Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 44 (31.10.1902)
- Date
- 1902-10-31
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 44 Seite 721 Dr. Blortz's Wochenschrift. nicht so verschieden, wie Mancher glaubt. Alles Thun der Menschen war vorher Traum und wird später zum Traume." Für die aber, die keine Dichter sind, ist das Buch von Altneuland ein feines Märchenkind, das seinem Herrn Vater viel Freude gemacht und nun noch viel Andere erfreuen wird, das aber niemals heimisch sein kann in der rauhen Welt der Wirklichkeit. L. Ysaye. Neue Bücher. Im Verlage von M. Poppelauer's Buchhandlung in Berlin sind soeben erschienen: Dr. Moritz Rahruer. Hieronymus' Commentar zu den zwölf kleinen Propheten. Durch Vergleichung mit den jüdischen Quellen und ältest«»!! Versionen kritisch beleuchtet. Erste Hälfte: Hosea, Joel, Amos, Obadja, Jona, Micha. Mit Unterstützung der Znnsstlftung. 1902. Mk. 4.50. Dr. Jacob Auerbach. Biblische Erzählungen für die israelitische Jugend. Mit einer Karte von Palästina. Kleine Ausgabe 1902. Mk. 1.60. Dr. Jelski Prediger der jüdischen Reformgemeinde in Berlin. DasWesendesJudenthums. 1902. Mk. —.50. Dr. Max Grunwald, Rabbiner. Juden als Rheder und Seefahrer. Kriefkasten. K. In Wageningen (Provinz Gelderland) hat der Bürgermeister Dr. Jur. Hesseliak von Suchtelen zum Baue einer neuen Synagoge 40u Gulden gespendet in Begleitung eines Schreibens, in welchem es heißt: „Ich würde mich glücklich schätzen, wenn sie als Beweis meiner Ehrerbietung für das alte und edle Volk Israel, dem das Christenthum und die Gesittung so unnennbar viel zu danken haben, sowie insbesondere als Zeugniß meiner persönlichen Werthschätzung und Sympathie für seine Vertreter in unserer Mitte, meine jüdischen Mitbürger, die beigehende kleine Gabe betrachten wollen." Nationaljude." Auf dem radical-socialistischen Congreß in Lyon sollte ein Herr M. M o l i n a wegen Antisemitismus ausgeschlossen werden. Da erhob sich dieser und erklärte unter allgemeiner Heiterkeit: „Man hat gesagt, daß ich wegen antisemitischer Gesinnungen ausgeschlossen werden soll. Bürger, urtheilt ernsthaft über diese Anklage! Ich bin selbst Jude! K. Das Hetzblatt L’Antijuif Algerienne, die letzte Gründung von Max Regis in Algier, ist eingegangen. 8ic transit! T. in H. Daß der große Polendichter Adam Mickiewicz, mit dem die eigentliche große Epoche der polnischen Poesie anhebt, der Schöpfer des einzig in seiner Art dastehenden polnischen Nationalepos „Herr Thaddäus", der glühende polnische Patriot, nach Sprache, Gesinnung und Cultur ein Pole gewesen ist, unterliegt natürlich keinem Zweifel. War er es aber auch der Abstammung nach? In seinen späteren Jahren stöberte Adam Mickiewicz in alten Familienpapieren und kam zu dem Schluß, daß seine Mutter einer zum Christenthum übergetretenen Judenfamilie entstammte. Diese Entdeckung soll auf den Dichter, der damals bereits stark zur Mystik hinneigte, einen großen Eindruck gemacht haben. Er war nicht wenig stolz auf seine allerdings ziemlich weitläufige Verwandtschaft mit dem Propheten Jeremias, dessen Schicksal dem seinigen so auffallend ähnlich war; auf Grund dieser seiner legendären Abstammung erklärte Mickiewicz, zurückgreifend, seine Vorliebe für alttestamentarische Bilder und Methaphern, von denen seine Dichtungen durchtränkt sind, wie auch die warme Zuneigung für die Juden seines Vaterlandes, der er in der prachtvollen Figur des jüdischen Zimbelspielers Jankel Ausdruck gegeben hat, dessen „Concert" zum Schlüsse des „Herr Thaddäus" eines der schönsten Stücke der polnischen Poesie bildet. M. Mr. B. Lyonet Abrahams, der soeben an Stelle Sir Henry Waterfield's zum Finanzsecretär des Jndia Office ernannt worden ist, gehört zu den hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten in London. Er ist ein Neffe Mr. Israel Abrahams, der vor Kurzem als Nachfolger des Dr. Schechter nach Cambridge berufen wurde. Sein schnelles Avancement im jugendlichen Alter von 33 Jahren ist eine außerordentliche Auszeichnung, da dieser Posten, mit dem ein Jahresgehalt von 1200 Lstr. verbunden ist, gewöhnlich nur an Leute vergeben wird, die bereits einflußreiche Aemter in Indien selbst verwaltet haben. In seinen Mußestunden beschäftigt sich Mr. Abrahams mit literarischen Arbeiten und thut auch sehr viel für die jüdische Colonie; er gehört auch zu dem angesehenen jüdischen Club Londons, dem „Maccabäus". Mr. Abrahams hat die Geschichte der Juden in England sehr eingehend studirt und wiederholt Aufsätze über dieses Thema in der „Jewish Quarterly Review" veröffentlicht. „Neugieriger." Sie fragen, ob Herr Arnold Schwer in Mariazell war, um über den räthselhasten Mord an einer aufgefundenen weiblichen Person zu recherchiren? Wie es heißt, soll er den „Rabbiner" von Mariazell nicht zu Hause getroffen haben. Cultusgemeinde Kroat.-Kreuz. Der 24. Tischri 5577 fiel auf Mittwoch den 16. October 1816. C. B. I. Groß-Enzersdorf, Korneuburg, Stockerau in Nieder- Oesterreich. Gethausvorstand der israel. Cultusgemeinde Wie». all Z. 10256 ex 1902. Wien, 26. October 1902. Kundmachung. Anläßlich der feierlichen Eidesleistung der Neu-Assentirten wird am ). November l. I. um 8 Uhr Früh im Stadttempel ein feierlicher Gottesdienst für die Mannschaft mosaischen Glaubens abgehalten. Der sabbathliche Gemeinde-Gottesdienst beginnt an diesem Tage im Stadttempel daher erst um 9 Uhr Morgens. Der Bethausvorstand. Concurs. In der israelitischen Cnltusgemeinde Lomnitz (Mähren) sind die Stellen eines — ■' -1 - Cantors oder Vorbeters verbunden mit der Stelle eines Scha m loci, e s s-. der auch pTQi am» K"np sein muss, mit einem garantirten Jahreseinkommen von 1300 Kronen inclusive Stiftungen, nebst Emolumenten und freier Wohnung, sofort zu besetzen. Bewerber, welche das 50. Lebensjahr nicht überschritten haben und österreichische Staatsbürger sein müssen, haben ihre Offerte unter Angabe ihres Familienstandes und unter Beischluss von Zeugnissen bis längstens 15. November 1. J. an den gefertigten Vorstand einzusenden. Lomnitz am 22. October 1902. Der Cnltusvorstand not» Ignatz Skutezky. Kundmachung. Der Vorstand des gefertigten Vereines hat beschlossen, aus dem vorhandenen Heirats-Ausstattungsfond einen Betrag von 400 Kronen österr. Währung als Aussteuerbeitrag für ein armes Mädchen israel. Confession zu widmen und außerdem die Trauung dieses Brautpaares in der Vereins-Synagoge. II., Leopoldsgasse Nr. 29, mit Nachs i ch t der Taxen von unseren Functionären vollziehen zu lassen. Die Petentin hat bis längstens 20. November d. J. im Secretariat dieses Vereines Folgendes beizubringen: I. Ein Gesuch um Verleihung dieser Aussteuer, in welchem angeführt werden muß: a) Name und Beschäftigung des Bräutigams. b) Ob die Braut Eltern besitzt oder verwaist ist. c) Ob der Vater der Braut Mitglied des gefertigten Vereines ist oder war. II. Geburtsschein. III. Ein Zeugniß über moralischen Lebenswandel. Die Aussteuer per 400 Kronen wird nach vollzogener Trauung, welche im NIonate lecember dieses Jahres stattzufinden hat, an die Braut, welcher diese Aussteuer zuerkannt wurde, baar ausgefolgt. Wien, 27. August 1902. Für den Vorstand des Synagogenvereines „Beth Israel“ nach polnisch-jüdischem Ritus in Wien: Der Schriftführer: Der Obmann: MaxRosenfeld. A. v. Mises. Schiedmayer, Stuttgart, Kaps, Diesden, n. A. in. Die besten in» und ausländischen Bösendorfer, Ehrbar, Wien. ETABLISSEMENT J. Saphir Praterstrasse 34. Specialität: Claviere m. enx-I. Repetitionsmechanik. Harmonium