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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1902-08-29 · 35 (29.8.1902) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
19 (1902)
Issue
35 (29.8.1902)
Date
1902-08-29
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 568 Dr. Bloch's WmhVNfttzrikk. Nr. 35 ein armer; für seinesgleichen gab es damals Ehrentitel nichts Vielleicht war es jedoch möglich, durch seine That jetzt die Be-m Hörden umzustimmen. Diese Erwägung führte dazu, daß zunächst^ die königliche Regierung zu Stettin davon in Kenntniß gesetztW wurde. Von dort ging dann ein Bericht über die edle undD muthige ThatTebel's an das Ministerium ab zugleich mit?' dem Antrag, ihm, obwohl dies nach Lage der Gesetzgebung eigentlich nicht zulässig sei, ausnahmsweise das Staats-" bürgerrecht zu ertheilen. Dieses Gesuch wurde genehmigt, ' jedoch unter der Bedingung, daß Tebel — warum wohl? — den Familiennamen K e i b e l annehme. So waren denn erst wenige Wochen im Jahre 1822 Äahingegangen, als eines Tages ein Polizeidiener in die Wohnung des Juden kam und ihn ersuchte, auf das Rathhaus zu kommen. Da waren die Väter der Stadt schon versammelt und bereit, den „Staatsbürger" zu empfangen. Der Vorsitzende des Magistrats hielt eine Ansprache, lobte nochmals das Thun des Hebräers und überreichte ihm feierlich das auf seinen neuen Namen Keibel ausgestellte Naturalisationspatent. Aus einem Verachteten war plötzlich ein Würdenträger geworden, aber die Rangerhöhung machte ihn nicht stolz. Die Pasewalker fanden ihn nicht verändert, wenn sie ihn durch die Straßen schleichen sahen, und nicht war er unzufrieden, wenn sie ihn auch in Zukunft bei seinem ersten Namen nannten. So oft er in das Dorf kam, wo er die Choleraleichen bestattet hatte, fanden alle nur den alten guten Tebel wieder, den sie schon seit Jahren kannten und den „alten, guten Tebel" hießen sie ihn auch ferner. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, I., Seitenstettengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Michael G e i r i n g e rs: Von Herrn Carl Geiringer, II., Gr. Sperlgasse 5, K 10'—. Wien. (Trauung.) Sonntag den 31. d. M., um 2 Uhv Nachmittags, findet im Tempel. II., Tempelgasse, die Trauung des Fräulein Elsa Steiner, Tochter des Herrn Josef Steiner, mtt Herrn Julius Kraus, Beamter der israelitischen Cultusgemeinde, statt. Wie». (Tr a u u n g.) Am 24. d. M. fand im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräulein Felicia Reiß, Tochter des Herrn Rabbiners Dr. Jacob Reiß, Religionsprofeffor in Wien, mit Herrn Hermann Spitz, Oeconomiebesitzer in Brlau bei Brünn statt. Eine große Schaar von Gästen aus Berlin und Wien waren erschienen. Alle Religionsprofessoren unter Führung des Herrn Professors Weiß und Herrn Jnspectors Dr. Lengsfelder brachten im Gotteshause ihre Glückwünsche dar. Herr Gemeinderabbiner Dr. G e l b h a u s vollzog in Vertretung Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners und Predigers Dr. S ch m i e d l den Trauungsact. Derselbe hielt eine Rede, in welcher er das rabbinische Wirken des Brautvaters in drei Gemeinden, seine wissenschaftlich schriftsteellrischen Leistungen, sowie seine pädagogische Thätigkeit rühmend würdigte und die religiöse Lebensführung beider Elternpaare den Brautleuten als nachahmenswürdiges Ideal vorführte. Die formschöne Rede machte auf alle Anwesenden einen erhebenden Eindruck. Den gesanglichen Theil executirte Herr Obercantor Beta Guttmann in gewohnter Meisterschaft. Wien. (Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter, Wien sCentralej.) Dieser Verein veranstaltet Sonntag den 7. September d. I. im Prachtsaale des Hannabräu-Coloffeums, XX., Klosterneuburgerstraße 33, eine Vortragsakademie unter Mitwirkung vorzüglicher Kunstkräfte. Das reichhaltige Programm besteht aus declamatorischen, musikalischen, ernsten und heiteren Gesangsvorträgen, sowie Aufführung eines Einacters von der Theatersection des Vereines. Das Reinerträgniß fließt der Ortsgruppe Brigittenau zu. Beginn präcise halb 3 Uhr Nachmittags. Eintrittskarten ä 40 Heller (an der Cafsa 60 Heller) sind im Vorverkaufe erhältlich: I. Bezirk: Cafe „Zur Börse", Wipplingerstraße 35; ll. Bezirk: Cafe Herz. Untere Augartenstraße 19, Volkscafe Fischer, Schreigaffe 11; XX. Bezirk: Friseursalon des Herrn Salander, Klosterneuburgerstraße 2 und im Hannabräu-Coloffeum. Klosterneuburgerstraße 33. Wien. Bei der am 19. d. M. stattgefundenen Generalversammlung des israelitischen Tempelvereines, Wien, XI., in Anwesenheit des Bicepräsidenten der israelitischen Cultusgemeinde, »Herrn Dr. Gustav K o h n, wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt, und zwar: zum Ehrenpräsidenten Herr kais. Rath ^Friedrich Vogl, zum Obmann Herr Siegmund K a u d e r s, Dzum Obmannstellvertreter Herr Leopold Weiß und zum Schrift- ^führer Herr Hof- und Gerichtsadvocat Dr Jacob Ornstein. / Desgleichen wurden die Herren Max N e m s ch i tz, Ignaz Tauber, Moritz Schwarz, Jacob Grün und S. Goldstein in den Ausschuß gewählt. Wien. (Spenden.) Laut Aufruf in Nr. 34 unseres Blattes sind für die Witwe S e ß l e r, deren Mann Agent Adolf Seßler von der elektrischen Tramway getödtet wurde, bei der Eammelstrlle eingelaufen: Herr Restaurateur G u t h sammelte unter seinen Gästen folgenden Betrag: M. Guth X 4.