Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 24 (12.6.1903)
- Date
- 1903-06-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 890 Dr. Vloch's Wochsnschrikk. Nr. 24 m$e Zuhörerschaft einen liefen Eindruck machte. Eine im Anschluß an den ^rttesdienst veranstaltete Sammlung ergab eine namhafte Summe, die den Hinterbliebenen als Spende zugeführt werden soll. Falkenau a. Eger. Für die Hinterbliebenen der in Kischenew hingemetzelten Glaubensgenossen wurde von der hiesigen Cultusgemeinde durch Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. S. Feuerstein eine Sammlung vorgenommen, welche einen Ertrag von L 291.60 ergab, die an die „Israelitische Allianz" in Wien abgeführt wurde. Es spendeten: Israelitische Cultusgemeinde Falkenau K 50.—, Chewra-Kadischa Falkenau 10.—, Karl Pollak, Falkenau 10.—, Eduard Reichler, Falkenau 5.—, Wilhelm Grünwald, Falkenau 10.—, Moriz Löw, Falkenau 2.—, Dr. Ludwig Steiniger, Falkenau 5.—, Frau Charlotte Steiniger, Falkenau 4.—, Theodor Steiniger, Falkenau 4.—, Alfred Fischer, Falkenau 4.—, Dr. Ludwig Unger, Falkenau 10.—, David Kohn, Falkenau 3.—, Personal Ignaz Kohn, Falkenau 1.60, Adolf Hermann, Falkenau 4.-, Ernst Steiniger, Falkenau 7.—, Leopold Kohn, Falkenau 2.—, Johann Steiner, Falkenau 2.—, I. Heinrich Bloch, Falkenau 2.—, Dr. Adolf Stark, Falkenau 5.—, Josef Lang, Falkenau 2.—, Frau Anna Honig, Falkenau 2.—, David Steiniger, Falkenau 5.—, Berthold Hansel, Falkenau 4.—, Angelo Wassermann, Falkenau 2.—, Frau Anna Adler, Falkenau 4.—, Alois Löbenstein, Falkenau 4,—, Adolf Hirsch, Falkenau 6.—, Hermann Zentner, Falkenau 6.—, Simon Rosner, Falkenau 6.—, Brüder Läppert, Falkenau 10.—, Frau Wilhelmine Binhak, Falkenau 3.—, Dr. Sam. Kohn, Falkenau 5.—, Leopold Mohr, Falkenau 10.—, Filipp Steiniger, Falkenau 2.—, Leo Hübsch, Falkenau 1.—, Hugo Löwy, Falkenau 2.—, Ludwig Mayer, Falkenau 2.—, Dr. Salomon Feuerstein, Rabbiner, Falkenau ft.—, Gust. Fuchs, Elbogen 3.—, Mor Lederer, Elbogcn 4.—, Otto Weißbart, Elbogen 4.—, Dr. Jac. Kohn. Elbogen 5.—, Ignaz Steiniger, Elbogen 3.—, Nathan Ehrlich, Chodau 10.—, Adolf Basch, Chodau 4.—, Ed. Kronberger, Chodau 10.—, Wilhelm Schwabach, Chodau 3.—, I. Hahn, Chodau 2.—, I. Lang, Cliodau 2.—, I. Hamburger, Chodau 2.—, Dr. Neumaun, Chodau 2.—, Sigmund Löwy, Chodau 2.—, Max Heller, Chodau 2.—, M. Strauß, Chodau 1.—, I. Sommer, Chodau 1.—, Ed. Libochowitz, Neusattl K 10.—; zusammen K 291.60. Butschowitz. Am 18. August 1853 wurde der hier vor 53 Jahren neu erbaute prächtige Tempel besonders festlich eingeweiht, wobei Herr Oberrabbiner Dr. Adolf Schmiedl aus Wien, welcher dazumal als Rabbiner in Proßnitz fungirte, die Weiherede im neuen Gotteshause hielt. Der gegenwärtige Cultusvorstand hat nun bei der letzten diesbezüglichen Sitzung beschlossen, zur ehrenvollen Erinnerung dieser würdigen Thatsache aus diesem Anlässe ein entsprechendes Tempel-Jubiläum zu veranstalten und wurden zu diesem Behufe die nöthigen Vorkehrungen getroffen, um die verschiedenen Festlichkeiten in würdiger Weise zur Ausführung gelangen zu lassen. Lemberg. (Trauung.) Dienstag den 16. Juni l. I. um 1 Uhr Nachmittags findet in Lemberg (Mochnackigaffe 42) die Trauung des Fräulein Emma Samuely, Tochter des Herrn Albert S a m u e l y, mit Herrn Dr. Jan Landau aus Krakau statt. Rzeszow. Zufolge, des Circularschreibens des „Allgemeinen österreichischen israelitischen Bundes" vom 27. Mai 1903 hat der hiesige Rabbiner Se. Ehrw. Herr O. H. Wallerstein am zweiten Tage des Schewuoth-Festes vor der „Haskara" einen rührenden Nachruf für die unglücklichen Märtyrer unserer Kischenewer Brüder gehalten. Es wurden in sämmtlichen Bethäusern Gebete abgehalten und auch materielle Gaben gespendet, welche dem oberwähnten Vereine eingesendet werden. Budapest. Der durch viele Acte der Humanität bekannte hauptstädtische Privatier Lazar Eppinger beging jüngst im Kreise seiner zahlreichen Familie seinen achtzigsten Geburtstag und erhielt aus diesem Anlässe von Nah und Fern die herzlichsten Gratulationen. Eine besondere Ehrung bereitete ihm der Vorstand der Pester israelitischen Religionsgemeinde, der er eine Thorarolle mit äußerst kostbaren Paramenten gespendet hat. Eine Deputation des Vorstandes fand sich in der Wohnung Eppinger's ein und sprach