Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 16 (17.4.1903)
- Date
- 1903-04-17
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Sette 262 Dr Bloch's Worhsnschrifk. Nr. 16 Die Kosten der Verköstigung betrugen pro Kopf und Tag im Attersversorgungshause 624 b, in der Siechenabtheilung 75 6 b. Die Gesammtkosten für einen Jnsasien betrugen pro Tag im Altersversorgungshause K 130, in der Siechenabtheilung L 2*40, pro Jahr int Altersversorgungshause K 474'50, in der Siechenabtheilung K 569 40. Referent theilt weiters mit, daß die Beköstigung auf der Siechenabtheilung und bei leichten Erkrankungen auch im Altersversorgungshause nach ärztlicher Anordnung und unter täglicher Beaufsichtigung erfolge und daß die Ausspeisung tadellos und in verhättnißmäßig kurzer Zeit vor sich gehe. Nicht genug anzuerkennen sei die Thätiqkeit des Ehren- Damen-Comit^s; über Beranlaffung desselben haben in jüngster Zeit einige Damen vom Vereine für sociale Hilfsthätigkeit es übernommen, mehrmals wöchentlich den Insassen des Siechenhauses angemeffene Lectüre vorzulesen. Zu erwähnen sei ferner, daß dank der Munificenz des Obmannes der Commission für die Bersorgungsanstalt, Herrn Salo Cohn, daselbst auch im abgelaufenen Jahre eine solenne Chanukafeier stattgefunden habe, bei welcher die Jnsasien festlich bewirthet wurden. Anschließend an die Ausführungen des Herrn Ober- Ingenieurs v. Mises nimmt der Präsident Anlaß, dem unter der bewährten Leitung der Frau Jda Diamant so hingebungsvoll wirkenden Damen-Comitß den wiederholten Dank des Vorstandes auszusprechen und der besonderen Befriedigung Ausdruck zu geben über das menschenfreundliche Wirken jener Damen, welche es übernommen haben, den Jnsasien des Siechenhauses durch Vorlesungen eine angenehme Zerstreuung zu bieten. Herr Vice-Präsident Dr. Kohn referirt über das Ansuchen des Tempelbauvereines im Vffl. Bezirke um Gewährung einer Bausubvention. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren Doctor Berger, Hermann Eltbogen. Architekt Fleischer, Baurath v. Goldschmidt, Wilhelm Kuffner, Sigmund Kauders, Oberfinanzrath Dr. Rappaport, Dr. Spitzer, Theodor R. v. Tauffig, Heinrich Teltscher und kaiserl. Rath Weil betheiligen, wird im Sinne der Anträge der Herren Dr. Berger und kaiserl. Rathes Weil, nachdem Anträge der Herren Dr. Spitzer und Kauders auf Bewilligung höherer Beträge die erforderliche Majorität nicht gefunden, beschlosien, dem Tempelbauvereine unter bestimmten Voraussetzungen eine in vier Jahresraten auszahlbare Bausubvention von Kr. 40.000 zu gewähren. WeiterS wird dem Tempelvereine in der Josefstadt für die laufende Gebahrung im Jahre 1903 die Erhöhung der Subvention von K 1000.— gemäß d.m von dem Bice-Präsidentrn Dr. Gustav Kohn vertretenen Anträge des Vertreter-Collegiums auf K 1500.— und dem Tempelvereine „Schomer Israel" für das Jahr 1903 die Erhöhung der Subvention von L 300.— auf X 500.— bewilligt. Herr Baurath Theodor Ritter von Goldschmidt referirt über ein Ansuchen des , Verbandes zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen" und beantragt über Beschluß des Vertreter-Collegiums, zur D'ckung des Fehlbetrages der Gebahrung pro 1902 eine Ergänzungs - Subvention von X 4748'12 zu bewilligen. Bon mehreren Rednern wird auf die verdienstliche Thätigkeit des ,Verbandes" hingkwiesen; insbesondere hebt der Vorsitzende die thatkräftige Mitwirkung des Herrn Baurathes von Goldschmidt, sowie die hingebungsvolle ausgezeichnete Leitung dieses Vereines unter dem Präsidium der Frau Baronin Charlotte Königswarter hervor, welcher die Vice - Präsidentinnen Frau Bertha Kohn und Frau Rosa Zifferer in bewährter Weise zur Seite stehen. Der Präsident spricht diesen Damen, deren Thätigkeit eine nicht genug anzuerkennende sei, den Dank des Cultusvorstandes aus. Der Vertreter-Antrag gelangt hierauf zur Annahme. Profesior Dr. Ehrmann referirt namens des Comitäs für die Dr. Adolf Sacks'sche Stiftung für Herz- und Aorta-Kranke über die Verleihung der Erträgnisie dieser. Stiftung pro 1903. Die Anträge des Comitäs, welchen sich auch das Vertreter- Collegium angeschloffen hat, werde» angenommen. Nach Erledigung der Personalien wird die Sitzung um 9Vr Uhr Abends geschloffen. Wahl von 3 neuen Rabbinen an der Wiener israelitischen Cultusgemeinde. (Priv.