Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 52 (26.12.1902)
- Date
- 1902-12-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 62 Dr. Bloch's WochenfttzrM Sette 853 5. Wahlen in den Vorstand. 6. Wahl der 8 Ausschußmitglieder (mit einjähriger Functionsdauer). 7. Wahl der Revisoren. 8. Anträge und Interpellationen. Wien. Der Humanitäre Frauen-Verein „Krankenpflege" wird am Abend des 3. Jänner im Festsaale des „Hotel Continental^ einen Wohltbätigkeitsabend arrangiren, und sind Karten bei der Präsidentin Frau Dr. Blech, II., Rembrandtstratze 22, bei der Cassierin Frau Amalie Schächter, II., Rembrandtstraße 26, im Caffs Augact.nbrücke. II., Obere Donaustraße 49, und am Festabend selbst an der Casse zu haben. Wien. Der „Humanitäre Geselligkeitsverein Rudolfsbund" zur Bekleidung armer würdiger Schulkinder und Verabreichung von Unterstützungen an verschämte Arme hielt die diesjährige Feier der Kinder-Bekleidnng, nickt wie bisher öffentlich sondern im Vereinslocale, II., Praterstraße 68 im Cafe Orient. Trotz des internen Charakters der am 17. Deceillber l. I. um 4 Uhr Nachmittag im Vereinslocale stattgefundenen Feier haben an derselben mehrere Ehrengäste theilgenommen, von denen wir nur die Herren Bezirksvorstandstellvertreter Quiex, Gemeinderath Eltbogen und Schuldirector Mauthner hervorheben wollen. Nachdem der Obmann des Vereines Herr Josef Pollak in einer sehr lebhaft acclamirten Rede die Tendenzen des Vereines auseinandergesetzt und die bisherigen Leistungen des Vereines in gedrängter Kürze vorgeführt hat, ergriff Herr Director Quiex namens der Bezirksvertretung das Wort und dankte dem Verein für die auf denk Gebiete der Humanität bisher erzielten Erfolge; hierauf zollte Herr Gemeinderath Eltbogen Dank und Anerkennung den Bestrebungen des Vereines. Diesem officiellen Theile der internen Feier folgte die Bewirthung der Kinder mit einer opulenten Jause, welche, wie seit Jahren auch Heuer, der Cafetier Herr Krämer in uneigennütziger Weise den Kindern znr Verfügung stellte. Außer den bei der Feier selbst betheiligten Kindern, 120 an der Zahl, wurden auch noch viele, die sich krankheitshalber nicht an der Feier betheiligten konnten, in der Wise beschenkt, daß ihnen die Kleider in ihre Wohnungen geschickt wurden. Andere Kinder, die sich in den letzten Tagen knapp vor der Feier gemeldet haben, werden noch nachträglich betheilt. Wien. Montag den 29. December 1902. Abends 7 Uhr, findet im Ceremoniensaale des Tempels lX, Müllnergasie 21 die ordentliche Generalversammlung für das 36. Bereinsjahr des israelitischen Bethausvereines „Öllie^ra-Letti-Hatlllali" im IX. Bezirke statt. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Neuwahl von drei Mitgliedern in den Vorstand. 3. Neuwahl des Ausschusses. 4. Anträge und Interpellationen. Wien-Mariahilf. Die XXIX. ordentliche Generalversammlung des Tempelvereines für Mariahilf und Neubau findet Montag den 29. December, 7 Uhr Abends, im „Hotel Savoy" statt. Anschließend an die Generalversammlung Vortrag des Schriftstellers Herrn Adolf Gelber über „Emile Zola". Hierauf gemeinsames Abendessen im Restaurant Löbl, VI., Schmalzhofgafle 10. Wien. Am Sabbath-Chanuka. dem 27. December, findet im Bet-Hamidrasch, II., Tempelgaffe 3, ein Festgottesdienst statt. Die Festpredigt hält Herr M. G. Mehrer. Beginn des Gottesdienstes präcise 8 Uhr. Gäste willkommen. Czernowitz. Ein interessantes Jubiläum feierte der Secretär