-, I. Weichselbaum X 4.—, Th. Griffaton X 3.—, Ignatz Löwy X 2.-, D. Korkes X 2.—, Schneider X 2.—, Stern X 1.20, M. Mises X 1.—, S. S. K 1.—, Dr. Herzfeld X 1.—, Ks. B. X 1.-. Duldner X 1.-, Sobel X I.—. Peiper X 1.—. Summa X 25.20. Wird fortgesetzt. — Unter meiner Adresse langten ein: Bon Alois Witrowsky, Brünn X 2.—, Leopold Pinko, Triest X 2.—, Adolf Bernfeld, Wien X 5.—, Oskar Petrich, Szenitz X 4.—. Zusammen X 38.20. Herr Rudolf Neufeld, Generalvertreter der Budweiser Brauerei, sandte X 20.—, Bier und diverse Eßwaaren. — Max Schwarz, Cafstier, II, Ob. Donaustraße 1. Königgrätz. Anläßlich des Geburtstages Sr. Majestät fand in unserem im Lichterglanze erstrahlenden Tempel ein solenner Festgottesdienst statt, der den zahlreichen Theilnehmern in steter Erinnerung bleiben wird. Mit dem Absingen des Ma towu durch unser gutgeschultes Chorpersonal begann die erhebende Feier, worauf unser beliebter Cantor Löwinger das Minchagebet mit Chor- und Harmoniumbegleitung vortrug. Darauf folgte eine patriotische Rede des greisen Herrn Rabbiners Dr. Kohn, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Nach einem Gebet für den Kaiser schloß^die erhebende Feier mit der Absingung der Volkshymne. —g— Prag. Mitte dieses Monats verschied hier ein durch Wohlthätigkeit und Intelligenz hervorragendes Mitglied unserer Gemeinde, Herr Moritz H. Neustadtl. Die Achtung, deren sich der Verstorbene in den weitesten Kreisen und Schichten unserer Gesellschaft in hohem Grade erfreute, gab sich durch die ungewöhnlich zahlreiche Betheiligung am Leichenbegängnisse kund. Durch nahezu 25 Jahre gehörte der Verblichene dem Vorstände des Tempelvereines an und widmete sich verstänvnißvoll der weihevollen Ausgestaltung unseres Gottesdienstes. Am offenen Grabe hielt der Präses des „Vereines für geregelten Gottesdienst" Herr Ludwig Bendiener dem Verstorbenen einen dankerfüllten Nachruf, in welchem er die leuchtenden Eigenschaften des Heimgegangenen, sowie dessen Wohlthätigkeitssinn und Religiosität pietätvoll hervorhob. Der Verstorbene war ein Bruder des Wiener k. k. Commercialrathes Siegmund N e ust a d t l. Koste!. Anläßlich des Allerhöchsten Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers fand auch in unserem Tempel ein feierlicher Gottesdienst statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner A. Weiß hielt eine patriotische und begeisterte Festrede. Den gesanglichen Theil versah Herr Obercantor Blau. Brody. Am 17. d. M beging unser allverehrter und in jeder Beziehung hervorragender Herr Lazar Bloch sein 60. Wiegenfest und die Mitglieder der Gemeinde, in welcher der Jubilar seit Jahren segensreich wirkt, wie auch die Bürgerschaft unserer Stadt benützten den willkommenen Anlaß, um dem verdienstvollen Manne ihre Liebe und Dankbarkeit zu bekunden. Herr Bloch ist ein würdiger Solm des über die weiten Grenzen unseres Vaterlandes rühmlichst bekannten Pester Seminardirectors, welcher nicht blos durch sein hohes Wissen, sondern auch als Mann von Charakter und Gesinnungstreue sich die allgemeine Verehrung seiner Mitbürger ohne Unterschied der Confession erwarb. Seine unvergänglichen Verdienste als Handels- und Gewerbekammerpräsident, als Präsident des hiesigen Cultusrathes, derjisraelitischen Schulinspection, des Vereines Odeseä IVaswos, des Siechenhauses und vieler anderer Wohlthätigkeitsvereine gelangten jetzt zum vielsagenden Ausdrucke. Von allen diesen Körperschaften und anderen Vereinen kamen Deputationen und brachten die aufrichtigsten Gratulationen und Huldigungen dar. Der edle Jubilar erachtete es in seiner Anspruchslosigkeit und steten Bescheidenheit, seine Dankbarkeit für die vielen ihm dargebrachten Ovationen nicht anders als durch feinen Wohlthätigkeitssinn zu erwidern; er bespeiste am folgenden Tage 300 Arme in der hiesigen jüdischen Volksküche, beschenkte fast alle humanitären Anstalten mit ansehnlichen Geldspenden, wofür ihm auch der Dank und des Himmels reichster Segen nicht ausbleiben mag. Vivat, üoreat, ersaeat aä multos annos!! M. M a r k st e i n. Diakovar (Slavonien). Hier wurde Dr. L. Roth zum Rabbiner unserer Cultusgemeinde gewählt. Dr. L. Roth, ein Schüler Dr. Breuer's, ein würdiger Nachfolger des Herrn Dr.

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