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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-01-30 · 5 (30.1.1903) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
5 (30.1.1903)
Date
1903-01-30
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 76 Dr. Bloches Wmdsnfttzrifk. 20. d. M. unter großer Bktheiligung zur Ruhe bestattet. Der Rabbiner Herr Dr. Mandl widmete dem Andenken des Verblichenen ergreifende Worte; ferner hielten die Herren Carl Seligmann im Namen des israel. Tempelvereines, Herr E. Schidrowitz im Namen des israel Human. Vereines und Herr I. S. S t r a ß b e r g für den jüdischen Schulverein ehrende Nachrufe. Wien. Der Tempeldiener am Leopoldstädter Tempm Herr Salomon S ch w e i n b u r g, der vom Jahre 1867 bis zuel, vorigen Jahre als Friedhofdiener bedienstet war, begeht am 7. Februar l. I. seinen 70. Geburtstag. Liesing. Auf Grund des jüngsthin erschienenen Aufrufes sind uns folgende Spenden zur Erhaltung unseres Tempels und unserer Talmud-Thoraschule zugekommen: Von Ehrwörden Rabbiner Schmied! K 20, Jacob Kann in Wien X 20, Hermann Smetena in Erlaa b. Wien X 50, Dr. Ludwig Unger in Falkenan a. d. E. X 4, Marie Weinberger in Orsowa X 20, M. B. in Brünn X 2, Adolf Singer in Reca b. Brünn X 10, kaiserl. Rath Leopold Sachs in Wien X 10, Dr. Max Stern in Liesing X 50, Jonas Schachtes in Wien X 5. Einnahme durch 7 Stück Tempelbausteine X 14. Einnahme durch veranstaltete Sammlungen in Wien vom 12. bis 25. Jänner d. I., ergab die Summe von X 549. Indem wir hiemit allen gütigen Spendern unseren besten Dank ausdrücken, bitten wir um weitere Gaben, die an dieser Stelle veröffentlicht werden sollen. Jacob Papanek, Tempelvorstand. Klattau. Laut ß 74 der Gemeindestatuten wurde heute die Vorstandswahl für den leider so früh verstorbenen Vorsteher Herrn Josef Treichlinger vorgenommen. Zur Wahl waren sämmtliche Vorstandsmitglieder erschienen. Gewählt wurde Herr JUDr. Isidor F l e i sch e r als Präses der Gemeinde, Herr Josef Feig! als erster und Herr Heinrich Singer als zweiter Vorstands-Stellvertreter. Als Ausschußmitglied wurde der bisherige Ersatzmann Herr Albert Schütz einberufen. — Der hiesige Chorgesangs- und Geselligkeitsverein veranstaltet am 22. Februar l. I. einen Maskenball unter der Devise: „Rendezvous in den Alpen". Da unsere Unterhaltungsabende und sonstigen Veranstaltungen stets stark besucht wurden, so ist wohl zu hoffen, daß auch dieser Maskenball vom besten Erfolge begleitet sein wird. Es sind auch bereits viele originelle Masken angemeldet. — a. — Dobkisch. (Spenden-Verzeichniß zum Tempelbau.) Sammlung durch Rabbiner Dr. Link: Herr Eduard Weinmau, Auffig Kronen 2000; Herr kais. Rath Sigm. Haurovitz, Prag 300; Herr Jur.-Dr. Earl Abeles, Karlsbad 50; Herr Josef R. Altschul, Prag 50; Herr Philipp Beck. Prag 50; Frau Lorie Beck, Wien 60; Herren Brüder Beck, Prag 200; Herr Leopold Bechert, Saaz 100; Herren Werfel und Böhm, Prag 50; Herr Burg Adolf, Pilsen 50; Herr Burg Emanuel, Prag 50; Herr Simon Devidels, Prag 30; Herr Abeles Albert, Heiligfeld 20; Herr Porges Samuel, Dobkisch 20; Herr Roubieek Julius, Dobkisch 20; Herr Josef Löwenstein, Prag 50; Herr Julius Lewinsky, Prag, ein Vorhang zur heiligen Lade; Herren Fisch! M. Söhne, Prag 100; Herren Fischer Carl und Friedrich, Prag 50; Herr Fischmann Bernard, Prag 200; Herr Jur.