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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-07-17 · 29 (17.7.1903) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
29 (17.7.1903)
Date
1903-07-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 468 Nr. 29 Dr. Dlocb's MocbenscbrM. sowie ein zahlreiches distinguirtes Publicum anwohnte, vollzog der hiesige Oberrabbiner B. Schreiber. Herr Samuel Adler, der seiner Wohlthätigkeit halber allseits gekannt und geachtet wird, zählt zu den Philanthropen, die die hiesige Rabbinatsschule alljährlich in rnunificeuter Weise unterstützen. Auch anläßlich dieser Hochzeitsfeier ließ der verdiente Wohlthäter 30 arme Schüler der erwähnten Schule mit einem splendiden reichlichen Hochzeitsmahle bewirthen, was allüberiül ungetheilten Beifall hervorrief. Möge der Segen Gottes jederzeit die Unternehmungen dieses für das Zudenthum warmfühlenden Wohlthäters krönen und er in dem reinsten Glücke seiner Kinder die Früchte seiner edlen Handlungen genießen. Bisenz. (R e l i g i o n s p r ü f u n g.) Wie alljährlich, so fand auch am Schluffe des heurigen Schuljahres am 12. Juli eine öffentliche Religionsprüfung statt, die von unserem unermüdlichen Rabbiner Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Josef Hoff veranstaltet wurde. Ueberraschend waren die erzielten Resultate sowohl aus der Religionslehre, als auch aus der biblischen Geschichte und im Hebräischen selbst. Kinder im Alter von 10—11 Jahren finden sich in allen 5 Büchern Moses zurecht, ganze Absätze werden grammatikalisch zergliedert und alle Formen der Verba mit Sicherheit und Geläufigkeit gebildet. Wir sprechen unserem tüchtigen Pädagogen Herrn Dr. Hoff unsere vollste Anerkennung aus für die treffliche Leistung. Nikolsbnrg. (Abschiedsfeier.) Am 9. Juli l. I. veranstalteten die Religionslehrer in der israelitischen Gemeinde mit den lsraelitischen Volks- und Bürgerschülern im Schulgebäude eine Abschiedsfeier zu Ehren ihres Rabbiners Ehrwürden Herrn Doctor Feuchtwang. Als Ehrengäste erschienen: der k. k. Bezirks- Schulinspector. der Director der Mädchen-Volksschule in der Stadtgemeinde,- die beiden Vertretungen der Cuktus- und politischen Gemeinde, der hochbetagte Rabbinats-Affeffor, der gesammte Lehrkörper der Volksschule in der israelitischen Gemeinde mit dem Katecheten, der Ortsschulrath u. m. A. Die Feier begann mit einem Eingangschore, worauf Herr Lehrer Krakauer eine in herzlichen Worten gehaltene Ansprache, die Verdienste des Rabbiners um die Schuljugend besonders würdigend, an den Gefeierten richtete. Hierauf folgten, nach Altersstufen geordnet, vom Kindergarten bis zur Bürgerschule seitens mehrerer Kinder Ansprachen in Vers und Prosa, die den Gefeierten und das anwesende Publicum zu Thränen rührten. Ueberraschend und besonders interessant war es, als ein Schüler der 5. Volksschulclaffe eine vom Herrn Lehrer Krakauer in hebräischer Sprache verfaßte Ansprache vortrug. Auch der Oberlehrer und Obmann des Ortsschulrathes nahmen das Wort. Sichtlich ergriffen erwiderte Herr Rabbiner S. Feuchtwangin längerer Rede, in deutscher und hebräischer Sprache, und als er zuletzt den versammelten Kindern den wehmuthsvollen Abschiedsgruß entbot, sah man überall mtt Thränen benetzte Augen. Zum Schluffe brachte Herr Lehrer Zwicker auf Se. Majestät ein dreifaches Hoch aus, worauf die einfache, erhebende Feier mit Absingung der Volkshymne schloß. Aus vollem Herzen rufen wir dem scheidenden, allseits beliebten Seelsorger ein kräftiges „Borucli atoh bezesecho“ zu. — r. Ungarisch-Brod. Mit dem Beginne dieses Schuljahres wurde in unserer Gemeinde mit Genehmigung des hohen k. k. Ministeriums ein Privatgymnasium eröffnet, in welchem die Schüler neben den Lehrgegenständen des Gymnasiums auch in den Fächern des jüdischen Wiffeus Unterricht erhalten, und zwar ohne Ueberbürdung derselben in einer solchen Ausdehnung, wie an keinem andern Gymnasium Oesterreichs. Die Schüler, welche in religiös-sittlicher Beziehung unter strenger Beaufsichtigung stehen, erhalten nach abgelegter Prüfung staatsgiltige Zeugnisse. Am 1. Juli dieses Jahres fand die Schlußprüfung statt, deren Ergebniß mit großer Spannung entgegengesehen wurde. Herr Director Stöckel vom k. k. Staatsgymnasium bezeichnete die Resultate als glänzende. Es freut uns, constatiren zu können, daß die junge Anstalt alle Erwartungen erfüllt hat. Pohrlitz. (Ehrung eines jüdischen Lehrers.) Vor Kurzem jährte sich zum 25. Male der Tag, an welchem der Leiter der hiesigen israelitischen Volksschule Herr Oberlehrer Moritz Bader seine Wirksamkeit an dieser schon unter seinen Vorgängern berühmt gewordenen Schule begann. Welcher Werthschätzung sich der Jubilar in der Gemeinde erfreut und welche Liebe und Anhänglichkeit ihm seitens seiner ehemaligen und seiner derzeitigen Schüler und Schülerinnen entgegengebracht wird, läßt die überaus gelungene Feier erkennen, die eine Anzahl einstiger Schüler und Schülerinnen ihrem Jugendbildner zu Ehren veranstaltete. Nach einer mit einem Fackelzuge verbundene Serenade,des Gesangvereines „Frohsinn" am Vorabende des Festes versammelten sich am eigentlichen Festtage sämmtliche Gemeindemitglieder und Gäste in dem glänzend geschmückten Turnsaale der neuerbauten jüdischen Volksschule, um ihren Lehrer durch Uebergabe von werthvollen Geschenken, durch herzliche Worte und sinnige Lieder zu ehren. Bei dieser Gelegenheit wurde eine von ehemaligen Schülerinnen gestiftete und gearbeitete, künstlerisch ausgestattete Schulfahne als Symbol der Zusammengehörigkeit in die Obhut des Jubilars übergeben. Geistreiche und glanzvolle Reden des Cultusvorstehers. des Ortsschulrathes, des Comite-Obmannes, des Gesangvereins-Präsidenten und vieler Anderer, sowie eine gedankcntiefe Antwortrede des Jubilars verschönten das herrliche Fest, welches mit der Absingung der Volkshymne sein Ende fand. Abends fand dann noch ein gemüthliches Volksfest statt, bei welchem sich wieder das treffliche Arrangement des Jugendcomites bewährte. Dem Jubilar kamen von weit und breit telegraphische und briefliche Glückwünsche zu, welche die freudige Antheilnahme an seinem Ehrentage bekundeten. Mit ganz besonderer Genugthuung wurde auch der Glückwunsch des Herrn Pfarrers und Eaplans als Beweis des guten Einvernehmens zwischen der christlichen Geistlichkeit und der jüdischen Lehrerschaft allseits ausgenommen. —8.—L. Graz. Wie alljährlich fand am 1l. Juli an der hiesigen israelitischen Volksschule die Schlußfeier, verbunden mit einer Prüfung, welcher heuer mit besonderem Interesse, weil die 4. Elaste den ersten Jahrgang absolvirte, entgegengesehen wurde, statt. Unter den zahlreich erschienenen Gemeindemitgliedern waren zu bemerken: Herr Rabbiner Dr. Mühsam, Präses Bernhard Biller, in dessen Familie diese Würde zur Tradition geworden, Schulvorsteher Herr Armin Birman an der Spitze der Schulcommiffion, Tempelvorsteher Ignaz Pollak, Herr Markus Orowan, Präses der Chewra - Kadischa, Herr Max Mayer, Reorganisator des hiesigen Armenwesens, und als Vertreter aer Koscherfleischcommission Herr Adolf