Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 19 (1902)
- Issue
- 25 (20.6.1902)
- Date
- 1902-06-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 25 Dr. Bloch's Wochsnschrifi. Seite 415 Ostseite gestiftet hat. Das Comitß, welches mit der Propaganda zum Bau eines Hospitals betraut war, hatte von Anfang an mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, da die mit Glücksgütern gesegneten Bewohner der Stadt dem Plan zuerst nicht wohlwollend gegenüberstanden. Die Diretoren der Gesellschaften appellirten dann direct an die Bevölkerung und die Contributionen liefen zahlreich, wenn auch nur in kleinen Summen, ein. Den unermüdlichen Anstrengungen des Baucomitds gelang es jedoch schließlich, auch in weiteren, in reichen Kreisen Interesse für das Werk der Barmherzigkeit zu wecken, und das Resultat ihres jahrelangen Bemühens war die Dedication des neuen, schönen Beth Israel-Hospitals. Ein allgemeiner Fest- und Freudentag war es für die Bevölkerung der Ostseite und fast 5000 Menschen hatten sich in der Nähe des Gebäudes versammelt, wenn auch nur eine verhältnißmäßig kleine Anzahl den eindrucksvollen Feierlichkeiten im Innern beiwohnen konnte, bei denen Dr. Louis Ladinski, der Secretär des Baucomites, den Borsitz führte. Die ersten Reden wurden gehalten von den Herren Abraham Nelson, Rev. S. Schulman und Dr. Abraham Brothers, welcher die Schlüssel des Hospitals dem Präsidenten der Gesellschaft, Herrn Harris Cohen, übergab. Dann folgten Ansprachen der Herren Jacob H. Schiff, Isidor Straus, Anwalt Louis Marshall und des Borough-Präsidenten Herrn Jacob A. Cantor, die alle mit großem Enthusiasmus ausgenommen wurden. Die Feier schloß mit dem Singen von »America", in das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Rußlands Behandlung amerikanischer Israeliten unter kritischer Beleuchtung. Bei der unlängst im Tempel Rodoph Scholom abgehaltenen ersten öffentlichen Versammlung der »Jsraelite Alliance of America" wurden von angesehenen Männern Reden gehalten, in welchen die Annahme der von dem hiesigen Congreßmitgliede Henry M. Goldfogle dem Congresse vorgelegten Beschlüsse, deren Zweck die Einleitung einer Untersuchung des Ausschlusses amerikanischer Israeliten aus Rußland ist, dringend befürwortet wird. In den Goldfogle'schen Beschlüssen wird außerdem noch die Regierung aufgefordert, diese Discriminirung gegen die Genannten einzustellen und Rußland aufzufordern, sich stricte an die Bestimmungen des Staatsvertrages von 1832 zu halten. Joseph I. Corn führte den Vorsitz und unter den Herren, welche gestattet hatten, daß ihre Namen unter den Vice-Präsidenten aufgeführt werden, befanden sich: Präsident Butler der Columbia Universität, Kanzler MacCracken der New-Iorker Universität, Borough -Präsident Cantor, Comptroller Grout» die früheren Secretäre Carlisle und Fairchild, die früheren Mayors Ely und Hewitt. die Richter O'Brien. Greenbaum, Newburger undMayer, die Rev. Dr. Parkhurst, Dr. Rainsford und McArthur. Bei Eröffnung der Versammlung sagte Herr Corn, daß der Zweck der Alliance sei, ihre Mitglieder vor Bedrückungen und Verfolgungen zu schützen, gleiche Rechte für Alle und keine Bevorzugung Einzelner sei ihr Grundsatz, und vor Allem kämpfe sie gegen Racenvorurtheile. Er sagte dann, daß es eine Insulte für das ganze amerikanische Volk sei, wenn amerikanische Pässe m Rußland nicht anerkannt würden. Nachdem Richter Greenbaum mit warmen Worten für die Goldfogle'schen Resolutionen eingetreten war, nahm Nissam Behar, einer der Männer, die am eifrigsten für die Organisirung der Alliance thätig gewesen waren, das Wort und wies auf die hervorragende Stellung hin, welche die Bereinigten Staaten jetzt unter den Nationen der Erde einnehmen und sagte, daß ihr Einfluß sich überall geltend mache und ihre Stimme nirgends ungehört verhalle. Rev. Dr. Thomas R. Slicer sagte, daß Rußland von Borurtheilen beherrscht werde und gegen solche sei es bekanntlich sehr schwer, zu argumentiren. Amerika habe aber das volle Recht, zu verlangen, daß amerikanische Bürger von keinem anderen Lande ausgeschlossen werden, außer solche, welche der öffentlichen Wohlthätigkeit zur Last fallen könnten. Eigenthümlich sei es, daß gerade im Lande des Czaren, des