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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-06-19 · 25 (19.6.1903) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
25 (19.6.1903)
Date
1903-06-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 25 Vr. Blvch's Wochenschrift. Sette 405 so innig geliebten, unglücklichen Bruder gegenüber mit erhöhter Gewissenhaftigkeit nachzukommen. Und wie wir Dein sterblich' Theil versenken in die kühle Erde, die Dich aufnimmt in Frieden, so versenken wir die Erinnerung an Dich, Du Theuerer, tief in unsere schmerzdurchwühlte Brust, auf daß Du darin ein Denkmal findest, volltönender und ruhmreicher als in vergängliche» Stein gemeißelt, ein Denkmal, welches Dankbarkeit, Verehrung und Liebe dem besten, liebevollsten Chef errichtet. Schlafe in Frieden, die Erde sei Dir leicht! Hierauf verabschiedete sich namens einer Anzahl intimer Freunde Herr John Naschör in einem die Leidtragenden tief erschütternden Nachrufe von dem Verblichenen, in welchem er ihn als aufopfernden, hingebungsvollen Freund würdigte. Der trauernden Familie des Verewigten ist aus den angesehensten Kreisen der Residenz eine Unzahl von Condolenzen zugegangen, so unter Anderen von dem Handelskammerpräsidenten Freiherrn v. Mautner, von den Großindustriellen kaiserl. Rath Ad. v. Wiesenburg, Anton v. Harpke, Commercialrath Leopold Trebitsch, Sigm. Trebitsch, Commercialrath Hermann Bujatti u. v. A. Wien. Die unentgeltlichen Unterrichtscurse, der Wiener Jüdischen Toynbee-Halle, die im Mai begonnen haben, sind nunmehr so geändert worden, daß die Curse folgendermaßen stattfinden: Montag: Französisch von 7 bis 8 Uhr Abends, Englisch von 8 bis 9 Uhr Abends. Dienstag. Stenographie von 8 bis 9 Uhr Abends für Damen. Mittwoch: Hebräisch von 7 bis 8 Uhr Abends. Donnerstag: Stenographie von 8 bis 9 Uhr Abends für Herren. Samstag: Literaturcnrs von 8 bis 7,9 Uhr Abends. Floridsdorf. Der israelisch-politische Verein „Gleichheit" in Floridsdorf hält am Dienstag den 23. d. M. um halb 9 Uhr Abends in den Giselas älen eine öffentliche Versammlung ab, in der Herr Secretär Siegfried Fleischer aus Wien zu dem Thema: „Heimatrecht. Staatsbürgerschaft — staatsbürgerliche Rechte" sprechen wird. Pohrlitz. Als Ergebniß einer Sammlung der israelitischen Cultusgemeinde Pohrlitz für die unglücklichen Juden in Kischenew ist der Betrag von K 175 an die »Neue Freie Preffe" gesendet worden. Jglau. (Verlobung.) Fräulein Irma Taußig, Tochter des verstorbenen Communallehrers Herrn Friedrich Taußig in Jglau, hat sich mit Herrn Simon Benesch, Disponent der Fabriksfirma Rumpler, Oser und Comp, in Wien, verlobt. Steyr. Am 2. Wochenfeste wurde für die Märtyrer in Kischenew eine Haskarah in unserer Synagoge abgehalten. Der Betrag einer vom Vorstand veranstalteten Sammlung mit K 207.