Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 4 (23.1.1903)
- Date
- 1903-01-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette 58 Dr. Bloch's Wochonsthrift. Nr. 4 Canon vom ersten bis zum letzten Blatte desselben hochgestelltmann, Cultus- und Tempel-Borsteher, Sam. LedeL. Vorsteher¬ und dringend empfohlen wird und daß sie die Basis nicht blosH Stellvertreter, Leopold Schulhof, Cassier, Tram Wertheimer, des Nationallebens, sondern auch der culturellen Existenz desM Schriftführer, und Sigmund Stein. israelitischen Volkes bilden sollte und auch tatsächlich bildeteMj Olmiitz. Unsere Gemeindebibliothek ist trotz ihres kaum Schon die Patriarchen widmeten sich der Landwirthschast mitMeinjährigen Bestehens, Dank der thatkräftigen Unterstützung Lust und Liebe. Könige und Propheten rühmten sich derselbenMunserer opferfreudigen Gemeindemitglieder, bereits im Besitze und nannten sich mit Stolz Landwirthe. Die drei Hauptfeste,M fast aller grundlegenden Werke jüdischer Wissenschaft, sowie einer so lehr ihre Bedeutung zunächst rein geistiger Natur ist und seinM stattlichen Anzahl populärer Schriften zur Belehrung und Ansollte, wurden dennoch in den engsten Zusammenhang mit derMregung für die Jugend. Bei dem sich steigernden Interesse für Agricultur gebracht, auch die Gesetzgebung überhaupt griff mächtig^ diese nicht genug anzuerkenneude Institution dürfte der Bücherin das Gebiet der Landwirthschast ein. Selbst bezüglich der stock sich im laufenden Jahre verdoppeln. Den auswärtigen Agriculturwiffeuschaft fehlt es mt Pentateuch nicht an Anwei-^ Spendern, den Herren: Sr. Ehrw. Dr. Günzig. Rabbiner suugen. Diese besondere Vorliebe für den Landwirthschaftsbetrieb machte sich unter den Juden selbst nach der Zerstörung des Tempels durch die Römer geltend, so zum Beispiel in Babylonien, woselbst die Lehrer genöthigt waren, ihre Vorträge in ' Jahreszeiten abzuhalten, wo die studirende Jugend von der ‘ agrarischen Thätigkeit frei war. sv Die Auswanderung der Juden aus Galizien. Das Prager Czechenorgan „Närodm Listy“ beschäftigte sich vor kurzer Zeit mit dieser Frage und brachte sehr intereffante Daten über die jüdische Bevölkerung Galiziens. Wir geben die Darlegungen des genannten Blattes wörtlich wieder: »Aus jüngst veröffentlichten Berichten über die Volks- Mlung des Jahres 1900 geht hervor, daß im Decennium 1690—1900 aus Galizien nicht weniger ctls 100.000 Juden ausgewandert sind. Im Jahre 1890 gab es in Galizien 772.213 Juden, im Jahre 1900 wurden 811.371 gezählt. Es ist weiters festgestellt, daß in diesem Zeiträume in Galizien 315.073 jüdische Kinder zur Welt kamen und 166.966 Juden starben, so daß der natürliche Zuwachs 148.107 beträgt und im Jahre 1900 demnach 920.320 Juden gezählt werden sollten. Das Resultat der Volkszählung des Jahres 1900 ergibt aber ein Minus von 108.949. Diese Abnahme der jüdischen Bevölkerung findet in der zahlreichen Auswanderung der Juden aus Galizien ihre Begründung. Im letzten Jahrzehnte war derten aus Galizien überhaupt mehr als 300.000 Personen aus, ein gutes Drittel davon entfällt auf die Juden. Sie wandern zum Theile in die Bukowina, hauptsächlich aber nach dem Westen aus. Die Ursache der Auswanderung liegt vorwiegend in den ungünstigen wirthschattlichen und geschäftlichen Verhältniffen des Landes. Im östlichen Galizien schießen in der letzten Zeit auf den Dörfern christliche Geschäfte rapid in die Höhe, welche den Bauer zu sehr billigen Preisen mit allen nothwendigen Maaren versorgen und dem jüdischen Kaufmann auf dem Lande den Boden unter den Füßen entziehen. In die Städte können die Juden nicht ziehen, denn die find ohnehin überfüllt. So müffen sie also das Land verlassen." E.B. Wien. (Juden in der Kriegs marin e.) In der Correspondenz »Die Juden als Soldaten" in der »Oesterr. Wochenschrift" vom 16. d. M., wird bemerkt, daß Juden zur See noch nie hervorgetreten sind. Dem gegenüber sei die Thatsache festgestellt, daß in der österreichischen Kriegsmarine in den Achtziger-Jahren zwei Juden eine hervorragende Stellung eingenommen haben, nämlich die Herren Funk und Lang, Beide aus Pcoßnitz in Mähren gebürtig, welche Beide bis zum Linienschiffscapitän, dem Range eines Obersten gleichkommend, avancirten und in verhältnißmäßig jungen Jahren in Pension traten, weil ihnen als Juden das Avancement zum Admiral versagt geblieben war. Funk und Lang erfreuten sich in der Kriegsmarine des Rufes hochintelligenter und äußerst begabter Seeleute und wurden vom Kaiser vielfach ausgezeichnet. Prag. Bei der in Komotau stattgefundenen Wahl eines Cultusvorstandes wurden gewählt: Bern. Bloch, Edmund Feldmann» Ignaz Konirsch, Leopold Bermann, Ernst Kohn, MUDr. Rudolph Hoffmann, Albert