Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-05-15 · 20 (15.5.1903) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
20 (15.5.1903)
Date
1903-05-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021493-3021514--12686-3037294
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sette 322 Dr. Bloch's Wochrnschrrfl. Nr. 20 Zahlungen der Bethausvereine, DL, Hammer-Purgstallgasse per 50'— und XID, Storchengaffe ver 100'— erscheinen, weil solche schon in der vorjährigen Bilanz als dubios gebucht waren, im Haben des Capitalconto mit 150'— angeführt. Post 10, Tempelverein XX. Bezirk, per 28.775'84 hat sich gegen das Vorjahr per 29 684-58 um die geleistete Ratenzahlung von 908-74 (incl. vorgestreckter Spesen) vermindert. Post 11, Talmud-Thora-Vercin, per 600-— ist gegen das Vorjahr per 1200-— um die geleistete Darlehens-Rückzahlungsrate per 600-— kleiner. Die Posten 12, Bodencreditanstalt per 3732-—, 13, S. M. v. Rothschild, per 248-— und 14, Postsparcafsenamt, per 1096'! 6. betreffen Guthaben aus dem Conto-Corrent pro 31. December 1902. Post 15, Fanny Jaiteles Pfründnerhaus-Stiftung, per 6806-49 hat sich gegen das Vorjahr per 4019 90 um 2786-59 erhöht. Post 16, Pfründnerbertragsconto, per 2148-12 betrifft unsere Forderung an die Commune Wien als Entschädigung für die bei uns untergebrachten, nach Wien zuständigen israelitischen Pfründner pro ID Semester 1902. Post 17, Diverse Debitoren, per 4577-65, repräsentiren unsere verschiedene Guthaben pro 31. December 1902, die ich Ihnen auf Wunsch zu präcisiren in der Lage bin. In Post 18, Cultussteuerconto, per 137.018 —, sind die Rückstände der Jahre 1900, 1901 und 1902 enthalten; derselben ist jedoch die Paffiv-Post 28 per 109 618- - (d. i. 80%) als dubios entgegengestellt, so daß blos 20%, d. i. 27.400 —, als activ verbleiben und erscheint letzterer Betrag im Haben des Capitalconto gebucht. Post 19, Effcctenconto, per fl. 603.755-—. Kronen 463.900 — und 7148 32 in Sparcafsabüchern ist cumulativ durchlaufend, da dieselbe in den Passiv-Posten 1—10 specificirt entgegen gestellt erscheinen. Zu den wetteren Posten 11 bis incl. 16 der Passiven bemerke ich, daß sich dieselben durch die im Jahre 1902 abgestatteten Capitals-Rückzahlungsraten um zusammen 16.411-55 verringert haben. Die diesbezügliche Specification ist auf Seite 54 des Detailberichtes zu ersehen. Die Posten 17 und 18 sind unverändert geblieben, zu den Posten 20 und 21 ist nichts zu bemerken. Post 19, Großcommune Wien, per 41.416-94, ist gegen das Vorjahr per 46.458-20 um die geleisteten Friedhofannuitäten per 5041-26 kleiner und erscheint diese Ausgabspost ebenfalls auf Seite 54 der Details zum Rechnungsabschluß. Zu den Posten 22, 23, 24 und 25 ist nichts zu bemerken. Post 26, Strftungszinseu, per 61.974-56, ist gegen das Vorjahr per 42.868-42 um 19.106-14 größer, weil im Laufe des Jahres 1902 viele namhafte Stiftungen hinzugekommen sind, deren Verwendung erst im laufenden Jahre erfolgt. Post 27, Diverse Creditorenconto, per 61 310-6*, ist gegen das Vorjahr per 60.247-65 um 1063-— größer und umfaßt alle Rückstände aus dem Jahre 1902, die in der Gebahrung dieses Verwaltungsjahres bereits verrechnet erscheinen und deren Details ich Ihnen auf Wunsch zu präcisiren bereit bin Ueber die 2 letzten Posten der Paffiven: Louto sospeso und Cultussteuer-Vorschreibungsconto habe ich Ihnen bereits bei Besprechung der Activ-Posten 8, 9 mit 21.634 — Vorschüßconto und 46.588-62 Darlehen an Bethäuser und Tempel, zusammen 70.222-82 und bei 