Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 22 (29.5.1903)
- Date
- 1903-05-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021493-3021516--12722-3037332- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
SÄte 366 Vr. Bloch's Wochonsthrkst. Nr. 12 manu den Appell richtet, seinen Lebensabend nicht durch eine Unmenschlichkeit trüben zu lassen. Sie stehen bald ein halbes Jahrhundert im öffentlichen Leben, kennen Ihr Volk genau, kennen seine äußere und innere Geschichte und wissen, wie oft es sich zu haarsträubenden Gewaltthaten hat Hinreißen lassen, wie leicht es der Verführung zugänglich ist, wie viele Elemente es iu seiner Mitte birgt, die aus egoistischen Motiven rücksichtslos die Lunte ins Pulverfaß schleudern, unbekümmert um die entsetzlichen Folgen, welche die Entfachung des Glaubens- und Volkshasses nach sich ziehen. Euere Excellenz! Sie wissen auch, wie viel die Gesetze Rumäniens dazu beitragen, um im Volke eine „fremden" - feindliche Stimmung zu nähren, so daß es nur eines leisen Anstoßes bedarf, um Ausbrüche einer ungezügelten Leidenschaft zu provociren. Sie können nicht wollen, daß die Schreckenstage von Kischenew in Rumänien eine Wiederholung finden; Sie können nicht wollen, daß an Ihren Namen die Erinnerung an ein solches Verbrechen sich knüpfe. In der Geschichte Ihres Landes lebt das Andenken an die Märtyrer der Rumänen, die um ihres Glaubens und Volkes willen von den Türken in grausamer Weise ermordet wurden. Je höher Sie diese Volkshelden verehren, desto mehr müssen Sie geneigt sein, nicht den Türken und Ruffeu gleichen zu wollen und desto mehr müssen Sie die Macht, welche Sie durch das Vertrauen der Krone und des Volkes besitzen, dazu benützen, vom Lande Schmach und Unheil fern zu halten. Es ist keine „Einmischung in eine innere Angelegenheit Rumäniens", welche die Eigenliebe des Volkes verletzen könnte, wenn an Sie, Excellenz, die Bitte gerichtet wird, Gefahren fern zu halten, deren Anzeichen schon sichtbar sind, wenn an Sie der dringende Aufruf gesendet wird, den Funken zu löschen, bevor er sich zum Brande entwickelt hat; esist nur der Aufschrei fühlender Menschen, der zu Ihnen dringt, weil Sie es sind, der die Macht hat, Gutes zu thun und Uebles zu verhindern, und von dem man wohl voraussetzen darf, er werde auch wollen, was er kann. Der diese Bitte an Sie richtet, ist kein Feind Ihres Landes und Volkes, und wahrlich, er darf sich sogar Ihren Freund nennen, denn er möchte auch von Ihnen eine Gefahr nicht minder fern halten, als von den armen „Fremden", die dem Laude Rumänien doch schon so viele Opfer dargebracht haben. Vermischtes. Kranzablöfungsfpenden zu Guusteu derChetvra-Äadifcha in Wie« I.» Seiteustetteugaffe 4 firr arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Leopold L ö w: Von Herrn Salo und Frau Camilla Cohn, I., Schottenring 32, K 30.—, von Herrn Dr. Siegfried Groß, I., Maximilianstraße 3, X 2.—, von Herrn Carl Löw, I., Maximilianstraße 3, K2-, von Herrn Heinrich Schweinburg, IX., Mariannengasse, X 2.—; zusammen K 36.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Moritz Wolf: Von Herren Adler & Frankl, I., Tuchlauben 18, K 5.—, von Herrn Sigmund Freund, L, Fleischmarkt 1, X 2. , von Herrn Ignaz Schlesinger, VII., Mariahilferstraße 110, X 2.—, von I. F. K l.—; zusammen K 10.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Julie Gerstl; Von Herrn David Schur in Nachod X 20.—, von der Familie Gerstl, IU., Richardgasse 1, X 200.—, von Frau S. Kary, I>, Franz Josefs-Quai 51, X 40.—; zusammen K 260.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Johanna Breuer: Von Herrn Fritz Steiner, VI., Wallgasse 16, K 10.—, von Herrn Robert Landeis, VI., Wallgaffe 16, X10.—, von Herrn Alex Breuer, II., Leopoldsgaffe 28, K 2.—, von Herrn Heinrich Breuer, IL, Leopoldsgasse 88, K 6.—, von Herrn Alfred Breuer u. Frau in Bielitz, X *20.—, von Frau Jda und Sofie Breuer, II., Leopoldsgaffe 28. X 5.—, von Herrn Jg. Breuer in Budapest, K 5.—, von Herrn Josef Neuma», II., Wemtraubengaffe 19, X 5.—, von Herrn Carl Melzer und Fra«, IL, Kleine Schiffgaffe 26, X 4.—; zusammen K 67.-. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Heinrich Wiener: Von Herrn Josef und Ada Gelber, I., Gonzagagasse 11, X 20.—; von Herrn Dr. Ludwig und Lisette Gelber, I., Bäckerstraße 4, X iO.—; von Herrn Hugo und Frau Jda Winter, I., Eßlinggasse 18, X 20.—; von Herrn Arnold und Sofie Weishut, IX., Thurngasse 19, X 20.—. Zusammen X 80.