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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-06-12 · 24 (12.6.1903) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
24 (12.6.1903)
Date
1903-06-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 888 Dr. Blmh's Wochrnschrifl. Nr. 24 Erfolgreiche Proteste. Die Kundgebung der öffentlichen Meinung in Amerika soll die russische Regierung bewogen haben, ferneren Judenverfolgungen vorzubeugen. Washington, 27 Mai. Die Senatoren Alger und Burrows und Repräsentant Lucking, welche den Staat Michigan vertreten, machten heute dem Staatssecretär Hay ihre Aufwartung und überreichten ihm Resolutionen, durch welche die große Massenversammlung in Detroit ihre Entrüstung über den Angriff auf die Juden in Kischenew zum Ausdruck gebracht hat und deren Text bereits veröffentlicht worden ist. Der Sccretär hörte mit Jntereffe der Verlesung der Resolutionen zu, versprach sie, dem Präsidenten bei seiner Rückkehr nach Washington vorzulegen und besprach auch die Angelegenheit mit seinen Besuchern. Viele ähnliche Resolutionen und Schreiben, welche dasselbe Ziel verfolgen, sind dem Secretär Hay bereits zugegangen und ihr Empfang wird seinerzeit bestätigt werden. Die Delegation von Michigan sprach ihre Genugthuung über das einhellige und spontane Vorgehen des amerikanischen Volkes und seine wohlthätige Wirkung aus. Die Mitglieder waren der Ansicht, daß die ruffische Regierung bereits Notiz von den unzweideutigen Kundgebungen der öffentlichen Meinung in Amerika genommen und besondere Vorsichtsmaßregeln getroffen hat, um der Wiederkehr einer Judenhatz in Beffarabien vorzubeugen. Vennilchtes Wien. (Kaiser!. Rath Paul L e m b e r g--e r.) Im Verordnungsblatt des Justizministeriums vom 2. Juni, Nr. 10, wird nachstehende Ernennung gemeldet: »Zum fachmännischen Laienrichter aus dem Handelsstande. Sprengel des Oberlandesgecichtes Wien, für das Handelsgericht, wurde der öffentliche Gesellschafter der Firma Heinrich K l i n g e r in Wien, Herr Paul Lemberger ernannt. Wie». (Israelitische Cultusgemeinde Wien.) Die Religionsprüfungen für Mrttelschulschüler finden im ll. Semester dieses Schuljahres am Montag den 15. Juni 1903 von 5 bis 7 Uhr Nachmittags durch den k. k. Professor Herrn Dr. Heinrich Pollak in der Religionsschule, I., Seitenstettengaffe 2, statt. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde. Kranzablösuugsspenden zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wien 1.» Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des seligen Frl. Elsa Lichtenstadt: Von Familie Julius Weiß, HI/2, Pfefferhofgasse 1 a, K 10.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Sigmund Konrad: Von L. K. X 20.—; von Gustav Fischet X 50.—; zusammen X 70.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Giiela Julie L ö w h: Von Herrn Jagues Berger X 10.—; von Gabor Rosenfeld X 4.—; zusammen X 14.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Anna Silberstein: Von Herrn und Frau Friedrich Pollak X 20.—, von Herrn und Frau Ignaz Wolf K 20.—; zusammen K 40.-. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Jacob B a r t u s ch a n: Von Herrn Max Jacobi, IX., Glasergasse 14, K 2.—; von Bern Rosenfeld. XX., Clusiusgaffe 12, X 2.—; von Berthold Meller IX., Glasergasse 19, X l.—; von Winterberg, IX., Glasergasse 17, X 1.—; von Amalia Löwenheck, XX., Marchfelderstraße 12, X 3.—; von Anna Großheim, IX., Glasergasse 17, X 1.—; zusammen X 10.—. Wie». (Israelitische Allianz.) Die Sammlung der Israelitischen Allianz zu Wien für die Opfer der Massacres von Kischenew hat bis heute einschließlich der avisirten Beträge circa 145.000 erreicht. Unter den außerhalb Wien veranstalteten und der Israelitischen Allianz zugeführten Sammlungen sind außer den bereits mitgetheilten folgende zu neunen: Prag (durch Herrn Dr. Arnold Rosenbacher) weitere Sendungen Kronen 587 und 525; Czernowitz, weitere Sendung der Filiale der Israelitischen Allianz zu Wien, 3000; Brünn, A. Witrofsky weitere Sammlung 1000; Innsbruck, Sammlung W. Dannhauser 287; Zwornik (Bosnien). Alexander Fischer 50; Neubydzow (Chewra- Kadischa und Verein Schomre Hatow) je 50; Tvbitschau, Beamte der Herrschaft 50; Proßnitz, Dr. Goldschmied, Rabbiner, wertere Sammlung 45; Cultusgemeinden (darunter theilweise Sammlungen): Karlsbad 1417, Auffig 1322, Jägerndors 1279, Göding 600, Wr.