ihm ihre Glückwünsche, sowie ihren Dank aus. Von der Leitung des israelitischen Knaben-Waisenhauses, dessen Wohlthäter Eppinger seit Jahren ist, erhielt er eine kunstvoll ausgestattete Adresse. Der Jubilar hat auch aus diesem Anlasse wieder Beweise seiner philanthropischen Gesinnung gegeben, indem er viele wohlthätige und gemeinnützige Institutionen mit großen Spenden, beziehungsweise Stiftungen bedachte. Die Söhne des Jubilars, die Chefs der Firma Lazar Eppinger und Söhne, haben für ihr Personal eine Versicherung ins Leben gerufen, deren sämmtliche Kosten sie selbst tragen. Budapest. Der Obercantor der Pester israelitischen Religionsgemeinde Professor Adolf Lazarus ist von einerschweren Heimsuchung ereilt worden. Im 43. Lebensjahre starb sein Bruder Albert Lazarus, der durch zehn Jahre an seiner Seite als zweiter Cantor im Cultustempel in der Dohäny-utcza gewirkt hatte. Erlau. Der Lehrer der hiesigen israelitischen Gemeinde Moriz Lakner tritt Ende dieses Schuljahres nach 48jährigem Wirken in den Ruhestand. Ans diesem Anlasse veranstalteten seine gewesenen Schüler ihm zu Ehren am 7. Juni ein Fest. Die Verdienste des scheidenden Lehrers sollen durch eine zu errichtende „Moriz Lakner"-Stiftung verewigt werden. Groß-Kanizsa. Am 9. Juni d. I. begingen in aller Stille Herr Moriz Halphen und dessen Frau Hanna geb. Steiner das Fest der silbernen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich hier großer Beliebtheit und allgemeiner Achtung. Herr Moriz Halphen ist seit einer Reihe von Jahren im Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde und Präsident des Kaufmännischen Krankenvereines (ohne Unterschied der Confession). Gabes. (I u d e n st e u e r n inTripolis.) Die türkische Regierung beabsichtigt, neue Steuern einzuführen. Die eingeborene israelitische Bevölkerung von Tripolis, die in großem Elende lebt, kann nichts mehr zahlen und zog sich, die Arbeit verlassend, in ihr Viertel zurück. Die Regierung ließ dreißig israelitische Notable gefangen setzen. Berlin. Wie wir erfahren, haben die Sammlungen des Hilfsvereines der deutschen Juden zu Gunsten unserer unglücklichen Glaubensgenossen in Kischenew bisher die Summe von Mk. 425.000.— ergeben. Der Erfolg ist ein außerordentlich erfreulicher, aber gegenüber dem Unglück muß darauf hingewiesen werden, daß sehr große Anstrengungen werden gemacht werden müssen, um es den zahlreichen völlig zerstörten wirthschaftlichen Existenzen zu ermöglichen, wieder in geordnete sociale Verhältnisse zu gelangen. Für die Zwecke des Hilfsvereines sind in diesen Tagen weitere Mk. 300.000.— verfügbar geworden. Die verstorbene Frau Baronin von Cohn-Oppenheim hat ihrem Verwandten, Herrn Dr. Paul Nathan, dem Geschäftsführer des Hilfsvereines im Ehrenamte, testamentarisch Mk. 300.000.— vermacht mit dem Aufträge, dieselben zu Gunsten des Hilfsvereines zu verwenden. Berlin. (Fü r Kis ch e n ew.) Zum Besten der Kischenewer Juden hat der „Jüdische Verlag", Berlin, den Ertrag eines kleinen Buches bestimmt, welches die Judenmetzeleien von Kischenew auf Grund von authentischen Materialien und Originalberichten behandelt. (Der Schrift ist eine Anzahl von photographischen Reproduktionen beigegeben.) Der Preis des Buches ist auf 1 Mark festgesetzt worden, und es soll nun für die denkbar größte Verbreitung Sorge getragen werden. Besonders sei jüdischen Vereinen und Institutionen der Bezug und Vertrieb dieser Schrift nahegelegt, damit durch möglichst große Massenauflage die Hilfsaction gestärkt und zugleich das öffentliche Gewissen aufgerüttelt werde. Bestellungen sind zu richten an den Jüdischen Verlag, Berlin, Großbeerenstraße 75. Feuilleton. Das fünfte Gebot Von Dr. F. Rich. H e i n s ch e l. (Fortsetzung.) Um die trüben Gedanken zu verscheuchen, begann sie über ganz gleichgiltige Dinge zu sprechen, doch Beide waren froh, als die Mittagsstunde schlug und sie in das Speisezimmer traten, wo die Gesellschafterin und der Hausverwalter der Herrschaft bereits harrten. Else war jetzt achtzehn Jahre alt. Als das Verlöbniß ihrer Mutter vor neun Jahren gelöst wurde, gab Frau v. Blaustein ihre Tochter in ein Schweizer Pensionat, wo diese in Meta von Rauenstein eine vertraute Freundin fand. Meta war die Tochter von Kurt's verwitweter Schwester.