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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-01-02 · 1 (2.1.1903) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
1 (2.1.1903)
Date
1903-01-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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srr. 1 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 9 X 6200 betheilt werden sollen, wird die Zustimmung ertheilt, und ist die diesfalls erforderliche stiftungsbehördliche Genehmigung der k. k. n.-ö. Statthalterei einzuholen. Ueber Referat und Antrag des Herrn Cultusvorstehers Dr. Alfred Berger wird dem Vereine „^äuss Israel" eine Erhöhung des demselben zugewiesenen Schächtgebühren-Pauschales vorläufig auf die Dauer von drei Monaten für den Fall bewilligt, daß die Zahl der Schächter von drei auf vier erhöht werde und dieselben auch die Schechita für die zu errichtende Fleischbank des Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judenthums besorgen. Ueber den von Herrn Vice-Präsidenten Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, namens der Schul-Commifsion und des Vertreter-Collegiums gestellten Antrag wird die infolge des strengen Winters dieses Jahres und der hiedurch vermehrten Roth, mit dem Betrage von X 3000 sich ergebende Ueberschreitung der für Beschuhung und Bekleidung armer Schulkinder präliminirten Budget-Post nachträglich genehmigt. Ebenso wird über Referat und Antrag des Herrn Vertreters Dr. Felix Katzau der israelitischen Armenanstalt zu der für das Jahr 1902 budgetirten Dotation behufs theilweiser Deckung des voraussichtlichen Fehlbetrages der Gebahrung dieses Jahres ein außerordentlicher Beitrag von X 6000 bewilligt. Herr Vertreter k. k. Baurath Theodor Ritter von Goldschmidt erstattet namens des Vertreter-Collegiums das Referat über periodische Unterstützungen im Jahre 1903. Hienach sollen 297 Petenten, zumeist bejahrte, durch Alter oder Kränklichkeit erwerbsunfähige Personen, mit Monats- oder Quartals-Gaben im Gesammtbetrage von rund X 44.700.— betheilt werden. Die diesfälligen Anträge werden angenommen. Nach Erledigung von Personalien schließt der Präsident die Sitzung als letzte in diesem Verwaltungsjahre mit einer Ansprache, indem er unter Hinweis auf den anläßlich der Wahlen kürzlich erschienenen Thätigkeits-Bericht einen Rückblick auf die Wirksamkeit des Vorstandes für nicht erforderlich erachtet, jedoch erklärt, nicht umhin zu können, den beiden von ihm besonders hochgeschätzten Herren Vicepräsidenten und den Herren Vertretern für ihr wahrhaft aufopfernd zu nennende Thätigkeit, sowie dem gesammten Cultusvorstande den wärmsten Dank auszusprechen; ebenso gebühre dem wackeren Beamtenkörper, an dessen Spitze Herrn I. Secretär kaiserl. Rath Dr. Lieben, die vollste Anerkennung und halte er sich der Zustimmung des Vorstandes gewiß, indem er dieses hiemit zum Ausdrucke bringe; er erachte es schließlich für seine Pflicht, der Tbätigkeit der jüdischen Presse in anerkennender Weise zu gedenken. Herr Vertreter Theodor Ritter von Taussig richtet namers des Vorstandes, in Erwiderung dieser Ansprache, unter lebhaftem Beifalle der Versammlung Dankesworte an den Präsidenten und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß derselbe seine hervorragende Wirksamkeit fernerhin noch lange Jahre dem Wohle der Gemeinde widmen werde. Schluß der Sitzung: 2 Uhr Nachmittags. Tempelspenden im Stadttempel: Von Herrn Ludwig Weißhut X 60.—; von Herrn Leopold Bauer X 30.—; von Herrn Alexander Kallir X 500.—; von Herrn Daniel Bernard X 10.—. Tempelspenden im Leopold städter Tempel: Von Herrn Daniel Wiener X 30.—; von Herrn Berthold Schlesinger X 20.—; von Herrn Wolf Pollaczek X 80.—; von Herrn Simon Singer X 20.—; von Herrn Albert Winterberg X 60.—; von Herrn Josef Lemberger X 20.—; von Herrn Emil Hirsch X 70.—. Tempelspenden im Ottakringer Tempel: Bon Herrn Markus Glücksmann X 66.—; von Herrn Gustav Schlamm X 6.—. Tempelspenden im Währinger Tempel: Von Herrn Ignatz Katz X 2.—; von Herrn Josef Klein X 2.—; von Herrn Rabbiner W. Sor X 2.—; von Herrn Joachim Sonnetz X 1.—; von Herrn Heinrich Paschkes X 2.—; von Herrn Salomon Tandler X 1.—; von Herrn Jakob Adler X 2.—; von Herrn Sieg. Kollisch X 5.—; von Herrn Mark. Ki> sel X 4.—; von Herrn Beruh. Löwie X 2.—; von Herrn Moritz Blöch X 2.—; von Herrn Wilh. Pick X 2. —; von Herrn Max Lissau X 1.—; von Herrn Mendl Strach X 1.—; von Herrn Elias Fleischer X 2.