Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 1 (2.1.1903)
- Date
- 1903-01-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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..■ | - n-m~~ " i .— . ....1 i . .. ii.iiji/r r;-“—! Nr. 1 Sr. BLoch's Wochenschrift' Sette 11 erlöst, doch hinterläßt er bei einem mehr nach Tausenden als nach Hunderten zählenden Schülerkreise ein gutes Andenken. Unter überaus zahlreicher Betheiligung Leidtragender sand die Beerdigungsfeier statt. Außer seinen nächsten Anverwandten folgten der Bahre des Dahingeschiedenen Deputationen der politischen und Cultusgemeinden Proßnitz und Nikolsburg, deren Ehrenbürger Dr. Eisler war, die Cultusgemeinde Troppau, die ihm in Anerkennung seiner Verdienste um die jüdische Forschung ein Ehrengrab gewidmet hatte, Herr Landesgerichtspräsioent Dr. Kopitsch, viele höhere Finanzbeamte und die beste Gesellschaft unserer Stadt. Budapest. (Bankett.) Wie hiesige Blätter melden, ist der Secretär der Pester Chewra-Kadischa, Dr. Franz Mezey, der lange Zeit schwer krank war und sich auch einer Operation unterziehen wußte, nunmehr aus Meran, wo er die Zeit ferner Reconvalescenz verbrachte, vollkommen gesund zurückgekehrt und hat sein Amt wieder angetreten. Aus diesem Anlässe veranstaltete die Chewra-Kadischa heute Abends im weißen Saale des „Hotel Royal" ein Bankett zu Ehren des Genesenen. Knapp vor 9 Uhr wurde der Gefeierte, Secretär Dr. Franz Mezey. in den Saal geführt und von den herzlichen Eljenrufen der Anwesenden bewillkommnet. Beim -dritten Gange des Menus ergriff der Präsident Jakob Boschan das Wort und gab der aufrichtigen Freude darüber Ausdruck, den geliebten Secretär wieder heil und gesund zu sehen. Secretär Dr. Franz Mezey dankte in herzlichen Worten für die Bewillkommnung. Sein Herz sei auf den Accord der Dankbarkeit gestimmt, und wenn er diesem Accord noch einen beifügen möchte, so wäre es der des Lobes des Präsidiums, welches ihm seine Pflichten stets zu angenehmen Pflichten gemacht habe. Hierauf ergriff Reichtags-Abgeordneter Josef Veßi das Wort und leerte sein Glas auf das Blühen des Judenthums, weil die Männer, welche das Interesse des Judenthums fördern, implicite auch für das Gedeihen des Vaterlandes wirken; immer haben die Interessen des Judenthums mit denen des ungarischen Vaterlandes gleichen Schritt gehalten. Doctor Moriz Mezey leert sein Glas auf das Wohl Dr. Franz Mezey's, des unermüdlichen Mitarbeiters an dem Aufblühen der solch' edle, humane Zwecke verfolgenden Pester Chewra-Kadischa. Ludwig Krauß de Megyer läßt gleichfalls Dr. Franz Mezey hochleben, den er als das Ideal eines aufopfernden, selbstlosen Arbeiters kenne. Paul Tencer schließt sich dieser Anerkennung vom Herzen an. Dr. Ernst Deutsch feierte in einem launigen Toaste die Eigenschaften Dr. Franz Mezey's als Freund. Schließlich toastirte noch Architekt Hunfalvy. der als Christ nicht vom Gesichtspunkte der Confesiion spreche, aber die Gemeinde beglückwünsche, die einen Mann wie Dr. Franz Mezey zu den Ihrigen zähle. Anwesend waren ungefähr 150 Personen; wir bemerkten darunter: den Professor am Rabbinen-Seminar Doctor Blau, Martin Schweiger, I. Em. Weiß. Ludwig Adler, Em. Birnbaum, Dr. I. Gabor, Dr. Nikolaus Reich, I. Fröhlich, Berthold Herzmann, Jakob Deutsch, Professor Wilhelm Rethi, Sigm. Breitner u. v. A. Um Mitternacht war die Gesellschaft noch in fröhlichster Stimmung beisammen. Vermischtes. Wien. (Oeffentliche Plenarsitzung des Cultusvorstandes.) Dienstag den 6. Jänner 1903, halb 11 Uhr Vormittags, findet im Sitzungssaale der Cultusgemeinde, I. Bezirk, Seitenstettengasse 4, 2. Stock, eine öffentliche Sitzung des Cultusvorstandes mit folgender Tagesordnung statt: 1. Constituirung des Vorstandes. 2. Anstellung weiblicher Lehrkräfte für den Religionsunterricht (Referent Herr Dr. Gustav Kohnl. 3. Bericht über die Josefine Königswarter'iche Kiuderspital-Stiftung (Referent Herr Baurath W. Stiaßny). 