Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 1 (2.1.1903)
- Date
- 1903-01-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 8 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 1 neuen Gebiete der Mirsorge für schwachsinnige Kinder ein Erfolg winken. Zum 1. April 1903 will ich eine Anstalt eröffnen in einem Vororte Berlins. Natürlich kann es sich zunächst nur um Kmder bemittelter Eltern handeln, die einen Pensionspreis von mindestens 1000 Mark zahlen können und wollen. Um aber auch den unbemittelten Claffen den Segen der Anstalt zu Gute kommen zu laffen, soll bei zehn Zöglingen eine Freistelle eingerichtet werden sür ärmere Kinder. Wer von den geehrten Lesern in der Lage ist, zu dem mit Gottes Hilfe erfolgreichen Werke hilfreiche Hand zu bieten, den bitte ich, die später in diesem Blatte erscheinende Annonce beachten zu wollen und Prospekte über die Anstalt zu verlangen. Das Beste wäre ja, eine Anstalt aus freiwilligen Spenden zu errichten, allein dieses dürfte zur Zeit wohl kaum Aussicht auf Erfolg haben, da die öffentliche Wobllhätigkeit durch andere Dinge in genügendem Maße in Anspruch genommen ist. Deshalb muß das so nothwendige Unternehmen auf diese Weise gewagt werden, denn nicht länger mehr dürfen wir uns auf Andere in der Erziehung unserer geistig zurückgebliebenen Kinder verlaffen. Vergeffen wir auch hierbei nicht: Selbst ist der Mann! Torrespondenzen. Aus der Plenarsitzung des Cultusvorstandes am 26. Deeember 1962, unter dem Vorsitze des Präsidenten kaiserl. Rath Klinger. Beginn: 16'/, Uhr Vormittags. An Spenden sind eingelaufen: Bon Herrn Cultusvorsteher Salo Cohn, anläßlich eines Familienfestes, für nachstehende Vereine . . . ..K 12.000' — und zwar für das Allgem. österr. israel. Taubstummen-Jnstitut. K 3000’— sür die Israel. Armenanstalt . „ 1000’— * , Israel. Allianz (für jüd. Auswanderer).„ 1000’— für den Israel. Waisenverein . „ 1000’— „ „ Verein „Frauenhort" . „ 1000’— „ „ Verein zur Unterstützung armer kranker Israeliten . „ 1000’— für die Israelitische Volksküche „ 1000’— „ das Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenhort .„ 400’— für den Verein „Ferienheim" . „ 400’— „ „ Verein „Nächstenliebe" „ 400*— „ „ Wohlthätigkeits-Berein für Hausarme.„ 400*— für die Bersorgungsanstalt zur Chanukafeier.„ 400’— für den L Brigittenau« Frauen- Wohlthätigkeits-Verein . . „ 2OO’— für den Frauen-Wohlthätigkeitsverein im VIH. Bezirk. . . „ 200 — für den Frauen-Wohlthätigkeitsverein im XVI. u. XVll. Bez. „ 200’— für den Israel. Humanitätsverein f. d. westl. Bezirke . . „ 200’— für die Hilfsaction für die armen Glaubensgenoffen in Jerusalem . „ 200’— „ Herrn Salo Cohn für die Israel. Armen- Anstalt. zur Anschaffung von Kohle und zur Bertheilung in besonders berücksichtigenswerthen Fällen ein weiterer Betrag von . „ 1000’— „ Herrn Leopold Kann, als Legat sür das Israel. Altersversorgungshaus . . . . „ 4000'— „ Herrn Josef Broch, anläßlich der Confirmation eines Sohnes, für Arme . . . . „ 200’— „ Herrn Alois Hofmann, zum Ankäufe von Heizmateriale für arme jüdische Familien . . „ 50’— „ der Firma Peter Boschan u. Söhne, anläßlich des Chanukafestes für die Israel. Bersorgungsanstalt, 60 Liter Wein. r Herrn Hugo Winter, für die Israel. Bersorgungsanstalt, 6 Flaschen Heidelbeer-Wein. Zur Verköstigung armer israelitischer Schulkinder in der Brigittenau wurde gespendet: Ergebniß einer von Herrn Dr. Alfred Berger veranstalteten Sammlung.„ 205’— Wilhelm Deutsch.„ 30*— Max Quittner ..„ 20’— Philipp Goldmann.„ 10’— Heinrich Socholler.„ 5 — Sophie Propper.„ 5 — A. G.