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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-11-14 · 46 (14.11.1902) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
46 (14.11.1902)
Date
1902-11-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 754 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 46 Wien. (Trauung). Sonntag den 9. November 1902 fand im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräulein Rosa Kraus mit Herrn Samuel Kudelka stalt. Im Gorteshause, das von Freunden und Bekaumen der beiden Familien dicht besetzt war, hatten sich auch Frau Baronin Kö ngsrvarter, Frau Oberingenieur von Mise s, Frau Gemeinderath Ziffer er, sowie mehrere Borstandsdamen der Wiener israelitischen Frauenvereine. Herr Lector M. Friedmann, Herr l. Cantor Blatt, Herr I. S. S t r a ß b e r g, Herr Secretär Dr. Emil Adler an der Spitze der Beamtenschaft der israelitischen Cultusgemeinde, Abordnungen der israelitischen Mädchen- und Studenten-Bereine eiugefunden. Der ehrwürdige Herr Rabbiner Dr. Schmied! hielt eine feinsinnige Traurede. Herr Obercantor Guttmann besorgte mit seiner prächtigen Stimme, unter Assistenz des Chores, den gesanglichen Theil der Ceremonie. Wien. (Ein israelitischer Tempel im Allgemeinen Krankenhause.) Dem langgehegten Wunsche der zahlreichen Patienten mosaischen Glaubens im Allgemeinen Kcankenhause Rechnung tragend, wurde daselbst der Bau eines kleinen Bethauses in Angriff genommen. Der Bau selbst, dessen Kosten von der Wiener israelitlschen Cultusgemeinde bestritten wurden, ist bereits fertiggestellt und wird nur mehr an der inneren Ausgestaltung gearbeitet. Der im Capellenstyl aufgeführte Tempel befindet sich im sechsten Hofe des Allgemeinen Krankenhauses, ist außen und innen prunklos, aber würdig. Die feierliche Einweihung findet demnächst statt. Wien. (Jüdisches Museum.) Die „Gesellschaft für Sammlung und Conserviruna von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums" eröffnet nächsten Mittwoch den 19. d. M. ihren diesjährigen Cyclus mit einem Vortrage des Herrn Dr. Ernst Sellin, k. k. Profeffor der evangelischen Theologie: „Ausgrabungen in Palästina" unter Vorführung von Skioptikonbildern. Der Vortrag findet im Festsaale des Jngenieuruud Architekten-Vereines. I. Eschenbachgaffe 9 statt, und gelangen Karten hierfür Sonntag 16. und Montag 17. November.1902 von 2 bis 5 Uhr Nachmittags im Bureau der Gesellschaft (Jüdisches Aiuseum), I., Krugerstraße 8, Mezzanin, zur Ausgabe. Das Museum selbst ist bekanntlich S a m st a g jeder Woche von 11 bis 1 Uhr zur Besichtigung geöffnet, ausnahmsweise rst der Besuch auch diesen Sonntag zu oberwähnter Zeit gestattet. Wien. (Verein zur Beförderung der Handwerkeunter den inländischen Israeliten, IX. Grünethorgasse 26.) Der enorme Andrang von Knaben, welche sich aus allen Ländern der österreichisch-ungar. Monarchie um Aufnahme an den Verein wenden, und die bedeutenden Auslagen, welche die Bekleidung und Versorgung des dermaligen Standes von über 800 Zöglingen erfordern, haben den Vorstand des genannten Vereines zu dem Beschlüsse genöthigt, die Aufnahme von Knaben während der Monate December und Jänner zu sistiren. Wien. Das vom Allgemeinen Kranken-Unterstützungsverein „Menschenliebe" am 8. November d. I. veranstaltete Wohlthätigkeitsfest im „Bayerischen Hof" verlief in besonders glänzender Weise, der Besuch desselben war ein sehr zahlreicher. Der vom Redacteur Jacob Kraus verfaßte Prolog wurde von Fräulein Käthe Goldscheider in besonders schöner Weise vorgetragen, ferner haben sich in liebenswürdiger Weise Herr Obercantor Don Fuchs und Frau Flora Henriot-Kohn durch ihre ausgezeichnete Vortragsweise hervorgethan. Um die Veranstaltung des Festes haben sich von der Vereinsleitung die Herren Obmann-Stellvertreter Jul. L. Löffler, Schriftführer Ignaz Deutsch. Max Bellak, Letzterer als artistischer Leiter, besonders verdient gemacht. Wien. (Privat-Religionsschule des Vereines „Adass Jisroe 1“.) Wir beehren nns mitzutheilen, daß sich unsere Religionsschule ab 20. November d. I. It. Bez., Negerlegaffe 2, I. Stock, befindet. Die Schüleraufnahme findet nur bis Ende dieses Monats statt. Wien, im November 1902. Der Vorstand. Wien. (Verein für jüdische Geschichte und Literatur.) Am 9. November. 