4. Aufsicht über verlassene Kinder (Referent Herr Dr. Maximilian Steiner). Wien. (Probepredigten im Leopoldstädter und Stadttempel.) Herr Rabbiner Dr. Armand K a m i n k a hält Fceitag den 2. Jänner 1903 bei dem Abendgottesdienste, der um 4 Uhr 30 Mn. beginnt, im: Leopoldstädter-Tkmpel, Tempelgasse, die Predigt, und am Samstag den 3. Jänner 1903. bei dem um 3 Uhr stattfindenden Jugendgottesdinste im Stadttempel, I. Seitenstettengaffe die Exporte vor den Mittelschülern. Nächste Woche hält Herr Rabbiner Doctor Max G r u n w a l d aus Hamburg im Leopoldstädter Tempel am Freitag den 9. Jänner beim Abendgottesdienste, der um 4 Uhr 30 Minuten beginnt, die Predigt und Samstag den 10. Jänner im Stadttempel bei dem um 3 Uhr stattfindenden Gottesdienste für Mittelschüler die Exhorte. Wien. Der verdienstvolle und überaus pflichteifrige Jnspector der Seitenstettensynagoge Herr Jaques Schnitzler, der im vorigen Jahre in aller Stille sein vierzigjähriges Amtsjübiläum feierte, begeht nun am Samstag den 10. Jänner seinen siebzigsten Geburtstag. Wien. (Oesterreichisch-Israelitischen» io n.) Montag den 5. Jänner 1903, Abends halb 8 Uhr. findet im Restaurant Guth, II., Stefaniestraße 14, eine außerordentliche Generalversammlung der „Ostrrreichisch-Jsraelitischen Union" zum Zwecke der Abänderung einiger Paragraphe der Statuten statt. An die Generalversammlung schließt sich eine Vereinsversammlung mit freier D:scussion über actuelle jüdische Fragen an. Angefichts der Wichtigkeit dieser Versammlung werden die P. T. Mitglieder um zahlreiches Erscheinen ersucht. Wien. (Trauung.) Sonntag den 4. Jänner 1903 um 127a Uhr Nachmittag findet im türkisch-israelitischen Temp!, II.. Circusgasse 22, die Trauung des Fräulein Mathilde Pasternak, Tochter des Herrn C:rl Pasternak, mit Herrn Max Geiringer statt. Wien. (Trauung.) Dienstag den 6. Jänner 1903, um 3 Uhr Nachmittags, findet im israelitischen Tempel, II., Tempelgaffe. die Trauung des Fräulein Olga Back, Tochter des Herrn Micha? l Back, mit Herrn Paul Klebinder, Sohn des Ortsschulrathes und Schriftstellers Herrn Ferdinand Klebinder, statt. Wien. (Silberne Hochzeit.) Der in Wien IX. Bezirk wohnhafte Realitätenbefitzer Herr Jakob S ch ö n g u t feierte am 25. December v. I. mit seiner Gattin Rosa, geb. H u t t r e r. das Fest der silbernen Hochzeit, aus welch m Anlasse dem allgemein geschätzten Jubelpaare zahlreiche Glückwünsche zukamen. Wien. (Auszeichnungen.) Se. Majestät der Kaiser hat dem Herausgeber der „Oesterreichisch-ungarischen Korrespondenz", Herrn Friedrich Leiter, Redacteur, in Anerkennung seiner eminenten Verdienste auf publicistischem Gebiete das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens zu verleihen geruht. Herr Leiter ist ein guter Glaubensgenosse und wohlthätig, wo es am Platze ist. — Herrn Sigmund Sonnenschein, Ministerial-Seci etär im Eisenbahnministerium wurde vom Kaiser der Franz Josef-Orden verliehen. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I. Bezirk, Seilenstellengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Paula Engel: Von Herrn Louis Flamm, IX., Türkenstraße 8, X 20.—, Leopold Kandl. IX., Pichlergasse 4, K 20.—, W. Rechnitz X 10.—, M. S. X 2.—; zusammen X 52.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Antonia I a n i t s a r y de Dragumesty: Von Herrn David Gratzer in Holleschau X 20.-, Adolf Skrainka in Holleschau X 10.—; zusammen X 30.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Moritz Krakauer Von Herrn Hermann Sprinzel, VI.. Gumpendorferstraße 83, X 20.—. Heinrich Krakauer, VI., Stumpergasse 29, X 50.—, Wilhelm Ungar, VI., Gumpendorferstraße 49, X 2 —. Sam. Weiß, VI., Bürgerspitalgasse 21, X 10.—, S. Lemberger X 2.—, B. Heller X 2.—; zusammen X 86.—. Wien. Bor Kurzem schied Frau Annica Benvenisti, Vorsteherin der jüdischen Volksküche, aus Gesundheitsrücksichten aus dieser Wohlthätigkeitsanstalt. der sie seit ihrer Gründung durch fast 30 Jahre mit voller Hingebung angehört hatte. Fast täglich erschien die genannte Dame, die mit seltenen Geistesgaben und Herzenstugenden geschmückt ist, als Präsidentin der Küchenabtheilung in der Anstalt, kostete jede Speise und förderte sowohl durch ihren persönlichen Einfluß, als auch durch eigene Spenden die Interessen der Volksküche. Bon Sr. Majestät dem Kaiser wurde Frau Benvenisti vor einigen Jahren durch die Verleihung des goldenen Berdienstkreuzes mit der Krone ausgezeichnet. Mit aufrichtigem Bedauern sieht der Vorstand diese edle, hochherzige Frau aus der Anstalt scheiden, für deren För-