Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 21 (22.5.1903)
- Date
- 1903-05-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Dr. Bloch's Wochrnschrrfl. - Nr. 21 Sette 238 Der König erzählte von seinen Reisen im heiligen Lande, von seinem Verkehr mit den Samaritanern in Nablus und kam dann aus die Ueberreste der sabbathianischen Sccte zu sprechen, von denen er in Montenegro hörte. Er wollte auch über die Glaubeusbrüder in China und Abessinien unterrichtet sein und interessirte sich sür den kritischen Werth der bei denselben vorgefundenen Bibelhandschriften. Nach einer animirten Unterhaltung von ca. 30 Minuten, in der Oberrabbiner Margulies die Fragen des Königs zu dessen sichtlicher Befriedigung mit Takt und Einsicht zu beantworten verstand, wurden die Herren von Sr. Majestät verabschiedet, wobei derselbe noch, besonders dem Director gegenüber, seiner herzlichen Freude über die Huldigung Ausdruck zu verleihen Gelegenheit nahm. Hermann Friedenthal. HUdesheirrr. Am 28. v. M. feierte das Rentier Wolf Güdemann'sche Ehepaar Hierselbst in voller körperlicher und geistiger Frische im Kreise seiner Kinder, Enkel, Verwandten und Freunde das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlässe hat das Jubelpaar, getreu seiner allezeit bewährten aufrichtigen religiösen Gesinnung, der hiesigen Synagoge eine Thorarolle mit kostbarem Mäntelchen und werthvcllem silbernem Gehänge gestiftet und eine Jahrzeitstiftung für einen vor langen Jahren verstorbenen Sohn begründet. Der hier wohnende Sobn des Jubelpaares. Herr Moriz Güdemann, erfüllt von demselben echt jüdischen Geiste wie seine Eltern, bezeugte seine Ehrerbietung und Dankbarkeit gegen diese dadurch, daß er zwei prachtvolle silberne Leuchter für das Gotteshaus spendete. Auch der Bruder des Jubilars, Herr Oberrabbiner Dr. Moriz Güdemann in Wien, der mit Gattin und Kindern der Feier beiwohnte, überreichte der Gemeinde zum ewigen Andenken an diese Jubelfeier eine sehr schön gearbeitete und werthvolle Habdalah-Büchse zum Gebrauche in der Synagoge. Die freudige Antheilnahme an dem seltenen Familienfeste war eine allgemeine und wurden dem Jubelpaare von allen Seiten Beweise ehrender Anerkennung in der mannigfachsten Form dargebracht. Vorstandsseitig erschienen die beiden Vorsteher. Herr Gustav Sabel und Herr Rechtsanwalt Oppenheimer, und überbrachten die Glückwünsche der Gemeinde. Herr Landesrabbiner Dr. Lewinsky überreichte mit einer ergreifenden Ansprache die dem Jubelpaar vom Kaiser verliehene Ehejubiläumsmedaille. Ein Gasimahl in Knoup's Logensaal, gewürzt durch ernste und heitere Trinksprüche, verschönert durch paffende Borträge der Enkelschaar und Verwandten, beschloß die allen Theilnehmern in steter Erinnerung bleibende schöne Familienfeier. Die Einweihung der neuen Thorarvlle fand am darausfolgenden Sabbath statt. Dr. Lewinsky nahm im Anschluß an seine Predigt, der die Wort^ »Und ihr sollt darbringen eine neue Gabe dem Ewigen" zi^A«nde gelegt waren, Veranlassung, die hohe Bedeutung der GottkDHkftze in beherzigenswerter Weise darzulegen. Möge dem wackeKU Mehsar noch ein recht langer ungetrübter Lebensabend beschicken sein; Vermischtes. KranzablösungSspenden zu Guusteu derChetvra-Kadischa in Wien I.» Settenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn k. k. Commercialrathes Ignaz Zucker: Von Herrn Hugo Winter, I., Eßlinggaffe 18, X 20—, R. G. X 10.—, M. S. K 4.—. Zusammen X 34.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn cand. jur. Hermann Vollak: Von den Beamten der Fabriken von Hermann Pollak's Söhne in Böhmisch-Triibau-Parnik X 40.—, von Director M. Arntner X 20.— . Zusammen X 60.—. Wien (Spenden.) Für unsere unglücklichen Glaubensbrüder in Kischenew sind uns von den Herren Moriz Breda, Eugen Friedmann, Leo Fischl Md Egon Oppenheim in Brünn, je X 2.—, von Jenny und Gustav Schur in Nachod anstatt einer Kranzspende für die selige Frau Julie Gerstl in Wien X 20.— zugekommen. E.B. Wien. (Todesgedenkfeier für Moritz Schwarz.) Wie alljährlich, so wurde auch heuer seitens des „Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten" für den Wohlthäter desselben, Herrn MoritzSchwarz, gewesenen Bankiers in Bozen,am 10.d.M. im Roßauer Tempel eine Trauerandacht anläßlich der Jahrzeit veranstaltet. Der Feier wohnten an: der Vereinsvorstand nebst dem Vercinssecretär und den Beamten, die Vereinszöglinge und ein andächtiges Publicum. Die Gedenkrede hielt der Vereinsspiritual, Religionsprofessor Antscherl, in die Versammlung tiefergreifender Weise, während Eantor Pekarnik den gesanglichen Theil in weihevoller Art executirte. Wien. (T r a u e r f e i e r.) Im israelitischen Bethause im IX. Bezirk wurde gestern Abends ein Trauergottcsdienst sür die Opfer von Kischenew abgehalten, dem eine