Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 36 (5.9.1902)
- Date
- 1902-09-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 580 Dr. Bloch's Wochenschrift. Jtx. 36 Darauf zurückerhalten aus den Vereinigten Staaten 76 8 0 Schüsse: Arbeiter-Wohnhäuser in Wilna 30.416 9 0 Deutscher israelitischer Bund 7.389 3 9 Spinnereifabrik Dubrowna-Rußland 34.077 19 0 Vereinigte Staaten, Einzeln-Farmer 18.545 7 6 Vereinigte Staaten, Landwirthsch östliche Hilfs-Gesellschaft 4.369 13 0 1-str. sh ä Lstr. sh d 49.746 10 3 Palästina Cypern Beßarabien Galizien Canada Rußland Rumänien Anatolien Kleinasien Verschiedenes Abzug von in vorhergehenden Jahren votirten Summen, welche früheren Budgets zugehören 5. Verschiedene Ausgaben Advocatenu. Gerichtsspesen Gehalte in Paris dlo. Remunerationen Gehalte in Palästina Agenten (??) Gehalte in Wien Andere Ausgaben 6.267 12 6 2.010 2 0 7.111 12 0 1.894 9 0 2.472 7 0 6.295 18 0 1.742 18 0 1.527 11 0 11.853 5 6 542 12 0 3.507 1.067 12 0 5 0 Petersburger Agentschaft 6. Landankauf in Argentinien: Für Ansiedlung russischer und rumänischer Juden Besitz in Galizien zum gleichen Zwecke angekauft Verschiedene kleinere Ausgaben Gesammtsumme der Ausgaben Einnahmen durch Interessen Capital-Entnahme zum Ausgleiche des Deficits 41.718 6 0 7.558 8 0 34.159 18 0 128.956 9 « 5.732 14 0 1.413 10 9 492 15 0 2.549 9 0 9.030 12 3 3.184 3 0 17 947 9 6 87.188 18 6 24.086 15 0 111.275 10 6 654 15 9 Lstr. 415.555 17 0 Lstr. 361.069 0 10 Lstr. Lstr. Darnach würden die Ausgaben des Jahres 1901 11V, Millionen Francs betragen haben! 54.486 16 2 415.555 17 0 rund Gebet eines jüdischen Arztes im 12. Jahrhundert. Von K. S., Archivrath a. D., vr. jur. Theodor Distel in Blasewitz.*) Der Jude betet am wirksamsten in hebräischer Sprache, den Namen Jahveh's spricht er nichl aus. Die folgende Verdeutschung der langen Worte, die „ein berühmter" Heilkünstler Egyptens täglich vor Beginn seiner Praxis an den „Seienden" richtete, ist bereits 1783 im „Deutschen Museum" (I, 43 1.) inirgetheilt worden. Ihrer Denkwürdigkeit wegen wiederhole ich dieselben hier buchstäblich und sonst genau: „Allgütiger! Du hast des Menschen Leib voller Weisheit gebildet, zehn tausend mal zehn tausend Werkzeuge hast in ihm vereint, die unablässig thätig sind, um das schöne Ganze, die Hülle der Unsterblichen zu erhalten und zu ernähren. Immerdar sind sie still beschäftigt, voller Ordnung, Uebereinstimmung und Eintracht. Aber wenn die Gebrechlichkeit des Stoffes oder die Zügellosigkeit der Leidenschaften diese Ordnung, diese Eintracht unterbricht, so geratben die Kräfte in einen Widerstreit, und der Leib zerfälll in seinen Urstaub. Du sendest dann dem Menschen die woblthätigen Boten, die Krankheiten, die ihm die nahende Gefahr verkünden und ihn treiben, sie in Zeit abzuwenden. Deine Erde, deine Ströme, deine Berge hast du mit heilsamen Stoffen geschwängert, die deiner Geschöpfe Leiden zu mildern und ihren Untergang abzuhelfen, vermögen. Aus Nr. 32 der „Deutschen Medicinischen Wochenschrift". Und dem Menschen hast du Weisheit ertheilet, des Menschen Leib zu lösen, und sein Gewerk in Ordnung und Unordnung zu erkennen; auch jene Stoffe ans ihren Behältnissen hervor zu arbeiten, ihre Tugenden zu erforschen, und einem jeden Uebel gemäß sie zuzubekeiten und zuzuwenden. Auch mich hat deine ewige Vorsicht erkoren, über Leiden und Gesundheit deiner Geschöpfe zu wachen. Ich schicke mich nun an zu meinem Berufe. Stehe mir bei Allgütiger in diesem großen Geschäfte, daß es fromme: denn ohne deinen Beistand frommt ja dem Menschen auch das Kleinste nicht. Laß Liebe zur Kunst und deinen Geschöpfen mich ganz beseelen. Gieb es nicht zu, daß Durst nach Gewinn, Ruhm oder Ansehen sich in mein Betrieb mische! Denn diese sind der Wahrheit und der Menschenliebe feind, und sie könnten mich irre leiten in dem großen Geschäfte, deinen Geschöpfen Wohl zu thun! Erhalte die Kraft meines Körpers und meiner Seele aufrecht, daß unverdrossen sie immerdar bereit sein, dem Reichen und dem