Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 9 (27.2.1903)
- Date
- 1903-02-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3020846-3021493-3021503--12488-3037085- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. S Dr. Bloch's WochrnschrrfL Seite 135 Im Gemeinde-Bethause XVIII., Schopenhauerstraße 39: Von Frau Pauline Morgenstern X , von Herrn Emanuel Hoffmann X 20.—, von Herrn Ignaz Katz K 9.—, von Herrn Dr. Gustav Kohn X 30.—, von Herrn Max Kotäuyi X 10.—, von Herrn Albert' Lang X 4.—, von Herrn Julius Singer für verschiedene Wohlthätigkeitszwecke X 18.—. Ferner werden zur Kenntniß gebracht: Erlässe der k. k. n.-ö. Statthalterei, betreffend die Kenntuißnahme der am 23. November und 2. December v. I. vorgenommenen Wahlen in den Cultusvorstand. bezw. der am 6. Jänner d. I. erfolgten Neu-Constituirung des Borstandes und die Mittheilung der Statthalterei, betreffend die zur Bertheilung an arme Kranke israelitischer Confession bestimmten Legate von Betti und Karl Weißmandl zu Gunsten der Cultusgemeinden Wien und Baden per je X 1000. Im Einlaufe befindet sich ferner der Bericht des Cultusvorstandes Dr. Alfred Berger, betreffend die am 6. Februar 1903 in seiner Gegenwart stattgehabte Auslosung der Bewerber bezw. Bewerberinnen um die Adolf Ignaz Mautner von Markhof'sche Stiftung für Wiener Waisenknaben und um die Julie Marzelline Mautner von Markhof'sche Stiftung für Wiener Waisenmädchen; ein Schreiben des Hilfsvereines für die nvthleidende jüdische Bevölkerung in Galizien mit dem Danke für die pro 1003 bewilligte Subvention per X 3000; endlich ein Dankschreiben der Katharina Blau für die ihr anläßlich der Vollendung des 100. Lebensjahres seitens des Cultnsvorstandes zugegangene Spende. Bor Uebergang zur Tagesordnung gedenkt der Vorsitzende des schweren Verlustes, welchen das hochverehrte Mitglied des Vertreter-Collegiums H°r* kais. Rath Moriz Hirsch durch das Ableben feiner Gattin erlitten hat und theilt mit, daß aus diesem Anlasse namens des Cultnsvorstandes an ihn ein herzliches Condolenzschreiben gerichtet wurde. (Zustimmung.) Im Präsidialberichte gibt der Vorsitzende die Constituirung der Cultussteuer-Bezirkscollegien und der Schätzungscommiff'vn bekannnt; gewählt erscheinen: Bezirk Obmann Stellvertreter Schriftführer I. Dr. Leopold Kohn S. Heit Dr. I. Löwinger II. u. XX. Adolf Schramek Mark. Bondy Dr. I. Winternitz III. ». XI. Dr. Jak. Ornstein Osias Juer Adolf Unger IV. V. u. X. Adolf Lichtblau C. Seligmann Franz Frankl VI u. VII. Adolf Rosenbaum Sam. Steiner Leo Bauer VIII. u. IX. Donat Zifferer G. Bettelheim Jakob Modern XII.—XV. Salomon Beer Sam. Mohr Alexander Hecht XVI. u. XVII. Dr. Anton Löwy Lwp. Trebitsch Moriz Pick XVIII u XIX. Anton Koretz Jak. Frankel Ignatz Katz Die Schätzungscommission wählte: Zum Präsidenten Herrn Dr. Leopold Kohn. „ I. Bice-Präsidenten Herrn Wilhelm Kuffner. „ II. - „ » Donat Zifferer. Zu Schriftführern: Herrn Dr. Jakob Ornstein und Herrn Ättolf Schramek. Eine von Herrn Cultusvorsteher Wilhelm Kuffner gegebene Anregung, abändernde Beschlüsse des CultusVorstandes, betreffend die Bemessung der Cultussteuer, den Bezirkscollegien zur Kenntniß zu bringen, wird dem Vertreter-Collegium zur Berathung überwiesen. Secretär kais. Rath Dr. Lieben reserirt über den Beschluß des Vertreter-Collegiums, gemäß welchem die in Wien erfolgenden Anzeigen von Austritten aus dem Judenthume den Cultusgemeinden der Geburtsorte der Ausgetretenen zur Kenntniß zu bringen seien, und in geeigneter Weise dahin zu wirken wäre, daß sämmtliche Cultusgemeinden in dieser Angelegenheit Reciprocität üben. Nach längerer Debatte, an welcher sich die Herren Cultusvorsteher Dr. Berger, Salo Cohn, Eltbogen, Wilhelm Kuffner, Vicepräsident Dr. Kohn, Cultusvorsteher Auspitz, Cultusvorsteher Professor Dr. Ehrmann und der Vorsitzende l. Vicepräsident Dr. Stern betheiligen, wird der Antrag des Vertreter- Collegiums zur Kenntniß genommen. Des Weiteren reserirt der Secretär in Stiftungs-Angelegenheiten: Gemäß dem Anträge des Stiftungs-Comites und des Vertreter-Collegiums wird die Ignaz Theumann'sche Heirats- Ausstattungsstiftung (1 Platz mit X 2000.