8 Uhr Abends, fand die Eröffnung der Wintersaison statt. Ein zahlreiches. distinguirns Publicum hatte sich im großen Saale des „Jüdischen Volksvereines" eingefunden. Herr Pappenheim begrüßte in Verhinderung des Obmannes Dr. F. Rosenthal die Anwesenden und setzte in kernigen Worten die Zwecke und Ziele des Vereines auseinander. Herr M. A. Fürst referrcte in fesselnder, übersichtlicher Weise über die Bewegung der Sabbathianer von ihren Anfängen bis zu den letzten Ausläufern, den Frankisten. Reicher Beifall lohnte beide Redner. Wien. Der bekannte Augenarzt Docent Doctor S. Klein, IX., Alserstaße 22, wurde zum aüßerv'.deutlichen Professor ernannt. Wien. Am 30. October starb der Direktor der österreichischen Eisenbahn-Verkehrsanstalt, kaiserl. Rath Robert Eisner im Alter von 45 Jahren. Er war eine Persönlichkeit von großer Intelligenz und Humanität, und seine zahlreichen Freunde bedauern seinen Tod lebhaft. Der Verwaltungsrath der vsterr. Eisenbahn-Verkehrsanstalt trat tags darauf zu einer Sitzung zusammen, welcher auch der landesfürstliche Commissär Ministerialrath Dr. v. Schuster beiwohnte. Der Präsident des Berwaltungsrathes, Freiherr v. Clauer, würdigte in einer tiefempfundenen Ansprache die hervorragende Thätigkeit des verstorbenen Direktors Eisner und die Verdienste, welche sich der Verblichene um das Gedeihen der Gesellschaft erworben hat. Die Trauerkundgebung der Verwaltung wurde dem Protokolle einverleibt und hierauf die Sitzung geschloffen. — Das Leichenbegängniß fand unter großer Betheiligung statt. Zahlreiche Freunde und viele einstige Collegen aus der Zeit, da der Verstorbene als Central-Jnspector der Karl Ludwigbahn angehörte, schlossen sich den Leidtragenden bei dem letzten Gange an. Der Verwaltungsraih der Eisenbahn- Verkehrsanstalt war vertreten durch den Präsidenten Baron Clauer, die Verwaltungsräthe Hosrath Poschacher, Dr. Julius Lederer, Medinger und Simon. Wien-Brigittenau. (Verein zur Bekleidung armer Schulkinder „Die Brüder".) Die rauhe Witterung ist nunmehr eingetreten und mit derselben beginnt für jene Humanitären Vereine, welche die Bekleidung armer Kinder sich zum Ziele gesetzt haben, die eigentliche Wirksamkeit. In dieser Beziehung hat insbesouders der Verein „Die Brüder" ein überreiches Arbeitsfeld, da er feine Thäligkeit im XX Wiener Gemeindebezirke Brigittenau entfaltet, in einem Bezirke, in welchem Armuth und Elend sozusagen Hausen. Im Vorjahre hat dieser Verein 140 arme Kinder, zum großen Theile höchst bedürftige Waisen, mit vollständiger guter Winterkleidung und Schuhen versehen, sowie 100 Kinder nur mit Schuhen, und es ist zu wünschen, aber auch zu erwarten, daß der Vereinsvorstand unter der thatkräftigen Leitung des bekannten Wohlthäters Herrn Heinrich Weiner auch heuer zumindest das vorjährige Resultat erreichen wird. Es sei darum die Unterstützung dieses Vereines jedem Menschenfreunde ans Herz gelegt. Etwaige Spenden werden vom Obmanne Herrn Heinrich Weiner, Wien, XX., Wintergasse 20 dankbarst entgegengenommen. Wien. In der Ceremonienhalle des Central-Fricdhofes wurde soeben eine Arbeit vollendet, auf welche wir die Aufmerksamkeit der Besucher der Todtenstadt lenken wollen. Die beiden marmornen Tafeln an der Stirnseite der Estrade, welche die Grabgebete verzeichnen, wurden durch den bekannten jüdischen Kalligraphen (Sofer) Mayer Brunner einer gründlichen Renovirung unterzogen, indem dieselben mit einer neuen, deutlich lesbaren und nach den Anordnungen des Altmeisters des Synagogengesanges, weil. Professor Salomon Sulzer eiugetherlten Schrift versehen sind, die ebensowohl für den Functionär als auch namentlich für die Trauergemeinde bestimmt ist, welche oftmals einem Dahingeschiedenen nebst dem Erweisen der letzten Ehre auch dieser durch das Einstimmen der durch den Chor zu Gehör zu bringenden Worte Ausdruck zu geben gewillt ist. Für Brunner war die Aufgabe auch nebst der trefflichen Fertigstellung der schönen Arbeit eine besondere Herzenssache, da er durch eine längere Reihe von Jahren alle hebräisch-schriftlichen Dienste bei Professor Sulzer zu dessen vollster Zufriedenheit ausführte. Wien. (Dr. Jakob Folkmann.) Unter großer Betheiligung zahlreicher Freunde und fast sämmtlicher Commissionäre fand Montag den 10. d. M. die Beerdigung des Doctor Jakob Folkmann statt. Am Grabe hielt im Namen der Jnstitutsmitglieder der Commiffionär Nr. 100 Isidor Eisler dem Verstorbenen einen herzlichen Nachruf. Dann gedachte Cantor Blaß im Namen des Vereines „Wiener Dienstmann", dessen Ehrenmitglied Dr. Folkmann gewesen, in sehr warmen Worten des Verblichenen. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an israelitischen theologischen Lehranstalt in Wien.) In der Generalversammlung am 6. November 1902 wurden folgende Herren in die Vereinsleitung gewählt: M. G. Mehrer, Präsident; G. Sicher, Vicepräsident; M. Tauber, I. Schriftführer; H. Alperin, II. Schriftführer; V. Kurrein, Caffier; S. Arje, A. Beck, I. Stößler, Ausschüsse.

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