Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 28 (11.7.1902)
- Date
- 1902-07-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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3tt. 28 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 467 E. Singer, I., Schottenbastei 6, X 10 —; Herrn Dr. Leopold Drucker, I., Wollzeile 1, X IO'—. Zusammen K 50 —. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Marie Goldschmidt: Von Frau Franziska Bauer. X 6'—; Frau Hermine Lampel in Prag, X 5 —. Zusammen X ll*—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Jg. Arnstein: Von Herrn Adolf Schermer, X 20‘—, Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Carl D r a b: Von Herrn Ferdinand Figdor, ll., Ferdinandsstraße, X 4’—; Herrn Siegfried Gerber, II., Große Sperlgasse 16. X 2 —; Herrn Samuel Politzer, X., Himbergerstraße 15. X 2 —; Herrn I. Wodika in Floridsdorf 47, X 1'—. Zusammen K 9*—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Salomon Schwarz: Bon Herrn Philipp Kassowitz, I., Gonzagagasse 9, X 20*—. Wien. (Diamantene Hochzeit.) Der greise Lector I. H. Weiß, dessen Ruf weit über Europa hinaus in alle Welttheile gedrungen und dessen ZOjähriges Wirken am Wiener Beth-Hamidrasch unzähligen Rabbinen und Gelehrten, die seine Schüler waren, noch in gutem Angedenken steht, feiert am 19 d. M. mit seiner Gattin Ernestine, Tochter des verew. Rabbi Beer Oppenheim aus Eibuschitz, das Fest der diamantenen Hochzeit. Hoffentlich werden dem noch geistesfrischen 88jährigen Jubelgreise, der seit seinem vor acht Jahren erfolgten Rücktritt von der Lehrtätigkeit vereinsamt ein beschauliches Leben zu führen gezwungen ist, von seinen zahlreichen einstigen Schülern, Freunden und Verehrern die herzlichsten Glückwünsche zu Theil werden. Wir haben es für eine angenehme Pflicht erachtet, den Mann, der für die talipudische Wissenschaft durch seine fruchtbare schriftstellerische Thätigkeit in so hohem Maße hervorragend gewirkt und der jüdischen Literatur so immense Schätze zugeführt, der Mitwelt anläßlich seines Jubelfestes in Erinnerung zu bringen. Der Jubilar weilt gegenwärtig: Baden, Waffergasse, Hotel Garni. Sch. Wien. (Trauung.) Sonntag den 20. Juli l. I. um 5 Uhr Nachmittags findet im Tempel der Seitenstettengasse die Trauung des Fräulein Katia Sachs. Tochter des Herrn Markus Sachs aus Kiew, mit Herrn Marcell Schaff, Sohn des Herrn Dr. Simon Schaff, Vice-Präses der israelitischen Cultusgemeinde in Lemberg, statt. Wien. (Schlußjugendgottesdienst.) Samstag den 5. Juli fand im Tempel des IX. Bezirkes der Schlußjugendgottesdienst statt. Der Tempel erstrahlte im Lichte aller seiner Flammen. Ungefähr 700 Volks- und Bürgerschüler und Schülerinnen füllten die heiligen Hallen. Auch eine große Schaar von Erwachsenen war erschienen. In der Borsteherloge saßen die Herren Vorsteher Goldschmidt, Hendel und Trebitsch. Nach dem Einheben der Thora sang der Tempelchor die Kaiserhymne, in welche alle Andächtigen einstimmten. Hierauf bestieg Herr Gemeinderabbiner Dr. Gelbhaus in vollem Ornat die Kanzel und hielt eine zündende Rede, welche auf alle Zuhörer einen begeisternden Eindruck machte. Alle Schüler und Schülerinnen erhielten zum Andenken einen duftenden Blumenstrauß, welchen Herr Obmann G. Bettelheim spendete. Erhobenen Herzens verließen die Kinder das schöne Gotteshaus. Wien. (Spende.) Wie uns mitgetheilt wird, hat Herr Albert Berger in Triesch in Vertretung seiner Schwägerin Frau Therese Berger einen Betrag von X 3000 der israelitischen Cultusgemeinde in Wien mit dem Beifügen übermittelt, daß mit dem Betrage von X 2000 eine Widmung für das israelitische Altersversorgungshaus in Wien errichtet werde, während die anderen X 1000 dem israelitischen Mädchen-Waisenhause in Wien zuzuführen sind. Unter Einem übermittelte Herr Albert Berger in Vertretung seiner Tante Frau Franziska Berger in Triesch X 1000 gleichfalls zum Zwecke einer Widmung für das Wiener israelitische Altersversorgungshaus. Wien. (»Jüdischer Bolksverein", II/3, Leopoldsgasse 49.) Löbliche Redaction der »Oesterreichischen Wochenschrift", Wien. Wir erlauben uns die in der Vornummer Ihres geschätzten Blattes erschienene Notiz über die angeblich erfolgte Wahl des Herrn Dr. Jacob Kohn zum Präsidenten des »Jüdischen Volksvereines" dahin zu berichtigen, daß eine Neuwahl unseres Vereinspräsidenten bis jetzt überhaupt nicht stattgefuvden hat und demzufolge Herr Dr. Jacob Kohn nicht zum Obmann gewählt werden konnte. Indem wir Sie ersuchen, dies in Ihrer