Einberufers der Friedenskonferenz, solche Discrimininationen gegen amerikanische Bürger gemacht würden. Man könne dies nur dadurch erklären daß Rußland nur sehr langsam fortschreite. Der Ruffe sei eben immer noch Asiate. Während Rev. Slicer's Rede war Congreßmitglied Goldfogle, mit stürmischem Applaus begrüßt, eingetreten. David Lubin und Congreßmitglied Goldfogle sprachen sich dann dahin aus, daß es sich in der Angelegenheit nicht um Juden, sondern um amerikanische Bürger handle, welche in Rußland nicht eingelaffen werden. Der Letztere hob noch hervor, daß es die Pflicht der Bereinigten Staaten sei, darauf zu bestehen, daß das amerikanische Bürgerrecht anerkannt werde. „Brimanus der Jüngere." Vor dem Bezirksgericht Jofefstadt als Preßgericht fand Mittwoch, am 18. d. M., eine Verhandlung statt, über die Klage des Karl Kraus gegen die »Oesterreichische Wochenschrift" wegen des Artikels in Nummer 18: »Brimanus der Jüngere." Dr. Bloch erschien in Begleitung seines Vertreters Dr. Friedrich E l b o g e n und erklärte für den Inhalt des geklagten Artikels die Verantwortlichkeit zu übernehmen und den Wahrheitsbeweis voll und ganz führen zu wollen. Auf die Frage des Richters nach dem Verfaffer des Artikels und ob der Geklagte ihn zum Drucke befördert und vor der Drucklegung gelesen habe, verweigerte Dr. Bloch jede Auskunft. Dr. Bloch hielt es nicht für seine Aufgabe, jenen Theil der Beweislast, welche der Auklagepartei zufällt, ihr abzunehmen. Auf die Anfrage des Klagevertreters Dr. Kienböck, in welcher Richtung der Geklagte sich für den Inhalt des Artikels verantwortlich erachte, antwortete Dr. Bloch, er erachte sich für verpflichtet, die Wahrheit der in dem Artikel behaupteten Tbatsachen vor dem Gerichtshof lückenlos zu beweisen. Der Richter Landesgerichtsrath Dr. v. Heidt findet, daß auf Grund dieser Verantwortung die Competenz des Bezirksgerichtes zweifelhaft sei, und er verkündet den Gerichtsbeschluß, den Act neuerlich dem Landesgerichte zuzumitteln. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der „Chewra-Kadischa" in Wien, Seitenstetlengaffe 4, für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Adele Wolf: Bon Herrn Heinrich Spiegler, l.,Schottenbastei 11. X 7.—; von Herrn Richard Kann. Börsegasse 9, X 3.—; Zusammen K 10.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Simon Schreier: Von Herrn Alb. Brüll. VII., Neustiftgaffe 33. K 4.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Frau Julie D u b: Von Herrn Adolf Landesberger, IX.. Porzellan gaffe 5, K io.—; von Herrn Rudolf Natscheradetz, I.. Gonzagagaffe 3, K 10.—. Zusammen K 20.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Lippmann- K o h n e r: Von Herrn Salamon Herzl (Juwelier), X 10.—; von Herrn Dr. M. N., V., Margarethenplatz 8, X 2.—. Zusammen g , Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Ignaz Mandl: Bon Frau Julie Mandl. I., Werderthorgasse 5. X 50.—; von Herrn Arnold und Frau Adrienne Mandl, X 100.—; von Herrn Max und Frau Else Mandl, X 50.—; von Herrn Adolf und Frau Josefine Brunner in Triest, X 50.—; von Herrn Arthur Barda in Paris. X 30.—; von Herrn Dr. Emil Wolf und Frau, X 30.—; von Herrn Adolf Fleischer und Frau, X 20.—; von Herrn Rudolf und Frau Antoinette Kaller. X 30.—; von Frau Therese Schwarz in Brünn, X 30.—. Zusammen X 390.-. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Eva Haas: Von Frau Baß in Brünn. Karpfengasse, X 2'—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Leo Lazarowicz: Von Herrn Heinrich Lazarowicz, U., Kleine Sperlgaffe 12, X 3'—; Frau Rebekka Lazarowicz, II., Kleine Schiffgaffe 4, X 2'—; Frau Rosa Karinol, II., Kleine Schiffgaffe, X 2'—. Zusammen X 7'—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Marie Therese Weil: Von Herrn Wilhelm Rosenwaffer. VUL, Langegaffe 11, X 4*—; Herrn Carl Rosenwaffer, VUL, Langegaffe 11, K 5 —; Herrn Emil Julius Thaußig, IX., Glasergaffe 15, X 5'—. Zusammen X 14'—. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Salomon Maranz: Von F> au Rosalia Maranz, IX., Hebragaffe 5. X 30'—; Frau Cäcilie Pinel, IX.. Hebragaffe 5, X 20 —; Frau kaiserl. Rath Sophie Lieben, IX., Hebragaffe 5, X 20'—; Herr Max Maranz, IX., Hebragaffe 5, X 30'—; Herr Jaques Maranz.