Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 43 (24.10.1902)
- Date
- 1902-10-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 702 Dr. Bloch's Wochsnschrifk. Nr. 43 Lehrstoffes in drei Sprachen, die Superiorität unserer Schule anerkannt. Herr Abr. Schwarzmann verstarb leider schon im Jahre 1887 tiefbetrauert von seinen jüdischen Mitbürgern, die seither jährlich an seinem Sterbetage durch einen feierlichen Gottesdienst ihrer tiefen Dankbarkeit Ausdruck verleihen und sein Andenken feiern. Ehre seinem Namen für alle Zeiten! Herr David Schwarzmann lebt hochgeachtet in Wien. Mit dem größten Jntereffe verfolgt er den Gang unserer Schule, seines Lieblingskindes. Bei jeder Gelegenheit unterstützt er dieselbe. Jetzt, wo sich nach 20 Jahren die Nothwendigkeit herausstellt, die Schule theils zu erweitern, theils zu verbessern, soll sich Herr Schwarzmann, wie wir erfahren haben, auch für diese Bedürfniffe lebhaft interessiren. Wir aber, di« wir die Bedeutung seiner edlen Stiftung ganz und voll zu würdigen wissen, wir beten für ihn, daß er noch lange sich eines ruhigen und glücklichen Alters erfreue. Die Segenswünsche der Hunderte, die alljährlich unsere Schule für den Kampf um's Leben vorbereitet verlassen, mögen seinem Alter Trost und Freude und verklärten Sonnenschein bringen. Vermischtes. Kranzablöfungssstenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seitenstettengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Dr. David Fischer: Von Herrn Jg. Katz, XVIII., Karl Beckgasse 6, X 10.—; von Frau Bertha Freud und Marie Kattin ger. I., Wollzeile 6. X 10.—; von Herrn Dr. Albert Mittler, I., Stefansplatz, X 10.-; von Herrn Emil Hoffman, II., Taborstraße 36, L 10.—; zusammen L 40.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Dr. Hermann Grün bäum: Von Herrn Theodor Ritter v. Tausstg, I., Teinfaltstraße 8, X 30.—; von Herrn S. H it, I, Rudolfsplatz 10, X 20.—; von Herrn Edmund Jmmergut, I., Hoher Markt 4, X 50,—; von Herrn Edmund Ritter in Lerpnik, X 20.—; von Herrn Dr Josef Löweuthal in Brünn, X 20.—; Zusammen X 140.—. Anläßlich des Ablebens der sel.Frau Bertha Siebcnschein: Von Herrn Adolf Stern, II., Im Werd 3, X 4.—. Wie». (Trauung.) Sonntag den 26. October d. I. um 3/42 Uhr Nachmittags findet im isr. Tempel, I. Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Sophie Heit, Tochter des Herrn S. Heit, Vorstandsmitgliedes der Chewra--Kadischa und Ortsschulrathes, mit Herrn Emil Reinitz statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 26. October l. I. um 7*3 Uhr Nachmittags findet im Tempel i. Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Margit Grünfeld, Tochter des Univ.-Docenten Dr. Josef G r ü n f e l d, mit dem Hof- und Gerichtsadvocaten Herrn Dr. Julius Knöpfmacher statt. Wien. (Trauung.) Sonntag den 26. October 1902 um 4 Uhr Nachmittag findet im Tempel I. Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Steffy Krall, Tochter des Herrn Jacob Krall, mit Herrn Alfred Kantor, Sohn des Herrn Ignaz Kantor, statt. Wien. (Verlobung.) Herr Ludwig Honig, Mitchef der Firma Jacob Honig & Sohn, Lithographische Anstalt und Buchdruckerei, hat sich mit Fräulein Gisela Meitner, Tochter des Herrn D. Meitner, Realitätenbesitzers, verlobt. Wien. (Ordensverleihung.) Der Sultan hat dem Präsidenten der türkisch-israelitischen Cultusgemeinde in Wien Herrn Markus M. R u s s o den Osmanie-Orden zweiter Classe verliehen. Wien. (Neuer Docent.) Dr. Julius Zappert hat sich als Docent für Kinderheilkunde an der Wiener Universität hadilitirt. Wien. Im großen Musikvereinssaale fungirte Heuer an den hohen Feiertagen als Schacharis-Vorbeter Herr Josef Reiner mit großem Erfolge. Herr Reiner, ein Schüler des Obercantors Herrn Philipp Kläger, erwies sich als ein ausgezeichneter Sänger, der seinen unfangreichen, klangvollen Bariton mit Geschick zu behandeln versteht und über einen geschmackvollen cantoralen Bortrag verfügt. Wien. (Spenden.) Für die Familie des jüdischen Gelehrten, der, während er seinem Berufe als Privatlehrer nachging, von Mördern überfallen und erschlagen worden, sind laut Aufruf in unserem Blatte an Se. Ehrwürden den Herrn Rabbiner Fürst, Wien, II. Bezirk. Schiffgasse (Schiffschul) folgende Spenden zugekommen: Herr Albert Hahn in Wien X 3.—, Herr Marcus May, Cantor, Frauenberg, K 2.—, Herr Johann Hönig, Erdevik (Syrmien) K 16.—, Herren Kohn & Schiff in Wien K 10.—, Herr Cantor Löwy in Wien K 5.—, Buchhändler Schlesinger K 2.—, Herren Gebrüder Klein in Wien K 3.