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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-09-12 · 37 (12.9.1902) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
37 (12.9.1902)
Date
1902-09-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 37 Dr. Bloch's Wochrnschrifk. Sette 59» zu einem großen Verein verbinden. Zu einer demnächst abzuhaltenden öffentlichen Versammlung werden die Vorstände von Wohlfahrtsvereinen Einladungen erhalten. Auch in Birmingham hat eine Versammlung von Mitgliedern jüdischer Wohlthätigkeits- und geselliger Vereine stattgefunden, die gegen die vor der Einwanderungscommission deponirten judenfeindlichen Aussagen protestiren wollten. New-Nork. Als Nachfolger für den in voriger Woche verstorbenen Ober-Rabbiner der orthodoxen jüdischen Gemeinden auf der Ostseite, Rev. Jacob Joseph, ist Rabbiner Bernard Levinthal aus Philadelphia gewählt worden. Rabbiner Levinthal war vor 11 Jahren aus Kowno, Rußland, nach Amerika gekommen, um eine durch den Tod seines Schwiegervaters Lasar Kleinberg vacante Rabbinerstelle in Philadelphia einzunehmen. Er hat sich an der zionistischen Bewegung stark betheiligt und ist Bice-Präsident der amerikanischen Zionisten-Bereinigung. Die Ueberwachung der Großschlächtereien, welche »Koscher" - Fleisch verkaufen, geschah auf seine Anregung hin. Er ist auch Bice- Präsident der orthodoxen Rabbiner-Vereinigung in den Vereinigten Staaten. New-Aork. (Hebrew Technical Institute.) Es dürfte wohl nicht allgemein bekannt sein, daß das Hebrew Technical Institute auch christliche Knaben gerne als Zöglinge aufnimmt, um dieselben für gewerbliche Berufe vorzubereiten. Unterricht sowie alle Lehrmaterialien sind vollständig unentgeltlich, und erstreckt sich ersterer, außer den gewöhnlichen Lehrfächern der öffentlichen Schulen, noch auf Holz- und Metall-Bearbeitung, Freihand-, Maschinen- und Architektur-Zeichnen und Elektrotechnik. Aufnahme finden Knaben im 13. bis 15. Lebensjahre, welche gewillt sind, einen dreijährigen Cursus durchzumachen, nach dessen Absolvirung sie auf besonders lohnende Anstellung rechnen dürften. Um genauere Auskunft zu erhalten oder Knaben anzumelden, wende man sich an den Vorstand, 36 Stuyvesant Str. Es mag hierbei noch erwähnt werden, daß die Anstalt über ein vorzügliches Lehrmaterial verfügt und man stetig bemüht ist, dasselbe auf eine möglichst hohe Stufe zu bringen. Die jährlichen Prüfungen und Ausstellungen des Institutes haben ohnehin schon von der Vorzüglichkeit desselben sprechende Beweise abgelegt. Brisbane (Australien). Im Juli starb hier nach kurzer Krankheit Isidor Lißner, einer der Deutschen, die es in Australien zu einer hervorragenden Stellung gebracht haben. Im letzten McJlwraith'schen Cabinet war er Minister für das Minenwesen; die Entwicklung des reichen Goldfeldes von Charters Towers ist wesentlich sein Verdienst. Später vertrat Lißner. der aus Posen stammt, lange Zeit den Cairns- District im Unterhause. Unvergessen ist ihm bei allen Deutschen die mannhafte Art, wie er seinerzeit den heftigen und grundlosen Angriffen entgegentrat, welche im Oberhause gegen die Deutschen geschleudert wurden. Seine Landsleute hatten auch in anderer Beziehung eine gute Stütze an ihm — wo es galt zu helfen und zu fördern, stand er stets in erster Reihe. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seilenstertengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Ezechiel Neurath: Von Herrn Josef Flesch, II., Große Pfarrgasse 25, X 20*—; Frau Josephine Neurath, II., Große Pfarrgasse 25, K 20*—; Herrn Philipp und Frau Kathy Neurath, II., Große Pfarrgasse 25, X 20*—; Herrn Hugo Neurath, H., Große Pfarrgasse 25, X 20 —; Herrn Antal Neurath und Familie, II, Taborstraße 28, X 50*—; Herrn Daniel Neurath, VIII., Feldgaffe 11, X 20*—; Frau Helene Neurath, II, Taborstraße 17, X 2*—. Zusammen X 152*—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Emil Wertheimer: Von Herrn Ignaz Adler, II, Asperngasse 3, X 15*—; Herrn Jaques Klinger, I, Börsegasse 3, X 20--. Zusammen X 35'-. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Gustav Bettelheim: Von Herrn Wilhelm Hiller, IX., Kolingasse 3, X 20-—; Herrn Leopold Herrmann, II, Untere Augartenstraße 21, X 4*—; Familie Moritz Brammer und Freund, IX., Liechtensteinstraße 1, X 10 Zusammen X 34*—. Wien. Der Creditorenverein hat sein langjähriges Mitglied, den jüngst mit dem Comthurkreuze des Franz Joses-Ordens ausgezeichneten Präses des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft und Handelskammerrath Herrn Leopold P o l l a ck in Anerkennung seiner großen um den Verein erworbenen Verdienste zu seinem Ehrenmitglied« ernannt und ihm durch eine vom Bereins-Bice-Präfidenten, Commerzialrath Herrn Ludwig Stroß, geführte Deputation des Vorstandes seine Gratulation dargebracht. Wien. (Confirmations-Feier.) Am verflossenen Sabbath beging der Knabe Max Fürth, Sohn des Herrn Emil Fürth, Vertreter des Bethausvereines im H. Bezirk, im Tempel in der Müllnergasse seine Barmizwah-Feier. Der Confirmand war von seiner Familie und vielen Freunden umgeben. Nachdem derselbe die Benedictionen mit lauter Stimme vorgetragen hatte, hielt Herr Gemeinde- Rabbiner Dr. Gelbhaus eine Rede, in welcher er die Bedeutung der Barmizwah-Feier in erhebender Weise schilderte und den Barmizwah segnete. Herr Fürth und seine Angehörigen spendeten vor der Thora für wohlthätige Zwecke ansehnliche Summen. Wien. (Privatschule fürReligionsunterricht des Vereines „A d a s s Jisroel* sSchisfschulj). Das Schuljahr beginnt Mittwoch den 17. September. Einschreibung im Schullocale II. Kl. Pfarrgasse 12, Freitag den 12. September von 10—12 Uhr Vormittags und von 2—4 Uhr Nachmittags und Sonntag den 14. September von 9—12 Uhr Vormittags. Ausgenommen werden Knaben und Mädchen von 7—14 J^re. Wien. (Gewerbliche Exeursion.) Am Montag den 15. d. M. unternimmt der Verein zur Hebung der Gewerbe unter Führung seines Präsidenten B r o d die korporative Besichtigung der neuen Etablissements von Portois L F i x (Möbel u. Decoration), HL, Ungargasse 51—53. Die Excursion verspricht für Herren und Damen sehr viel Interessantes. Gäste willkommen! Wien. (Mädchen-Unterstützungsverein.) An den Privatschulen dieses humanitären Vereines finden die Einschreibungen, wie folgt, statt: Für die Fortbildungsschule am Sonntag den 14. d. M. von 9—12 Uhr Vormittags; für de» Handels-Lehrcurs am Montag den 15. d. M. von 3—5Uhr Nachmittags; für die Arbeitsschulen und den Bonnencur s am Dienstag den 16. d. M. von 9—12 Uhr Vormittags. Der Unterricht wird durchwegs unentgeltlich ertheilt. Zur Aufnahme zulässig sind arme israelitische Mädchen, welche das vierzehnte (für den Bonnen- und den Handels-Lehrcurs das fünfzehnte) Lebensjahr bereits zurückgelegt haben. Die Bewerberinnen haben sich unter Beibringung ihres Geburts- und Schulentlassungs-Zeugnisses in Begleitung ihrer Eltern oder Obsorger in der Schulkanzlei, II., Kaiser Joses-Straße 32, zn melden. Wien. Nach langem und schweren Leiden ist am 1. d. M. der Kaufmann und Schriftgelehrte Noa Fürst gestorben, er wurde am 3. September zu Grabe getragen. Der Verblichene war in unserer Gemeinde wenig gekannt, er hat sich niemals mit Gemeinde-, Vereins- und politischen Angelegenheiten befaßt, er zählte vielmehr zu Jenen, welche sich mit ihrem Herzen, mit ihrem Sinnen von der Außenwelt abschließen und die aus ihrer Stube eine Klause machen. Vielleicht geschieht es sogar gegen den Willen des Heimgegangenen, daß ich mit diesem Nachrufe die öffentliche Aufmerksamkeit auf ihn lenke. Indessen »Beispiele erziehen" und deshalb diese Zeilen. Nebst dem Bestreben des Verblichenen, für das Heil und Wohl .seiner Familie zu sorgen, war es einzig und allein die Wissenschaft — zumal die jüdische, für die er sich mit Lebhaftigkeit intereffirte. Obwohl der durch hervorragende Geistesbildung ausgezeichnete, mit dem Wischen Schriftthum vertraute Noa Fürst getreu seiner demokratisch toleranten Anschauung jeder Religionsübung volle Freiheit gewährte, ist er dennoch stets in Wort und Schrift mit Wärme und Begeisterung für das Judenthum und für seine Institutionen eingetreten. Seine Wahrheitsliebe, sein Gerechtigkeitssinn, sein Pflichtgefühl und vor Allem sein wohlwollendes und anspruchsloses Wesen, vereint mit einem lauteren Charakter, machten ihn zu einem sehr geachteten Mitgliede der Wiener Effectenbörse, deshalb beklagen auch Viele seiner Geschäftsfteunde den Heimgang eines so lieben und braven Collegen. Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann schilderte an der Bahre in ausdrucksvoller Rede das Leben des Verblichenen. Anknüpfend das Sidrawort: „Haschern hu nachalussan" Gott ist sein Erbe, sagte von ihm Herr Dr. Güdemann. Diese kernigen Worte haben nicht nur bei der Trauerversammlung mächtig und empfindungsvoll gewirtt, sie haben auch den ttauernden Hinterbliebenen

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