Armen, dem Guten und dem Bösen, dem Freund und dem Feind zu helfen. Laß im Leidenden stets mich nur den Menschen sehen. Er ist ein Mensch! Und du schaffst und erhältst ja auch den Menschen, den Reichen und den Armen, den Guten und den Bösen, den Freund und den Feind! Erhalte meinen Verstand gesund und schlicht, daß er das Gegenwärtige fasse und das Abwesende richtig vermuthe. Laß ihn nicht herunter sinken, daß er nicht das Sichtbare verstehet; auch nicht zu sehr hinüber sich versteigen, daß er nicht siehet, was nicht zu sehen. Denn fein und unmerklich ist hier die Grenze in der großen Kunst, deiner Geschöpfe Leben und Gesundheit zu warten. Laß meinen Geist immerdar sich selbst sein. Am Bette des Leidende» müssen keine fremden Dinge seine Acht ihm rauben. Laß alles, was Erfahrung und Nachdenken in ihm niedergezeichnet, ihm gegenwärtig sein, und nichts ihn in seinen stillen Arbeiten stören; denn groß und heilig sind die stillen Arbeiten, deinen Geschöpfen Leben und Gesundheit zu erhalten. Verleihe meinen Kranken Zutrauen zu mir und zu meiner Kunst, und Folgsamkeit zu meinen Rathgebnngen. Verbanne von ihrem Lager alle Afterärzte und das ganze Heer von rathgebenden Verwandtinnen und überweisen Wärterinnen; denn es ist ein grausames Volk, das aus Eitelkeit die besten Werke der Kunst vernichtet und oft deinen Geschöpfen den Tod anfdringt. Wenn weisere Künstler mich bessern und zurechtweisen wollen, laß meinen Geist dankbar und folgsam sein; denn der Umfang der Kunst ist groß, und Keiner sieht, was Jeder sieht. Aber wenn unweise, eingebildete mich tadeln, so laß Kunstliebe ganz ihn stählen, daß er, Rnhm und Alter und Ansehen nicht achtend, auf die gefühlte Wahrheit beharre: denn Nachgeben ist hier Tod und Krankheit deiner Geschöpfe! Verleihe meinem Geist Sanftmuth und Duldsamkeit, wenn ältere Mitkünstler, stolz auf Jahrzahl, mich immerdar verdrängen, und höhnen, und höhnend mich bessern wollen. Laß ihr Gutes mir vortheilen, denn sie wissen mancherlei, (und weise, können sie vieles wissen) was mir noch fremde ist; aber ihr Dünkel laß mich nicht kränken; denn sie sind alt und das Alter ist der Leidenschaften nicht meister — und ich hoffe auch auf Erden alt zu werden vor dir Allgütiger! Schenke mir in allem Genügsamkeit, nur in der großen Kunst nicht. Laß nie den Gedanken in mir erwachen, du hast des Wissens genug: Sondern verleihe mir Kräfte, Muße und Trieb, meine Kenntnisse immerdar zu berichtigen und neue mir zu erwerben. Die Kunst ist groß, aber auch des Menschen Verstand ist dem Menschen nicht umfaßbar. Er dringt immer weiter. In meinem gestrigen Wissen entdeckt er heute Jrrthümer viel, und mein heutiges findet er wohl morgen voller Fehl! Allgütiger! Du hast mich erkoren, über Leben und Tod deiner Geschöpfe zu wachen. Ich schicke mich nun an zu meinem Berufe. Stehe mir bei in diesem großen Geschäfte, daß es fromme! Denn ohne deinen Beistand frommt dem Mekischen ja auch das Kleinste nicht!" Die Wahrheit der Religion. In seinem am 25. d. M. in Königgrätz gehaltenen Bortrage „lieber die Aufgabe des Katholizismus im 20. Jahrhundert", sagte Herr Bischof Bryny ch unter Anderem : „Was die Verfolgungen der katholischen Kirche betrifft, so sind dieselben nur der Beweis, daß nur bei ihr und in ihr die Wahrheit liege. Sollten einmal die Katholiken nicht mehr bedrängt werden, so müßte in ihm die Besorgniß auftauchen, daß die katholische Religion nicht mehr die wahre sei." („N. Fr. Presse", Nr. 13652.) Wenn nun diese Behauptung eine richtige ist, was wohl kein unbefangener Mensch in Abrede stellen dürfte, dann darf Israel, das seit Jahrtausenden unausgesetzt den Gegenstand des Haffes, der Verfolgung und Bedrückung bildet, mit Recht stolz auf seine Religion sein, der alle civilisirten und cultivirten Völker ihre besseren Begriffe über Gott, Mensch und Welt zu verdanken haben. Die Jnquisitionstribunale, die im Mittelalter errichtet, die Scheiterhaufen, die angezündet wurden, um den Stamm Juda zu vernichten, sind sprechende Beweise für