-Mitth.) In der Plenarsitzung des israelitischen Cultusvorstandes von Mittwoch den 15. d. M>, unter Vorsitz des Präsidenten kaiserl. Rathes K l i n g e r, wurden die Herren Dr. David, derzeit Rabbiner in Düsseldorf, Dr. Feuchtwan g, derzeit Rabbiner in Nikolsburg, Dr. M. G r u n w a l d, derzeit Rabbiner an der neuen Dammthorsynagoge in Hamburg, als Rabbinen für die Cultusgemeinde Wien berufen. Bethausspenden: Im Gemeinde-Bethause I., Seitenstetteugasse 4: Von Herrn Ludwig Weishut für verschiedene Wohlthätigkeits-Jnstitute X 60.--; von Herrn Jsak D. Pick für die Talmud-Thoraschule 10.—; von Herrn M. Preßburger für die israelitische Armenanstalt 10.—, für den Handlungs-Krankenverein 10.—; von Herrn Dr. E. Münz für die israelitische Armenanstalt 10.; von Herrn Simon Kramrisch für das israelitische Taubstummen- Jnstitut >0.—; von Herrn Emanuel Polaczek für das Altersversorgungshaus 10.-; von Herrn Michael Berger für das Altersversorgungshaus l0.—; von Herrn Sigmund Sieger für verschiedene Wohlthätigkeits-Jnstitute 100.—; von Herrn Simon Blau für das Altersversorgungshaus 10. —. Im Gemeinde-Bethause II., Tempelgasse 3: Von Herrn Zacharias Körner für das Altersversorgungshaus X 20. -, für die Ehewra- Kadischa 20.—; von Herrn Isidor Schwarz für die Chewra-Kadischa 20.—, für die Dr. Adolf Schmiedl-Stiftung für das Altersversorgungshaus 10. . für den israelitischen Waisenverein 10.—; von Herrn Arthur Flaschner für das Siechenhaus 20.; von Herrn Jacob Kann für das Altersversorgungshaus 25.—, für den israelitischen Handwerkerverein 25.—; von Herrn Dr. Adolf Schmied! für den israelitischen Handwerkerverein 10.—; von Herrn Architekt Max Fleischer für die Dr. Adolf Schmiedl-Stiftung!0.—; von Herrn Wolf Pollaczek für das Altersversorguugshaus 20.— , für die Dr. Adolf Schmiedl-Stiftung 20.—; von Herrn Emil Schwarz aus Auscha für das israelitische Blinden-Jnstitut 10.—, für den Verein „Ferienheim" 10. , von Herrn Adolf Böhm für verschiedene Wohlthätigkeits-Anstalten 200.—; von Herrn Fritz Neuberg für die Spitals-Aushllfscassa 20.; von Herrn Max Böhm für die Speiseanstalt 10.—; von Herrn Moriz Weiß für die Dr Adolf Schmiedl- Stiftung 10.—. Im Gemeinde-Bethause XV., Turnergasse 22: Zur Verköstigung armer israelitischer Schulkinder in den Bezirken XII -XV: Von Herrn Salomon Federid K 2. -; von Herrn Leopold Grünwald 1.—; von Herrn Max Haas 1.—; von Herrn Elias Herlinger 2.—; von Herrn Siegfried Wolf 3.—. Für die Chewra-Kadischa der Bezirke XII—XV: Von Herrn Salomon Federid X 2.—; von Herrn Leopold Grünwald 1.—; von Herrn Max Haas 3.—; von Herrn Jsak Neumann 5.—. Im Gemeinde-Bethause XVI., Hubergasse 6: Zur Verköstigung armer israelitischer Schulkinder in den Bezirken XVI und XVII: Von Herrn Ludwig Geiringer K 1 —; von Herrn Sigmund Schickler 2.—; von Herrn Bernhard Mayer 2.—; von Herrn Moses Ungar 2.—; von Herrn Moriz Schöngut 2.—; von Herrn Otto Trebitsch 5.—; von Herrn Moriz Medak 8.—. Für die Chewra-Kadischa: Von Herrn Leopold Klein 2.—; von Herrn Rudolf Pollatschek 4.—; von Herrn Ludwig Geiringer 3. -; von Herrn Sigmund Schickler 1.—; von Herrn Bernhard Mayer 2.—; von Herrn Moriz Schöngut 4.—; von Herrn Ignaz Deutsch 2.—; von Herrn Wilhelm A. I. Mandl 4.—; von Herrn Otto Trebitsch 5.-; von Herrn Moriz Medak 5.—. Für den Verein Kinderfreunde: von Herrn Otto Trebitsch 5.—; von Herrn Morrz Medak 6.—. Für Arme: Von Herrn Ignaz Deutsch 2.—. Für den Frauen-Wohlthätigkeitsverein: Von Herrn Otto Trebitsch 5.—; von Herrn Moriz Medak 6.— Wien. (Ar m e n - A n st a l t der israelitischen Cultusgemeinde Wien.) Dieses seit 1821 bestehende, in d.m Jahren 1835 und 1855 reorganisirte Gemeinde-Institut hat den Verwaltungsbericht pro 1902 erstattet. Nach einer Reihe von Jahren, die mit ansehnlichem Deficit schlossen, konnten die Ausgaben des Jahres 1902, allerdings nur durch außerordentliche Einnahmen (Spenden, Legate, ausnahmsweise Dotationen der Cultusgemeinde) aus den Einnahmen gedeckt werden. Dabei war eine ungemein strenge Behandlung der llnterstützungsgesuche vonnöthen, sowie auch das aus früheren Gebahrungen verbliebene Deficit von X 24.000'— nicht gedeckt werden konnte. Die Unterstützungsthätigkeit der Armen-Anstalt im Jahre 1902 ergibt sich aus folgenden Daten: Geldunterstützungen wurden ertbeilt: an hiesige Arme in 5269 Fällen mit einem Betrage von X 24.000—, an durchreisende Arme in 2747 Fällen mit einem Betrage von X 10.389'—. An Mazzot wurden 242'51 Metercentner im Kostenbeträge von X 11.870'94 vertheilt. Eine besondere Obsorge wurde der Betheilung mit Natural-Abgaben (Milch und Kohle) zugewendet. Die Milchbetheilung wurde vornehmlich an Kranke, Wöchnerinnen und Säuglinge geleitet. Dieselbe belief auf 43^059