Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 9 (27.2.1903)
- Date
- 1903-02-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Veite 134 Dr. Bloch's „Das historische Ergebniß all solcher Betrachtungen bleibt: daß das Christenthum in all seinen charakteristischen Eigenschaften, in seinem unbedingten Em-Gottesglauben, in seinen altruistischen Eonsequenzen und in seinen gewaltthätig-egoistischen Inkonsequenzen den Stempel jüdischen Geistes trägt. Es war das schicksalsreiche Geschenk des Orients an den Westen, und nacheinander haben es fich die Griechen, die bis dahin so wenig fremde Culturgüter angenommen hatten, die Römer und schließlich auch die Germanen zu eigen gemacht/ Ein jüdischer Lebensretter. Das amtliche „Prager Abendblatt" meldet aus Luditz: Am 10. d. M. ging die sechsjährige Elisabeth Kunz aus Klein- Werscheditz über die Eisdecke des Thönischener Teiches und fiel in eine Wuhne (Loch im Eise). Dem herbeigeeilten Herrn Oberlehrer Wilhelm Dux aus Thönischen ist es gelungen, das in größter Gefahr schwebende Kind dem sicheren Tode zu entreißen. Erwähnt sei, daß Herr Oberlehrer Dux vor etwa zehn Jahren einen Knaben an derselben Stelle vor dem Tode des Ertrinkens rettete. Wilhelm Dux ist Jude. Ern wichtiger hebräischer Papyrus. Ueber den einzigen bekannten hebräischen biblischen Papyrus aus Egypten sprach nach dem Athenaeum Stanley Cook in der „Society oi biblieal Archaeology" am 10. December. Das im Befitze des Herrn Walter N. Nash befindliche Fragment enthält die 10 Gebote und den Anfang des „ Schemas. Der Text unterscheidet sich von dem masoretischen (im 5. bis 7. Jahrhundert von jüdischen Schriftgelehrten endgiltig festgesetzten hebräischen) wett mehr als die sonst erhaltenen handschriftlichen Texte, deren ältester aus dem 9. nachchristlichen Jahrhundert stammt; die Varianten des Papyrus sind zumeist durch frühere Versionen gestützt. Man nimmt an, daß der Papyrus vormasoretisch ist, den« im Allgemeinen ist der Text des Alten Testaments vom 2. nachchristlichen Jahrhundert an tatsächlich sehr wenig verändert worden; zeitlich braucht er jedoch nicht vormasoretisch zu sein — die Schrift weist allerdings aufs 1. bis 3. Jahrhundert, mehr auf das erste — da ja Egypten denselben nicht gleichzettig mit Palästina adoptirt haben mag. Der Text der 10 Gebote liegt zwischen dem des Exodus und dem des Deuteronomium; man glaubt, daß er die frühere Fassung des letzteren repräsenttrt. Auffallende Eigenschaften find die Versetzung des 6. und 7. Gebotes (wie auch im Neuen Testament) und die Worte „Und der Herr segnete den siebenten (statt Sabbath) Tag* im 4. Gebote, was auch die Septuaginta hat. Auf den Dekalog folgt sofort eine Einleitung zum Schemah, die sich sonst nur in der Septuaginta und älteren lateinischen Uebersetzungen findet, aber in den hebräischen Frühtexten gestanden haben muß (s. Testam. graec. Deuteron. VI, 4). Der Papyrus beweist, daß viele Lesarten der Septuaginta nicht den Uebersetzern zur Last zu legen sind, sondern daß die Theorie, daß der hebräische Text nicht immer und nicht durchweg fest stand, sich richtig verhält. Die Folge der auf dem Papyrus verzeichneten Stücke (Deut. V, 6—18; VI, 4 ff.) zeigt, daß das Fragment nicht von einem vollständigen Gesetz herrührt, sondern aus einer Art Katechismus, Gebetbuch, Lesebuch. Doch waren sie zweifellos aus älterem Pentateuchtext entnommen, der wichtige Verschiedenheiten von dem masoretischen aufweist. WvchvnschrifL Nr. s Von Herrn Ferdinand Gombrich anläßlich der bevorstehenden Vermählung seiner Tochter .... - . . . . K 400.— und zwar: zur Betheilung von würdigen Armen X 200.—, für den israel. Waisenverein X 40.—, für den Verband zur Unterstützung armer israel. Wöchnerinnen X 30.—, für den Verein „Frauenhort" im 9. Bezirk X 20.—, zur Verköstigung armer israel. Schulkinder im 20. Bezirke K 10.—, für den Reconvalescentenfond der Spitals- Aushilfscassa K 30—, für den israel. Frauen-Wohlthätigkeitsverein X 30.—, für den Verein zur Unterstützung armer kranker Israeliten K 40.