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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-03-13 · 11 (13.3.1903) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
11 (13.3.1903)
Date
1903-03-13
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Sk. 11 Vr. Blutlos WoürenlrlLrlft. Sette 169 troffen. Mit eindringlichen Worten eiferte er die Glaubensgenossen an, nicht nur die Vereine Chewra-Kadischa, die, wie die im 18. Bezirke, auch wohlthätige Zwecke verfolgen, zu erhalten, sondern aus wahrhaft jüdische Grundlage zu führen, (z —fi.) Wien. (Seelengedächtnißfeier in der Brigittenau.) Ueber Anregung seines verdienstvollen Mitgliedes, des Herrn Jakob G o l d n e r, veranstaltete der Vorstand des Brigittenauer Tempelvereines Sonntag den 8. d. M. in seinem namentlich bei Festbeleuchtung einem schönen Schmuckkästchen gleichenden Gotteshause zur Erinnerung an Moses' Sterbetag eine ebenso schöne, als erhebende Feier; an dem eigentlichen Gedenktage, am 7. Adar, dieses Fest abzuhalten, war der Brigittenauer Tempelverein nicht in der Lag?, da er an diesem Tage keinen Prediger für diese Veranstaltung zu finden vermochte. Selbst einen der Bedeutung des Bezirkes, seiner Mitgliederanzahl und der hehren Amtswürde entsprechenden Rabbiner und Prediger anzustellen, gestatten die Mittel dieses rührigen Vereines noch nicht, der Cultusvorstand aber hat trotz diesbezüglicher wohlbegründeter Bitten es noch immer nicht für gut befunden, für den XX. Bezirk, in welchem heute nahe an 14.000 Juden wohnen und in dessen Schulen sich nach dem letzten statistischen Jahrbuch der Stadt Wien im Jahre 1900 schon 1790 jüdische Kinder befanden, einen eigenen Gemeinderabbiner zu bestelle«. Mangels eines Rabbiners also mußte diese Feier auf Sonntag verlegt werden. Die cantoralen Functionen versah in ausgezeichneter Weise, unterstützt von dem sehr gut geschulten Chor. Herr Obercantor Edelmann, während Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bach die Festrede hielt. Ausgehend von dem Ner tumid des Wochenabschnittes, feierte er in kernigen Worten die hohe Bedeutung unseres Lehrers Moses, dessen Licht noch leuchten wird, wenn auch noch tausend und abertausend Thontäfelchen tausend und abertausend Mythen zu Tage fördern i sollten, und erörterte hierauf die Worte Chesed schel Emes. Wahrhaftige Liebe war es, so führte der Redner aus, welche die Mitglieder dieses Tempelvereines beim Baue dieses Gotteshauses zusammengeführt hat, wahrhaftige Liebe war es, welche die Mitglieder dieses Vereines, gleich den Brettern der Bundeslade, bei dem Baue dieses Gotteshauses zusammenhielt, und wahrhaftige Liebe ist es, welche die Mitglieder dieses Bereines bei der heutigen Feier, welche der Erinnerung an die verstorbenen Vereinsmitglieder gilt, bekunden. Wien-Ottakring. Donnerstag den 5. März 1903, Abends halb 6 Uhr, fand wie alljährlich am Vorabende des 7. Adar im Gemeindetempel, XVI., Hubergasse 8, das feierliche Requiem für die verstorbenen Mitglieder der Chewra-Kadischa des XVI. und XVII. Bezirkes statt. Der Tempel war mit Gästen dichtgefüllt. Es waren erschienen: Cultnsvorsteher Herr S. Rosner, der Gesammtvorstand der Chewra-Kadischa des XVI. und XVII. Bezirkes mit dem Präses Herrn Dr. Anton Löwy, der Tempelvorstand, Vertreter sämmtlicher Vereine des XVI. und XVII. Bezirkes und ein zahlreiches distinguirtes Publicum. Nach