—. Wien. Am 27. December 1902 fand die XXXV. ordentliche Generalversammlung des Humanitätsoereines für die westlichen Bezirke Wien »^aeklut-^esekurun'' unter zahlreicher Betheiligung statt. Als Vertreter der israelitischen Cultusgemeinde war Herr Architekt Max Fleischer erschienen, Herr Friedrich P 0 l l a k als Delegirter des Tempelvereines für Mariahilf und Neubau und Frau Fanny F r ö h l i ch für den Vorstand des Frauen-Wohlthätigkettsvereines. Der Präses Herr Dr. C. Löwy erstattet den Jahresbericht, aus welchem Folgendes zu ersehen ist. Im verfloffenen Jahre konnten 35 Kinder am Freitisch theilnehmen, welche täglich eine vollständige Mittagskost erhielten. 60 arme Schulkinder erhielten am 30. November Winterbekleidung und X 2042.90 wurden für Unterstützungen an Arme, ferner für Kohlen und Medicamente verausgabt. Diese Thatsachen werden unter lebhaftem Beifalle zur Kenntniß genommen. Herr Architekt Fleischer spricht namens der Cultusgemeinde, sowie auch als Bereinsmitglied dem Borstande den Dank für deffen ersprießliches selbstloses Wirken aus. Herr R. Küpler stellt an die Anwesenden die Bitte, sie mögen im Jntereffe der guten Sache für das am 8. Jänner im »Hotel Savoy" stattfindende Fest Propaganda machen, da das Reinerträgniß der Bereinscassa zufließt und hier eine wichtige Post bildet. Der Herr Präses constatirt noch, daß sich ein Agitationscomite unter Leitung der Herren S. Lemberger und Dr. Sachsel gebildet hat, durch welches dem Vereine eine große Anzahl neuer Mitglieder zugeführt wurde, und spricht jenen Herren, welche diesen schönen Erfolg erzielten, den Dank namms des Vorstandes aus. Auf Antrag des Revisors Herrn H. Liebermann wird dem Vorstände das Absolutorium ertheilt. Bei der Wahl in den Vorstand werden die Herren Jg. Fröhlich, H. König, Dr. L. Landau und S. Steiner einstimmig wiedergewählt. Herr Leopold Stowaffer, der seit Gründung des Vereines dem Vorstande angehörte, erklärt, daß er sich in Folge seines hohen Alters und leidenden Zustandes gezwungen si ht, zurückzutreten, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen. Der Herr Präses dankt nochmals bei dieser Gelegenheit auch mündlich Herrn Stowaffer für sein ganz besonderes treues Ausharren auf seinem Ehrenamte und spricht sein Bedauern aus, ihn jetzt aus dem Vorstände scheiden zu sehen, hofft aber, daß er noch eine lange Reihe von Jahren als ein treues Mitglied dem Vereine erhalten bleibe. An Stelle des ausscheidenden Herrn Stohwaffer candidirt Herr S. Lemberger und wird einstimmig in den Vorstand gewählt. Auch die bisherigen Revisoren H?rr H. Liebermann und Ernst Schüller werden für 1903 wiedergewählt, worauf der Präses allen Anwesenden für ihr Erscheinen den Dank ausspricht und die Generalversammlung schließt. Die Vorstände der israelitischen CnttnSgemeinden find Behörden. (Ehrenbeleidigungen gegen dieselben werden von der k. k. Staatsanwaltschaft verfolgt.) Prag, 24. December. Der Affecuranzbeamte Herr Julius P. hat gegen eine Steuervorschreibung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde in Weinberge einen Recurs überreicht, in deffen Erledigung dem Recurrenten bedeutet wurde, daß im Falle der Wiederholung der ungebührlichen Schreibweise die gesetzlichen Schritte eingeleitet werden müßten. Hierauf überreichte Herr P. am 14. November 1902 eine Eingabe, in welcher er erklärte, daß seine Schreibweise wohl eine ungebührliche gewesen sei, daß es ihm jedoch sein Bildungsgrad verbiete, dem Cultusvorstande gegenüber die „gebührliche" Schreibweise anzuwenden. Auf Grund dieses Thatbestandes und im Hinblicke auf § 5 des Ges. vom 14. Mai 1869 R-.G-.Bl. Nr. 62, in welchem die Vorstände der israelitischen Cultusgemeinden als Behörden bezeichnet find, erstattete der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Weinberge durch sein Vorstandsmitglied Herrn Dr. Moritz Stein, Advocaten in Prag die Strafanzeige, damit die k. k. Staatsanwaltschaft im Sinne des Art. V des Ges. vom 17. December 1862 Nr. 8 R-.G-.Bl. die öffentliche Anklage, welcher sich der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Weinberge durch seinen Vertreter anschloß, fand heute gegen Herrn Julius P., vertreten durch Herrn Dr. Meißner, Advocaten in Prag, die Hauptverhandlung beim k. k. Bezirksgerichte in Weinberge statt. Der Angeklagte wurde gemäß § 491 St.-Gesetz schuldig erkannt, zu einer Geldstrafe von 30 X eventuell Arrest und zum Kostenersatze verurtbeilt. SaaBBSÜ^esm*

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