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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-03-13 · 11 (13.3.1903) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
11 (13.3.1903)
Date
1903-03-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
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N.. 11 Dr. Bloches Wochenschrift. Sette 175 setzung.) Dr. I. Elb o gen: Geschichte des Achtzehngebets. (Schluß.) Dr. I. Bergmann: Zwei talmudische Notizen. Dr. S. Eppe nst e i n: Noch ein Wort über die Echtheit von Dunasch's Kritik gegen Saadja. Dr. I. Guttmann: Zwei jüngst edirte Schriften des Berachja Hauakdan. Dr. Lewinsky: Aus dem Hildesheimer Stadtarchive. Dr. M. B r a n n: Die Grabschristen der Familie Fräukel-Spira in Prag. (Schluß.) Dr. Moritz Schwarz: Eine illustrirte Pessach-Haggadah in der Münchener kgl. Hof- und Staatsbibliothek. Moriz Steinschneider: Purim und Parodie. (Schluß ) Abonnementspreis für den Jahrgang in 12 Heften 9 Mark. Verlag von Wilhelm K ö b n e r (Inh. Barasch und Riesenfeld) Breslau „Ost unv West", Illustrirte Monatsschrift für modernes Judenthum, März 1903. III. Jahrgang, Nr. 3. Verlag von C. Calvary u. Eomp. Berlin, N. W. 7. Inhalt: Dr. Jonas Wolfsohn: Ein Fest der deutschen Staatsbürger. Prof. Dr. Jul. Oppert (Paris): Bibel und Babel. Arthur S i l b e r st e i n: Psalm. Prof. Dr. Henryk von Struve (Warschau): Moritz Gottlieb. Benjamin Segel: Die Frau ini jüdischen Sprichwort. Rosalie P e r l e s: Henryk Glicenstein. Henryk G l i c e nst e i n: Kain und Abel. Eugen Mayer (München): In der Judengasse (Skizze). Dr. S. Weissenberg: Jüdische Kunst und jüdisches Cult- und Hausgeräth. Nt. F.: Kaukasische Bergjuden. H. Samuel: So wird es sein. (Gedicht.) — Literarisches und Aphorismen. Revue der Presse. „Unsere Freunde und unsere Feinde." Anläßlich der in Holleschau (Mähren) im Jahre 1899 stattgefundenen antisemitischen Hetzen hat Herr Albert Löw in seiner Vaterstadt Holleschau einen Vortrag gehalten, der jetzt unter obigem Titel als Broschüre in Druck erschienen ist. Der Verfasser, ein begeisterter Jude, hat mit warm fühlendem Herzen die Broschüre geschrieben. In dieser wird zunächst der Monotheismus und die Nächstenliebe besprochen, welche der Jude in Wort und That gegen Jedermann auszuüben verpflichtet ist, und belegt jede Angabe mit Citaten aus Thora und Talmud. Sodann zählt die Broschüre (etwas skizzenhaft) die Freunde auf, deren sich die Juden in allen Zeitperioden erfreuten. In Rücksicht, daß der Reinertrag dieser Schrift zur Herstellung der Umfassungsmauer des alten Friedhofes in Holleschau, auf dem das Grab des berühmten, in der Blüthe seines Lebens verstorbenen Sabbatai Kohn (Schach "'SP) sich befindet, gewidmet ist, wird dieselbe als lesenswerth bestens empfohlen, D r. Rieß Arzt in Auspitz. Handbuch für Cantoren, von Wilhelm F l a m m, ein unentbehrliches Hilfsbuch für Jeden, der mit jüdisch-religiösen, öffentlichen Functionen zu thun hat, sei er Rabbiner, sei er Cantor, ist soeben in dritter vermehrter und verbesserter Auflage im Verlage der bekannten Buchhandlung Samuel W. Pascheles in Prag erschienen. Durch Vermehrung mit vielen willkommenen Beigaben und praktische Anordnung wurde der reiche Inhalt dieses Buches den jetzigen Bedürfnissen in jeder Beziehung angepaßt, unterstützt durch ein handliches Format und gefällige Ausstattung. Bel allen Gelegenheiten, sowohl beim Gottesdienste in der Synagoge, als auch bei freudigen und traurigen Anlässen wird sich dieses Handbuch als verläßlicher, niemals versagender Behelf erweisen. Kriefkasterr. L. K. Die Sittlichkeit und die Civilisation in judenreinen Ländern treibt schöne Blüthen. So wird aus Spanien gemeldet: In Folge eines von der republikanischen Partei geführten Feldzuges haben sich die Gouverneure einiger Provinzen gezwungen gesehen, die Verrechnung der aus der besonderen Besteuerung der Prostitution stammenden Fonds zu veröffentlichen, Rur der Präfect von Madrid weigert sich hartnäckig, bekanntzugeben, wohin die aus dieser Quelle kommenden Einnahmen, die für Madrid allein auf 7000 bis 9000 Duros (35.000 bis 45.000 Kronen) monatlich veranschlagt werden, fließen. Es ist trotzdem bekannt worden, daß ein Theil dieser Fonds zur Unterstützung von Klöstern verwendet wird. Der Bischof von Dtadrid soll, als er dies erfuhr, sehr entrüstet gewesen sein. Daß es sich um einen Brauch, nicht um einen einzelnen Fall handelt, bezeugen die Rechnungen des Gouverneurs von Sevilla. Dort bekommt zum Beispiel die Gesellschaft des Jesukindes 50 Pesetas monatlich, die der christlichen Doctrin, die Dienerinnen Mariä, die Armenschwestern und die Kreuzschwestern je 25 Pesetas. Viele Spanier sind mit dieser Einrichtung, die ja im Mittelalter auch in Deutschland bestanden hat, gar nicht einverstanden und meinen, es gehöre sich nicht, daß sich die Tugend von der Sünde aushalten lasse. Andere aber urtheilen über die Besteuerung der Bordellmädchen zu Gunsten der Klöster milder und behaupten, es handle sich nur um eine