-Neustadt 545, Eibenschütz 478, Holleschau 425 Neubydzow 400, Brüx 400, Laun 360, Lobositz 309. Königinhof 302 und 73, Falkenau a. E. 298, Mistelbach 286. Bodenbach 266. Pribram 228, Damboritz 180, Drohobycz 172, Warasdin 137, Austerlitz 115, Ung.-Ostra 106, Staab (Böhmen) 80, Podersam 80, Zwittau 80, St. Georgen bei Preßburg 77, Hartmanitz 75, Oberhollabrunn 72, Selcan 70, Otlynia 65, Kaffejowitz 64, Gewitsch 62, Daubrova 60, Freiberg 55, Neubistritz 51, Chrzanow 50, Sadska 50, Dürrmaul 37; ferner Tempelvorstand Neuern 200 und Tempelvorstand Deschenitz 40. Wien. (Wilbrand-Baudius-Borlesung in der israelitischen Versorgungs-Anstalt.) Seit mehreren Wochen veranstalten Damen der Wiener Gesellschaft den Insassen des israelitischen Siechenhauses zu deren Zerstreuung und geistigen Erholung Vorlesungen ausgewählter Werke theils heiteren, theils ernsten Inhaltes. Am 6. d. M. saß die vielgefeierte Künstlerin Frau k. u. k. Hofschauspielerin Wilbrand- Baudius am Vorlesetische. Die Vorlesung galt diesmal nicht blos den Siechen, sondern auch allen anderen Insassen der Versorgungs-Anstalt. Kranke und Gesunde, Junge und Alte füllten schon lange vor Beginn der Vorlesung den Saal bis auf's letzte Plätzchen — mit strahlenden Augen, lächelnden, leuchtenden Mienen lauschten sie dem seltenen Genüsse. Scherz und Ernst — Poesie und Prosa — Wilbrand und Galus — Ferdinand Groß und Andersen — zogen in bunter Folge, aufs Glänzendste interpretirt, an ihrem geistigen Auge vorüber. — Reicher aus dem Herzen kommender Beifall lohnte die Künstlerin. Die Präsidentin des versammelten Ehrendamen-Comites Frau Jda Diamant begrüßte die Künstlerin und sprach zum Schluffe sowohl namens des Ehrendamencomitäs als auch im Namen der Insassen herzliche Dankesworte. Mit ebenso herzlichen Worten dankte der Obmann der Commission für die Versorgungs-Anstalt, Herr Salo Kohn namens des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde der allbeliebten Künstlerin. Dieser seltene Kunstgenuß wird allen Zuhörern in dauernder Erinnerung bleiben und allseits konnte man den Wunsch vernehmen: »Wenn sie nur bald wiederkäme". Wien. (Ausschmückung der Gräber am Centralfriedhofe.) Angesichts der gegenwärtigen Jahreszeit, in welcher die Ausschmückung von Gräbern und Grüften im Zuge ist, hat die Friedhof-Commission der israelitischen Cultusgemeinde kürzlich die Glashäuser der mit der Blumen-Ausschmückung betrauten Unternehmung einer Besichtigung unter, zogen; hiebei wurden genügende Vorräthe an Blumen und Pflanzen vorgefunden. Ebenso wurde am Friedhofe selbst der Stand der Ausschmückungen in Augenschein genommen, welcher ergab, daß entsprechend den angemeldeten Bestellungen der Parteien die saisongemäße Schmückung von Gräbern und Grüften zum größten Theile durchgeführt ist. Bei diesem Anlässe sei zur Information des Publicums Folgendes in Erinnerung gebracht. Für die Pflege von Gräbern und Grüften auf der israelitischen Abtheilung des Wiener Centralfriedhofes haben die diesfälligen Bestimmungen und der Tarif der Commune Wien Anwendung zu finden. Hiernach ist es im Interesse des Publicums selbst und behufs ordnungsmäßiger Durchführung der Ausschmückungen erwünscht, daß die Bestellungen für Ausschmückung von Gräbern und Grüften alljährlich rechtzeitig, d. i. mindestens acht Tage vor Beginn der betreffenden Ausschmückungsperiode (Frühjahr, Sommer, Herbst), von den Parteien in dem Bureau der Friedhof-Verwaltung. L, Seitenstettengaffe 4, oder in der Kanzlei auf der israelitischen Abtheilung des Centralfriedhofes angemeldet werden. Die Ausschmückung wird sodann, insoferne es die Witterung zuläßt, innerhalb acht Tagen vom Tage der Bestellung an vorgenommen und für deren gleichmäßige Erhaltung während der bestellungsgemäßen Dauer Sorge getragen. Für etwa eintretende Elementär-Schäden (Frost, Hagelschlag, Wolkenbrüche u. s. w.) trifft die Ausschmückungs-Unternehmung keine Haftung. In solchen Fällen wird jedoch von der Unternehmung auf Verlangen der Parteien die gänzliche oder theilweise Neuherstellung der Ausschmückung gegen eine mäßige Nachzahlung ausgeführt. Reclamationen, betreffend nicht entsprechende Ausschmückungen, wollen bei der Friedhosverwaltung der israelitischen Cultusgemeinde, I., Seitenstettengaffe 4, eingebracht werden. Wien. (Verlobung.) Fräulein Frieda Kohn, Tochter des Herrn Samuel Kohn, Obmann-Stellvertreters des Bethausvorstandes des XVl. und XVII. Bezirkes, hat sich mit Herrn Ignaz Sturz verlobt.

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