—) im Sinne des Stiftbriefes, entsprechend dem Präsentationsvorschlage der Angehörigen an ein mit dem Stifter verwandtes Mädchen verliehen. Der Antrag des Vertreter-Collegiums auf Genehmigung des von dem Profefforen-Collegium der Israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien erstatteten Vorschlages, betreffend die Zuerkennung der Ofias H. Schorr'schen Stiftung für Rabbinats- und Lehramts-Candidaten (13 Plätze ä K 600.—) an Hörer dieser Anstalt, wird angenommen und zur stistungsbehördlichen Genehmigung an die Statthalterei geleitet. Das Moriz Freiherr von Königswarter'sche Stipendium im Spitale der israelitischen Cultusgemeinde mit dem Betrage von X 840.— pro anno wird auf Grund des ausgeschriebenen Concurses und gemäß dem hierüber erstatteten Referate der Spitals-Direction auf die Dauer eines Jahres verliehen. Einen wichtigen Gegenstand der Tagesordnung bildete die Berathung über das neue Organisationsstatut für die israelitische Bersorgungsanstatt. An das von dem Vertreter k. k. Baurath Theodor Ritter von Goldschmidt erstattete Referat über die Vorlage des Vertreter-Collegiums knüpft sich eine eingehende Debatte, an welcher sich insbesondere die Herren Dr. Steiner, Salo Cohn, k. k. Oberfinanzrath Dr. Rappaport. k. k. Oberingenieur von Mises, Wilhelm Kuffner, Professor Dr. Ehrmann, Dr. Berger, Dr. Gustav Kohn und Dr. Alfred Stern betheiligen. Das Elaborat gelangt hierauf nach den Anträgen des Vrrtreter-Collegiums mit einigen Abänderungen zur Annahme. Dem Bethausvereine LliLäoseü m' at wird für das Jahr 1903 eine außerordentliche Subvention von X 400.— gewährt. Schluß der Sitzung halb 2 Uhr Nachmittags. Verein zur unentgeltlichen Verpfiegung jüdischer Brustleidender aus dem Lande. Der „Verein zur unentgeltlichen Verpflegung jüdischer Bru st kranker auf dem Lande" hält am 2S. d. M. seine Generalversammlung ab und veröffentlicht anläßlich dessen den Jahresbericht. Wie aus demselben zu entnehmen, ist auch im Vorjahre die Zahl der Aufnahmswerber unverhältnißmäßig größer gewesen als die Zahl jener Personen, welchen der Verein zur Erholung ihrer schwer angegriffenen Gesundheit hätte verhelfen wollen, wenn es die Mittel gestattet haben würden. Im Ganzen wurden 143 Patienten, gegenüber 102 im Jahre 1901, in Obhut des Vereines genommen und im klimatischen Curorte Ro z n a u in Mähren untergebracht, u. z. vorläufig noch immer in Privathäufern, da zum Fond für den Bau eines eigenen Tuberculosenheims noch weiters ungefähr 40.000 Kronen mangeln, die ungeachtet eifrigster Propaganda nicht beschafft werden können, weshalb zu dem Surrogate gegriffen werden mußte, die Brustkranken in private Pflege zu geben. Die materiellen Anforderungen an den Verein steigerten sich durch den erhöhten Pfleglingsstand sehr erheblich. Die Ausgaben beliefen sich auf 16.600 Kronen für 5091 Verpflegstage, die Kosten für die Verpflegung per Kopf 3 26 Kronen per Tag. Die Einnahmen sind aber nicht gleichmäßig gewachsen, im Gegentheil, sie sind belangreich kleiner gewesen, hauptsächlich deswegen, weil dieWiener Cultusgemeinde die Subvention um 1500 Kronen im Vorjahre reducirte; die nahezu gleiche Höhe betrug das Gebahrungsdeficit, das nur durch Zuhilfenahme der Zinsen des Baufondes sanirt zu werden vermochte. Ein erfreulicher Umstand dagegen ist, daß die Heilresultate nach dem Berichte des Vereinsarztes Herrn Doctor Johann Perl in Roznau als sehr günstig bezeichnet werden können, was nicht zumindest auf die aufopferungsvolle Pflege, die hingebende Betreuung der ihm zugewiesenen Patienten zurückzuführen ist, weshalb sich auch der Bereinsvorstand veranlaßt gesehen hat, dem Dr. Perl die Anerkennung im Vereinsberichte zum Ausdrucke zu bringen. Der Jahresbericht gedenkt auch des besonderen Festtages des Vereines, des 28. März 1902, an welchem Tage der hochverdiente Vereinspräsident, Herr Dr. Adolf Hoffmann, seinen achtzigsten Geburtstag feierte. Unter der Leitung Dr. H o f f m a n n's ist der dem Vereine zu Grunde liegende Gedanke wesentlich näher gerückt, den jüdischen Brustkranken nicht nur durch Verpflegung auf dem Lande