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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-06-26 · 26 (26.6.1903) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
26 (26.6.1903)
Date
1903-06-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr 36 Dr. Bloch's WochrnschrM. Sette 419 israelitischen Blindeninstitute, sowie die Herren Professor Doctor Wilhelm Jerusalem im Namen der Freunde und der Oculist Professor Doctor S> Klein im Namen der Verwandten. Einen geradezu mächtig erschütternden Eindruck machte ein von den Zöglingen des israelitischen Blindeniustitutes unter Leitung ihres langjährigen Lehrers, des Herrn Obercantors Singer, überaus wirkungsvoll vorgetragener Grabgesang, bei welchem kein Auge thränenleer blieb, und welcher die erhebende Feier in versöhnend tröstender Weise abschloß. Möge die edle verblichene Frau nun in stiller Erde ausruhen von ihrem ideal- und thatenreichen Leben und Wirken; diesen Wunsch rufen auch wir als letzten Abschiedsgruß der theueren Verblichenen in ihr stilles Grab wehmuthsvoll hinunter. Wien. (A u s z e i ch n u n g.) Dem Commercienrath und Cultusvorsteher Herrn Jonas Weil wurde von Sr. Majestät dem Kaiser das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens verliehen. Wien. (V e r l o b u n g.) Fräulein Elsa S ch w e i u b u r g, Tochter des Herrn Solomon S ch w e i n b u r g, hat sich mit Herrn Alfred Spitzer, Beamter der Versicherungsgesellschaft „North British", verlobt. Wien. (Spenden.) Für die armen Juden in Kischenew sind uns von Herrn Adolf Singer in Riöan bei Roffitz K. 4.— zugekommen. Wien. (Parteitag der ö st e r r e i ch i s ch e n Z i on i st e n.) Der diesjährige Zionistentag findet am 28. und 29. d. in Wien statt. Die Berathungen werden im „Hotel Post", I., Fleischmarkt, abgehalten. Bis jetzt sind Delegirte von circa 200 Vereinen (Niederösterreich, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Bukowina, Steiermark rc.) angemeldet. Sonntag den 28. d. wird zu Ehren der Delegirten im Ronacher-Saal ein Commers veranstaltet. Wien. (.Erholungsheim".) Frau Henriette Weiß, unseren Lesern durch ihre Bemühungen, eine jüdische Pflegerinnenschule zu Stande zu bringen, bestens bekannt, hat in Breitenstem, einem der schönsten und friedlichsten Punkte des Semmeringgebietes, ein „Erholungsheim" für Ruhebedürftige und Reconvalescente eröffnet, in dem das moderne Princip der individualisirenden Pflege und Ernährung zu sorgfältigster Durchführung gelangt. Die kleine Anzahl der vorhandenen Zimmer ermöglicht es, persönliche Wünsche jedes Einzelnen zu berücksichtigen und so wirklich Jedermann eine Stätte des Behagens und der Erholung zu schaffen. Wasierproceduren können durchgeführt werden, da ein tüchtiger, vcrsirter Arzt und Hydrotherapeut zur Verfügung steht. So hat das schöne Semmeringgebiet, seit Langem schon eine segensvolle Zufluchtsstätte für Erholungsbedürftige, in diesem Sinne eine werthvolle Bereicherung erfahren. Wien-Mariahilf. Der Tempel- und Schulverein VI.. Stumpergasse Nr. 42, hat am 7. Juni l. I. seine X. ordentliche Generalversammlung unter lebhafter Betheiligung abgehalten; als Telcgirter der löblichen Cultusgemeinde erschien Herr Cultusrath Architekt Max Fleischer. Aus dem Jahres- und Rechenschaftsberichte geht hervor, daß sich der Verein in fortschreitender Richtung entwickelt, indem während der Berichtsperiode eine größere Anzahl neuer Mitglieder beigetreten ist. Weiters wurde durch Herrichtung eine Verschönerung der Tempel- und Schullocale erzielt. Nach Genehmigung des Rechenschaftsberichtes wurde dem Vorstande das