine besondere Last für den District, besonders für die Bewohner des Weißen Rußlands, die Kleinrussen, ist die Anwesenheit von Juden, die in bedeutender Zunahme begriffen sind. Jede jüdische Gemeinde wird durch den Kaha! verwaltet. Dieser hat sich mit der Zeit so weit entwickelt, daß er in beinahe gesetzlicher Form Säuern erhebt. Da das hauptsächlichste Ziel der Juden darin besteht, durch alle möglichen Mittel Geld zu erwerben, haben sowohl der Kahal wie die ganze Gemeinde keinerlei Gewissensbedknkn. zu pots de vin (Bestechungsgeldern), Betrug und falschen Zeugniß ihre Zuflucht zu nehmen, wenn es im Interesse der Söhne Israels ist. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß eine derartige Geschäftslage einen unangenehmen Einfluß auf den Wohlstand der Polen und besonders der Kleinrussen ausübt, um so mehr, als die in so großer Zahl vorhandenen Juden allen Handel und alles Geld im Lande sich gesichert haben. Die Juden sind demnach ein Volk, das nichts producirt und auf Kosten der Grundbesitzer, der Bauern und der Stadtleute leben will; auf diese Weise wird die Entwicklung der productiven Kräfte des Landes gehindert." Solche Anschauungen werden der Jugend des russischen Reiches mit der wohlwollenden Zustimmung und Billigung der Regierung eingeflößt. London. (Die Ereignisse von Kischenew im U n t e r h a u s e.) Im englischen Unterhause richtete am 17. Juli Mr. B. L. Cohen an die Regierung die schriftliche Anfrage, ob die Regierung von ihrem Conful in Odessa irgend einen Bericht über die erfolgte Bestrafung der Urheber der Maffacres in Kischenew erhalten hat. Der Minister des Auswärtigen Lord Cranborne erwiderte am 21.d.M. ebenfalls schriftlich, daß ein solcher Bericht nicht eingetroffen wäre. Auf diese Antwort hin interpellirte Mr. Cohen die Regierung nunmehr mündlich, ob sie nicht den Conful in Odessa zur Einsendung eines solchen Berichtes auffordern wolle. London. (Neue Judenverfolgungen in Rußland?) Der Londoner „Jewish Chronicle" werden aus Petersburg neue schwere Maßregeln g gen die Juden avisirt. Danach wird nichts Geringeres beabsichtigt, als die völlige Austreibung sämmtlicher Juden aus Moskau und Petersburg. Fortan soll es nur einer sehr geringen Anzahl auserwählter Personen jüdischen Glaubens gestattet sein, „behufs Erledigung dringender Geschäfte" sich für kurze Zeit in den beiden russischen Hauptstädten aufhalten zu dürfen. Ferner soll eine ganze Serie von Gesetzen erlassen werden, durch welche den Juden alle industrielle und Handelsunternehmen sehr erschwert werden sollen. Außerdem wird geplant, die Juden gänzlich aus der Armee auszuschließen. Kein Jude soll künftighin mehr persönlich zum Militärdienst herangezogen werden, dafür soll den Juden jedoch eine überaus schwere Militärsteuer auferlegt werden. Eine vierte Beschränkung wird auf dem Gebiete des Unterrichts geplant. Sämmtliche höheren und mittleren Unterrichtsanstalten sollen den Juden hermetisch verschlossen bleiben. Alle diese Gesetze sollen endlich in kürzester Frist publicirt werden und ohne Uebergangsstadium in Kraft treten. Herr v. Plehwe ist offenbar bestrebt, die Juden die Ereignisse von Kischenew vergessen zu machen. Da er aber weder die Juden entschädigen noch weniger seine eigenen Complicen, die Kischenewer Räuber und Mörder, bestrafen möchte, so gedenkt er sein Ziel auf anderem Wege zu erreichen. Er will über die Juden Rußlands so viel neues Elend häufen, daß sie über das neue Unglück an die Ereignisse von Kischenew nicht mehr denken sollen. Vermischtes. Kranzablösungsspenven zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wien l., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Adolf Kann: Von Herrn Heinrich Neurath und Frau, II., Große Schiffgasfe 12, X5.