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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-09-26 · 39 (26.9.1902) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
39 (26.9.1902)
Date
1902-09-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 39 Dr. Bloch's Wochrnfchrifl, Seite 635 vom Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann und Herrn Rabbiner Dr. Schmiedl, sodann vom Herrn Obercantor Singer, hat diese Gruppe schon im Vorjahre einen Jugendfestgottesdienst im II. Bez. Leopoldsgasse Nr. 49 abgehalten. Demselben soll sich in diesem Jahre ein zweiter im VI. Bez. Schmalzhofgasse Nr. 10 anreihen. Wir möchten mit diesen Zeilen alle Interessenten auf das Wirken des Verbandes „Tefilas-Haneorim" aufmerksam gemacht haben, dessen Bedeutung und Verdienstlichkeit eines Commentares nicht bedarf und der berufen zu sein scheint, künftig eine wichtige Stellung in unserer Gemeinde einzunehmen. Wien. Der Vorstand des Bethausvereines „Montefiore" macht hiermit bekannt, daß die Vermiethung der noch verfügbaren Sitze im Bethause II., Taborstraße 38, an Wochentagen von 7—8 Ubr Vormittags und von 6—9 Uhr Abends in der Vereinskanzlei erfolgt. Die Vermiethung der Plätze für den Filialgottesdienst im Prachtsaale II., Stefaniestraße 6,1 findet zur selben Zeit im genannten Saale statt. Baden. Am 17. d. fand die Trauung des Fräuleins Emma Reich, Tochter unseres ehrwürdigen Rabbiners Herrn Wilhelm Reich, mit dem Gutspächter Herrn Wilhelm Rosenzweig von Assakürth bei Neutra, im großen Tempelhofe statt. Die Function vollzog der Vater der Braut, die beiden Cantoren Jakob Schäfer und M. Seifert brachten die gesanglichen Theile zum Vortrage. Die Betheiligung bei diesem feierlichen Acte war eine außerordentlich große. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich die ehrwürdigen Brüder des Brautvaters, die Herren: K. Reich, Rabbiner der orthodoxen Gemeinde in Budapest; H. Reick, Rabbiner in Wien; Moriz Reich, Rabbiner in Baan; der Schwager Herr B. Duschinski, Rabbiner in Namesto, Herr S. W. Reich, Rabbiner in Werbo; Herr Moriz Leitner, Vorsteher der Badener Cultusgemeinde, dessen Stellvertreter Herr Anton Schneider und der gesammte Cultusausschuß. Aus der Wiener Cultusgemeinde erschienen: Herr Oberrabbiner Doctor Moriz Güdemann mit Frau Gemahlin, Viccpräsident Herr Doctor Alfred Stern. Rabbiner Dr. Gelbhaus, Professor Dr. Büchler, Obercantor Bela Gutmann, Oberrechnungsrath von Engelsbach, Dr. A. Kapralik und viele Andere. Beim herrlich arrangirten Hochzeitsfeste im Hotel Rausnitz war es sehr animirt, die Cantoren Böla Gutmann und M. Seifert erfreuten die Gäste mit schönen G 'sangsvorträgen und wurden viele und geistreiche Toaste ausgebracht. Die Zahl der eingelaufenen Beglückwünschungen war eine überwältigenve, die von Professor Naschär verlesen wurden. Unter denselben sind besonders hervorzuh-ben: von Badener Bezirkshauptmann Baron Egger. Gymnasialdirector Mittel, Frau Mathilde von Gutmann, Baronin CH. Königswarter, Baronin Mayer - Ketschendorf, ottomanischen Generalconsul Ritter von Diersztay, den bulgarischen Legationssecretär Dr. Schischmanow, Dr. Hofmann, Director des Berliner Rabbinerseminars und mehreren anderen verschiedenen Corporationen; weiters vom kaiserl. Rath H. Klinger, Präsident der Wiener Cultusgemeinde, und Dr. B. Platschek, Landesrabbiner. Am selben Tage feierte auch der Präses der Badener israelitischen Cultusgemeinde, Herr Moriz Leitner, seinen 60. Geburtstag, bei welchem Anlasse ihm der Cultusausschuß in Würdigung seines segensreichen Wirkens in der Cultusgemeinde eine schön ausgeführte Adresse überreichte. Budweis. Als jüdischer Religionslehrer an Stelle des Herrn Rabbiners Adam Wunder, der auf sein Lehramt in Folge hohen Alters verzichtet, wurde nach der im Tempel kürzlich erfolgten Probepredigt Herr Phil. Dr. Joses Krakauer aus Nikolsburg von der hiesigen Cultusgemeinde angestellt. Königinhof a. E. Bei den am 19. September d. I. stattgefundenen Wahlen der Cultusgemeinde in Königinbof a. E. wurden gewählt: In den engeren Vorstand die Herren: Hermann Nettel, Königinhof, als Vorsteher; JUDr. Heinrich Wessely, Königinhof, als Vorsteher-Stellvertreter; Wilhelm Schlein, Königinhof, als Cassier; Gustav Deutsch. Königinhof. als Rechnungsführer; Ignaz Kohn, Königinhof, als Tempelvorsteher; Josef Fischer. Königinhof, als Tempelvorsteher-Stellvertreter; Ludwig Schick, Schurz. In den verstärkten Vorstand die Herren; Siegmuud Fischer, Königinhvs; Otto Schlein, Königinhof; David Pick, Jaromer; Heinrich Jung, Königinhof; Adolf Schwarz, Königinhof; Ernst Gerber, Königinhof. Prag. Bei der Neuconstituirung des Cultusgemeindevorstandes in Dvlckisch wurden gewählt als Vorstandsmitglieder: Alfred B o n d y zum Cultusvorsteher: Philipp