nächsten Nummer richtigstellen zu wollen, zeichnen wir hochachtungsvoll Hermann Plaschkes, dz. Viee-Präsident. Wien. Sonntag den 6. d. M. fand die Beerdigung des in weiten Kreisen bekannten Herrn Leopold Langsam s. A., Schwiegervater des ihm kaum vor 14 Tagen im Tode vorausgegangenen Herrn Nathan Königsberger und Vaters des in den westlichen Bezirken allgemein geschätzten Fabrikanten Herrn Karl Langsam, statt. Eine große Trauergemeinde fand sich ein, um dem verehrten Todten das letzte Geleite zu geben. Sämmtliche Arbeiter der von ihm begründeten Fabrik umstanden im stummen Schmerz das Grab ihres Heimgegangenen väterlichen Freundes, von welchem Rabbiner Bach in ergreifender Rede ein Lebensbild als Jude und Mensch entwarf, während am Grabe Professor Ed. Nascher in schwungvollen Worten das abgeschlossene Leben des Verblichenen in seinen häuslichen und öffentlichen Strebungen schilderte, der mit »fleckenlosem Schilde" ausruht nach allen Kämpfen des Daseins. Vortrefflich versah Obercantor Guttmann den liturgischen Theil der Trauerfeier. Wien. Zweites V e r z e i ch n i ß der für die gänzlich ausgeraubte Familie Lampel in Mähren laut unseres Aufrufes in Nr. 11 vom 14. März d. I. an Bernhard W e i n r e b in Wien eingegangenen Beträge: Löbliche Cultusgemeinde Brünn..K 50*— „ „ Olmütz . „20*— „ „ Holleschau durch Collecte der Herren Em. Knöpflmacher und Marc. Meist dort. ,, 70*— Herr Eduard Knöpflmacher, Deutschhaufe.. 50*— Frau Ernestine Zwicker, Brünn .. 15 — „ Bertha Schöuwald, geb. Grätzer, Simmering. . . „ 4- - Unter „Wenig" aus der Kirchengasse . . ... . „ 5-— Unter „Wenig aber vom Herzen" von Frau Amalie Deutsch, Amstetten, Niederösterreich ..... .• „ 210 K 216-10 Hiezu erster Ausweis. - „ 187*— Summa ... X 40310 Wien, 7. Juli 1902. Bernhard Weinreb VII., Neustiftgasse 23 Baden. (Verlobung.) Fräulein Emma Reich, Tochter Sr. Ehrwürden des Herrn Rabbiners an der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde Dr. W. Reich, hat sich mit dem Gutspächter Herrn Wilhelm R o s e n z w e i g aus Neutra verlobt. Meran. Sonntag am 29. Juni hatten wir hier eine schöne und erhabene Feier, die Trauung einer Tochter unseres verdienstvollen Obmannes Herrn Fr. Stransky mit Herrn Rudolf Beer aus Lobositz. Der herrlich geschmückte schöne Tempel, durch elektrisches Licht hell erleuchtet, war von einem distinguirten Publicum, Israeliten und Nichtisraeliten, bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Unter Anderen fanden sich ein -. Herr Vice-Bürgermeister Karl Huber, Gemeinderath El! menreich, Sanitätsrath Dr. Hausmann, Curarzt Dr. v. Messing, Bankier R e i f e n s ch e i t. Secretär der Bezirkshauptmannschaft Scheitbacher. Redacteur Ellmenreich, Schriftsteller Carl Wolf, Schuldrrector K r o o v u. s. w. Nachdem Herr Cantor Leb »witsch die usuellen Sulzer-Gesänge mit seiner^ schönen Stimme unter Qrgelbegleitung meisterhaft vortrug, ergriff Se. Ehrwürden Herr Landesrabbiner Dr. Tänzer das Wort, um an das Brautpaar eine schwungvolle Ansprache zu halten, welche aufs Publicum einen mächtigen nachhaltigen Eindruck ausübte Tabor. Bei den dieser Tage stattgehabten Wahlen wurden als Mitglieder der Stadtvertretüng gewählt: vom 1. Wahlkörper Herr Dr. Friedrich Guttmann, vom 2. Wahlkörper Herr Bernard Guttmann. Als Ersatzmänner wurden gewählt: vom 1. Wahlkörper Herr Alois Freund, vom 2. Wahlkörper Herr Heinrich Mendl. Gewitsch. Am 30. Juni 1902 verschied in Hausbrunn bei Gewitsch, Mähren, Herr Moritz Fleischner, Glasfabriksverwalter der weltbekannten Firma S. Reich & Co, nach langem schweren Leiden im 47. Lebensjahre. Der Verstorbene, seit mehr als drei Decennien im Dienste der genannten Firma, erfreute sich wegen seines integren Charakters in kaufmännischen und gesellschaftlichen Kreisen großer Hochachtung und Sympathie, seine Anhänglichkeit ans Judenthum, seine Menschenfreundlichkeit, fein Fleiß und Ausdauer, die vielfachen Wohlfahrtseinrichtungen, die er ins Leben zu rufen verstand, liefern reiche Beweise, daß sein Hinscheiden ein großer Verlust für die Menschheit im Allgemeinen, für die Gemeinde Gewitsch im Besonderen war — demgemäß war auch die Theilnahme an seinem Leichenbegängnisse eine solch imposante, wie noch nie. Im Trauerhause zu Hausbrunn fanden sich ein: Die Chefs der Firma Herr Ignatz und Dr. Alfred Reich, Herr Director Bock aus Gaya, eine Deputation der Israelitischen Cultus- und Stadtgemeinde Gewitsch, Vertreter der Chewra- Kadischa, die Dorfvertretung Hausbrunn-Jaromiroc-Stefanau, die ge-