Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 44 (31.10.1902)
- Date
- 1902-10-31
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 Sette 717 Dr. Bloch's Wochenschrift. Wien. Der Allgemeine Kranken - Unterstützungs-Verein »Menschenliebe" veranstaltet am 8. November d. I. im Saale des »Bairischen Hofes", II., Taborstraße, eine Wohlthätigkeits- Akademie, verbunden mit Tanzkränzchen, zu Gunsten des Witwen- und Waisenfondes mit folgendem Programme: l. Concert der Kaiser-Jäger. 2. Prolog, verfaßt von Herrn Redacteur Jacob Kraus. 3. Gesangsvortrag des Herrn Ersten Cantor Don Fuchs. 4. Declamatorische Borträge des Fräulein Mariane Rub, Mitglied des k. k. Hof-Burgtheaters. 5. Heitere Vorträge des Herrn Popp, Regisseur des Raimund-Theaters. 6. Gesangsvorträge des Fräulein Meyerhofer, Mitglied des Raimund-Theaters. 7. Vorträge des Clavier-Humoristen Herrn Lippa. Entree per Person 2 L; Familienkarten 4 Personen 6 K. Beginn 8 Ubr. Wien. (Leichenbegängniß.) Unter großer Betheiligung von Freunden und Bekannten wurde am 20. Oktober ein angesehenes Mitglied der Wiener Cultusgemeinde zu Grabe getragen. Herr Samuel Flamm verschied nach langjährigem Leiden im Alter von 73 Jahren; Herr Jonas Wilhelme r, ein Schwager des Verblichenen, widmete ihm am offenen Grabe in einfachen tiefempfundenen Worten einen Nachruf. Anknüpfend an den Kohelet-Vers: »Besser ein guter Stamm, als köstliches Oel, besser der Tag des Todes, als der seiner Geburt", schilderte der Redner dessen Tugenden, welcher sich durch strenge Rechtlichkeit, Wohlthätigkeit und wahre Frömmigkeit die Achtung und Werthschätzung all derjenigen, die ihn kannten, erworben und einen guten Namen hinterließ, er war ein treuer Gatte und zärtlicher Vater, und war bestrebt, seinen Kindern eine gute und religiöse Erziehung zu geben, und mit welcher Liebe und Aufopferung seine edle Gattin und seine wohlerzogenen Kinder ihn in seiner langjährigen Krankheit gehegt und gepflegt haben. Die liturgische Function verrichtete Herr Erster Eantor Peterselka vom Währinger Tempel gefühlvoll, die ihre Wirkung auf die Trauergemeinde nicht verfehlte. —n.— Wien. (Bethausspenden an den hohen Feiertagen 1902 im Tempel XV., Turnergasse 32.) Für Vereine und Functionäre. Kronen Herr Duschinsky Jakob, Rosch Haschonoh . ...... 40.— „ Fränkel Josef „ „ 50.— „ Gerstl Isidor „ .60.— „ Kohn Emanuel „ „ . 35 — „ Kohn Filipp „ „ . . .... 17.— „ Kallich Siegfried „ „ 95.— „ Königstein Jonas „ „ ..... 90.— „ Landeis Leopold, Rosch Haschonoh und Simehas Thora 220.— „ Oesterreicher Sigmund, Rosch Haschonoh. 65.— „ Pollak Carl „ „ .40.— „ Pollack, Dr., Heinrich „ „ ... 40.— „ Sonnenfeld Ignatz, Rosch Haschonoh u. Limchas Thora IüO.— „ Seiler Sigmund ., „ . 100.— „ Wolf Ludwig „ „ ..... 40.— „ Deutsch Ignatz, Jom-Kippur.. .... 200.— „ Kohn Bernhard ,, .20.— „ Kantor Theodor „ . . •. 200.— „ Pollack Wilhelm, kais. Rath, Jom-Kippur.310.— „ Schnabl Heinrich, „ 330.— » Stern Julius „ .. . 70.— „ Taußig Gottlieb „ 220.— „ Beer Salomon „ 110.— „ Rechnitzer Samuel „ . . 40.— „ Sonnenschein Jakob „ . -.50.— „ Löwy Josef „ -.45. - » Barany Ignatz, Sukkoth.. 80.— „ Bandler Bernhard „ ... ..... 28. - ,, Berliner Hermann „ 10.— „ Kohn Dawid „ .4.— „ Samek Jonas „ ... 50.— „ Steiner Michael „ . . . -. 6.— „ Steiner Samuel „ ... 40. — „ Obercantor Salomon Jurberger, Sakkoth.25.— „ Schneck Leopold, 8nkkoth .. 50.— ,, Drill Heinrich „ . . -.16.— „ Glaser Wilhelm „ ........... 100.— „ Haas Max „ 13.— „ Löwenstein Adolf „ .-.20.— „ Reichsfeld Heinrich ., ..55.— ,, Weiß Adolf „ .. 40.— „ Markstein Julius „ ..40.— Floridsdorf. Herr Dr. Kö nig, der langjährige, beliebte Präses unserer Gemeinde, ist dieser Tage abermals zum Obmann des sämmtliche Aerzte der k. k. Ferdinands-Nordbahn umfassenden Verbandes einstimmig gewählt worden. Herr Dr. König ist zugleich Obmann des Vereines »die Nordwestbahn-Aerzte" und Präses der Aerzte-Section Floridsdorf, ein Beweis für die Beliebtheit und das Ansehen, deren er sich selbst in nichtjüdischen Eollegenkreisen erfreut.. Lomnitz. Herr Jsak Schiller, Oberlehrer in P., wurde einstimmig zum Bürgermeister der politisch autonomen Stadtgemeinde in Lomnitz gewählt. Bürgermeister Schiller ist ein Onkel des Ersten Eantors Schiller in Wien. Lemberg. (Director