der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde Herr M. Schiffer, der nunmehr volle vierzig Jahre im Dienste der Gemeinde steht. Es ist dies ein schönes, gar seltenes Fest, und er kann mit Stolz auf die ihnter ihm liegende Dienstzeit zurückblicken, in welcher er mit aufopfernder Treue seines Amtes gewaltet hat. Was Herr Schiffer für die Gemeinde geleistet, welche Verdienste er sich um dieselbe erworben hat, das ist so allgemein bekannt, daß wir es uns zu sagen füglich ersparen können. Darum war er auch der Gegenstand zahlreicher Ovationen und Beglückwünschungen, die ihm neuerlich den Beweis erbrachten, wie allgemeiner Sympathien er sich erfreut. Neutitschein. Wie sehr das Kind auf das Herz der Eltern segensvoll für unsere erhabene Geschichte wirken kann, dies sahen wir gestern so recht deutlich aus Anlaß des Makkabäerfestes für die hiesige Schuljugend. Nebst dem üblichen, überaus gelungenen gemüthlichen Theil der Feier bildete das historische Festspiel mit Costümen den Glanzpunkt des Abends. Dasselbe wurde ausschließlich von folgenden Real- und Bürgerschülern in glänzender Weise aufgeführt: Anselm Fadenhecht, Egon Angel. Arthur Kulka, Markus Fischer, Sigmund Mandl, Arthur Himmler, Walter Kulka, Leo Körner, Jda Bermann, Else Spitzer, Cäcilie Herz. Der dem zweitem Acte eingeschaltete, allerliebste Mädchenreigen, aufgeführt von den kleinsten Schülerinnen, sowie dessen Musikbegleitung durch die Bürgerschülerin Cäcilie Spitzer fand stürmischen Beifall. Rühmend mögen auch die humoristischen Darbietungen von Fräulein Irma Herzka und Herrn Correspondenten Pölzman erwähnt werden. Sämmtliche Kräfte haben Wackeres in darstellender Hinsicht geleistet. Indem schließlich noch das Arrangement des Abends durch die Damen Großer, Körner, Gramifch, Allerhand und Eger lobend hervorgehoben sei, wünschen wir ein baldiges Wiedersehen. Falkenau a. Eger. Bei der Constituirung des neugewählten Ausschusses der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde wurden gewählt: Leopold M o h r als Vorsteher, Johann Steiner als Borsteher-Stellvertreter, Leopold Kohn als Caffier, Alfred Fischer als Schriftführer. Königswart, 15. December. Bei der Wahl in die hiesige Cultusgemeinde wurden gewählt: Als Vorstandsmitglieder: MUDr. Adolf Kohn. Wilhelm Löwy. Hermann Horow'tz und Alois Finger; als Ersatzmänner: Hugo Stern und Salomon Spatz, sämmrlich in Königswart; in den verstärkten Vorstand: Epbraim Kohn (Sandau). Carl Zimmer (Miltigau), Carl Löw und Daniel Glaser (Klein-Schüttüber); als Mitglieder der Umlags- Commission : Hermann Zimmer (Miltigau). Adolph und Isidor Löw in Klein-Schüttüber; als Rechnungs-Revisoren: Hermann Zimmer (Miltigau) und Bernhard Rosenberger (Sandau). Bei der engeren Wahl wurden gewählt: Wilhelm Löwy zum Cultus- und T<mpelvorsteher, Med. Dr. Adolph Kohn zum Cultusvorsteher-Stellvertreter, Hermann Horowitz zum Rechnungsführer, Alois Finger zum Cassier. Troppau. Der hiesige „I ü d i s ch-l iterarische Verein" hielt am 20. d. M. seine diesjährige siebente Generalversammlung ab. Rach der Begrüßung durch den Obmann, Herrn Dr. Singer, erstattete Herr Obercantor S i n g e r m a n n, als I Schriftführer, den Rechenschaftsbericht, in welchem hervorgehoben wurde, daß auch heuer der Verein auf ein sehr erfolgreiches Bereinsjahr -urückblickcn kann. Es wurden mehrere Vorträge zur Belohnung unserer Mitglieder übcr jüdische Geschichte und Literatur gehalten, die sehr zahlreich besucht