dem Mincha-Gebete. vorgetragen vom Cantor Julius Smotrizky, executirte erster Cantor Fuchs mit dem Chorpersonale mit seiner klangvollen Stimme den Psalm 49. Nach dem Anzünden des Seelenlichtes hielt Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. I. M. B a ch die Festpredigt. In sinniger Weise und mit beredten Worten schilderte derselbe die Entstehung und Wichtigkeit des Vereines Chewra-Kadischa, gedachte der Verdienste, die sich dieser heilige Verein erworben, und richtete einen warmen Appell an die Anwesenden, diese heilige Institution zu fördern und zu unterstützen. Hierauf sang erster Cantor Fuchs in schwungvoller Weise Psalm 16 und 133. Mit der Verrichtung des Abendgebetes war die erhebende Feier zu Ende. Wien. Donnerstag den 5. März 1908, Vormittags 10 Uhr, fand das Leichenbegängniß des am 3. März verstorbenen Tempelvorstandes, Ehrenmitgliedes und Vorstandsmitgliedes der Chewra- Kadischa des XVI. und XVII. Bezirkes, des Herrn Ignatz P o I l a k statt. Welch besonderer Beliebtheit sich Herr Ignatz Pollak im XVI. und XVII. Bezirke erfreute, zeigte die rege Betheiligung an der Leichenfeier. Bereits vor 10 Uhr war der Ceremoniensaal am Centralfriedhofe mit Trauergästen gefüllt. Es waren erschienen: Cultnsvorsteher Herr S. R o s n e r, der Gesammtvorstand der Chewra-Kadischa mit dem Präses Dr. Anton Löwy, der Tempelvorstand, Vertreter sämmtlicher Vereine des XVI. und XVII. Bezirkes und zahlreiche Trauergäste. Präcise 10 Uhr wurde der Sarg von Vorstandsmitgliedern der Chewra- Kadischa in den Ceremoniensaal getragen und auf die Estrade gestellt. Erster Cantor Don Fuchs executirte mit dem Chorpersonale in erhebender Weise das übliche Trauergebet. Hierauf hielt Rabbiner Dr. I. M. Ba ch dem Verblichenen einen warmen Nachruf. Selbst tiefergriffen, schilderte er in beredten Worten die ersprießliche Thätigkeit und Wirksamkeit dieses einfachen, bescheidenen Mannes als Tempelvorstand und Vorstandsmitglied der Chewra-Kadischa, dessen Ehrenmitglied auch der Verstorbene war. Viele Jahre habe derselbe die Leichen auf den Friedhof begleitet, nun wird er von seinen Bekannten tief betrauert; dieser Mann habe eine Lücke zurückgelassen die schwer auszufüllen sei. Am Grabe selbst würdigte nochmals Herr Cnltusvorsteher Salomon Rosner in sinnigen Worten die Verdienste des Verblichenen um die Gemeinde. Mit der Absingung eines Trauergebetes, meisterhaft vorgetragen vom Cantor Julius Smotrizky, war die erhebende Trauerfeier zu Ende. Tiefergriffen verließen die Trauergäste den Ort, wo Herr Ignatz Pollak seine letzte Ruhestätte gefunden. S1. Pölten. (Chewra-Kadischa.) Die israelitische Beerdigungsbrüderschaft Chewra-Kadischa St. Pölten hielt Sonntag den 8. d. M im Sitzungszimmer der israelitischen Cultusgemeinde ihre statutenmäßige Generalversammlung mit Neuwahl ab. In Anwesenheit einer großen Anzahl Mitglieder wurde Herr Moises Frank. Fabriksbesitzer in Viehofen bei St. Pölten, Senior und langjähriger ehemaliger Vorstand der hiesigen Cultusgemeinde, in Würdigung seiner Verdienste um die Chewra-Kadischa und als Gründer derselben einstimmig und durch Erheben von den Sitzen zum Ehrenmitgliede ernannt. Bei der stattgefundenen Neuwahl wurden folgende Herren in den Ausschuß gewählt: Siegfried Schwarz als Vorstand; M. Frank als Vorstandstelloertreter; Albert Leicht crls Cassier und Schriftführer; Sigmund Allina