Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 20 (15.5.1903)
- Date
- 1903-05-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021493-3021514--12689-3037297- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 20 Sette 326 Vr. Bloch's Wvchrnfchrifl. werden, die eine höhere jüdisch-theologische Lehranstalt absolvirt haben oder sonstwie ihre wissenschaftliche Ausbildung Nachweisen und außerdem darthun, daß sie mit wissenschaftlichen Forschungen beschäftigt sind, welche sich auf einen der folgenden Gegenstände beziehen: 1. systematische Theologie (Ethik und Religionsphilosophie); 2. hebräische Sprachwissenschaft und Bibelexegese; 3. Talmud und Codices; 4. Geschichte (politische, Rechts-, Wirthschafts- und Culturgeschichte); 5. Literatur und Religionsgeschichte; 6. Praktische Theologie (Pädagogik). Eine Jahressubvention soll in der Regel nicht unter 1000 Mark betragen. Bewerber wollen ihre Gesuche an den Vorsitzenden Herrn Professor Dr. M. Philippson, Berlin, Klopstockstraße Nr. 26, richten. München. Vorigen Monat hatte Rabbiner Dr. Werner die Ehre, in der Münchener Orientalischen Gesellschaft einen anderthalbstündigen Vortrag über Mohammed und das Judenthum vor dem Prinzen Ludwig von Bayern und einer zahlreichen und ansehlichen Versammlung zu halten. Der Vorsitzende, der kaiserliche Unterstaatssecretär und Universitätsprofessor Dr. von May, dankte dem unter reichlichem Beifall schließenden Redner, indem er sagte, daß der Redner geistvoll, begeistert und begeisternd mit einem seltenen Sprachschatz und seltener Sprachkunst gesprochen habe. Nach einer längeren und bewegten Discussion zog alsdann Prinz Ludwig den Redner des Abends in eine mehr als einstündige Unterhaltung, wobei ihm derselbe seine Anerkennung ausdrückte. Die jüdische Colonie Woodbine. Die „Frankfurter Zeitung" berichtet: Die jüdische Colonie Woodbine in Newjersey ist Ende April von der amerikanischen Gesetzgebung mit Stadtrechten ausgestattet worden und sie soll jetzt der einzige Ort der Welt sein, der ausschließlich von Juden verwaltet wird. Die Colonie besteht nunmehr zwölf Jahre und hat ihre Gründung der Einwanderung russischer Juden zuzuschreiben, die sich vor den Verfolgungen Anfangs der Neunziger- Jahre nach Amerika retteten. Es wurden aus dem Baron Hirsch- Fonds Mittel zum Ankäufe eines Landcomplexes mit einem Flächenraume von etwa 6000 Morgen bewilligt, der jetzt zum größten Theile urbar gemacht worden ist. Die ersten Ansiedler halten in der Wildniß viel auszustehen, sie haben den von so vielen amerikanischen Ansiedlern geführten Kampf mit dem Walde indeffen sehr gut bestanden und befinden sich jetzt durchwegs in sehr behaglichen Verhältnissen. Der Ort hat eine Ackerbauschule gegründet, es besteht schon Industrie dort und die gedeihliche Fortentwicklung der Colonie scheint außer Frage zu stehen. Die Colonisten müssen natürlich dem Baron Hirsch-Fonds den Ankaufspreis des Landes erstatten und viele haben dies schon lange gethan. Andere haben die betreffenden Hypotheken nur zum Theile abgetragen. Unter dem Einfluffe der „amerikanischen Lust" entfaltet sich ein reges geselliges und geistiges Leben, wie daraus hervorgeht, daß der verhältuißmäßig doch recht kleine Ort ein Dilettantentheater und einen literarischen Verein hat. Außerdem finden sich dort ein Turnverein, ein Frauen-Turnverein, ein politischer Club und eine freiwillige Feuerwehr. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Therese Lustig: Von Herrn Hugo Lustig, VII., Kaiserstraße 51, K 5.—, Herrn Otto Feil, VII., Kaiserstraße 51, X 5.—, Herrn Josef Fleischner. VI., Aegidigasse 6. K 5.—, Herrn Adolf Deutsch. VII., Mentergasse 9, 5.—, Herrn Alexander Melhofer, VII., Seidengasse 40, X 5.—, Herrn Josef Weiß, II., Gr. Mohrengasse 25, K 5.—, Herrn Ignaz Popper, II., Gr. Sperlgasse 37, K 5.—, Frau Fanny Popper, II., Gr. Sperlgasse 28, X 5.—, Frau Regine Fürth, II, Gr. Sperlgasse 28. K 5. . Zusammen X 45.-. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Hermann Pollak, oanä. juria: Von Herrn Baumeister Donat Zifferer X 20.—, Herrn Max Mandl, VIII., Kochgasse 14, K 40.—, Herrn Josef Haider, I., Bauernmarkt 7, X 10.—, Herrn Dr. Abert Groedel, I,, Elisabethstraße 15, X 50.—, Herrn G. Metara, XIII., Auhofstraße 10, X 50.—, Herrn Ernst Singer, II., Fischergaffe 9, X 20.—. Zusammen K 190.—, Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Dr. Heinrich Goldbamn: Vom Fachschriftsteller-Verband in Wien X 20.