verschleierte — Altersversicherung. I. F. in B. Willkommen. M. H. in Luditz. Unsere Mitarbeiterin Malwine Blumberg ist eine gute, glaubenstreue Jüdin. F. Welche traurige Rolle das jüdische Renegatenthum in christlichen Kreisen spielt, zeigt nachstehende Zuschrift der Berliner „Staatsbürger-Zeitung" über die „Auch-Christen" in Wien: „Alle Juden, die irgendwie den verwandtschaftlichen, socialcn und geschäftlichen Verbindlichkeiten gegenüber ihren Connationalen entrinnen können, veranstalten ein Wettrennen über die Mauern ihres Ghettos hrnaus; sie legen ihre „mosaische Religion" ab, wie man bei Eintritt der günstigeren Jahreszeiten sich eines lästigen Kleidungsstückes entledigt. Ein Theil der Renegaten — und das sind vwlleichtdie relativ ehrlichsten — bleibt „confessionslos". Sie wollten nicht den religiösen Jndifferentismus der einen Spielart gegen jenen der anderen Spielart vertauschen." „Anders eine zweite Gruppe der „verflossenen" Juden. Diese werden „evangelisch". Armes Evangelium, das nach 2000sährigem Bestand und nach Lösung einer welthistorischen Aufgabe nun solchen Elementen eine „Firma" abgeben muß! Armer Martin Luther, das hast Du nicht verdient!" „Die allerklügsten Juden wollen aber jene sein, die in Anwendung eines bewährten kaufmännischen Grundsatzes sagen: „Wegn wir uns schon taufen lassen, so gehen wir gleich zum Schmied und nicht zum Schmiedl, indem wir statt Protestanten sofort fix und fertige strenggläubige Katholiken werden. „Das geht", wie hierzulande die vox populi sagt, „in einem Aufwaschen und kostet ein Geld"! So haben wir denn in den letzten Jahren manchen Convertiten kennen gelernt, bei deffen Anblick ein gläubiges Gemüth das Gruseln lernen konnte. „Das ist ein Christ?" fragte man bange, und man ließ es sich zweimal bestätigen, bevor man daran glaubte. Aber kaum hatte man sich von seiner ersten Verwunderung erholt, da kam schon eine zweite. Da man nicht auf seine Visitenkarte schreiben kann „Samuel Pinkas, Christ" oder „Moriz Stern, römischer Katholik" und da man auch nicht den Taufschein „sichtbar" tragen kann, wie ein Wettrenn-Plaqne/ so mußte ein anderes Mittel gefunden werden, die Arabesken au Nase und Beinen öffentlich Lügen zu strafen. Dazu ist das beste Mittel - ein päpstlicher Orden. Es setzen also Pinkas und Stern den Himmel, wenn auch nicht die Hölle in Bewegung, eine solche Auszeichnung zu erhalten. Und sonderbar; es gelingt zumeist. Man braucht freilich die Gunst höherer katholischer Priester zur Jnscenirung einer solchen Sache, aber auch diese Gunst ist, wie Vieles in der Welt, nicht unerreichbar. Bei uns in Oesterreich wenigstens wird solch Unwahrscheinliches leicht zum Ereigniß, und es ist auf diese Art nach und nach ein kleines Cadre von solchen päpstlichen „Rittern" und „Officieren" entstanden, auf deren persönliche Tapferkeit die Kirche bei ihrer Vertheidigung um Gottes willen nie möge angewiesen sein." Uotiz. Wiener Bankverein. Die dreiunddreißigste ordentlichr Generalversammlung findet am 7. April 1903, um 11 Uhe Vormittags in Wien, I., Herrengasse v, statt. Verhandlungsgegenstände: 1. Jahresbericht des Administrationsrathes. 2. Bericht der Censoren über den Rechnungsabschluß pro 1902 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1902 (§ 58, lit. c. der Statuten). 4. Wahl m den Administrationsrath. 5. Wahlen in das Censoren-Collegium und den Aufsichtsrath für die Filialen. Nach § 46 oer Statuten sind zur Stimmführung in der Generalversammlung nur jene Actionäre berechtigt, welche seit wenigstens 14 Tagen vor dem Zusammentreten derselben mindestens fünfundzwanzig Actien nebst Coupons bei der Gesellschaftscasse oder den sonst hiezu vom Administrationsrathe bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Actien geben das Recht auf eine Stimme (§ 47 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Actionäre werden daher eingeladen, ihre Actien sammt Coupons bis spätestens am 24. Niärz d. I. in Wien bei der Liquidatur (I., Herrengasse 8), in Prag, Brünn, Graz und Aussig a. E. bei den Filialen, in Wr.-Neustaot, St.-Pölten und Proßnitz bei den Exposituren, in Budapest bei der Ungarischen Filiale des Wiener Bankverein, in Berlin bei der Deutichen Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank, in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank, in München bei der Baierischen Filiale der Deutschen Bank zu deponiren. Die Actien sind,' von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Consignationen bei der Liquidatur in Wien von zwei, bei den sonstigen Deponirungsstellen jedoch von drei Exemplaren begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Consignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück, und gleichzeitig wird gemäß § 54 der Statuten die Legitimationskarte für die Theilnahme an der Generalversammlung erfolgt, welche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bezeichnete Person oder deren gehörig legitimirten Bevollmächtigten Geltung hat.

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