18, 109.618-— Cultussteuer- Abschreibung die nöthige Aufklärung gegeben. Wie Sie nun ans dem Bilanzconto ersehen, betragen am 31. December 1902 unsere Activen 1,685 737-61, unsere Paffiven 1,653.812-78. Es ergibt sich daher ein Saldo von 31.924-53 als unser gegenwärtiges Reinvermögen, was auch aus den Aufzeichnungen im Capitalconto zu ersehen ist, während das Reinvermögen unserer Gemeinde am 1. Jänner d. I. nur 15.445-61 betragen hat. Diese Vergrößerung unseres Vermögens ist wohl für die Verhältniffe der Gemeinde nur insoferne beachtenswerth, als sie zeigt, daß es uns gelungen ist, das Gleichgewicht in unserem Haushalte zu etabliren. Unsere wettere Aufgabe wird es bleiben müssen, dasselbe dauernd auch für die Zukunft zu erhalten. Zum Schluffe sei es mir gestattet. Ihnen eine kurze Uebersicht über die wesentlichsten und kostspieligen Arbeiten zu geben, welche im Laufe der verfloffenen Periode seitens der Cultusgemeinde geleistet wurden. Im Spitale haben wir die Vollendungsarbeiten, Adaptirungen und Renovirungen vorgenommen. Die Erweiterung des Siechenhauses durch den Aufbau eines dritten Stockwerkes hat einen nicht unerheblichen Kostenaufwand erfordert. In allen Verwaltungszweigen wurden die unabweislich nothwendigen Bauarbeiten durchgeführt. Um den Bedürfniffen der einzelnen Bethausvereine nach Möglichkeit Rechnung zu tragen, haben wir denselben zur Stärkung ihrer Einnahmen und mit Hintansetzung der eigenen Gemeinde-Interessen das Trauungsrecht eingeräumt. Der Verband der Wöchnerinnen wurde von uns in thatkrästiger Würdigung seiner edlen und wohltbätigen Bestrebungen durch Zuwendung bedeutender Zuschüsse gestärkt. In Entsprechung der Bedürfnisse unserer strenggläubigen Censiten haben wir zur Ausgestaltung des Institutes der Fleischregie und ebenso für die Beschaffung ritueller Kost in den Krankenhäusern Wiens ansehnliche Opfer gebracht. Ungeahnt wachsen, wie dies eben in der Natur eines großen Gemeinwesens gelegen ist, die Bedürfnisse der Cultusgemeinde, und es bedarf keiner besonderen Sehergabe, um die weitere unaufhaltsame Steigerung unserer Ausgaben auch für die folgenden Jahre mit Bestimmtheit vorherzusagen. Ich brauche sie nur beispielsweise auf die elektrische Beleuchtungsanlage im Tempel des zwetten Bezirkes aufmerksam zu machen, mit welcher wir uns soeben ernstlich beschäfttgen müssen, und ich verweise aufkeine Reihe einem Jeden von Ihnen bekannter Fragen, die in letzter Zeü wiederholt und eindringlich an unsere Thüre pochten und zu denen wir über kurz oder lang werden Stellung nehmen müssen. An Opferwilligkeit unserer Gemeindemitglieder fehlt es gewiß nicht und unser Bemühen ist es, im wohlverstandenen Interesse der Gemeinde mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln weise Mäßigung zu halten und unsere nach Ausdehnung strebenden Institutionen mit vorsichtiger Zurückhaltung auszugestalten und zu verbessern. Namens des Vertreter-Collegiums bitte ich Sie um Genehmigung dieses Rechnungs-Abschlusses. Die Bilanz-Aufstellung wird ohne Debatte einstimmig genehmigt. Der Vorsitzende spricht dem Referenten für seine Mühewaltung den Dank aus und schließt die öffentliche Sitzung 1 Uhr Mittags. Wien. (Die Bibliothek der Wiener Cultusgemeinde.) Einer Aufforderung des Vereines der jüdischen Hochschüler aus Rumänien »Erez Israel" folgend, haben sämmtliche jüdisch-akademische Corporationen in Wien ein Gesuch an den Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde unterfertigt, in welchem sie an denselben folgende Bitte