—. Von den Herren Sigmund Kauders und Rieß anläßlich der Beschneidung des Enkels, beziehungsweise Sohnes Eugen zur Vertheilung an nachbenannte Wohlthätigkeitsvereine „ 250.— für den Verein „Ferienheim" K 50.—, für den Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen X 100.—, für die israel. Armenanstalt X 100.—. Entnahme der Sammelbüchsen im Gemeindebethause Fünfhaus zur Vertheilung an Arme.„ 267.30 Von Herrn Ludwig Edl. v. Reithoffer, für die israelitische Versorgungsanstalt anläßlich der Feier seiner goldenen Hochzeit. 200.— Von Frau Marie Stern für die israelitische Versorgungsanstalt aus Anlaß des Todestages ihres sel. Gatten Herrn Sigmund Stern. 20.— Von Herrn Ingenieur Victor Popper - . . ...... 20.— für arme Witwen und Waisen anstatt eines Kranzes aus den Sarg der Frau Katharina Schück; . . . - Von Herrn Dr. Julius Flesch für die israelitische Versorgungsanstalt - . . - . „ io.— Von Frau F. Mandel für das L. D. Königsberg'sche Mädchen-Erziehungsinstitut. io.— Anonymus zur Vertheilung an Arme. „ 7.— Zur Verköstigung armer israelitischer Schulkinder in der Brigittenau: Ergebniß einer Sammlung durch die Herren Dr. Alfred Berger und Heinrich Weiner „ 398.— und zwar von Melli und Achim X 20.—, von Herrn Josef M. Kohn X 100.—, von Herrn I. Gewitsch X 5.—, von B. 49-Prag X 50.—, von W. Lewitoch & Co., Wolin X 20.—, von Herrn Dr. I. H. Marmorek X 5.—, von Herrn Ignaz Markus X 2. — , von Frau Karoline Andres X 100.—, von Herrn Adolf Prager, Budapest X 5.—, von Herrn Adolf Deutsch, Weißkirchen X 10.—, von Herren Färber's Söhne X 5.—, von Herrn Emil Sorer, Brünn X 10.—, von Herrn Geza Reich X 50.—, von Frau Fanni Bauer X 4.—, von Herrn Dr. M. Becker X 2.—, von Herren Otto Kollmann & Co. X 5.—. Ergebniß einer Sammlung durch Herrn Dr. Alfred Berger „ 54.— und zwar von Frau Antoinette Schwarzmann zum Andenken an ihren sel. Gatten Herrn D. Schwarzmann X 50.—, von Herrn Jakob Frankel X 4.— ... . Durch die Redaction des „Neuen Wiener Tagblatt" . . . , 52 — Von Herrn Dr. Emanuel Arnstein.. io!— Von E. S. - - „ . . „ 10.— Spenden zur Anschaffung von Beheizungsmateriale für Arme: Von Herrn Jakob Kann . . .x 50.— Von Herrn Rabbiner Dr. Adolf Schmied!.„ 20 Von Herrn N. Nechtnitz .1 " 20I— Von. Herrn Dr. Adolf Herzfeld als Ergebniß einer Sammlung ..20.— Von Frau Betti Hauser ..... .. 10.— Von Frau Rosa Bendiener, Insassin der israel. Versorgungs-Anstalt, ein Thoramantel für das Bethaus der Versorgungs-Anstalt. Von Herrn Gustav Gruber ein ärztliches Hilfsbuch für die israel. Versorgungs-Anstalt. Von Herrn Philipp Vudie ein Krankenfahrstuhl, Kleider und Bücher für die israel. Versorgungs-Anstalt. Correspondenzen. Aus der Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Eultusgemeinde in Wien vom 22. Februar 1903 unter dem Vorsitze des I. Vieepräfidenten Dr. Alfred Stern Beginn der Sitzung halb 11 Uhr Vormittags. Im Einlaufe werden bekanntgegeben: Spenden: Von Herrn kais. Rath Leopold Sachs für die israelittsche Versorgungsanstalt zum Andenken an seine seligen Eltern Jacob und Anna Sachs ..X 1000.— Von Familie Engel de JLnosi zur Vertheilung an Arme, aus Anlaß des Ablebens des Herrn Moriz Engel de Jänosi ..500. \ Den Spendern wird der Dank votirt. Bethaus-Spenden: Im Gemeinde-Bethause I., Seitenstettengasse 4: Von Herrn Josef Paunzen für verschiedene Wohlthätigkeitsanstalten X 40.—, von Herrn Rudolf Kohn für verschiedene Wohlthätigkeitsanstalten X 500.—, von Herrn Max Zerner für Wohlthätigkeitsanstalten X 20.—, von Herrn kaiserl. Rath Leopold Sachs für verschiedene Wohithätigkeitsanstalten X 200.—. Im Gemeinde-Bethause II., Tempelgasse 3: Von Herrn Siegftied Herzog für den israel. Waisenverein X 10.—, von Herrn August Bräuner für den israel. Handwerkerverein X 10.—, von Herrn Hermann Subak für Wohlthätigkeitsanstalten X 20.—. Im Gemeinde-Bethause XVI., Hubergasse 8: Von Herrn Benedict Schmiedet und Sohn für verschiedene Wohlthätigkeitsanstalten X 26.—, von Herrn Markus Weiß X 12.—, von Herrn Samuel Brandl X 10.—, von Herrn Braun X 6.—, von Herrn Moriz Pick für verschiedene Wohlthätigkeitszwecke X 6.—.