Ritter, Jacob Hirsch, Gustav Epstein, Carl Gans, Ludwig Konirsch und Eduard Kohn in den Vorstand; Josef Löwi, Heinrich Samuel. Josef Wiener. Adolf Heller, Leopold Schiller. Hugo Heller, Max Heller, Adolf Ritter» Emil Bettler, Jacob Kohn, Emanuel König und Daniel Kohn in den verstärkten Vorstand. — In L e i p a wurden aus der Mitte des engeren Vorstandes gewählt: Dr. Isidor Oestreicher, Vorsteher, Isidor Gans, Borsteher-Stellvertteter, Jacob Wolf, Rechnungsführer. Siegmund Stransky, Cafsier, Moses Gans und Moriz Tauffig, Tempelvorsteher. — Bei der Constituirurg des neuen Ausschusses der israelitischen Cultusgemeinde R e i ch e n a u a. d. K. wurden gewählt: Moritz Deutschin Loschitz, Oberrabbiner Dr. Güdemann und David Ritter v. Gut mann in Wien sei an dieser Stelle der besondere Dank ausgesprochen. Um aber dem eigentlichen Zwecke und Ziele der Bibliothek gerecht zu werden, ist auf Anregung unseres Herrn Rabbiners Dr. OpPenheim die Abhaltung von Borträgen, Belehrungen, Referaten über Bücher rc. an einigen Abenden im Monat beschlossen worden. Dies ist nur eine der mannigfachen segensreichen Einführungen, die unter dem zielbewußten Präsidium des Herrn Dr. Ehen zur Verschönerung des Gottesdienstes, zur Hebung und Stärkung des religiösen Sinnes von unserer rührigen Gemeindevertretung im Einvernehmen mit unserem Rabbiner geschaffen wurden. Zugleich aber muß betont werden, daß jedes einzelne Mitglied des Ausschusses mit ganzem Herzen und voller Hingebung nach bestem Können und Wissen an der Lösung der verschiedenen Aufgaben gearbeitet hat und besondere Anerkennung verdient. Nicht minder lobend hervorzuheben ist, daß unsere Gemeindemitglieder, sowohl durch reges Interesse als auch durch richtiges Verständniß und Beurtheilen ihre freigewählte Vertretung jederzeit unterstützen. Es harren noch manch wichtige, schwierige, eingreifende Fragen einer glücklichen Lösung, wie der hebräische Unterricht, das Haskara- und Stiftungswesen, es sind noch manche Verbesserungen in dieser und jener Institution anzustreben, um eine stetige gesunde Entwicklung vorzubereiten und für die Zukunft zu sichern. Ein friedliches, einträchtiges Zusammenwirken der Gemeinde, ihrer Vertretung und ihres Beamtenkörpers, wie bisher, verbürgt ein sicheres Blühen, Gedeihen und Erstarken. Von den Beamten unserer Gemeinde aber muß gesagt werden, daß jeder fleißig und verläßlich ist und an seinem Platze seine Pflicht voll und ganz erfüllt. Deshalb wäre es ein Unrecht, nicht Aller in lobenswerter Weise zu gedenken und nicht das besondere Verdienst unseres Obercantors Karl Schlesinger zu würdigen, der mit seiner herrlichen Stimme und dem geschulten Chor die Zuhörer zur Andacht stimmt und begeistert. Lemberg. Montag den 19. d. M. fand im großen Saale der israelitischen Hauptschule die ordentliche Generalversammlung des Vereines »Chanach Lanaar" statt. Den Rechenschaftsbericht erstattete der Vereinspräsident Herr Dr. Munk, der mit besonderer Genugthuung constatirte, daß trotz so mancher schwieriger Elementarereigniffe, mit denen der Verein in diesem Jahre zu kämpfen hatte, dessen Leistungen dennoch besonders ersprießlich genannt werden dürfen. Es wurde auch da des großen Fortschrittes, den der Verein durch die Bestellung des Dr. Grill als Schulleiter gemacht, ruhmreich erwähnt. Nach Ertheilung des Abfolutoriums wurde die Wahl des Ausschusses vollzogen. In denselben wurden gewählt die Herren Dr. Munk, kaiserl. Rath Stroh, Landau, Ettinger, Dr. Korkes, Wechsler und Polturak. Außerdem wurden die Herren Rosenfeld, Feigenbaum und Jahr ins Curatorium cooptirt. Zum Schluffe bereitete die Versammlung eine schöne Ovation dem anwesenden Mitglieds des Curatoriums, dem Theologen H. A. Lewin, indem sie ihn, über Antrag des Curators H. Rosenfeld, aus Anlaß seiner demnächst erfolgenden Abreise von Lemberg einstimmig zum Ehrenmitgllede des Vereines ernannte. Vorsitzender Herr Dr. Munk nahm bei dieser Gelegenheit Anlaß, die Verdienste des Herrn Lewin um den Verein zu würdigen, und gab seinem lebhaften Bedauern über den Austritt desselben aus dem Curatorium beredten Ausdruck. Herr Lewin dankte tiefgerührt für die erhaltene Sympathiekundgebung und versprach, auch fernerhin warmes Interesse für den Verein und dessen Entwicklung fortzubehalten. Sarajewo. Vorige Woche feierte der angesehene spaniolische Notable GR. Salomon Eff. S a l o m sein goldenes Hochzeitsfest. Aus diesem Anlasse war er Gegenstand herzlicher Ovationen nicht nur von Sette seiner Glaubensgenossen, deren Verehrung er in vollem Maße besitzt, sondern auch von Seite der hervorragendsten Kreise Sarajewos. Leider mußte der Jubilar die Gratulationen auf dem Krankenlager empfangen, an das ihn ein