—, Herr Ehrenzweig in Wien K 4.—, Herr Ferdinand Kohn in Wien K 2.—, Herr Simon Buchwald in Wien K 2.—, unter O. K. E. X 10.—. Wien. Die 25jährige Jubiläumsfeier des Cantors Herrn Philipp Bassel im Tempel des Tempelvereines für den IV. und V. Bezirk fand Samstag den 18. d. M. unter außergewöhnlich zahlreicher Betheiligung seitens der Vereinsmitglieder, der Freunde des Jubilars und des Gesammtvorstandes statt. Der Sitz des Jubilars prangte in reichem Blumenschmücke; dort hatte er an der Seite feiner in geachteter Lebensstellung befindlichen Söhne platzgenommen. Beim Aufrufe zur Thora trug Obercantor Tender einen trefflichen Mifcheberach mit seiner klangvollen Baritonstimme vor, welchen der Jubilar in sinniger Weise erwiderte. In der darauffolgenden Predigt nahm Gemeinde- und Vereinsrabbiner Dr. Reich Gelegenheit, die Pflichttreue und den musterhaften, streng religiösen Lebenswandel des Jubilars rühmend hervorzuheben. Nach längerem Gottesdienste überreichte der Vereins-Präsident Herr Adolf H o f m a n n, umgeben vom Gesammtvorstande, im Vorsaale des Tempels dem Jubilar einen werthvollen silbernen Pocal als Ehrengabe des Vereines und wies in einer herzlichen Ansprache darauf hin, daß der Verein stolz darauf sei, seinen durch 25 Jahre treu bewährten Cantor heute zu beglückwünschen und ihm diesen Ehrenpocal zu überreichen, dessen Inschrift den Enkeln und Urenkeln Zeugniß geben wird von der Verehrung der Gemeinde für ihren würdigen Cantor. Hierauf überreichte Herr Dr. Löwy dem Jubilar namens des Cantorenvereines, dessen Vorstande der Jubilar angehört, eine künstlerisch ausgeführte Adresse, m welcher der Dank und die Ane'kennung des Cantorenvereines zum Ausdrucke gebracht ist. Mit tiefer Rührung dankte der Jubilar in seiner schlichten Weise und versprach, in gleichem Sinne und in gleicher Weise weiter wirken zu wollen, wie bisher. Zahlreiche Glückwünsche, Blumenspenden und Geschenke wurden dem Jubilar im Laufe des Tages und Vortages übersendet. Unter Anderem sandte der Vorstandsschriftführer .eine Börse mit launigen Versen. Wien. Dr. Med. Josef Kornfeld, Obmann des Vereines der Aerzte des I. Bezirkes und Mitgli-d des Vorstandes der Wiener Aerztekammer, ist am 7. d. M. im 58. Lebensjahre gestorben. Er war seit 35 Jahren in Wien als Arzt thätig gewesen. Unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung, namentlich seitens der Aerzte wurde Dr. Kornfeld zu Grabe getragen. Im Trauerhause hatten sich außer den Familienmitgliedern, unter welchen sich der Bruder des Verstorbenen, der Direktor der ungarischen Creditbank Magnatenhaus-Mitglied Kornfeld, befand, um den Sarg versammelt: der Präsident der österreichischungarischen Staatseisenbahn-Gesellschaft Ritter von Taussig, die Bankdirectoren Dr. Mikosch und Herz, der Procurist des Bankhauses S. M. v. Rothschild, Stiedry, der Director der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft Hofrath Ritter v. Ullmann, die Universitäts-Professoren Hofräthe Dr. Chrobak, Schauta, Dr. v. Reder, und Oser, ver Director des Allgemeinen Krankenhauses, Ober-Sanitätsrath Mucha, die Professoren Dr. Eduard Lang, Dr. Karl August, Dr. Herzfeld, Dr. Ehrmann, Dr. Königstein und Dr. Frankl v. Hochwart, Chefarzt kaiserlicher Rath Dr. Charas, der Präsident der Aerztekammer mit vielen Mitgliedern. Auf dem Centralfriedhofe sprach der Präsident der Aerztekammer Dr. Hein namens der Kammer Worte des Abschiedes. Wien. Montag den 20. October fand das Leichenbegängniß des verdienten hebräischen Schriftstellers und Gelehrten Rubin AscherBraudes statt, der Samstag den 18. October im 52. Lebensjahre nach langem Leiden verschied. Herr Braudes war einer der bedeutendsten hebräischen Schriftsteller und einer der mit Recht geschätztesten Mitarbeiter hebräischer und jüdischer Zeitungen. Aus Tobitschau meldet man uns: Festliche Tage, wie noch nie, hat die israelitische Cultusgemeinde in Tobitschau am letzten Rosch-Haschonoh-Feste und dem darauf folgenden Sabbath gefeiert. Jllustre Gäste sah man in dem altehrwürdigen Gotteshause : Den Schloßherrn von Tobitschau, Herrn David Ritter von Gutmann, dessen durch ihr wohlthätiges Wirken bekannte Schwiegertochter, Frau Mathilde v. Gutmann, deren Vater, den bekannten Philanthropen Horace Baron Günzburg, dessen Sohn Wladimir Baron Gutmann, Redacteur Dr. Münz rc. rc. Eine besondere Weihe erhielt der Gottesdienst am Neujahrstage dadurch, daß, um den bereits bejahrten Bal-Tkeo zu verschonen, Herr Wladimir Baron Günzburg ohne Vorbereitung mit bestem Erfolge die