zahlreiche Gemeinde beiwohnte. Die Feier begann mit dem Bortrage des Trauerpsalmes 49 von weiland Professor S. S u l z e r durch Obercantor Kläger mit dem Chorpersonal unter der Lotung des Cantvrs Pekarnik. Hierauf hielt Rabbiner Dr. Gelb haus die Gedenkrede, in welcher er der angestammten Treue der Juden zu ihrem Vaterlande und Herrscherhause gedachte, die auch die russischen Juden zu allen Zeiten bewiesen haben; ferner betonte Dr. Ge l bh aus, daß die jüdische Bevölkerung Rußlands stets sehr arbeitsam gewesen sei. Mit einem warmen Appell schloß Dr. Gelbh aus seine Ausführungen, denen noch das Seelengebet und die Absingung des Psalmes 16 folgten. Der Feier wohnten bei: In Vertretung des Vorstandes der Cultusgemeinde Architekt Fleischer, der Ausschuß des Tempelvereines im IX. Bezirk, namens der »Israelitischen Allianz" das Präsidium, die Herren Dr. Wahrmann, Dr. K a tz a u und Pappen heim. Religions-Schulinspector Professor Kanitz, Commercialrath N e u st a d t l, Ortsschulrath Antscherl, die Rabbiner Dr. B a ch, K a m i n k a und Dr. Mandl. Wien. Der im Bau begriffene Tempel im VIII. Bezirk geht seiner Vollendung entgegen und kann stolz gesagt werden, daß dieser im gothischen Style ausgeführte Bau eine Bereicherung unserer monumentalen Bauten in Wien ist. Wir machen daher auch darauf aufmerksam, daß die Einweihung des Tempels Anfangs September in feierlicher Weise staltfindet. Was den Gottesdienst betrifft, wird der dermalige rührige Vorstand schon diese Woche die Cantoren zur Abhaltung des Probe-Gottesdienstes im alten Tempel, Florianigasse 41. einberufen. Anfragen und Zuschriften werden erbeten an den Präses des Tempelvereines Herrn Hermann Beck, Vlll. Bezirk, Langegasse 1. Wien. Freitag den 22. d. M. um TU Uhr Abends und Samstag 8 Uhr Früh wird infolge Einladung des Tempelvereins im VIII. Bezirke Herr Cantor M. K a tz im alten Josefstädter Bethause, Florianigasse 41, einen Probevortrag abhalten. Wien. (Kaiser Franz Josefs-Ferienheim.) Da für die diesjährigen Colonien des Vereines »Ferienheim" bereits 1000 Kinder angemeldet sind, sieht sich der Vereinsvorstand veranlaßt, die Anmeldungen mit 22. d. M. abzuschließen. Wien. (T r a u u n a.) Mittwoch den 27. Mai l. I. um halb 2 Uhr Nachmittags findet im Bethause II., Große Schiffgasse 8 die Trauung des Fräulein Louise K u n st a d t, Tochter des Herrn Hermann K u n st a d t, mit Herrn 'Dezlö Spitzer statt. Wien. (Trauung.) Am 14. d. M. fand, wegen der Renovirung des Leovoldstädter Tempels, im türkischen Tempel die Trauung der Tochter des Armenrathes und Obmannes vieler humanitärer Vereine, Herrn Josef Vollak, Frl. Josesine Pollak mit Herrn Jnlins Biel. Beamter des Wiener Bankvereines, statt. Der ehrwürdige Herr Rabbiner Dr. Schmied! hielt an das Brautpaar eine tiefsinnige, ergreifende Ansprache, in welcher er u. A. auch das verdienstvolle und bereits ausgezeichnete Wirken des allverehrtenVhilanthroven, desBrantvatersHcrrn Josef Pollak, erwähnte, und Herr Obercantor G u t t m a n n versah unter Assistenz des trefflichen Leopoldstädter Chores und mit Orgelbegleitnna die cantorale Function in ausgezeichneter Weise. Der Trauung im Tempel wohnten unter Anderen bei: der Bezirksvorsteher Herr N i e b a u e r. Herr Gemeinderath E l t b o g e n, der Obmann des Ortsschnlrathes Herr Ferdinand K l e b i n d e r, der Vorsteher der israelitisch-türkischen Cultusgemeinde Herr R u s s o, Herr Obercantor Bauer, der Rabbiner des Leopoldstädter Bethausvereines „Montefiore", Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. M. R o s e n f e l d, die Bezirksräthe Herren Mensch und Pollak, eine Deputation des Vereines „Rudolfsbund" unter Fübrung des Obmann-Stellvertreters Herrn Dr. B r a d y, des Schriftführers Herrn Tobias Pöck und des Cassiers Herrn Emanuel Taub, die Armenräthe Herren Edmund H o f m a n n und R. Otto, der Vorstand des Krankenvereines „Montefiore" unter Führung des Obmann-Stellvertreters Herrn Leopold W e i n w u r m, der Vorstand des Witwen- und Waisenfondvereincs „Montefiore" unter Führung des Obmann-Stellvertreters Herrn Edmund H o fm a n n, der Vorstand des Leopoldstädter Bethausvereines „Montefiore" unter Führung des Obmannes Herrn Jg. A. W a s s e r v o g e l, des Cassiers Herrn Jakob Weiß, und eine Deputation des Krankenvereines „Selbsthilfe". Als Zeichen, welch' besonderer Beliebtheit sich Herr Josef Pollak erfreut, fanden sich nach der Trauung zahlreiche Gratulanten und Deputationen von Körperschaften bei ihm ein, um ihm persönlich ihre Glückwünsche zu überbringen. Der Obmann des Ortsschulrathes Herr Ferdinand Klebinder hob in seiner schwungvollen Ansprache das anerkennenswerthe Wirken des Herrn Josef Pollak, sowohl in Hinsicht auf dessen Eigenschaft als Armenrath, als auch als Obmann humanitärer Vereine