-Dr. Carl Fleischmann, Carlsbad 200; Herr Adolf Kellner, Saaz 100; Herr Heinrich Kellner. Saaz 100; Herr Heinrich Lang, Saaz 50; Herr Glück Rudolf, Saaz 30; Herr Hoffman-Kotlarzig, Pilsen 40; Herr Josef A. Schanzer, Pilsen 40; Herr Jur.-Dr. Julius Wiener, Prag 40; Frau Anna Waldstein, Prag 200; Herr Josef Rosenfeld. Prag 50; Herr Ignatz Mühlstein, Prag 50; Herren Jakob Kohn's Söhne, Saaz 40; Herr C. I. Stein, Saaz 30, wofür den edlenSpendern der beste Dank ausgesprochen wird. Alfred Bondy, Cultusvorsteher; Philipp Kellner, Vorsteher-Stellvertreter; Dr. F. W. Link, Rabbiner; Mexander Frankl, Schriftführer. (Fortsetzung folgt.) Gewttsch. Am 18. d. M. feierte Herr Jakob Schenk in M.-Trübau den 80. Geburtstag. Obwohl M.-Trübau zur Cultusgemeinde Gewitsch gehört, so machte die große Entfernung doch eine eigene Constituirung wünschenswerth, und es ist das Verdienst des Herrn Schenk, die in M.-Trübau domicilirenden 16 jüdischen Familien zu einem Bethausvereine geeinigt zu haben. Seine freie Zeit, die ihm sein kaufmännischer Beruf ließ, verwendete er seit Jahren nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Lehren; er unterrichtete die Jugend in den Anfangsgründen des Hebräischen, ertheilte einen geregelten Religionsunterricht in der Volks- und Bürgerschule und war stets ein gewissenhafter Schächter, ein versirter Mohel, ein gut geübter Vorderer und wurde so die Hauptstütze dieser kleinen jüdischen Gemeinschaft. Der Gewitscher Cultusvorsteher Dr. T. L ö w i t veranstaltete zu Ehren des hochbetagten verdienstvollen Greises am 18. d. M. einen Festgottesdienst in M.-Trübau, an welchem sich alle Mitglieder der Gemeinde betheiligten. Herr Rabbiner Dr Keßler hielt die warm empfundene Festrede, in welcher er die Verdienste dieses Mannes würdigte und ihm den Dank aussprach. Herr Cantor Simon Heilstem versah die cantoralen Functionen in trefflicher Weise. Zalaegerszeg. Am 21. d. M. fand im festlich beleuchteten Tempel die Trauung des Fräulein Mariska Fridrich, Dichter des Hoteliers Fridrich, mit Herrn Jeno Erdelyi statt. Der große Tempel war mit einem distinguirten und zahlreichen Publicum gefüllt. In ausgezeichneter Weise versah Herr Sk. S Oberrabbiner Dr. Engelsmann, sowie Herr Obercantor Jenö Weisz mit Chorbegleitung die Trauungsfunction. Im Hause der Brauteltern fanden sich zahllose Gratulanten ein. Lemberg. Dienstag den 3. Februar l. I. findet in Dembica die Trauung des Rabbinatscandidaten Herrn Aron Lewin, Enkel des verehrten Lemberger Rabbiner Schmelkes, mit Fräulein Dora Friedmann aus Wieliczka statt. Brünn. Für letzten Sonntag war in einem Hörsaal der hiesigen deutschen technischen Hochschule eine Versammlung der zionistisch gesinnten Hörer derselben einberufen worden, welche den Zweck haben sollte, auf die Anerkennung der jüdischen Natioiialitat an dieser Hochschule, insbesondere bei den Eintragungen dieser Hörer, hinzuwirken. Diese Versammlung wurde nach kurzer Dauer von deutschnationalen Studenten gesprengt, welche nach der Wahl des Präsidiums entgegen der vom anwesenden Rector Professor R u p p abgegebenen Erklärung darauf bestanden, daß die Ueberlassung eines Hörsaales der Technik nicht dem Professorencollegium, sondern dem Technikerausschusse zustehe. Infolge der deshalb entstandenen Auseinandersetzungen erklärte der Rector die Versammlung für geschloffen, worauf sich die jüdischen Theilnehmer zum Vereinslocale der „Emunah" begaben, wo über ein dem Professorencollegium zu überreichendes Memorandum berathen wurde, das