Absolutorium erthcilt. Sodann hat Cnltusrath Architekt Max Fleischer die Versammlung mit einer Ansprache ausgezeichnet und die rege Thätigkeit des Vorstandes, ganz besonders die großen Erfolge der Talmud-Thora- Schule in besonders anerkennender Weise betont und versprach, nach jeder Richtung hin die Interessen des Vereines nach Thunlichkeit zu fördern. Bei der hierauf vorgenommenen Neuwahl wurden die Herren Leopold Fürst, Heinrich Münzer und Heinrich Zollschan wiedergewählt und bei der stattgefnndenen constituirenden Sitzung wurde Herr Moritz Felsenburg als Präsident, Leopold Fürst, Vicepräsident; Salo Viertel, Schriftführer; Em. Max Weiß, Cassier, gewählt. Wien. Auch im Brigittenauer Tempel des XX. Wiener Bezirkes fand am zweiten Tag Schebuoth gelegentlich der allgemeinen Seelenandacht eine ergreifende Haskärah für die Kischenewer Märtyrer statt. Der bekannte Obercantor und vorzügliche Sänger Herr Jg. Oesterreicher, der den Gottesdienst an diesem Festtage in besonders erhebender Weise leitete und mit seinen künstlerischen Darbietungen die zahlreichen Andächtigen begeisterte, betrat vor dem Maskir die Kanzel und widmete den Opfern für Licluseb basoüom einen beredten. Hefpod. Die ganze Gemeinde stand tief ergriffen unter dem Eindrücke dieser Trauerfeier. Holleschan. Am 16. d. M. fand hier die Trauung des Fräulein I a n k a B r a u n f e l d, Tochter des Secretärs der hiesigen Cultusgemeinde Herrn Adolf B r a u n f e l d, mit Herrn Michael Striks, Sänger der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, statt. Ein zahlreiches distinguirtes Publicum füllte den Tempel und gibt es für die Beliebtheit, deren sich die Familie der Braut in unserer Stadt erfreut, Zeugniß, daß man unter den Trauungsgästen unter Anderen den Bürgermeister und die Stadtvertretung, den Cultusvorstand sammt Repräsentanz und Vorstand der israelitischen Gemeinde, das Präsidium des Frauenvereines, der Chewra-Kadrscha und der Talmud-Thora, sowie fast sämmtliche Gemeindemitglieder bemerkte. Herr Rabbiner Dr. Freimann hielt an das Brautpaar eine herzliche Ansprache, in welcher er das verdienstliche, gemeinnützige Wirken des Brautvaters lobend hervorhob und die in Segenswünschen für die Neuvermählten ausklang. Die Ansprache übte auf die Anwesenden einen mächtigen Eindruck. Herr Obercantor Guttmann aus Wien versah unter Mitwirkung eines Doppelquartettes von Wiener Tempelsänger,i unv den Chordirigenten Herrn Hermann und P o r t h, die cantorale Function und erhöhte durch die mit seiner prachtvollen Stimme vorgetragenen Gesänge die Weihe der Trauungsfeierlichkeit. Herr Cantor Edelmann aus Wien verrichtete im Tempel das Minchagebet in vorzüglichster Weise. Beim Festmahle erschienen gleichfalls die oben erwähnten Notabilitäten der Stadt, ferner Herr Prof. Nafchir aus Wien und Opernsänger I a d l o w k a aus Riga sammt Frau. Dem jungen Brautpaare kamen zahlreiche Glückwunschschreiben und Telegramme zu, von welchen wir blos ein in den schmeichelhaftesten Worten für den Bräutigam abgefaßtes Schreiben des Wiener Bethansvorstandes erwähnen. Eine von Herrn Max Schwager eingeleitete Telegramm-Ablösungsspendensammlung ergab einen namhaften Betrag, der einem würdigen Armen zu Gute kam. Prag. (Der alte Prager Jrrdenfriedhof.) Die Parcellirungsfrage des historischen alten jüdischen Friedhofes in Prag, die in den Kreisen der Kunstfreunde große Erregung hervorgerufen hat, bildete am 23. d. M. den Gegenstand einer Verhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshofe. Mit Erkenntniß der böhmischen Statthalterei vom 23. April 1901 wurde der