—; von Herrn Michael Neurath und Frau, II., Große Schiffgasse 12, X 10. -; von Herrn Ludwig Neuratb, I., Ebendorferstraße 8, X 10.—; von Herrn Ludwig Spingler. I, Schottenbastei 11, X 20.—; von Herrn Hauser, II.. Gredlergasse 10, X 20.—; von Herrn Wilhelm Löwy, II., Negerlegaffe 3, X 20.—; von Herrn Albert Tauber, VII.. Schottenfeldgasse 30, X 5.—; von Herrn Theodor Schrecker, II., Marinelligasse 7, X 5.—. Zusammen X 95.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Clara Lengsfelder: Von Familie Lengsfelder, I., Franz Josefs-Ouai. X 60.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Hermann Löwin: Von Herrn M. Schütz und Frau, I., Werderthorgasse 15, X 4.—; von Herrn Dr. Moriz Politzer, Mariahilferstraße 74», X 10.—; von Herrn Alfred Politzer, XIV., Preysinggaffe 20, X 10.—; von Herrn Friedrich Freund, II., Negerlegasie 6, X 10.—; von Herrn Adolf Freund, Mariahilferstraße 74», X 10.—; von Herrn Simon Wolf, XIV., Preysinggaffe, X 20. — . Zusammen X 64.— . Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Aron Bondy: Von Herrn Manfred von Weiß, Budapest X 100.—. Wien, (Trauung.) Am 18. August um 2 Uhr Nachmittags findet im Tempel zu Baden bei Wien die Trauung des Fräulein Hedwig Bäcker, Tochter des langjährigen Amtsleiters der israelitischen Cultusgemeinde in Wien, mit Herrn Dr. Robert Bäcker, k. k. Professor am Staatsgymnasium in Sereth in der Bukowina, statt. Wien. (Israelitische Allianz zu Wien.) Die zu Gunsten der bedauernswerthen Opfer in Kischenew eingeleitete Spenden-Sammlung hat bisher die Höhe von X 216.000.— erreicht; außer den bereits veröffentlichten Beträgen seien noch folgende erwähnt: Cultusgemeinden: Saaz X 2434-.—.Lemberg X 1000.—, Preßburg (orthod. Gemeinde) X 570.—, Nasie X 370.—, Triest (weitere Sammlung) X 330.54, Jaroslau X 303.50. Prag (weitere Sendungen) X 209.—, Prerau X 200.—, Wo titz X 110.—, Schaffa X 120.—, ferner von Herrn Dr. Arnold Rosenbacher, Pra'g, als Ergebniß der vom israelitischen Lehrervereine in Böhmen veranstalteten Ausgabe der Predigt Seiner Ehrwürden Herrn Dr. Aladar Deutsch X 360.—, Ergebniß der in Druck gelegten Predigt Seiner Ehrwürden Herrn Dr. Adolf B i a ch in Brüx X 84.—. vom Geselligkeitsverein der Szeniczer X 30.—. Wien. (Excursion.) Am Montag den 3. August l. I. 3 Uhr Nachmittags veranstaltet der Verein zur Hebung der Gewerbe unter Führung seines Präsidenten B r o d mit Bewilligung der k. k. Hostheater-Jntendanz eine E x c u r s i o n zur Besichtigung der Jnnenräume und der maschinellen Einrichtungen des k. k. Hofopernhauses. Zusammenkunft halb 3 Uhr im Caf6 M e d a k (Cafe Wiener Künstler), I., Franzensring 18. Die P. T. Mitglieder werden ersucht, das Vereinsabzeichen anzulegen. Damen und vorher angemeldete Gäste (Bereinskanzlei, I., Wipplingerstraße Nr. 26) willkommen. Wien. Am 3. August begeht unser Glaubensgenosse Herr Albert Paul, Begründer und Chef der gleichnamigen Zündwaarenfirma hier, im engsten Familienkreise seinen 70. Geburtstag. Herr Paul, dem wir zu diesem schönen Festtage unsere besten Glückwünsche ausdrücken, darf mit wahrer Befriedigung auf ein arbeitsames, erfolgreiches Leben zurückblicken, das er zunächst dem Wohle seiner Familie widmete, dabei aber auch im Stillen an armen Verwandten und bedürftigen Glaubensgenossen zahlreiche Acte der Wohlthätigkeit ausübte. Ganz besonders rühmenswerth erscheint uns die Volkstreue und die jüdischreligiöse Gesinnung unseres Jubilars, der, auf sein Judenthum stolz, auch jederzeit dafür eingetreten ist. Möge Herr Paul sich noch eines langen Lebensabends in Gesundheit und Ruhe erfreuen!

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