— wurde an die „Israelitische Allianz" abgeführt. Freiwaldau-Gräfenberg. Sehr geehrter Herr Redacteur! Ihre geschätzte Zeitschrift Nr. 22 vom 29. Mai brachte unter „Breslau" einen schwunghaft gehaltenen Artikel über die Reize und Naturschönheiten des Badeortes Gräfenberg, unter Anderem auch, daß es bisher nicht möglich war, an diesem Orte rituell zu speisen; diesem soll nur dadurch abgeholfen worden sein, daß der in Hamburg bestehende „Verein zur Errichtung ritueller Speisehäuser" einem Nichtjuden eine namhafte Unterstützung angedeihen ließ, welche es diesem ermöglichte, eine rituelle Restauration einführen zu können. Nun erlaube ich mir zu erklären, was auch der Einsender des Artikels „Breslau" ganz gut wissen mußte, daß in Gräfenberg selbst seit ca. 20 Jahren ein rituelles Speisehaus, wenn auch nicht den modernsten Anforderungen entsprechend eingerichtete Speisesäle, unter Leitung der Ww. Frau Konstandt geführt wird und außerdem in dem thalabwärts ganz nahe gelegenen Freiwaldau sich die rituelle Restauration des Herrn Adolf Lichtenstern befindet, die sich allerorts ob der guten Küche und der mäßigen Preise des besten Rufes erfreut. Nachdem also in Freiwaldau-Gräfenberg in zwei jüdischen Restaurationen für rituelle Küche gesorgt ist, war es durchaus nicht am Platze, auch noch einen Nichtjuden mit Rath und That zu unterstützen, um ein rituelles Speisehaus ins Leben zu rufen, vielmehr wäre es ein schöner Zug oben angeführten Vereines gewesen, falls er die arme Witwe K. unterstützt hätte, damit diese in die Lage gekommen wäre, ihre Localitäten zu vergrößern und den heutigen Anforderungen gemäß einzurichten, denn unsere Thora lehrt: „Witwen und Waisen sollst du helfen". Nachod. Fräulein Emma Stransky, Tochter des Fabrikanten Herrn Leopold Stransky, Nachod, wird am 28. Juni l. I. mit Herrn I.U. Dr. Ferdinand Heller in Prag, Sohn des Herrn Josef Heller, Lederfabrikanten in Amschelberg, ihre Vermählung im israelitischen Tempel zu Nachod feiern. Schlau. Die hiesige Cultusgemeinde feierte am 11. d. M. in einfacher und würdiger Weise den 70. Geburtstag ihres Rabbiners Herrn Leopold Thorsch, der sich während seiner 17jährigen Amtsthätigkeit allgemeine Liebe und Verehrung erworben. Es erschien bei Sr. Ehrwürden Rabbiner Thorsch zunächst eine Deputation, bestehend aus den Vertretern der Cultusgemeiude mit Herrn Cultusvorsteher Löwn er an der Spitze, welche dem Jubilar eine kunstvoll ausgestattete Adreffe überreichte. Ferner gratulirten Abordnungen derChewra-Kadischa, des Frauenvereines und der jüdischen Ortsvereine unter Führung des Herrn I. Herz, während Herr Cantor Blum Worte des Dankes und der Verehrung an den ehrwürdigen College» richtete. Vom Landeslehrerverein, welchem Herr Rabbiner Thorsch als Obmann viele Jahre in verdienstvoller Weise Vorstand, waren erschienen: Der Obmann Herr Oberlehrer S. Springer aus Prag, welcher namens des israelitischen Landeslehrervereines, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Freund aus Bodenbach, welcher namens des Pensions- Vereines sprach, und Herr Oberlehrer Löwy aus Prag. Herr Rabbiner Thorsch, sehr gerührt durch die ihm dargebrachten Ovationen, dankte in herzlichen Worten allen Anwesenden, womit die würdige Feier schloß. Etsdorf. Samstag den 14. Mai beging Herr Moriz Schafr a n e k die Confirmationsfeier seines Sohnes Karl, welcher die Haftarah mit großem Verständniß vortrug. Der Familie sind aus diesem Anlasse zahlreiche Zeichen der Sympathien zugekommen. Sasvür. Die hiesige israelitische Cultusgemeinde, welche im vergangenen Jahre das 50jährige Amtsjubiläum