Stadtgemeinde Prag über deren Ansuchen die Expropriiruna eines Theiles des alten jüdischen Friedhofes in Prag bewilligt. Ein gegen diese Bewilligung eingebrachter Recurs wurde von dem Ministerium des Innern abgewiesen. Nunmehr brachte die Beerdigungsbrüderschaft als Besitzerin die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof ein. Neben anderen Gründen beruft sich die Beschwerde auf den § 4 eines Assanirungsgcsetzes für die Stadt Prag, in welchem es heißt, daß bei Durchführung der Regulirungsbauten auf. die historischen Denkmäler nach Thunlichkeit Rücksicht zu nehmen ist. „Der alte israelitische Friedhof", führt die Beschwerde aus, „bildet ein anerkanntes, ehrwürdiges historisches Denkmal, das in der ganzen gebildeten Welt als solches geschätzt und jährlich von vielen Tausenden von Fremden besucht wird". Bei der gestrigen mündlichen Verhandlung machten der Vertreter des Ministeriums, Ministerial-Vicesecretär Dr. v. Hermann und der Vertreter der mitbelangten Stadtgemeinde Prag, Dr. Scholz, geltend, daß durch die Parcellirung dieses Theiles des Friedhofes der Gesammteindruck der historischen Stätte nicht geschmälert werde. Der Verwaltungsgerichtshof unter Vorsitz des Senatspräsidenten Dr. v. Alter verwarf die Beschwerde und begründete diese Entscheidung damit, daß die Benrtheiluiig der Zweckmäßigkeit des Regulirungsplanes durchaus Sache der administrativen Behörden sei und daß bei Durchführung der Assanirung ohnedies den Bestimmungen des § 4 des Assamrungsgesetzes Rechnung getragen wurde. Lemberg. (T r a u u n g.) Dienstag den 30. Juni l. I. um 6 Uhr Nachmittags findet in Lemberg, Bernsteingasse II, die Trauung des Herrn Dr. Julius Wittels aus Stanislau, Sohn des Herrn Alexander Wittels, mit Fräulein Regine Herzig aus Przemysl statt. Zloczüw. Am 16. d. M. fand hier die Trauung des Fräulein Marie Deut sch, Tochter des hiesigen Stadtarztes Herrn Dr. Heinrich Deutsch, mit Herrn Dr. Salomon Stern, Concrpisten der Kaiser Ferdinand-Nordbahn, Sohne des Herrn Bernhard Stern, Bürgermeister der Stadt Buczacz. statt. Da sich Herr Deutsch als hierorts seit 40 Jahren prakticirender Arzt eine allgemeine Sympathie und Beliebtheit erworben hat, da auch Herr Stern, langjähriger Bürgermeister in Buczacz, der im Monate Oktober l. I. das 25iährige Jubiläum als Bürgermeister einer zu den dreißig größeren Städten gehörenden Stadt, wie auch als Mitglied des Bezirksrathes, Bezirksausschusses und Bezirksschulrathes in Buczacz feiert, hier auch viele Freunde und Bekannte hat, so nahm an der Tranungsfeier Antheil die ganze städtische Intelligenz. Die versammelte Gesellschaft, aus den Anverwandten von beiden Familien und zahlreichen Gästen bestehend, bot einen imposanten Anblick dar. Zur Trauungsfeier sind über 600 Telegramme mit Glückwünschen eingelaufen, die bei der Tafel verlesen wurden. Unter denen befanden sich auch Telegramme von dem Reichsrathsabgeordneten Wladimir Ritter von Gniewocz, Baron Marian Blazowski, Jacob Piepes Poratynski, Dr. Straucher, Dr. Nathan Seinfeld und Arthur Zaremba von Cielecki. Budapest. Der Maköer Oberrabbiner Abraham Kornfeld ist hier an einem Herzleiden gestorben. Der Verblichene wirkte 31 Jahre als Rabbiner. Sauerbrunn. Am 21. d. M. feierte Herr Sigmund Hofbauer, Mitches der Firma S. u. W. Hofbauer in Wien, mit Fräulein Hermine G o l d n e r aus Sopron sein Hochzeitsfest, welchem viele Freunde beider Familien beiwohnten. Den Trauungsact vollzogen die Herren Rabbiner Ehrenfeld aus Mattersdors und Bezirksrabbincr Marmorstein aus Szenier.

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