Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 25 (19.6.1903)
- Date
- 1903-06-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Sette 404 Nr. 36 Dr. Bloch's WochrnfchrM. führen, gut gerechnet, an die 75 von Hundert bei schwerer Noth und Mihsal von Tag zu Tag den Kampf um ein elendes Jammerdasein. Vorläufig wird darüber immer noch hin und her verhandelt, was deshalb mit einiger Schwierigkeit verbunden ist, weil der bisherige tüchtige Sachwalter der hiesigen autonomen Judengemeinde auch in ihren administrativen Angelegenheiten, der Großrabbiner, vor einiger Zeit gestorben und augenblicklich Niemand vorhanden ist, welcher der Sachlage halbwegs gewachsen wäre. Sehr schön wäre es, wenn die hier ansässigen reichen Juden, unbeschadet ihrer fremden Staatsangehörigkeit, freiwillig ein wenig in die eigenen Säckel griffen, um ihren armen Stammesgenoffen aufzuhelfen, doch scheint dazu nicht die geringste Neigung vorhanden zu sein. Vermischtes. Kranzablösungsspenven zu Gunsten derChewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Emanuel Handofsky: Von Herrn Sig. Handofsky, IX., Garnifong. 7, K 20.—; von Franz und Kathy Braun, II., Ulrichgasse, R 10.—; von Ludwig Fürth, I., Franzensring 20, K 6.—; von Albert und Jda Strauß, Rumburg, R 10.—; von Rudolf und Jenh Bunzlau, L, Salzgries 16, K 5.—; von Herrn und Frau Emil Zeisel, Atzgersdorf, X 10.—; von Herrn Israel Böhm und Frau, I., Elisabethstraße 4, X 10.—; zusammen K. 71.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Leopold Kern: Von Herrn R. Conighi, Triest, R 100.—; von Frau Emy Schadelooch, Triest, R 50. -; von Herren Vegginger und Heß, München, K 50.—; von Rudolf Straffer, I-, Ebendorferstraße 1, R 20.—; von Herren Max und Wilhelm Hiller, Wien, K 20.—; von Julius Sauerbrunn X 20.—; von Fritz Krauß, IX., Kolingaffe 3, R 20.—; von Herrn I. B. Gairard in Triest X 50.—; zusammen R 330.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Irma Wasservogel: Von Familie Waffervogel R 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Oscar Braun: Von Herrn Dr. Moritz Braun, II., Kaiser Josephstraße 27, R 20.-; von Frau Dr. Katharina Braun, II., Kaiser Josephstraße 27. R 10.—; bon Emma Lewith, II., Springergasse 5, R 2.—; von Sidi Flesch, II, Springergasse 5, K 2.—; von Herrn Jg. Singer, II., Springergaffe 8, R 2.—; zusammen R 36.-. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Miklos Winter: Von Herrn Dr. Geza Winter R SO.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Moriz Groß: Von Herrn Wilhelm Groß, XV., Seidengasse 45, R 10.—; von Victor Groß, XV., Seidengaffe 45, K 10.; von Rudolf Groß, VII., Kirchengaffe 43, R 10.—; zusammen R bO.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Julia Frankl: Von Herrn Em. Raumann R 30.—. Wien. (Trauung.) Sonntag den 28. Juni l. I. um 1 Uhr Mittags findet im Tempel der Seitenstettengoffe die Trauung des Fräuleins Melanie Kohn, Tochter des k. k. Landesschulrathes und Bicepräsidenten der israelitischen Cultusgemeinde Herrn Dr. Gustav Kohn, mit Herrn Dr. Josef Jeger, Hof- und Gerichtsadvocat, statt. Wien. (Trauung.) Mittwoch den 17. d. M., 2 Uhr Nachmittags, fand im israelitischen Bethause, ll., Große Schiffgaffe 8, die Trauung des Fräuleins Sofie Bondi, Tochter des Herrn Marcus Bondi, mit Herrn Ignatz Klein statt. Wie». (Spenden.) Für die armen Juden in Kischenew sind uns vom Bethausverein Jaromek R 20.—, von den Herren Brüder Tauber R 2.—, Alfred Huth R 1.— au§ Holleschau, ferner von Max und Rosalie Riegler anläßlich ihres 30jährigen Hochzeitstages R 20.— zugekommen. Wien. (Israelitis ch e Allianz.) Die Sammlung derJsraelitischen Allianz zu Wien für die Opfer der Maffacres von Kischenew hat bis heute einschließlich der avisirten Beträge ca. 175.000 R erreicht. Unter den außerhalb Wien veranstalteten und der Israelitischen Allianz zugeführten Sammlungen sind außer den bereits mitgetheilten folgende zu nennen: Prag (durch Herrn Dr. Arnold Rosenbacher) vorläufiges Ergebniß eines Concertes unter Mitwirkung der Frau Lucy Bönuecken, k. k. Universitäts-Profefforsgattin, R 5000.—; Prag durch Herrn Dr. A. Rosenbacher weitere Sammlungen K 938.20; 694.26; 643.90; Brünn, A. Mitrossky, weitere Sammlung K 1029.