Kellner, Vorsteherstellvertreter; Josef P o l l a k, Cassier und Tempelvorsteher; Alexander F r a n k l, Schriftführer, und Simon Oppenheimer, sämmtliche in Dolckisch. In den erweiterten Vorstand: David Gans (Dobrisch), Joseph Glück (Dobrisch), Jacob König (Ne«in), Moritz Kräsa (Alt-Knin), Marcus Windt (Dobrisch). Bozen. Die „Bozener Zeitung" schreibt: Hier versuchte sich in einer Anlage in Gries der hiesige israelitische Kaufmann Herr F. L. durch einen Revolverschuß in die Herzgegend zu entleiben. Die Kugel pralltejedoch an einer Rippe ab, so daß die Verwundung keine lebensgefährliche ist. Herr L., welcher infolge der Schmerzen, welche die Wunde verursachte, um Hilfe rief, theilte den herbeigeeilten Personen auf Befragen, was ihn zu diesem traurigen Schritte veranlaßt habe, mit, die"Angriffe des „Tiroler- (eines christlich-socialen Blattes), sowie die Mittheilung des genannten Blattes, daß er vor dem Concurse stehe, hätten seine Gläubiger veranlaßt, ihre Guthaben in der schärfsten Weise einzufordern, so daß er in augenblickliche Zahlungsschwierigkeiten gerathen sei, aus denen er im Augenblicke keinen Ausweg gewußt habe. L. wurde nach erfolgter erster Hilfeleistung durch Dr. Köllensberger zu Wagen in seine Wohnung gebracht. Stnblowitz bei Troppau. Nach langem schweren Leiden ist Herr Dr. Philipp Reich am 16. d. M. gestorben und wurde öte Leiche nach Troppau zur Bestattung am israelitischen Friedhofe überführt. Ter Verblichene war 39 Jahre als Herrschaftsarzt in Stablowitz und Umgebung thätig, erfreute sich bei Allen, die mit ihm v rkehrten, größter Beliebtheit und Werthschätzung, was sich recht deutlich bei dem am t8. d. M stattgefundenen Leichenbegängnisse oocumentirte. Eine sehr große Anzahl Leidtragender, zwei Söhne, eine Tochter, viele Verwandte gute Freunde, an der Spitze Se. Ercellenz Herr Justizminister Baron Spens-Boden mit seiner werthgeschätzten Frau Tochter Baronin Sobek-Seal, ferner Se. Hochwürden Herr Pfarrer Tostal, Herr Oberförster Kupzik mit allen Herren Beamten, gaben dem Verblichenen das letzte Geleite. Der Veteranenverein sammt Musik, die löbliche Feuerwehr rückten in corpore aus und unter Glockengeläute und Pöllerschießen setzte sich der imposante schöne Trauerzug in Bewegung. Im Trauerhause condolirte Se. Excellenz Herr Justizminister Baron Spens-Boden sammt seinem werthen Schwiegersöhne Herrn Baron Sobek-Seal der Witwe persönlich und war Herr Baron Sobek-Seal in Troppau bis zum Schlüsse der Trauerfeierlichkeit anwesend. Herr Obercantor Singermann unter Assistenz des Herrn Cantors Herz und dem Chore verrichtete die üblichen Gebete in ergreifender Weise. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Blüh hielt dem Verblichenen einen warmen und wohlverdienten Nachruf. Möge dem Verblichenen die Erde leicht werden. Ruhe und Friede seiner Asche! Budapest. In N a g y s z o m b a t hat die orthodoxe Cultusgemeinde mit Acclamarion den Oberrabbiner Abraham R e i ch e n b e r g e r aus Szekelyhid zum Rabbiner gewählt. Sarajewo. Der neue Tempel der österreichisch-ungarischen israelitischen Cultusgemeinde in der Theresiagasse wird am 30. September feierl'.ch eingeweiht werden. Die Festrede wird der Präses der Cultusgemeinde Dr. Moriz R o t h k o p f halten, den Weiheact Herr Rabbiner Dr. Wessel vollziehen. Das neue Gotteshaus, baulich eine architektonische Zierde unserer Hauptstadt, wurde nach den Plänen des Architekten Oberingenieurs Parik erbaut und ist ein Monument der großen Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder, denn es wurde ohne jedwede namhaftere Hilfe von auswärts errichtet. Feuilleton. Kilder ans Sibirien. Novelle von L. Melschin. liebersetzt ans dem Russischen von M a l w i n a B l u m b e r g. (Fortsetzung.) Der alte Nikolajew hat mittlerweile seinen Sitz neben dem Perminow'fchen Ehepaar wieder eingenommen. Perminow, ungemein redselig und sentimental, liebte es obendrein, seine Rechtschaffenheit zur Schau zu tragen. „Ich, mein Freund, war immer ein Feind der Lüge. Für die Wahrheit habe ich Alles verloren, für die Wahrheit bin ich zur Zwangsarbeit verurtheilt worden. Ja! Und wo immer ich hingekommen bin, überall hat man mich ausgezeichnet und mir Vertrauen geschenkt. Sogar jetzt, in Algatscha. Nicht einen Tag hielt man meine Frau und mich in der Festung, weil ich ein so gutes Zeugniß habe . . . Sofort setzte man mich auf freien Fuß und ernannte mich zum Oberauffeher. „Wir sehen, Perminow, daß du ein ehrlicher Mann bist*, sagten sie, „und darum hast du unser Vertrauen noch nicht verloren. Hier ist dein Platz!" „In der Hölle wär' dein Platz, verfluchter Satan!" ries plötzlich der alte Timofejew, der das Brandmal auf dem Kopfe hatte. (Dieses Schimpfwort hatte er während des ganzen Weges

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