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Emil Pollak Von Herrn Berthold Heller, VI., Stumpergaffe 42. X 4.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herm Hugo Vogl: Von Herrn Philipp Vogl, VH., Zieglergaffe 10, X 10.—, Herrn Ludwig Vogl, VII., Neubaugasse 55, X 5.—. Zusammen X 15.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Kindes Hedwig Grün- Wald: Von Dr. Josef und Flora Grünwald, III., Löwengaffe 22, X 10.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Julie G e r ft l: Von Herrn Arthur Kary. I., Gonzagagasse 1, K 20.—. Anonym, X 10.—. Zusammen X 30.—. Wien. (Chewra-Kadischa.) Sonntag den 17. Mai 1903 findet um 10 Uhr Vormittags im großen Saale des „Hotel Continental', II., Praterstraße 7 (Eingang Taborstraße), eine außerordentliche Generalversammlung der Chewra-Kadischa statt. Tagesordnung derselben ist: 1. Mittheilung der geänderten Statuten. 2. Wahl von 3 Vorstandsmitgliedern mit der Mandatsdauer bis zu der statutengemäß im Jahre 1904 einzuberufendeu Generalversammlung. Wien. (Jnstallirung eines Oberlehrers.) Montag den 11. d. M. fand im Turnsaale der Knaben-Bolksschule in der Kleinen Sperlgasse die feierliche Jnstallirung des neuernannten Oberlehrers Jacob Kappelmacher statt. Zu dieser Feier hatten sich eingefunden: Stadtrath Oppenberger, k. k. Schulrath Hinterwaldner, Gemeinderath Helbig, der Obmann des Ortsschulrathes Klebinder mit den Ortsschulräthen Fuchs und Pollak, Bezirksvorsteher Niebauer, kaiserl. Rath Doetor Lieben, Doctor Bloch, Obercantor I. Bauer, Inspektor Professor Kanitz, Director Max Fischer, die Präsidentin des Kinderhortes Frau Dr. Frischauer, der gesammte Lehrkörper der Schule mit dem hochwürdigen Katecheten Plank, viele Oberlehrer und Andere. Eingeleitet wurde die Feier durch einen von den Schülern gesungenen Choral, worauf Oberlehrer Kappelmacher vom Stadtrath Oppenberger namens des Gemeinderathes, vom k. k. Schulrath Hinterwaldner namens des Bezirksschulrathes, vom Obmanne Klebinder namens des Ortsschulrathes des II. Bezirkes, vom Ortsschulrathe Josef Fuchs als Referenten dieser Schule im Ortsschulrathe, vom Lehrer Neubauer namens des Lehrkörpers und von dem Schüler Bachrach begrüßt wurde. Nachdem Oberlehrer Kappelmacher den Schulbehörden und dem Lehrkörper für die warme Begrüßung dankte und an die Schüler eine herzliche Ansprache hielt, schloß die schöne Feier mit dem Absingen der Bolkshymne. Wien. (Jüdischer Schulverein für den IX. Bezirk.) Die Vereins- und Schullocalitäten befinden sich von fitzt ab IX., Pramergasse 5. Wien. (Spende.) Für die Abgebrannten in Mikulince find uns von den Herren Brüder Tauber in Mistek X 20.— zugekommen. Wien. Der Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender in Wien, I., Seitenstettengaffe 4, versendet folgendes Circular: Der im Jahre 1862 vom Prediger I. N. Mannheimer gegründete „Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender in Wien' hat sich zur Aufgabe gesetzt, den unbemittelten israelitischen Studirenden der Wiener Hochschulen die Vollendung ihrer Studien durch Gewährung von Beiträgen zur Zahlung der Rigorosen- und Promotionstaxen, sowie anderer Gebühren, bezüglich welcher eine Befreiung nicht erlangt werden kann, zu ermöglichen und hat hiedurch in der bisherigen Zeit seines Bestandes eine äußerst segensreiche Thätigkeit entfaltet. Tausende von israelitischen Studirenden, welche andernfalls trotz ihres eifrigen Studiums aus materieller Nothlage die Fortsetzung der Studien hätten unterlassen müssen, wurden durch den Verein in den Stand gesetzt, dieselben zu vollenden und befinden sich unter denjenigen, welche seinerzeit vom Vereine unterstützt wurden, nicht Wenige, die heute hohes Ansehen erworben haben und auch den gesammten Judenthum zur Ehre gereichen. Leider reichen die Mittel des Vereines derzeit beiweitem nicht mehr aus, um angesichts der gesteigerten Zahl der Studirenden die Beihilfen in zweckentsprechendem Maße gewähren zu können. Der gefertigte Verein wendet sich daher hiemit an die Freunde und Gönner der israelitischen Studirenden mit dem Ersuchen, durch Beitritt als Mitglieder zu dem Vereine dessen Thätigkeit zu unterstützen und wird gebeten, zu diesem Behuke das angeschlossene Blanquett auszusüllen und an die Bereinskanzlei in Wien, I., Seitenstettengaffe 4, gefälligst einsenden zu wollen. Der Vorstand des Vereines zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender in Wien: Docent Dr. Josef Grünfeld;