und vom besten Erfolge begleitet waren. Einen besonders großen Erfolg habe der Verein durch die Gründung der „T u r n g r u p p e d e s ,.Jüdis ch-l iterarischen Vereines" erzielt, die nicht nur ein freudiges Echo bei den Mitgliedern gefunden, sondern uns eine große Anzahl Mitglieder zugeführt, die bis dahin ganz abseits von unseren! Vereine standen. Die Turngruppe erfreue sich einer großen Anzahl Theilnehmer, die noch in steter Zunahme begriffen sei! Die Mitglieder-Anzahl sei in steter Zunahme begriffen, was Wohl der beste Beweis für das Blühen und Gedeihen des Vereines sei. Nach dem vom Vereinscassier Herrn Kulka erstatteten Cassabericht wurde zur Wahl geschritten und wurden folgende Herren in den Ausschuß gewählt : Victor Kulka, Dr. L i ch t w i tz, k. k. Ingenieur Reich, Simon R ü b n e r, Obercantor S i n g e r m a n n, S. Spiegel, k. k. Finanzcommissär B r u m l, Dr. Deutsch und Dr. B i ck. Nachdem der gewesene verdienstvolle Obmann des Vereines, Herr Dr. Singer, eine Wiederwahl entschieden ablehnte, wurde Herr Victor Kulka zum I. Obmanne gewählt. Nach etnrgen von Vereins- Mitgliedern gegebenen Anregungen zum Wohle des Vereines wurde die Versammlung geschloffen. Krakau. Am 14. Cheschwan l. I. beging die hier bekannte Familie Löwy eine Gedächtnißfeier zum hundertjährigen Todestage ihres gottseligen Stammhauptes Ephraim Löwy der seinerzeit infolge seiner tiefen und umfassenden Kenntniß der talmudifchdn Literatur eine große Rolle unter der diesigen Bürgerschaft gespielt hat. Einer hochangesehenen Familie in Berlin entstammend — derselben gehörten auch die Inhaber einer der größten Firmen in Berlin, N. Israel an. welche dem Testamente der Gründer gemäß am Sabbath gesperrt wird — verließ er diesen seinen Geburtsort und übersiedelte nach Krakau. Die Ursache, die ihn zu diesem Schritte veranlaßte, war die Assimilation, die sich damals in Deutschland Bahn brach und von der er seine Nachkommen bewahrt wissen wollte. Seine Nachkommen sind die hier allgemein bekannten Familien Landau, Rakower, Witter, Goldstoff. Ephraim Löwy hat einige Vorträge talmudischen Inhalts in der alten Synagoge gehalten, was in damaliger Zeit als sehr große Ehre und Verdienst galt. Er hinte/ließ mehrere Schriften und einen Commentar zum Talmud-Tractat .Baba Mezia“. Am genannten Tage versammelte sich die zahlreiche Nachkommenschaft an dessen Grabe auf dem alten Friedhofe und Herr Samuel Landau, einer feiner Enkel, hielt eine Rede talmudischen Inhalts zu seinen Ehren, in der er den Charakter und die Verdienste, die sich sein Ahne um die hiesige Gemeinde erwarb, in lebhaften Farben darstellte. Gyor (Raab). In Gegenwart Sr. Ehrwürden Oberrabbincr Dr. Moritz Schwarz, des israelitischen Frauenvereins-Präsidiums und Ausschusses, des Lehrkörpers und vieler angesehener Gemeindemitglieder wurden im großen Sitzungssaale der Cultusgemeinde 140 Schulkinder, Knaben und Mädchen, unter denen auch e ne große Anzahl christlicher Schulkinder sich befand, mit completen Winterkleidern und einer opulenten Jause versehen. Frau Präsidentin Johanna Herzl-Keppich war bei diesem feierlichen Anlässe ob ihres Edelmuthes und ihrer Hochherzigkeit der Mittelpuntt allgemeiner Huldigung. Oberrabiner Dr. Schwarz hielt eine herzerhebende Ansprache an die bekleideten armen Kinder, selbe zur Dankbarkeit, Fleiß und Sittlichkeit aufmunternd. Schließlich dankte in kindlichen Worten ein Knabe und ein Mädchen im Namen der Betheiligten.