Moriz Lazarus.) In feierlicher Weise wurde hier der 70. Geburtstag des wegen seines gemeinnützigen Wirkens bekannten Directors der Galizischen Hypothekenbank Moriz Lazarus begangen. Nach dem Festgottesdienste im Tempel, bei welchem Prediger Dr. Earv die Verdienste des Jubilars hervorhob, erfolgte die Ueberreichung zahlreicher Adressen an den Jubilar. Hierauf richteten Reichsraths- Abgeordneter Dr. Byk namens des israelitischen Cultusgemeinde- Borstandes und Reichsraths-Abgeordneter Piepes - Poratynski namens der Handelskammer Ansprachen an Director Lazarus, der in hochherziger Weise mit großem Kostenaufwande ein neues, mit modernsten Einrichtungen ausgestattetes Spital in Lemberg erbauen ließ. Aus allen Kreisen Lembergs sind an diesem Tage dem Jubilar Sympathiekundgebungen zutheil geworden, von denen besonders die Feier im Siechenhause erwähnt zu werden verdient. Wie Kinder ihren Vater, so ehrten die Siechen ihren Wohlthäter, dem aus Anlaß seines 70. Geburtstags folgende Spenden für sein Spital zugegangen sind: von Frau E h r e n s a l und Zolles K 12.000, von Director Sekler K 6000, von Josef Stand und Frau (deren Kinder) K 6000, von Dr. Mahl L 6000, von Frau Fanny Mises K 6000, von Oscar W i s e l L 6000, von A. Rechter K 1000, von CH. Lau K 200. Weitere Spenden für das Lazarus-Spital wären sehr zu empfehlen, da die Erhaltung desselben für die Lemberger Cultusgemeinde schwer ist. Bon anderer Seite wird uns geschrieben: Der siebzigste Geburtstag des Herrn Directors Moritz Lazarus, Fundators des neuerbauten, herrlich eingerichteten jüdischen Krankenhauses, wurde nicht nur von fortschrittlicher Seite, in welchem Lager der Jubilar steht, sondern auch von den conservativ gefinnten Gemeindemitgliedern aufs Feierlichste begangen. Als beredter Ausdruck dafür kann die an diesem Tage, das ist am Schlußfeste, Vorabends, in der vorstädtischen Synagoge — die größte in Lemberg — zu diesem Zwecke veranstaltete Feier angesehen werden. In dem glänzend beleuchteten Gotteshause hatte sich schon lange vor Beginn der Feier ein nach Tausenden zählendes Publicum eingefunden. Für den Jubilar ward ein Ehrensitz vis-a-vis der Bundeslade errichtet, und als dieser, geleitet von der Synagogenverwaltung, ihn eingenommen hatte, begann der Gottesdienst. Ehrwürden Herr Rabbiner Schmelkes hob in seiner Festrede die hohe Bedeutung des heutigen Tages sür die hiefige jüdische Gemeinde hervor, mit besonderem Hinweis auf den herrlichen Spitalsbau, der einzig und allein der Munificenz des Jubilars seine Entstehung verdankt. Sehr trefflich wurde da der Bibelvers Exodus II. 11: »Und Moses ward groß, ging hinaus zu seinen Brüdern, und sah ihre Lasten an", als Anspielung auf die Bescheidenheit und Herzensgüte des den Namen Moses ebenfalls tragenden Jubilars, der bei seiner großen socialen Stellung das Los seiner armen Brüder stets vor Augen hat, in Anwendung gebracht. — Sodann recitirte Herr Obercantor Halpern einen zu dieser Feier componirten Ni-sebeberaeb für den Jubilar, in den die Versammlung andächtig einstimmte. Mit dem Verrichten des Maariwgebetes schloß die erhebende Feier, welche lange im Gedächtnisse der Anwesenden fortleben wird. — Schließlich sei noch von der Anwesenheit des Cultusvorstandes mit dem Präsidenten Dr. Byk an der Spitze, des Spitalrathes, die corporativ zur Feier erschienen waren, an dieser Stelle erwähnt. A. L. Serajewo. Im neuen israelitischen Tempel fand am vorletzten Tage des Laubhüttenfestes die feierliche Uebergabe einer von der hiefigen israelitischen Jugend der Gemeinde gespendeten Thorarolle statt. Herr Ludwig Marion hielt an die versammelte Gemeinde im Namen der Spender eine Ansprache, in welcher er betonte, daß der Wunsch derselben, auch ihrerseits zur Verschönerung und Bereicherung des neuen Gotteshauses beizutragen, in dieser Widmung Ausdruck finde. Herr Rabbiner Dr. Wessel dankte hierauf für das kostbare Geschenk, wonach die Feier mit den üblichen Gebeten ihren Abschluß fand. Zala - Egerszeg. Herr I e n ö Weiß aus Oedenburg. welchem für die Festtage die cantoralen Functionen übertragen wurden, hatte einen derartigen großen Beifall mit seinen Vorträgen, daß derselbe in einer in voriger Woche stattgehabten Generalversammlung einstimmig zum Obercantor gewählt wurde.