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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-12-12 · 50 (12.12.1902) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
50 (12.12.1902)
Date
1902-12-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 50 Vr. Bloch's Wochenschrift. «eite 893 sechzig Jahren. Er begründete im Jahre 1867 das Großhandlungshaus Joses Kohn und Comp., dessen Chef er bis an sein Lebensende blieb, außerdem war er Herausgeber des Finanzblattes »Der Capitalist". Es war ihm nicht vergönnt, den fünfundzwanzigjährigen Bestand dieses Blattes, welcher am 1. Jänner 1903 gefeiert werden sollte, zu erleben. Durch seine seltene kaufmännische Bildung verstand es Thalberg, sich eine bedeutende Stellung in der Finanzwelt zu erringen. Seine liebenswürdigen Umgangsformen machten ihn zu einem gern gesehenen Gast in der Wiener Gesellschaft. Bekannt war auch sein Wohlthätigkeitssinn, den er in zahlreichen Humanitären Vereinen bethätigte. Thalberg war auch Inhaber mehrerer Orden. Er hinterläßt neben der trauernden Witwe drei Söhne und zwei Töchter. Das Leichenbegängniß des Verblichenen fand Mittwoch den 10. d. M. um 10 Uhr Vormittags vom Döblinger Friedhof aus statt. Wien. (C o n f i r m a t i o n.) Herr Leopold Hermann feiert am 13. December l. I. um 7*10 Uhr Vormittags im Bethause Talmud Thora die Bar Mizwah seines Sohnes E r n st. Wien. (Hoher Besuch.) Se. kaiserl. Hoheit der Herr Erzherzog Franz Ferdinand und Gemalin Frau Fürstin Hohenberg beehrten die Niederlage der Brüder Goldmann »Zur Brillantenkönigin" Kärntnerstraße 51. mit ihrem hohen Besuch und äußerten sich in anerkennender Weise über die Schönheit der daselbst ausgestellten französischen Schmuckgegenstände. Wien. (T r a u e r g o t t e s d i e n st.) Auf Veranlassung des Curatoriums des israelitischen Blindeninftituts fand am 2. d. M. Abends ein dem Andenken des verstorbenen Präsidenten Dr. Hermann Grünbaum geweihter Trauergoltesdienst statt. Die Feier wurde mit dem vom sel. Professor Salomon Sulzer in Musik gesetzten Psalm 116 eingeleitet, den die Zöglinge des Instituts unter Leitung des Obercantors Singer höchst stimmungsvoll vortrugen. Hierauf hielt Director Heller eine tiefempfundene Ansprache, in welcher er ein Lebensbild des Verstorbenen entrollte und namentlich auf die besonderen Verdienste hinwies, die Dr. Grünbaum stets dem Wohlfahrtsinstitute gewidmet hat. Mit dem Absingen eines Chorals durch den Zöglingschor endete der Trauergottesdienst, dem unter Anderen beiwohnten: Die Familienangehörigen des Verstorbenen, der Präsident der Cultusgemeinde, kais. Rath Heinrich Klinger, vom Curatorium die Damen Fanny Bücher, Freiin von Königswarter, Emma Kallir, Pauline Weißweiler, Stephanie Weiß von Wellenstein und die Herren Theodor R. v. Taussig, Wilhelm Freiherr von Königswarter, Karl Mayer und Dr. Av. Stein; ferner waren anwesend: Frau Professor Braun-Fernwald, Professor Dr. Klein, Stabsarzt Dr. Alois Pick, Dr. Sigmund Wahrmann, Dr. Endletzberger, Director Groag, Gutmann von Gelse, Wilhelm Kuffner, Ingenieur Deutsch und viele Andere. Wien, Mittwoch den 3. December, 4 Uhr Nachmittags, fand in den Reichshallen, I., Reichsrathsstraße, die Bekleidungsfeier des Israelitischen Frauen-Wohlthätigkeitsvereins im VW. Bez. der Stadt Wien statt, an besten Spitze die in Humanitären Kreisen wohlbekannte Frau Amalie Beck steht. Nachdem die Präsidentin die anwesenden Gäste, darunter Frau Johanna Fröhlich als Delegirte des Vereines »Frauenhort", begrüßt hatte, hob Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Bach in einer sehr feinsinnigen Rede die Verdienste jeder einzelnen der Vorstandsdamen hervor. 