richten: Da nach der jetzigen Stundenordnung der Bibliothek der israelitischen Cultusgemeinde eine ernste wiflenschaftliche Arbeit ganz unmöglich ist, möge der löbliche Vorstand geruhen, daß dieselbe an allen Wochentagen sSabbath und nur jüdische Feiertage ausgeschlossen) während des ganzen Tages, wie alle öffentlichen Bibliotheken, offen bleibe. (Bekanntlich ist die Bibliothek blos 10 Stunden wöchentlich geöffnet.) Die jüdischen Corporationen: »Bar Giora", »Bar Kochba", »Erez Israel". »Jvcia", »Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler", »Kadimah", »Libanonia", „Leo Pinsker", »Makkabäa", »Unitas", »Vereinigung jüdischer Hochschüler", »Theologischer Verein". Es verlautet, daß dieses Gesuch baldigst im günstigen Sinne erledigt werden wird, was wohl zum Vortheile der Bibliothek und zur Vermehrung der Besucher führen würde. Dadurch wäre der erste Schritt zur Besserung der auch sonst reformbedürftigen Lage derselben geschehen. Wien. (Bethau sverein Beth-Hachneteth.) Sonntag den 10. d. M., Nachmittags 3 Uhr, fand die mit großer Spannung erwartete, vom Vereinsobmann Herrn Dr. Straßer geleitete, außerordentliche Generalversammlung des Bethausvereines »Bettt- Haoimetettt" statt. Nach langen Kämpfen innerhalb des Vereinsvorstandes konnte derselbe an Stelle des veralteten Vereinsstatutes ein neues, den Zeitverhältniffen angepaßtes der Generalversammlung vorlegen. In Vertretung der israelitischen Cultusgemeinde waren Vicepräsident Dr. Gustav Kohn in Begleitung des Cultusvorstehers Herrn Siegmund Kauders erschienen; namentlich der Erstere verstand es, den beiden Referenten des neuen Statutes, den Herren Dr. Leo Ehrentheil und Dr. Josef Auerbach, ihre schwere mühevolle Arbeit zu erleichtern. Herr Dr. Ehrentheil wie Dr. Auerbach haben ein warmes, für die Interessen des Judenthums fühlendes Herz und bewiesen, daß sie berufen sind, den langgehegten Wunsch der jüdischen Bevölkerung des III. Bezirkes nach der Vereinigung aller Tempelvereine behufs Errichtung eines würdigen Gotteshauses der Verwirklichung näher zu bringen. Baden. (Neuwahlen.) Am 26. April l. I. fand in der israelitischen Cultusgemeinde Baden die Neuwahl der Bertretungskörper statt und wurden in den Cultusausschuß die Herren Moriz Lettner, Salomon Klauber, Anton Schneider, Dr: Emil Raab, Leopold Scheu. Moriz Schreiber, Moriz Daniel, Director Josef Felder, Sigmund Rausnitz, Ludwig Schlesinger, Simon Mandl und Albert Deutsch; als Ersatzmänner die Herren Heinrich Lemberger, Luwig Lackenbacher, Ignaz Fleischmann und Jacob Kohn; als Vertrauensmänner in den verstärkten Cultusausschuß die Herren August Edenburger, Ernst Hönigsberg, Josef Ungar, Adolf Wolf, Gottfried Flaschner, Max Löbl, Alois Fleischmann. Wilhelm Kohn, Philipp Rothholz, Alexander Spitzer, Oskar Sametz und Max Lemberger gewählt. Bei der am 11. d. M. erfolgten Wahl des Cultusvorstandes, bei welcher Herr Salomon Klauber als Alters-Präses den Vorsitz führte, wurden die Herren Moriz Lettner alsCultusvorsteher, Anton Schneider als Cultusvorsteher-Stellvertreter, Salomon Klauber und Dr. Emil Raab als Beiräthe gewählt und hat die Wiederwahl dieser vier Herren in. der Cultusgemeinde große Befriedigung gefunden. Sind es doch insbesondere die Herren Moriz Leitner und Anton Schneider, welche seit Bestand der Badener Cultusgemeinde Hand in Hand das Wohl derselben anstrebten, Wohlfahrts- und humanitäre Einrichtungen ins Leben zu rufen bemüht waren, auf dem Gebiete des frommen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.