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Max Q u i t t n e r: Von Herrn Bernhard Strakosch, VII., Kaiserstraße 41, X 30.—; von Herrn Otto Strakosch, VII., Kaiserstraße 41, X 30.—; von Herrn Ph. Budie, IX., Währingerstraße 2, X 20.—; von Herrn Ludwig Schütz, I., Börsegasse 6, X 30.—; von Herrn Theodor Albrecht, XIX., Ho^eile 4, X 20.—; von Herrn Dr. Adolf Stein, I., Hohenstaufengaffe 10, X 20.—; von Herrn Alois Lemberger, X 30.—. Zusammen X 180.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Abraham Eisner: Von Herren Schlesinger & Reichmann, I., Heßgasse 6, X 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Sigmund Konrad: Von Herrn Richard Konrad, IX., Grüne Thorgasse 13, X 30.—; von Herrn Kastan Toff, II., Taborstraße 52, X 15.—. Zusammen X 45.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Kindes Elsa P ö ck: Von Herrn Tobias Pöck, IL, Aloisgasse 5, X 6.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Alexander U l l m a n n: Von Sigmund Ullmann, II., Malzgasse 1, X 6.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Johanna B a ch r a ch: Von Herrn Adolf Harfner, V., Margarethenstraße 16, X 4 —; von Frau Clara Fuchs, I., Kärntnerring 12, X 2.—; von Herrn Dr. Huger, Emil Friedmann, Krankenhaus Wieden, X 3.—; von Rudolf Bachrach, V., Schönbrunnerstraße 44, X 5.—; von N. Bachrach, IV., Wienstraße 19 B, X 3.—; von Carl und Frau Mathilde Ostersetzer, V., Wienstraße 77, III, X 2.—; von Bela Flamm, V., Wienstraße 77, X 1.—; von Sig. und Frau Gisa Reininger, II., Hedwiggasse 2, X 2.—. Zusammen X 22.—. Wien. (Behandlung der Austritts-Anzeigen.) Wie bereits aus dem in unserer Nummer 20 veröffentlichten Sitzungsprotokolle der Cultusgemeinde zu entnehmen war. hat die in der „Oesterreichischen Wochenschrift" vom 8. d. M. enthaltene Notiz zu einem bedauernswerten Mißverständnisse Anlaß gegeben. Die Notiz bezog sich zwar auf eine im IX. Bezirke wohnhafte Lehrerin, keineswegs jedoch auf die rühmlichst bekannte Pädagogin Fräulein Josephine Fraenkel, deren Fortbilduugscurse von Töchtern der besten jüdischen Familien besucht werden. — Das Präsidium des Cultusvorstandes hat, wie wir vernehmen, an die betreffende Pädagogin in dieser Angelegenheit eine besonders ehrende Zuschrift gerichtet. Wien. Unser geschätzter Mitarbeiter Herr kais. Rath Johann Lichtenstadt ist von einem schweren Verluste betroffen worden. In Kaltenleutgeben ist Dienstag den 26. d. M. seine Tochter Elsa in blühendem Alter einem tückischen Leiden erlegen. Fräulein Elsa Lichtenstadt war mit reichen Vorzügen des Geistes und Herzens ausgestattet und erfreute sich allgemeiner Sympathien. Umso schmerzlicher wurde der allzufrühe Tod dieses hoffnungsvollen jungen Mädchens überall empfunden. Das Leichenbegängniß fand Donnerstag Nachmittag 3 Uhr statt. Der trauernden Familie sind zahlreiche Zeichen der Sympathien und Theilnahme zugegangen. Wien. (Todesfall.) Am 16. d. M. starb hier Herr Max Quittner, Chef der Tuchfabriksfirma Jakob Quittner u. Söhne, nach langem, schweren Leiden im 63. Lebensjahre. Der Verblichene verband mit moderner groß.r Geschäftsführung und weitem umfassenden Blick altkaufmännische strenge Solidität und stand hiedurch in hohem Ansehen. Niemals äußere Ehren suchend, was seinem innersten Wesen widersprochen hätte, genoß der Verstorbene auch als Privatmann in weiten Kreisen besondere Verehrung und wärmste Sympathien. In aller Stille übte er in weitgehendem Maße Wohlthätigkeit. Das Leichenbegängniß fand unter sehr großer Betheiligung statt; man bemerkte General Gottl, die Ober-Intendanten des Reichs-Kriegsministeriums Fuchs und Reichel, den Präsidenten der israelitischen Cultusgemeinde, kaiserlichen Rath Klinger, Hofrath v. Borkenau, den Fabrikanten Franz Regenhart v. Zapory u A. m. In der Leichenhalle hielt Rabbiner Dr. Schmied! einen herzbewegenden Nachruf; am Grabe sprach Ortsschulrath Heit warme Abschiedsworte im Aufträge des Creditoren-Vereines, dessen langjähriges Vorstandsmitglied der Verblichene war. Die Trauergesänge versah Obercantor Singer mit dem Chorpersonal. Wien. (Trauung.) Am 7. Juni d. I. findet in Stanislan die Trauung des Herrn Josef Einfeld aus Wien mit Fräulein Bertha Schiffmann statt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 7. Juni l. I. um 4 Uhr Nachmittags findet im israelitischen Tempel, XVI., Hubergaffe 8, die Trauung des Fräulein Lisa Smotritzky, Tochter desCantors Herrn I. Smotritzky,mit Herrn Bernhard I l m e r statt.