130 Kinder wurden mit vollständiger Winterkleidung versehen. Den Schluß der Feier bildete die Absingung der Volkshymne seitens der Kinder und die vom Herrn Ersten Cantor Don Fuchs in gewohnter Meisterschaft vorgetragene Hymne aus der Oper »Fratella" fand allgemeinen Beifall. Ihre Excellenz Frau Gräfin Kielmansegg, welche alljährlich der Bekleidungsfeier dieses Vereines beiwohnte, entschuldigte sich brieflich mit dem Bemerken, dem Feste Unwohlsein halber fernbleiben zu müsten. Wien. Der humanitäre Geselligkeitsverein »Rudolfsbund" zur Bekleidung armer Schulkinder ohne Unterschied der Confeffion hat in seiner lctzten Sitzung beschlossen, von der bisher üblichen Bekleidung abzugehen und dieselbe nicht öffentlich in seinem Clublocale, II., Praterstraße 66 (Safe Orient) am 17. December 1902, Nachmittags 4 Uhr, vorzunehmen. Es soll heuer der Versuch gemacht werden, die Bekleidung mit Ausschluß der Oeffentlichkeit durchzuführen; sollte fich dieser Modus, wie voraussichtlich, bewähren, so wird der Verein auch in Zukunft ohne jedes Gepränge und nur im Stillen die Bekleidung der Kinder vornehmen. Auch bei der diesjährigen Bekleidung werden die Knaben mit einem vollständigen Winteranzug, die Mädchen mit einem Winterkleid, überdies auch noch jedes Kind mit einem Wintermantel und Schuhen beschenkt. Der Rührigkeit des Vorstandes, insbesondere besten Obmannes Herrn Josef Pollak, Armenrath des ll. Bezirkes, ist es zu danken, daß auch heuer eine große Zahl von Kindern beschenkt wird, und verdient der Verein gewiß die wärmste Unterstützung seitens der Oeffentlichkeit. Wien. (Tischgesellschaft »Grosz".) Sonntag den 7. d. M. fand in der Tokayer Weinstube, II., Praterstraße Nc. 13, die Bekleidung von fünsunddreißig armen Schulkindern mit completen Winteranzügen und Schuhen statt. Um das Zustandekommen dieses humanitären Werkes hat fich wie alljährlich auch diesmal Herr Ignaz Beckmann, zugleich Vorstand des Kranken- und Unterstützungsvereines »Montefiore", in hervorragender Weise verdient gemacht. Wien. (Verein zur Bekleidung alter Männelr i s r a e l. Confeffion.) Mit erweitertem Schwingenschlage beging diese Vereinigung zum e r st e n m a l e als statutarisch begründeter festgefügter Verein das erhebende Fest der Bekleidung von 38 armen alten Männern am 7. d. M. Vormittags 10'/, Uhr. Die Localitäten Sohr's im decorativen Schmucke, beigestellt vom Vorstandsmitgliede Cdm. Hof fm ann, waren von einem überaus zahlreichen distinguirten Publicum, allen voran der greise Seelsorger Rabbiner Dr. Schmiedl, und den Abordnungen vieler Vereine und Corporationen nahezu überfüllt. Ein schwungvoller Prolog aus der Feder Professor Nasch e's, wirkungsvoll und mit tiefem Empfinden gesprochen von Fräulein Olga Fuchs, leitete die Feier ein, worauf ein Doppelguarlett unter Leitung des rührigen Schriftführers Cantor Js. L ö w i t eine Hymne mit Harmoniumbegleitung des begabte» Willy L ö w i t (Tenorsolo Herr Stricks) unter großem Beifall zu Gehör