Rendi. Nachdem die von den Mädchen der Schule unter Leitung der Lehrerin Frau Hermine Lötsch verfertigten Handarbeiten von den anwesenden Frauen besichtigt waren und deren Beifall fanden, wurden von der ersten und zweiten Elaste verschiedene Gedichte declamirt, worauf zur Prüfung der dritten und vierten Elaste übergegangen wurde; hier führte Herr Lehrer Ungar vor Augen, was bei gutem Willen geleistet werden kann, waren die Antworten über die an die Kinder gerichteten Fragen präcis und klar und verdient besonders hervorgehoben zu werden, daß auch nebst dem Lesen im Originaltexte.und Uebersetzen, Grammatik, berücksichtigt wurde, in biblischer Geschichte und Religionslehre, über Bedeutung der verschiedenen Fest- und Fasttage waren die Schüler bis in die kleinsten Einzelheiten unterrichtet, ebenso auch in sämmtlichen Bencdictionen. Nach Absingung einiger Schullieder hielt Herr Rabbiner Dr. Mühsam an die Kinder eine Ansprache, in welcher er den Austretenden Mahnworte für die Zukunft mitgab. Nun erhob sich Herr Schulvorsteher Armin Birman, um den Lehrkörper namens der Gemeindevorstehung zu danken, indem er dessen Leistungen anerkannte und besonders betonte, daß es nur dessen Eifer zu verdanken ist, wenn die einer Erweiterung der Schule sich entgegenstellenden Schwierigkeiten überwunden werden konnten. Mit Absingung der Volkshymne schloß die Feier. NaZice. Für die Hinterbliebenen der Kischenewer Märtyrer wurde hier eine Sammlung veranstaltet mit nachstehendem Resultat: Graf Paul Pejacsovic Kronen 100.—, Neuschlo'sche Beamten 100.—, Max Fischer 20.-, Hermann Neuman 10.—, Michael Weiß 10.—, Robert Schupich 6.—, Rabbiner Winter 5.—,• Josef SScrcm 5.— Isidor Weiß 5.—, Samuel Drechsler 5.—, Jakob Frank 5.—, Filip Bauer 5.-, Jakob Klein 5.-, Alexander Eisler 5.—, Sigmund Eisler 5.—, Winko Wollner 5. -, Geza Herzog 5.—, Gabor Pollak 5.—, Frau Witwe Joscfine Blau 5.—, Moriz Steiner 5.—, Moritz Juhn 5. -, Kreisler 4.—, Heinrich Fuchs 2.—, Samuel Pollak 2.- , Josef Deutsch 2.—, Bernhard Dorner 2.—, Mijo Weigerth 2.—, Ornstein Markus 2.—, Schoßberger 2.—, Adolf Goldstein 2.—, Albert Goldfinger 2.—, Sigmund Lederer 2.—, Adolf Pollak 2. -, Milch 2—, Ignatz. Krvaric 2.—, Earl Ferber 2.—, Rosendorn 2.—, Simon Roth I.—, Markus Preus 1.—, Carl Bauer 1.—, Carl Büchler I.-, Paul Beran l.-, Wajda 1, Alexander Beck 1.—, Bela Pollak , Markus Baran 1.—, Sandor Kaufmann 1.—, Julius Reich 1.—, Goldstein 1.-, Jakob Weiß 1. , Adolf Weiß 1.-, Leopold Fuchs 1.—, Salamon Kohn 1.—; zusammen K 371.—. Max Fischer, Vorstand. Jos. Beran, Cassier. Der Betrag wird der „Israelitischen Allianz" zu Wien zugemittelt werden. London. (Grund st einlegungfürdas jüdische S i e ch e n h e i m.) Am Freitag den 3. Juli hat Prinzessin Louise, Herzogin von Argyll, den Grundstein zum Neubau des jüdischen Kranken- und Srechenhauses gelegt. Die vornehmsten Persönlichkeiten Londons haben die Einladung zu dieser Feier angenommen. Feuilleton. Kain unb Arten». Novelle von Maksym Gorki. Uebersetzt aus dem Russischen von Malwina Blumberg. (Fortsetzung.) Ungefähr ein Monat war verflossen. Eines Tages, um die Mittagsstunde, — da das lärmende Treiben in Schichan seinen Höhepunkt erreicht, da die Verkäufer von kalten und heißen Speisen die Schaaren der Hafen- und Schiffsarbeiter umgeben, deren hungrige Magen laut Nahrung verlangen, und der Geruch gekochten, im Verderben begriffenen Fleisches die Straße füllt, — erklang plötzlich ein halblauter Ruf: „Artem geht!"

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