—; Kremsier, Dr. A. Frankl, Sammlung R 64.—; W a g st a d t, L. Fried, Sammlung . . . . R 55.—; Zechnitz, Dr. Hugo Kohn, Sammlung . . „ 50.—; Wodnian, Rabbiner Kraus, Sammlung . „ 48.—; Cultusgemeinden (darunter theilweise Sammlungen) Triest R 1600.—, Budweis K 1502.—, Ncu-Sandec (Hilfscomite für Kischenew) R 1500.—, Gablonz K 1105.—, Nachod R 660.—, Olmütz K 500.—, Boskowitz R 470.—. Koprivnica R 404.—, Rakonitz K 302.—, Nikolsburg K 300.—, Croat. Kreuz K 290.—, Diakovar K 227.—, Steyr R 213.—, Zablocie K 200.—, Leipnik R 176.—. Czernowitz R 155.—, Neugedein R 130 —, Unter-Kralowitz K 115.—, Bäcs Almäs (Ungarn) R 110.—, Sobeslau R 103.—, Kanitz R 91.—, Luze R 80.—, Lubenz R 60.—, Hotzenplotz R 57.—, Brüx (Frauenverein) R 50.-. Wien. Wie wir erfahren, hat die Wiener Israelitische Allianz ihren Secretär Dr. Kaminka nach Kischenew entsendet, um an Ort und Stelle über die dortigen Vorkommnisse, sowie über den Stand der Hilfsaction Informationen einzuholen. Derselbe hat die Rückreise über Rumänien genommen und trifft in den nächsten Tagen in Wien ein. Wien. Der Verein ,,I?om6eb Ewjonim“ für arme Zugereiste in Wien, spendete für die Juden in Kischenew R 40.—, welcher Betrag durch Se. Ehrwürden dem Herrn Rabbiner Fürst seiner Bestimmung zugeführt worden. Alfred Eisenberger. Im besten Mannesalter, in der Vollkraft seines unermüdlichen Wirkens und Schaffens verschied am 10. d. M. in Weidlingau, wo er zum Sommeraufenthalt weilte, nach kurzem Krankenlager der Seidenwaarenfabrikant Herr Alfred Eisenberger, ein Sohn des Herrn k. k. Commercialrathes Siam. Eisenberaer sel. Andenkens. Alfred Eisenberger hat getreu den Traditionen seines Hauses sein ganzes Leben der ehrlichen Arbeit gewidmet und durch seine rastlose Energie, gepaart mit hervorragendem fachlichem Wissen, das Ansehen seines allgemein geachteten großen Hauses zu wahren und zu festigen gewußt. Persönlich von bescheidenem Wesen und biederem Charakter, fand er in der gewissenhaften Erfüllung seiner Berufspflichten, in der zärtlichsten Fürsorge für seine Familie und im still geübten Wohlthun seine höchste Befriedigung, und fern war ihm das Streben nach äußeren Ehren, obzwar ihm auch solche zutheil wurden. Mit ihm ist ein wahrer Ehrenmann zu Grabe getragen worden. Wie aufrichtige Theilnahme man der schwergeprüften Familie entgegenbrachte, zeigte die erhebende Leichenfeier am Centralfriedhofe. Der große Ceremoniensaal konnte die Zahl der illustren Leidtragenden kaum fassen und eine Menge der herrlichsten Blumengewinde füllte die Estrade. Unter tiefer Bewegung der großen Trauerversammlung recitirte der treffliche Obercantor des Mariahilfer Tempels Herr Simon Dünmann in ergreifender Weise die Trauergesänge und die meisterhafte Gedenkrede des ehrwürdigen Herrn Rabbiners Dr. Taglicht machte auf alle Anwesenden den tiefsten Eindruck. Am offenen Grabe hielt hierauf der Oberbuchhalter des Hauses S. Elsenberger, Herr Leopold Gollerstepper, folgenden Nachruf: Theuerer, innigst geliebter Chef! Deine treuen Mitarbeiter, die Du ach zu bald verließest, haben mir, als deren Aeltesten die traurige Mission übertragen, Dir ihre letzten Grüße zu überbringen. Mit todeswundem Herzen schicke ich mich an, dieser schmerzlichen Pflicht zu genügen, gilt es doch, Abschied zu nehmen von Dir für ewige Zeiten! Abschied! oh böses, bitteres Wort, um so vieles herber, wenn es für ewig gilt! Für ewig?, für alle Zeiten?, nein! Deine vergängliche Hülle, wir haben sie der Alles gleich machenden Erde anvertraut, in der Du sanft schlummern mögest, bis Dich des Herrn Ruf erweckt, aber Dein Geist wird leben in unserer Mitte, so lange wir im Lichte wandeln; so lange ein Athem unsere Brust bewegt, werden wir das Andenken an Dich hoch und theuer halten! Deine nie erlahmende Schaffenskraft, Deine selbst vom fortschreitenden körperlichen Leiden nicht niedergerungene Energie, die unwandelbare Liebe zu Deinem Berufe und die Lauterkeit Deiner Gesinnung, sie werden uns stets als erhebendes Beispiel bei Erfüllung unserer Pflicht voranleuchten, und wir geloben an dieser weihevollen Stätte, unserer Berufspflicht Deinem von Dir