brachte. Der eifrige, vielverdiente Obmann Isidor Schwarz, mit Acclamation empfangen, begrüßt die Erschienenen und kündigte die Festrede Sr. Ehrwürden des Rabbiners Dr. S ch m i e d l an, der eine von hohem Geiste und den edelsten Regungen getragene rhetorische Musterleistung bot. Stürmisch begrüßt, sang Obercantor Guttm ann einen erhebenden Psalm, worauf Obmannstellvertreter Carl B o s k o w i tz in schlichten, herzlichen Worten die Erscheinungen des Jahres innerhalb des neubegründeten Vereines kennzeichn» te, des Heimgegangenen Mitgliedes Popper warm gedenkend, ebenso des edlen Philanthropen Herrn Michael B a ck's menschenfreundlicher Werke erwähnend, der, unermüdlich im edlen Wettbewerb mit feiner trefflichen Gattin Marie wirkend, eine Stiftung von 2000 Kronen dem Vereine zuwandte. Ein rauschender Beifall begleitete diese Enunciation, den gleichfalls die begeisternde Rede des Vorstandsmitgliedes Dr. Marcus Spitzer als Vertreter der israel. Cultusgemeinde entfesselte. An der langen Tafel, an welcher die Greise theilnahmen, schloß sich dem von Obercantor Guttmann vortrefflich recitirten Tischgebete die Schlußrede des Herrn Prof. Nasche an, welcher der geistreiche Redner die hellen Lichter feines sprühenden Humors aufsetzte, und hat diese oratorische Gabe hellen und begeisterten Jubel geweckt. So schloß diese schöne Feier, welche dem Wirken des unermüdlichen Obmannes Schwarz und feiner Getreuen das glänzendste Zeugniß ausstellte. Brünn. (Trauung.) Sonntag den 21. December l. I. um 12V. Uhr Nachmittag findet im israel. Tempel in Brünn die Trauung des Fräuleins Melitta Bauer, Tochter des Cultusvorstehers Herrn Leopold Bauer, mit dem Hof- und Gerichtsadvocaten Herrn Dr. Moriz Landau, Sohn des bekannten Wiener Financiers Herrn Salo Landau, statt. Lemberg. Der wegen seines umfaffenden Wissens, sowie feiner rechtlichen Gesinnung weithin geachtete Herr David Rappaport, ein Neffe des gefeierten Prager seligen Oberrabbiners gleichen Namens, ist hier am 24. November nach kurzem Leiden verschieden. Der Verblichene war langjähriges Mitglied des Cultusrathes der hiesigen Gemeinde und gehörte feit dem Bestehen der Gemeindebibliothek deren Curatorium an. Das Leichenbegängniß fand unter großer Betheiligung aller Gemeindekreise, und zwar über letztwillig geäußerten Wunsch des Verblichenen in einfachster altjüdifcher Weise statt. Trauerreden hielten die Rabbiner Doetor Caro, Halpern und Schmelkes, ferner der Cultuspräses Abgeordneter Dr. Byk im Namen der Gemeinderepräsentanz und der Loge „Bne Brith“. Podgorze. Freitag am 5. December verschied nach kurzem aber schweren Leiden der hier allgemein beliebte Rechtsanwalt Herr M. Peiper, Präsident der Volksschule, Begründer und Präsident des kaufmännischen Bankvereines, im 45. Lebensjahre. Der Verblichene genoß trotz seines Bekenntnisses zur israelitischen Religion und der hier herrschenden Zustände eine besondere Popularität. Als Gemeinderath wurde er sowohl von Christen als Juden einstimmig gewählt und bekleidete feit einer Reihe von Jahren das Amt eines Syndikus der hiesigen Gemeindeautonomie, und wo es galt, für jüdische Jntereffen zu kämpfen, trat er offen und als Meisterredner auf An dem Leichenbegängnisse, welches am 7. d. M., 11 Uhr Vormittags, stattfand, be-

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