unter Berufung auf Artikel XIX der Staatsgrundgesetze die Forderung aufstellt, daß den jüdisch-nationalen Studenten das Recht eingeräumt werde, bei den Eintragungen neben ihrer Muttersprache auch ihre „jüdische Nationalität" bekunden zu dürfen. Dobrisch. In der Generalversammlung des Israelitischen Frauen-Wohlthätigkeitsvereines wurden Frau Anna Lewinsky, Wien, Frau Clara Kellner, gegenwärtig Vorsteherin des Vereines, und Herr Philipp Beck, Obmann der Meifel-Synagoge in Prag, als Anerkennung ihrer hohen Verdienste um den genannten Verein einstimmig zu Ehrenmitgliedern gewählt. Berl n. Der Berliner jüdischen Gemeinde ist ein Legat in der Höhe von 160.000 Mk. zugefallen. Der Erblasser ist ein Rentier Michael Rothschild aus Grevensbroich, der die Zinsen für Wohlthätigkeitszwecke bestimmt hat. Budweis. Die Hauptversammlung des Chanuka-Vereines war sehr gut besucht. Obmann Ignaz Fantl gedachte zu Beginnder Versammlung der Heuer verstorbenen Mitglieder Adolph Ried, Jakob Lederer und Joseph Schwarzkvps. Der Verein hatte im abgelaufenen Vereinsjahre 62 arme Kinder mit warmen Winterkleidern und Schuhen beschenkt, wofür ein Betrag von 1552 Kronen verausgabt wurde. Außerdem erhielten zahlreiche Schulkinder Schulrequisiten und Schulbücher. Der Verein zählt derzeit 169 Mitglieder. In den Ausschuß wurden gewählt: Jg. Fantl, Isidor Fürth, Max Gans, Max Gottlieb, Doctor Bullaty. Gustav Taussig und Anton Stern. Temesvar. Hier verschied nach kurzem Leiden der Privatier Hugo E i s e n st ä d t e r im 60. Lebensjahre. In dem Verblichenen betrauert die durch ihre Wvhlthätigkeit bekannte Präsidentin des israelitischen Frauenvereines Frau Lina v. Eisenstädter ihren Bruder und Herr Richard v. Eisenstädter und Frau Dr. Ignaz Fay ihren Onkel. Der Dahingeschiedene erfreute sich ob seines biederen Charakters in Kreisen seiner Bekannten großer Sympathien und war besonders in Torontaler Handelskceisen vortheilhaft bekannt. Jitschin. Bei der Wahl in den Cultusgemeindevorstand wurden gewählt: In den Ausschuß: Berthold Bondy. Carl Fischt, Sigmund Fleischner, Friedrich Jppen, Fritz Kantor, Eduard Lustig; als Ersatzmänner: Heinrich Freund, Joseph Pollaf; in den verstärkten Ausschuß: Gottlieb Brod, Leopold Dorfmann, Robert Engel, Emil Löwy, Markus Popper, Gustav Schlickes Wirovilica (Slavonien). Am 18. Jänner hat hier die ordentliche Generalversammlung der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde stattgefunden, die diesmal sehr stürmisch verlaufen ist. Großen Widerspruch rief der Antrag des Vorstehers, Herrn Felix Deutsch, hervor, die zur Bestreitung der Gemeindeauslagen entrichtenden Ritualgebühren abzuschaffen. Dieser Antrag wurde auch einstimmig abgelehnt. Sehr peinlich war die Versammlung berührt, als der kömgl. Regierungsvertreter, Herr Adjunct Ferkovic, Herrn Deutsch zur Rede stellte, wie es komme, daß die im Jahre 1901 von der hohen königl. Landesregierung genehmigten neuen Gemeindestatuten jetzt noch nicht zur Kenntniß der Gemeindemitglieder gebracht wurden? Der Landtag, meinte der Herr Präses, gebe auch Gesetze heraus und doch werden selbe nicht unter dem Volke vertheilt. Doch fand sich die Versammlung nicht mehr veranlaßt, ihm das weitere Vertrauen zu schenken und wählte statt Herrn Deutsch Herrn Sparcassadirector Louis Reich einstimmig zum Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Virovitica.

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