ihres segensreich wirkenden Rabbiners Herrn M.L. En ge! festlich beging, rüstete sich zur Einweihung des neuen Schulgebäudes, welches, allen modernen hygienischen Anforderungen entsprechend, eine Zierde der Stadt bilden wird. Se. Majestät der Kaiser hat zur Errichtung dieser Bildungsstätte den Betrag von x 1000 gespendet; sehr verdient um den Bau machten sich der Cultusvorstand, mit Herrn Emanuel Pollak an der Spitze, der löbliche Schulstuhl unter dem Präsidium des Herrn Dr. Lase, wie der größte Theil der stets opferwilligen Gemeindemitglieder. 6 8. Amsterdam. Die Zionisten hatten kürzlich eine Protestversammlung wegen der Vorgänge in Kischenew einberufen. Auch mehrere christliche Redner hielten Ansprachen, wobei die altüberlieferte holländische Toleranz voll zum Ausdruck kam. Der Führer der christlichhistorischen Partei, Kammermitglied Dr. Visier, schob die Schuld an den Ausschreitungen der ruffischen Kirche zu, die mit allen Mitteln ihre Position kräftigen wolle. Paris. Bei der Alliance israelite universelle sind bisher für die Nothleidenden in Kischenew 400.000 Francs vereinnahmt worden, im Wesentlichen nur Zahlungen aus Amerika. Frankreich, sowie des Hamburger Loealcomites enthaltend. Die Sammlungen anderer Comitös, namentlich die des Berliner Localcomites, welche bisher 70.000 Mark ergeben hat, find in dieser Summe nicht inbegriffen. Ludbreg. Herr Bezirksrabbiner I. L. Deutsch hat für die unglücklichen Juden in Kischenew eine Sammlung veranstaltet mit nachstehendem Ergebniß: I. L. Deutsch, Rabbiner in Ludbreg, K 4.10, Samuel Rosenberger in Ludbreg 5.—, Heinrich Hirschsohn in Ludbreg 5.20, Sänoor Pajtäs in Ludbreg 1.—, Sändor Klein in Rasinya L.—, Zigmund Pollak in Kuzminec 5.—, Witwe R. Färber in Ludbreg 2.—. Wilim Scheyer i sin in Ludbreg 5.—, Ignatz Groß in Ludbreg 1.—, Adam Welisch in Ludbreg 1.—, Franz Milhofer in Ludbreg 4.—, Salamon Weinrebe in Ludbreg 4 —, Leopold Weinrebe in Ludbreg 1Witwe Netti Fischer in Ludbreg 1.—, Caroline und Samuel Scheyer in Ludbreg 5—, Zedoke in Ludbreg 7.—, Albert Scheyer in Ludbreg 1.—, Samuel Steiner in Ludbreg 2.-, Josef Nemsiö in Sesvete 2.—, Jakob Schulhof in Struga 2.—, Jonas Drobinski in Hrastasko 1 —, Wilim Frankl Sv.-Gyürgy 1—, Max Blau in Sluuje 1.—, Hirschl Leopold in Slunje 5.—, Emi Schreiber in Sedorcsina 2.—, Jacob Stern in Bukovec 5.—, Ludwig Lausch in Csukovec 2.—, Ignaz Milhofer in Cvelkovec 2.—, Josef Schwarz in Rastinya 1.—, Moriz Klein in Rastinya 1.—, Carl Nemsiö in Rastinya 2.—. Kastl Lögrad 4.—, Stern Polance 1.—. Feuilleton. Kain rrnd Arleur. Novelle von Maksym Gorki. Uebersetzt aus dem Ruffischen von Malwina B l u m b e r g. Kain war ein kleiner, geschmeidiger Jude, mit einem spitzen Kopfe und einem gelben, mageren Gesicht, seine Wangen und fein Kinn waren mit Büscheln rother, struppiger Haare bedeckt, und sein Gesicht sah aus denselben, wie aus einem zerriffenen Plüschrahmen hervor, deffen Spitze das Schild einer schmutzigen Mütze bildete. Unter diesem Schild und den rothen, gleichsam ausgekniffenen Brauen blitzten kleine, graue Aeugelein. Dieselben blieben nur äußerst selten an einem bestimmten Gegenstand

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