„ 5’- P. H. 4’- Den Spendern wird der Dank votirt. Im Einlauf gelangt zur Verlesung eine Zuschrift des Herrn Hermann Weinberger, in welcher derselbe für seine Berufung in den Bethausvorstand für die Bezirke XII—XV den Dank ausspricht. Eine Mittheilung der Direction des israelitischen Spitales des Inhaltes, daß nach Fertigstellung aller den Betrieb des neuen Spitals-Tractes betreffenden Vorarbeiten nunmehr mit der Belegung sämmtlicher Säle der chirurgischen und der gynäkologischen Kranken-Abtheilung vorgegangen werde, wird zur Kenntniß genommen. Im Prästdial-Berichte gtbt der Präsident bekannt, daß Herr Isidor Gewitsch, welcher die Resignation auf sein Mandat als Cultusvorsteher angezeigt hat, von diesem Entschlüsse trotz eindringlicher Vorstellungen abzugehen sich nicht bewegen ließ; es erübrige somit nur, diese Mandats-Niederlegung mit Bedauern zur Kenntniß zu nehmen und Herrn Gewitsch für feine durch zwei Jahre dem Vorstände gewidmete Thätigkeit den Dank auszusprechen. (Zustimmung.) Unter einem wird beschloffen, von einer Ersatzwahl derzeit abzusehen und das durch diesen Rücktritt erledigte Mandat in Verbindung mit den nächstfolgenden Neuwahlen in den Cultusvorstand zur Besetzung zu bringen. Nachdem der Vorsitzende der Versammlung einen eingehenden Bericht über die finanzielle Gebahrung des ablaufenden Jahres, auch im Vergleiche mit der des Vorjahres, erstattet hat, gibt er bekannt, daß in der am 6. Jänner 1903 stattfindenden öffentlichen Plenarversammlung die Neuconstituirung des Vorstandes auf Grund der Ergebnisse der jüngst stattgefundenen Wahlen erfolgen werde. In Spitals-Angelegenheiten wird gemäß dem Anträge des Vertreter-Collegiums beschlossen, die Stelle des Hilfsarztes an der medicinischen Abtheilung des israelitischen Spitales, dessen Functionen bisher von den Stipendisten des sür das Spital begründeten Moriz Freiherr von Königswarter'schen Stipendiums versehen wurden, im Sinne der Bestimmungen des neuen Spitals-Statutes, gesondert von der Stelle des Stipendisten, zur Verleihung zu bringen. Ueber das Ansuchen des Primararztes der chirurgischen Abtheilung des israelitischen Spitales, Herrn Universitäts- Docenten Dr. Otto Zuckerkand!, um Gestattung, im Gemeinde- Spitale klinische Bortrags-Curse für Aerzte abhalten zu dürfen, entwickelt sich eine eingehende Debatte, an welcher sich betheiligen die Herren: Vertreter Dr. Maximilian Steiner, die Cultusvorsteher Dr. Josef Breuer, Dr. Markus Spitzer, Hermann Eltbogen, Dr. Alfred Berger, Salomon Rosner, kaiserl. Rath Wilhelm Pollak, kaiserl. Rath Jonas Weil, Obmann der Spitals- Commission Wilhelm Kuffner, Bice-Präsident Dr. Gustav Kohn und Vertreter Theodor Ritter v. Taussig. Insbesondere legt der vom Präsidenten zur Versammlung geladene Spitals-Director, Herr k. k. Regierungsrath Professor Dr. Oser, in eingehender Weise den wissenschaftlichen Werth der in Rede stehenden Curse dar und betont mit Hinweis auf den Umstand, wie sehr es für junge jüdische Aerzte wünschenswerth erscheine, an solchen belehrenden Borträgen theilzunehmen, daß hiedurch die Bedeutung des Gemeinde-Spitales eine wesentliche Förderung erfahre. Entsprechend den Anträgen des Vertreter-Collegiums wird das Ansuchen des Primararztes Dr. Zuckerkand! bis auf Widerruf und unter Statuirung bestimmter Cautelen bewilligt und hiebei in Zustimmung zu dem von Herrn Vertreter Theodor Ritter von Taussig gestellten Zusatzantrage beschlossen, daß über die Frequenz dieser Curse dem Vorstände alljährlich zu berichten sei. Den Anträgen des Curatoriums der M. L. Biedermann'schen Waiftnstiftung, wonach aus den Stiftungserträgnissen die Stipendisten im Jahre 1903 mit dem Gesammtbetrage von