sen., Sigmund Allina jun., als Revisoren; Samuel Gelb, Sigmund Süß, Bernhard Wulkan als Beiräthe. Prag. Die Cultusgemeinde-Reprüsentanz hatte jüngst eine Versammlung in das »Hotel Central" einberufen, auf deren Tagesordnung die Reorganisation des jüdischen. Armen wese ns in Prag stand. Die Versammlung war sehr zahlreich besucht. Den Vorsitz führte der Präses der Cultusgemeinde Dr. R o s e n b a ch e r, der in kurzen Worten die Bedeutung des Verhandlungsgegenstandes darlegte. Ober-Rabdiner Dr. E h r e n f e l d besprach das Resormproject in ausführlicher Weise vom ethischen Standpunkte aus. Seinem mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte das Referat, welches der Advocat Dr. Julius Popper erstattete. Er besprach zunächst die Wirksamkeit der zur Armenpflege nach dem gegenwärtigen Modus berufenen Factoren und hob hervor, daß, so reiches Lob man auch der Thätigkeit der Gemeinde, der Wohlthätigkeitsvereine, und der einzelnen Wohlthäter spenden müsse, düse doch dem anwachsenden Pauperi-mus gegenüber nicht ausreiche. Der Redner unterstützte seine Ausführungen durch ein reiches Ziffernmaterial. Auch aus physischen Gründen seien die heute zur Verfügung stehenden Kräfte zur Linderung und Bekämpfung des Elends nicht ausreichend. Es müffe also zur Reorganisation geschritten werden und da sei es das Elberfelder System, welches sich auf's Glänzendste bewährt habe. Redner besprach nun die einzelnen Bestimmungen dieses Systems, die er jedoch in ihrer Gänze nicht für Prag acceptiren könne. Redner stellte folgende Forderungen auf: Organisation eines Centralamtes, das mit den einzelnen Wohlthätigkeitsvereinen in ständiger Fühlung zu bleiben habe, Schaffung von Armenpflegern (ohne Zwang), directe Ueberwachung der einzelnen Armen und Anlegung eines Armenkatasters. Der Referent schloß mit einem warmen Appell an die Anwesenden, sich thatkräftig an den in Aussicht genommenen Arbeiten zu betheiligen. (Lebhafte Zustimmung und Beifall.) An der nun folgenden Debatte betheiligten sich Dr. Stern, Dr. Rosenbacher und Dr. Pick. Prag. (Bolks-Vorschußcasse i n P r a g, r. G. m. b. H.) Am 1. März fand die diesjährige Generalversammlung dieses Institutes statt. Die Zahl der Mitglieder betrug am 31. December 1902 597, welche Antheile im Betrage von 64.800 Kronen besitzen. Nach 472%i9cr Verzinsung dieser Antheile verbleibt ein Reingewinn von 3227 69 Kronen. Nachdem die Mitglieder auf die Auftheilung des Reingewinnes auf ihre Antheile verzichten, erhöht sich der am 31. December 1902 7035.19 Kronen betragende Reservefond um 1947.91 Kronen, so daß derselbe nunmehr 8983.07 Kronen beträgt. Die Ausschußmitglieder, Functionäre und Revisoren widmeten den ihnen aus dem Reinerträge zugewiesenen Betrag von 634.15 Kronen einem Fonde für verarmte Mitglieder, beziehungsweise deren Witwen und Waisen. Der Wechselumsatz im Jahre 1902 betrug 900.070'32 Kronen, der Stand der Darlehen am 31. December 1902 betrug 298.204'25 Kronen, der Stand der Spareinlagen am 31. December 1902 betrug 143.015'54 Kronen. Budweis. Am 5. September v. I. veranstaltete die hiesige »Chewra-Kadischa" in dem prächtigen Saale der Budweiser Bierhalle eine »Chewra-Sude", welche, dank den aufopfernden Bemühungen der Herren Alexander Kopperl, Moritz Ullmann, sich zu einer erhebenden Feier gestaltete und fn:

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